Herders Conversations-Lexikon. Bd. 4. Freiburg im Breisgau, 1856.sich farbiger Stifte bedient, die aus sein geriebenen, mit Gyps vermischten und mit Wasser angefeuchteten Farben gebildet und dann getrocknet werden. Den Grund bildet gewöhnlich ein grauröthliches, weiches und auf Leinwand gezogenes Papier. Die P. hat den Vortheil, daß sich leicht ändern und wieder auswischen und die Arbeit jeder Zeit unterbrechen läßt; auch gewährt sie ein sehr lebendiges und natürliches Colorit; dagegen sind die Farben sehr vergänglich und leiden besonders durch Einwirkung der Luft u. Feuchtigkeit. Die P. soll im 16. Jahrh. erfunden worden sein. Pasten, vom ital. pasta, Teig, Arzneien aus eingedickten Säften z. B. Süßholzsaft bestehend; Abdrücke antiker Gemmen in Glas, Siegellack, Abgüsse derselben in Schwefel, Gyps u. dgl.; am besten geliefert aus Wien u. Mailand. Pastete, Speise aus verschiedenartigem Fleisch in einer Hülle von Backwerk. Pasticcio (-ittscho), ital., in Musik und Malerei ein in der Manier eines Meisters verfertigtes Werk, welches für Originalwerk ausgegeben wird. Pastillen, ital.-dtsch., Kügelchen aus Mehl, Zucker, Zimmt, Obstsaft etc. Pastinake, bei uns einheimisches Doldengewächs, im angebauten Zustande mit starker, süßer, etwas würzhafter Wurzel. Pastine, Gurtsattel von Zwilch mit Rehhaaren gefüttert, für junge Pferde auf der Reitbahn. Pastös, lat.-deutsch, in der Malerei: körperhaft, mit dickem Farbenauftrag. Pastor, lat., der Hirt, heißt der prot. Pfarrer, der erste Prediger oder Seelsorger einer prot. Gemeinde. - P.alia, der Inbegriff dessen, was zur Verwaltung des geistlichen Amtes gehört. - P.altheologie, die Theorie od. wissenschaftliche Anleitung zur Verwaltung des geistlichen Amtes, der Seelsorgepraxis. Die einzelnen Theile dieses Zweiges der Theologie sind Katechetik, Homiletik, Liturgik, Lehre von der Seelsorge im engern Sinne, im Beichtstuhl, am Krankenbett u. s. w. Pastorale, in der Musik ein Tonstück von ländlich einfachem, idyllischem Charakter; ferner ein Tanzstück von gleichem Charakter, meist im 6/8 Takt, ähnlich dem Siciliano; endlich eine Art kleiner Oper, musikalisches Schäferspiel. Pastoret (-ä), Claude Josephe Emanuel Pierre, Marquis de, geb. 1756 zu Marseille, franz. Staatsmann und Gelehrter, der constitutionellen Partei angehörig, der älteren Linie der Bourbons treu, von allen Parteien geachtet, war 1790 Minister, mußte 1792 flüchten, wurde 1795 Mitglied des Raths der 500, nach dem 18. Fructidor zur Deportation verurtheilt, unter Napoleon Senator, unter Ludwig XVIII. Pair, 1826 Minister ohne Portefeuille, 1829 Kanzler von Frankreich, verweigerte 1830 der Julidynastie den Eid, wurde 1831 Vormund der Kinder des Herzogs von Berri, st. 1840. Hauptwerk: "Histoire de la legislation des anciens" 11 Bde., Paris 1830-37. - Sein Sohn Amedee David, Marquis de P., geb. 1791, bekannt durch Schriften über die Troubadours, die Normannen in Italien, die Politik Heinrichs IV. etc., ist seit 1852 Senator. Pataca, Peca, brasil. Münze = 1 Thlr. = 1 fl. 30 kr. C.-M.; in Portugal der span. Piaster; in Aegypten Rechnungsmünze = 1 Thlr. 3 Sgr. = 1 fl. 361/4 kr. C.-M.; in Habesch der deutsche Conventionsthaler; in Algier die P. gourda = 26 Sgr. 8 Pf. = 1 fl. 173/4 kr. C.-M.; die P. chica = 8 Sgr. 91/3 Pf. - 251/2 kr. C.-M.; auf Java = 27 Sgr. = 1 fl. 181/4 kr. C.-M. Patacon, die alten Berner- u. Genfer-Thaler = 11/3 Thlr. = 1 fl. 481/3 kr. C.