Herders Conversations-Lexikon. Bd. 4. Freiburg im Breisgau, 1856.sich mit freiem Auge unterscheiden lassen, im Gegensatze zu kryptomer. Phansigaren, Phanseguren, Kockbonds, Thugs, ostind. Räuber u. Mörder, die ihr Gewerbe der Göttin Kali zu Ehren als eine Art Opferdienst betreiben und kastenartig organisirt sind. Phantasie, griech., ein bei den alten Philosophen nicht allzu häufig u. meist in der Bedeutung von sinnlicher Vorstellung vorkommender Ausdruck, nannten die Neuern im allgemeinen die Macht der Seele über den Inhalt ihres Gedächtnisses, in Folge deren sie gehabte Vorstellungen und Ideen nicht nur willkürlich in sich zurückzurufen (Erinnerung), sondern dieselben auch zu verarbeiten und neue daraus zu gestalten vermag (Einbildungskraft). Wie dieses geschieht, wissen wir nicht, aber daß auch die Thierseele P. in diesem Sinne hat, zeigt z. B. das Träumen der Hunde, Pferde u. s. f. P. od. Einbildungskraft im höhern Sinne ist das Vermögen des Geistes, Ideen in der Form des Bildes oder der Sinnlichkeit in sich zu erzeugen; auch hier wird unterschieden die reproductive P. von der productiven oder P. im engern und eigentlichen Sinne, indem jene früher gegebene Ideen aus der Wirklichkeit sich wiederum vergegenwärtiget, diese dieselben verarbeitet und Neues daraus schöpferisch gestaltet. Auch hier ist das Wie ein psychologisches Räthsel und wird nicht aufgehellt, wenn man den Hergang mit der sog. Association der Ideen, intellectuellen Anschauung und dergleichen abermaligen Räthseln erklären will. - Phantasiren, sich dem Spiel seiner P. überlassen; beim Musiker: momentanen Empfindungen musikalischen Ausdruck verleihen; beim Improvisator: über irgend einen Gegenstand sofort in poetischer Form sich äußern; dann mit seinen Gedanken rasch oder wunderlich oder auf beide Arten zugleich umherirren, wie dies z. B. bei phantasiereichen Menschen im Zustande der Aufgeregtheit, bei Fieberkranken u. s. f. der Fall ist. - Phantasmata oder Phantome, wesenlose Gestalten, Scheinbilder, Trug- od. Hirngespinnste. - Phantasmagorie, die Kunst solche Gestalten erscheinen zu machen, wozu eine laterna magica und dergleichen Apparate verwendet werden. - Phantasmaskopie, das Sehen von Phantomen, die Gespensterseherei. - Phantast, ein Mensch, bei dem die productive P. lebhaft und in unordentlicher Weise thätig ist, so daß bei seinen Urtheilen über die Wirklichkeit die ruhige Ueberlegung u. der gesunde Menschenverstand ihm alle Augenblicke durchgehen; der Schwärmer, Narr. - Phantastisch, was einem Phantasten entspricht, somit schwärmerisch, hochfliegend, abenteurlich, ungeheuerlich. Phantasus, bei Ovid ein Sohn des Schlafes, den Menschen im Traume in wechselnden Gestalten lebloser Dinge erscheinend. Phantom, in der Heilkunde eine mechanische Vorrichtung zu Einübung gewisser Operationen; am gebräuchlichsten sind die geburtshilflichen P.e; auch zu Augenoperationen hat man solche P. e. Pharao, in der Bibel der gemeinschaftliche Name der ägypt. Könige, soll in der ägypt. Sprache (Pharauro) "der König" bedeutet haben. - P., Faro, Hazardspiel, so genannt, weil auf den älteren Karten einer der Könige den P. dargestellt haben soll; das Spiel hat vielerlei Formen, besteht aber in der Hauptsache darin, daß die Spieler auf eine gewisse Karte gegen den Bankier setzen; dieser schlägt hierauf die Karten in 2 Theilen auf, den einen für sich, den andern für die Spieler u. in wessen Theil sich die Karte, auf die gesetzt wurde, findet, der hat gewonnen. Pharaonsmaus, was Ichneumon. Pharisäer, hebr. = Abgesonderte, Auserwählte, neben den Essäern und Sadducäern eine Hauptsecte der Juden zur Zeit Christi, die gelehrte Kaste des spätern Judenthums. Sie entstand wohl aus den eifrigsten Anhängern des Jehovadienstes nach der Rückkehr aus dem babylonischen Exil, bei denen sich die Strenge in Lehre und Wandel zu einer besondern Doctrin u. Moral entwickelte. Die P. gewannen allmälig außerordentlichen Einfluß auf die öffentlichen Angelegenheiten u. zählten zu Herodes d. G. Zeit über 6000 Mitglieder, von denen sich mit