Herders Conversations-Lexikon. Bd. 4. Freiburg im Breisgau, 1856.andern die Madonna im Grünen (in Wien), die heil. Familie unter der Fächerpalme (in London), die Madonna mit dem Stieglitz (in Florenz) und sein eigenes Porträt (in Florenz). Die 3. u. eigentliche Glanzperiode beginnt mit 1508, wo er von Papst Julius II. nach Rom berufen wurde, um ein Zimmer im Vatican mit Fresken zu schmücken. So führte R. später theils allein, theils mit seinen Schülern in den Zimmern des Papstes u. in den Loggien des Vaticans jene Reihe von Fresken aus, welche zu dem Herrlichsten gehören, was die Kunst geschaffen u. den Triumph der Freskomalerei bilden. Ein anderes großartiges Werk aus dieser Zeit sind die 10 Cartons zu den Tapeten im Vatican, die in Flandern gewirkt wurden. Außerdem malte er Fresken in der Kapelle des Agostino Chigi und im Palast Farnese, ferner zahlreiche Staffeleigemälde, und entwarf Plane und Zeichnungen zu großartigen Bauten von Kirchen und Palästen. Zu seinen berühmtesten Staffeleigemälden aus dieser Zeit gehören die Madonna mit dem Fisch, die Kreuztragung (beide in Madrid), die Madonna di Foligno (im Vatican), die Madonna mit 3 Kindern, die Madonna della Sedia (im Palast Pitti), ein heil. Michael (in Paris), eine heil. Familie, die Madonna von St. Sixt (in Dresden):c., endlich zahlreiche Porträts, darunter das berühmte des Papstes Leo X. In Mitte dieser außerordentlichen Thätigkeit wurde er 1520 von einem Fieber befallen, dem er in Bälde unterlag. Das Charakteristische der Werke R.s ist erhabener Ernst mit bezaubernder Anmuth u. Lebensfrische, bei der geistreichsten Composition edle Einfachheit und die wohlthuendste Harmonie. Seine Zeitgenossen sprechen mit Bewunderung von dem Adel, der Liebenswürdigkeit u. Bescheidenheit seines Wesens, die ihn nicht weniger als seine Kunst zum Gegenstand der allgemeinsten Liebe machten. Raff, Georg Christian, geb. 1748 zu Stuttgart, gest. 1788 als Conrector des Gymnasiums zu Göttingen, bekannt durch seine Naturgeschichte für Kinder, die ein Lieblingsbuch derselben wurde (Göttingen 1778; 12. Aufl. 1827). Raffiniren, frz.-dtsch., reinigen, verfeinern; raffinirt, geläutert, verfeinert, abgefeimt; Raffinade, Läuterung; geläuterter Zucker; Raffinerie, Läuterung; Abgefeimtheit. Raffles (Räffls), Sir Thom. Stamford, geb. 1781, Beamter der ostind. Compagnie, 1811 Gouverneur des eroberten Batavia, nach dessen Zurückgabe von Bencoolen, gründete die Niederlassung Singapore, kehrte 1825 nach England zurück, wo er 1827 st. Schrieb: "History of Java", 2 Bde., Lond. 1817. Nach ihm ist benannt die: Rafflesie, Pflanzengattung aus der Familie der Rafflesiaceae, Schmarotzerpflanzen, die nur aus Blüten bestehen; die Rafflesia Arnoldi, 1818 von Sir Raffles' Begleiter Dr. Arnold auf Sumatra entdeckt, ist eine unten becherförmige, am Saume 5theilige Blume von 3' Durchmesser und 10 Pfd. Gewicht. Rafn, Karl Christian, geb. 1795, seit 1821 Universitätsbibliothekar zu Kopenhagen, stiftete 1825 die Gesellschaft für nordische Alterthumskunde, gab mehre Reste der altnordischen Literatur, eine Sammlung mythischer und historischer Sagen, alle Nachrichten über die normannischen Fahrten nach Nordamerika (Antiquitates americanae) etc. heraus. Rafraichiren (-fräsch-), frz.-dtsch., erfrischen, abkühlen; Rafraichissement, Erfrischung; Erholung. Ragione (Radschone), ital., Handelsgesellschaft, Firma. Raglan (Räglän), Fitzroy James Henry Somerset, Lord, geb. 30. Sept. 1788, jüngster Sohn des Herzogs von Beaufort, trat 1804 in die engl. Armee, verlor als Oberst bei Waterloo den einen Arm, wurde 1838 Generallieutenant, 1852 Generalfeldzeugmeister, 1851 Commandant der engl. Krimarmee, nach der Schlacht an der Alma Feldmarschall st. den 28. Juni 1855 während der Belagerung Sebastopols an der Cholera. Ragoaut (-guh), frz., aus Fleischstücken und einer würzhaften Brühe bereitetes Gericht. Ragusa, feste Hauptstadt der gleichnamigen Präfectur im österr. Königreich Dalmatien, Bischofssitz, hat 6300 E., kleinen Hafen, einigen Seehandel. R. andern