-M.; in Lüttich der Speciesthaler = 1 Thlr. 12 Sgr. = 2 fl. 21/2 kr. C.-M.; Silbermünze in Brabant = 1 Thlr. 3 Sgr. 3 Pf. = 1 fl. 37 kr. C.-M.; als Rechnungsmünze - 11/2 Thlr. = 1 fl. 211/4 kr. C.-M. Patagonien, der südlichste Theil von dem südamerikan. Festlande, mit unbestimmten Gränzen gegen Chili u. Buenosayres, etwa 20000 #M. groß, von den Cordilleras durchzogen, mit Vulkanen, einer großen Wüste, Morästen, wenigen fruchtbaren Gegenden, kaltem, feuchtem und stürmischem Klima. Die Patagonier, ein eigener Stamm der rothen Race, theilen sich in viele Horden u. 3 Hauptvölker; Aucas, Puelches sich farbiger Stifte bedient, die aus sein geriebenen, mit Gyps vermischten und mit Wasser angefeuchteten Farben gebildet und dann getrocknet werden. Den Grund bildet gewöhnlich ein grauröthliches, weiches und auf Leinwand gezogenes Papier. Die P. hat den Vortheil, daß sich leicht ändern und wieder auswischen und die Arbeit jeder Zeit unterbrechen läßt; auch gewährt sie ein sehr lebendiges und natürliches Colorit; dagegen sind die Farben sehr vergänglich und leiden besonders durch Einwirkung der Luft u. Feuchtigkeit. Die P. soll im 16. Jahrh. erfunden worden sein. Pasten, vom ital. pasta, Teig, Arzneien aus eingedickten Säften z. B. Süßholzsaft bestehend; Abdrücke antiker Gemmen in Glas, Siegellack, Abgüsse derselben in Schwefel, Gyps u. dgl.; am besten geliefert aus Wien u. Mailand. Pastete, Speise aus verschiedenartigem Fleisch in einer Hülle von Backwerk. Pasticcio (–ittscho), ital., in Musik und Malerei ein in der Manier eines Meisters verfertigtes Werk, welches für Originalwerk ausgegeben wird. Pastillen, ital.-dtsch., Kügelchen aus Mehl, Zucker, Zimmt, Obstsaft etc. Pastinake, bei uns einheimisches Doldengewächs, im angebauten Zustande mit starker, süßer, etwas würzhafter Wurzel. Pastine, Gurtsattel von Zwilch mit Rehhaaren gefüttert, für junge Pferde auf der Reitbahn. Pastös, lat.-deutsch, in der Malerei: körperhaft, mit dickem Farbenauftrag. Pastor, lat., der Hirt, heißt der prot. Pfarrer, der erste Prediger oder Seelsorger einer prot. Gemeinde. – P.alia, der Inbegriff dessen, was zur Verwaltung des geistlichen Amtes gehört. – P.altheologie, die Theorie od. wissenschaftliche Anleitung zur Verwaltung des geistlichen Amtes, der Seelsorgepraxis. Die einzelnen Theile dieses Zweiges der Theologie sind Katechetik, Homiletik, Liturgik, Lehre von der Seelsorge im engern Sinne, im Beichtstuhl, am Krankenbett u. s. w. Pastorale, in der Musik ein Tonstück von ländlich einfachem, idyllischem Charakter; ferner ein Tanzstück von gleichem Charakter, meist im 6/8 Takt, ähnlich dem Siciliano; endlich eine Art kleiner Oper, musikalisches Schäferspiel. Pastoret (–ä), Claude Josephe Emanuel Pierre, Marquis de, geb. 1756 zu Marseille, franz. Staatsmann und Gelehrter, der constitutionellen Partei angehörig, der älteren Linie der Bourbons treu, von allen Parteien geachtet, war 1790 Minister, mußte 1792 flüchten, wurde 1795 Mitglied des Raths der 500, nach dem 18. Fructidor zur Deportation verurtheilt, unter Napoleon Senator, unter Ludwig XVIII. Pair, 1826 Minister ohne Portefeuille, 1829 Kanzler von Frankreich, verweigerte 1830 der Julidynastie den Eid, wurde 1831 Vormund der Kinder des Herzogs von Berri, st. 1840. Hauptwerk: „Histoire de la législation des anciens“ 11 Bde., Paris 1830–37. – Sein Sohn Amedée David, Marquis de P., geb. 1791, bekannt durch Schriften über die Troubadours, die Normannen in Italien, die Politik Heinrichs IV. etc., ist seit 1852 Senator. Pataca, Peça, brasil. Münze = 1 Thlr. = 1 fl. 30 kr. C.