freiem Auge unterscheiden lassen, im Gegensatze zu kryptomer. Phansigaren, Phanseguren, Kockbonds, Thugs, ostind. Räuber u. Mörder, die ihr Gewerbe der Göttin Kali zu Ehren als eine Art Opferdienst betreiben und kastenartig organisirt sind. Phantasie, griech., ein bei den alten Philosophen nicht allzu häufig u. meist in der Bedeutung von sinnlicher Vorstellung vorkommender Ausdruck, nannten die Neuern im allgemeinen die Macht der Seele über den Inhalt ihres Gedächtnisses, in Folge deren sie gehabte Vorstellungen und Ideen nicht nur willkürlich in sich zurückzurufen (Erinnerung), sondern dieselben auch zu verarbeiten und neue daraus zu gestalten vermag (Einbildungskraft). Wie dieses geschieht, wissen wir nicht, aber daß auch die Thierseele P. in diesem Sinne hat, zeigt z. B. das Träumen der Hunde, Pferde u. s. f. P. od. Einbildungskraft im höhern Sinne ist das Vermögen des Geistes, Ideen in der Form des Bildes oder der Sinnlichkeit in sich zu erzeugen; auch hier wird unterschieden die reproductive P. von der productiven oder P. im engern und eigentlichen Sinne, indem jene früher gegebene Ideen aus der Wirklichkeit sich wiederum vergegenwärtiget, diese dieselben verarbeitet und Neues daraus schöpferisch gestaltet. Auch hier ist das Wie ein psychologisches Räthsel und wird nicht aufgehellt, wenn man den Hergang mit der sog. Association der Ideen, intellectuellen Anschauung und dergleichen abermaligen Räthseln erklären will. – Phantasiren, sich dem Spiel seiner P. überlassen; beim Musiker: momentanen Empfindungen musikalischen Ausdruck verleihen; beim Improvisator: über irgend einen Gegenstand sofort in poetischer Form sich äußern; dann mit seinen Gedanken rasch oder wunderlich oder auf beide Arten zugleich umherirren, wie dies z. B. bei phantasiereichen Menschen im Zustande der Aufgeregtheit, bei Fieberkranken u. s. f. der Fall ist. – Phantasmata oder Phantome, wesenlose Gestalten, Scheinbilder, Trug- od. Hirngespinnste. – Phantasmagorie, die Kunst solche Gestalten erscheinen zu machen, wozu eine laterna magica und dergleichen Apparate verwendet werden. – Phantasmaskopie, das Sehen von Phantomen, die Gespensterseherei. – Phantast, ein Mensch, bei dem die productive P. lebhaft und in unordentlicher Weise thätig ist, so daß bei seinen Urtheilen über die Wirklichkeit die ruhige Ueberlegung u. der gesunde Menschenverstand ihm alle Augenblicke durchgehen; der Schwärmer, Narr. – Phantastisch, was einem Phantasten entspricht, somit schwärmerisch, hochfliegend, abenteurlich, ungeheuerlich. Phantasus, bei Ovid ein Sohn des Schlafes, den Menschen im Traume in wechselnden Gestalten lebloser Dinge erscheinend. Phantom, in der Heilkunde eine mechanische Vorrichtung zu Einübung gewisser Operationen; am gebräuchlichsten sind die geburtshilflichen P.e; auch zu Augenoperationen hat man solche P. e. Pharao, in der Bibel der gemeinschaftliche Name der ägypt. Könige, soll in der ägypt. Sprache (Pharauro) „der König“ bedeutet haben. – P., Faro, Hazardspiel, so genannt, weil auf den älteren Karten einer der Könige den P. dargestellt haben soll; das Spiel hat vielerlei Formen, besteht aber in der Hauptsache darin, daß die Spieler auf eine gewisse Karte gegen den Bankier setzen; dieser schlägt hierauf die Karten in 2 Theilen auf, den einen für sich, den andern für die Spieler u. in wessen Theil sich die Karte, auf die gesetzt wurde, findet, der hat gewonnen. Pharaonsmaus, was Ichneumon. Pharisäer, hebr. = Abgesonderte, Auserwählte, neben den Essäern und Sadducäern eine Hauptsecte der Juden zur Zeit Christi, die gelehrte Kaste des spätern Judenthums. Sie entstand wohl aus den eifrigsten Anhängern des Jehovadienstes nach der Rückkehr aus dem babylonischen Exil, bei denen sich die Strenge in Lehre und Wandel zu einer besondern Doctrin u. Moral entwickelte. Die P. gewannen allmälig außerordentlichen Einfluß auf die öffentlichen Angelegenheiten u. zählten zu Herodes d. G. 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sich mit freiem Auge unterscheiden lassen, im Gegensatze zu kryptomer.