-M.; in Portugal der span. Piaster; in Aegypten Rechnungsmünze = 1 Thlr. 3 Sgr. = 1 fl. 361/4 kr. C.-M.; in Habesch der deutsche Conventionsthaler; in Algier die P. gourda = 26 Sgr. 8 Pf. = 1 fl. 173/4 kr. C.-M.; die P. chica = 8 Sgr. 91/3 Pf. – 251/2 kr. C.-M.; auf Java = 27 Sgr. = 1 fl. 181/4 kr. C.-M. Patacon, die alten Berner- u. Genfer-Thaler = 11/3 Thlr. = 1 fl. 481/3 kr. C.-M.; in Lüttich der Speciesthaler = 1 Thlr. 12 Sgr. = 2 fl. 21/2 kr. C.-M.; Silbermünze in Brabant = 1 Thlr. 3 Sgr. 3 Pf. = 1 fl. 37 kr. C.-M.; als Rechnungsmünze – 11/2 Thlr. = 1 fl. 211/4 kr. C.-M. Patagonien, der südlichste Theil von dem südamerikan. Festlande, mit unbestimmten Gränzen gegen Chili u. Buenosayres, etwa 20000 □M. groß, von den Cordilleras durchzogen, mit Vulkanen, einer großen Wüste, Morästen, wenigen fruchtbaren Gegenden, kaltem, feuchtem und stürmischem Klima. Die Patagonier, ein eigener Stamm der rothen Race, theilen sich in viele Horden u. 3 Hauptvölker; Aucas, Puelches <TEI> <text> <body> <div n="1"> <div type="lexiconEntry" n="2"> <p><pb facs="#f0472" n="471"/> sich farbiger Stifte bedient, die aus sein geriebenen, mit Gyps vermischten und mit Wasser angefeuchteten Farben gebildet und dann getrocknet werden. Den Grund bildet gewöhnlich ein grauröthliches, weiches und auf Leinwand gezogenes Papier. 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Pair, 1826 Minister ohne Portefeuille, 1829 Kanzler von Frankreich, verweigerte 1830 der Julidynastie den Eid, wurde 1831 Vormund der Kinder des Herzogs von Berri, st. 1840. Hauptwerk: „<hi rendition="#i">Histoire de la législation des anciens</hi>“ 11 Bde., Paris 1830–37. – Sein Sohn <hi rendition="#g">Amedée David</hi>, Marquis de P., geb. 1791, bekannt durch Schriften über die Troubadours, die Normannen in Italien, die Politik Heinrichs IV. etc., ist seit 1852 Senator.</p><lb/> </div> <div type="lexiconEntry" n="2"> <p><hi rendition="#b">Pataca</hi>, <hi rendition="#g">Peça</hi>, brasil. Münze = 1 Thlr. = 1 fl. 30 kr. C.-M.; in Portugal der span. Piaster; in Aegypten Rechnungsmünze = 1 Thlr. 3 Sgr. = 1 fl. 36<hi rendition="#sup">1</hi>/<hi rendition="#sub">4</hi> kr. C.-M.; in Habesch der deutsche Conventionsthaler; in Algier die P. <hi rendition="#g">gourda</hi> = 26 Sgr. 8 Pf. = 1 fl. 17<hi rendition="#sup">3</hi>/<hi rendition="#sub">4</hi> kr. 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sich farbiger Stifte bedient, die aus sein geriebenen, mit Gyps vermischten und mit Wasser angefeuchteten Farben gebildet und dann getrocknet werden. Den Grund bildet gewöhnlich ein grauröthliches, weiches und auf Leinwand gezogenes Papier. Die P. hat den Vortheil, daß sich leicht ändern und wieder auswischen und die Arbeit jeder Zeit unterbrechen läßt; auch gewährt sie ein sehr lebendiges und natürliches Colorit; dagegen sind die Farben sehr vergänglich und leiden besonders durch Einwirkung der Luft u. Feuchtigkeit. Die P. soll im 16. Jahrh. erfunden worden sein.
Pasten, vom ital. pasta, Teig, Arzneien aus eingedickten Säften z. B. Süßholzsaft bestehend; Abdrücke antiker Gemmen in Glas, Siegellack, Abgüsse derselben in Schwefel, Gyps u. dgl.; am besten geliefert aus Wien u. Mailand.