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Phantasie, griech., ein bei den alten Philosophen nicht allzu häufig u. meist in der Bedeutung von sinnlicher Vorstellung vorkommender Ausdruck, nannten die Neuern im allgemeinen die Macht der Seele über den Inhalt ihres Gedächtnisses, in Folge deren sie gehabte Vorstellungen und Ideen nicht nur willkürlich in sich zurückzurufen (Erinnerung), sondern dieselben auch zu verarbeiten und neue daraus zu gestalten vermag (Einbildungskraft). Wie dieses geschieht, wissen wir nicht, aber daß auch die Thierseele P. in diesem Sinne hat, zeigt z. B. das Träumen der Hunde, Pferde u. s. f. P. od. Einbildungskraft im höhern Sinne ist das Vermögen des Geistes, Ideen in der Form des Bildes oder der Sinnlichkeit in sich zu erzeugen; auch hier wird unterschieden die reproductive P. von der productiven oder P. im engern und eigentlichen Sinne, indem jene früher gegebene Ideen aus der Wirklichkeit sich wiederum vergegenwärtiget, diese dieselben verarbeitet und Neues daraus schöpferisch gestaltet. Auch hier ist das Wie ein psychologisches Räthsel und wird nicht aufgehellt, wenn man den Hergang mit der sog. Association der Ideen, intellectuellen Anschauung und dergleichen abermaligen Räthseln erklären will. – Phantasiren, sich dem Spiel seiner P. überlassen; beim Musiker: momentanen Empfindungen musikalischen Ausdruck verleihen; beim Improvisator: über irgend einen Gegenstand sofort in poetischer Form sich äußern; dann mit seinen Gedanken rasch oder wunderlich oder auf beide Arten zugleich umherirren, wie dies z. B. bei phantasiereichen Menschen im Zustande der Aufgeregtheit, bei Fieberkranken u. s. f. der Fall ist. – Phantasmata oder Phantome, wesenlose Gestalten, Scheinbilder, Trug- od. Hirngespinnste. – Phantasmagorie, die Kunst solche Gestalten erscheinen zu machen, wozu eine laterna magica und dergleichen Apparate verwendet werden. – Phantasmaskopie, das Sehen von Phantomen, die Gespensterseherei. – Phantast, ein Mensch, bei dem die productive P. lebhaft und in unordentlicher Weise thätig ist, so daß bei seinen Urtheilen über die Wirklichkeit die ruhige Ueberlegung u. der gesunde Menschenverstand ihm alle Augenblicke durchgehen; der Schwärmer, Narr. – Phantastisch, was einem Phantasten entspricht, somit schwärmerisch, hochfliegend, abenteurlich, ungeheuerlich.
Phantasus, bei Ovid ein Sohn des Schlafes, den Menschen im Traume in wechselnden Gestalten lebloser Dinge erscheinend.
Phantom, in der Heilkunde eine mechanische Vorrichtung zu Einübung gewisser Operationen; am gebräuchlichsten sind die geburtshilflichen P.e; auch zu Augenoperationen hat man solche P. e.
Pharao, in der Bibel der gemeinschaftliche Name der ägypt. Könige, soll in der ägypt. Sprache (Pharauro) „der König“ bedeutet haben. – P., Faro, Hazardspiel, so genannt, weil auf den älteren Karten einer der Könige den P. dargestellt haben soll; das Spiel hat vielerlei Formen, besteht aber in der Hauptsache darin, daß die Spieler auf eine gewisse Karte gegen den Bankier setzen; dieser schlägt hierauf die Karten in 2 Theilen auf, den einen für sich, den andern für die Spieler u. in wessen Theil sich die Karte, auf die gesetzt wurde, findet, der hat gewonnen.
Pharaonsmaus, was Ichneumon.
Pharisäer, hebr. = Abgesonderte, Auserwählte, neben den Essäern und Sadducäern eine Hauptsecte der Juden zur Zeit Christi, die gelehrte Kaste des spätern Judenthums. Sie entstand wohl aus den eifrigsten Anhängern des Jehovadienstes nach der Rückkehr aus dem babylonischen Exil, bei denen sich die Strenge in Lehre und Wandel zu einer besondern Doctrin u. Moral entwickelte. Die P. gewannen allmälig außerordentlichen Einfluß auf die öffentlichen Angelegenheiten u. zählten zu Herodes d. G. Zeit über 6000 Mitglieder, von denen
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| Zitationshilfe: | Herders Conversations-Lexikon. Bd. 4. Freiburg im Breisgau, 1856, S. 521. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon04_1856/522>, abgerufen am 10.08.2024. |