Pastete, Speise aus verschiedenartigem Fleisch in einer Hülle von Backwerk.
Pasticcio (–ittscho), ital., in Musik und Malerei ein in der Manier eines Meisters verfertigtes Werk, welches für Originalwerk ausgegeben wird.
Pastillen, ital.-dtsch., Kügelchen aus Mehl, Zucker, Zimmt, Obstsaft etc.
Pastinake, bei uns einheimisches Doldengewächs, im angebauten Zustande mit starker, süßer, etwas würzhafter Wurzel.
Pastine, Gurtsattel von Zwilch mit Rehhaaren gefüttert, für junge Pferde auf der Reitbahn.
Pastös, lat.-deutsch, in der Malerei: körperhaft, mit dickem Farbenauftrag.
Pastor, lat., der Hirt, heißt der prot. Pfarrer, der erste Prediger oder Seelsorger einer prot. Gemeinde. – P.alia, der Inbegriff dessen, was zur Verwaltung des geistlichen Amtes gehört. – P.altheologie, die Theorie od. wissenschaftliche Anleitung zur Verwaltung des geistlichen Amtes, der Seelsorgepraxis. Die einzelnen Theile dieses Zweiges der Theologie sind Katechetik, Homiletik, Liturgik, Lehre von der Seelsorge im engern Sinne, im Beichtstuhl, am Krankenbett u. s. w.
Pastorale, in der Musik ein Tonstück von ländlich einfachem, idyllischem Charakter; ferner ein Tanzstück von gleichem Charakter, meist im 6/8 Takt, ähnlich dem Siciliano; endlich eine Art kleiner Oper, musikalisches Schäferspiel.
Pastoret (–ä), Claude Josephe Emanuel Pierre, Marquis de, geb. 1756 zu Marseille, franz. Staatsmann und Gelehrter, der constitutionellen Partei angehörig, der älteren Linie der Bourbons treu, von allen Parteien geachtet, war 1790 Minister, mußte 1792 flüchten, wurde 1795 Mitglied des Raths der 500, nach dem 18. Fructidor zur Deportation verurtheilt, unter Napoleon Senator, unter Ludwig XVIII. Pair, 1826 Minister ohne Portefeuille, 1829 Kanzler von Frankreich, verweigerte 1830 der Julidynastie den Eid, wurde 1831 Vormund der Kinder des Herzogs von Berri, st. 1840. Hauptwerk: „Histoire de la législation des anciens“ 11 Bde., Paris 1830–37. – Sein Sohn Amedée David, Marquis de P., geb. 1791, bekannt durch Schriften über die Troubadours, die Normannen in Italien, die Politik Heinrichs IV. etc., ist seit 1852 Senator.
Pataca, Peça, brasil. Münze = 1 Thlr. = 1 fl. 30 kr. C.-M.; in Portugal der span. Piaster; in Aegypten Rechnungsmünze = 1 Thlr. 3 Sgr. = 1 fl. 361/4 kr. C.-M.; in Habesch der deutsche Conventionsthaler; in Algier die P. gourda = 26 Sgr. 8 Pf. = 1 fl. 173/4 kr. C.-M.; die P. chica = 8 Sgr. 91/3 Pf. – 251/2 kr. C.-M.; auf Java = 27 Sgr. = 1 fl. 181/4 kr. C.-M.
Patacon, die alten Berner- u. Genfer-Thaler = 11/3 Thlr. = 1 fl. 481/3 kr. C.-M.; in Lüttich der Speciesthaler = 1 Thlr. 12 Sgr. = 2 fl. 21/2 kr. C.-M.; Silbermünze in Brabant = 1 Thlr. 3 Sgr. 3 Pf. = 1 fl. 37 kr. C.-M.; als Rechnungsmünze – 11/2 Thlr. = 1 fl. 211/4 kr. C.-M.
Patagonien, der südlichste Theil von dem südamerikan. Festlande, mit unbestimmten Gränzen gegen Chili u. Buenosayres, etwa 20000 □M. groß, von den Cordilleras durchzogen, mit Vulkanen, einer großen Wüste, Morästen, wenigen fruchtbaren Gegenden, kaltem, feuchtem und stürmischem Klima. Die Patagonier, ein eigener Stamm der rothen Race, theilen sich in viele Horden u. 3 Hauptvölker; Aucas, Puelches
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| Zitationshilfe: | Herders Conversations-Lexikon. Bd. 4. Freiburg im Breisgau, 1856, S. 471. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon04_1856/472>, abgerufen am 10.08.2024. |