die Madonna im Grünen (in Wien), die heil. Familie unter der Fächerpalme (in London), die Madonna mit dem Stieglitz (in Florenz) und sein eigenes Porträt (in Florenz). Die 3. u. eigentliche Glanzperiode beginnt mit 1508, wo er von Papst Julius II. nach Rom berufen wurde, um ein Zimmer im Vatican mit Fresken zu schmücken. So führte R. später theils allein, theils mit seinen Schülern in den Zimmern des Papstes u. in den Loggien des Vaticans jene Reihe von Fresken aus, welche zu dem Herrlichsten gehören, was die Kunst geschaffen u. den Triumph der Freskomalerei bilden. Ein anderes großartiges Werk aus dieser Zeit sind die 10 Cartons zu den Tapeten im Vatican, die in Flandern gewirkt wurden. Außerdem malte er Fresken in der Kapelle des Agostino Chigi und im Palast Farnese, ferner zahlreiche Staffeleigemälde, und entwarf Plane und Zeichnungen zu großartigen Bauten von Kirchen und Palästen. Zu seinen berühmtesten Staffeleigemälden aus dieser Zeit gehören die Madonna mit dem Fisch, die Kreuztragung (beide in Madrid), die Madonna di Foligno (im Vatican), die Madonna mit 3 Kindern, die Madonna della Sedia (im Palast Pitti), ein heil. Michael (in Paris), eine heil. Familie, die Madonna von St. Sixt (in Dresden):c., endlich zahlreiche Porträts, darunter das berühmte des Papstes Leo X. In Mitte dieser außerordentlichen Thätigkeit wurde er 1520 von einem Fieber befallen, dem er in Bälde unterlag. Das Charakteristische der Werke R.s ist erhabener Ernst mit bezaubernder Anmuth u. Lebensfrische, bei der geistreichsten Composition edle Einfachheit und die wohlthuendste Harmonie. Seine Zeitgenossen sprechen mit Bewunderung von dem Adel, der Liebenswürdigkeit u. Bescheidenheit seines Wesens, die ihn nicht weniger als seine Kunst zum Gegenstand der allgemeinsten Liebe machten. Raff, Georg Christian, geb. 1748 zu Stuttgart, gest. 1788 als Conrector des Gymnasiums zu Göttingen, bekannt durch seine Naturgeschichte für Kinder, die ein Lieblingsbuch derselben wurde (Göttingen 1778; 12. Aufl. 1827). Raffiniren, frz.-dtsch., reinigen, verfeinern; raffinirt, geläutert, verfeinert, abgefeimt; Raffinade, Läuterung; geläuterter Zucker; Raffinerie, Läuterung; Abgefeimtheit. Raffles (Räffls), Sir Thom. Stamford, geb. 1781, Beamter der ostind. Compagnie, 1811 Gouverneur des eroberten Batavia, nach dessen Zurückgabe von Bencoolen, gründete die Niederlassung Singapore, kehrte 1825 nach England zurück, wo er 1827 st. Schrieb: „History of Java“, 2 Bde., Lond. 1817. Nach ihm ist benannt die: Rafflesie, Pflanzengattung aus der Familie der Rafflesiaceae, Schmarotzerpflanzen, die nur aus Blüten bestehen; die Rafflesia Arnoldi, 1818 von Sir Rafflesʼ Begleiter Dr. Arnold auf Sumatra entdeckt, ist eine unten becherförmige, am Saume 5theilige Blume von 3' Durchmesser und 10 Pfd. Gewicht. Rafn, Karl Christian, geb. 1795, seit 1821 Universitätsbibliothekar zu Kopenhagen, stiftete 1825 die Gesellschaft für nordische Alterthumskunde, gab mehre Reste der altnordischen Literatur, eine Sammlung mythischer und historischer Sagen, alle Nachrichten über die normannischen Fahrten nach Nordamerika (Antiquitates americanae) etc. heraus. Rafraichiren (–fräsch–), frz.-dtsch., erfrischen, abkühlen; Rafraichissement, Erfrischung; Erholung. Ragione (Radschone), ital., Handelsgesellschaft, Firma. Raglan (Räglän), Fitzroy James Henry Somerset, Lord, geb. 30. Sept. 1788, jüngster Sohn des Herzogs von Beaufort, trat 1804 in die engl. Armee, verlor als Oberst bei Waterloo den einen Arm, wurde 1838 Generallieutenant, 1852 Generalfeldzeugmeister, 1851 Commandant der engl. Krimarmee, nach der Schlacht an der Alma Feldmarschall st. den 28. Juni 1855 während der Belagerung Sebastopols an der Cholera. Ragoût (–guh), frz., aus Fleischstücken und einer würzhaften Brühe bereitetes Gericht. Ragusa, feste Hauptstadt der gleichnamigen Präfectur im österr. Königreich Dalmatien, Bischofssitz, hat 6300 E., kleinen Hafen, einigen Seehandel. R. <TEI> <text> <body> <div n="1"> <div type="lexiconEntry" n="2"> <p><pb facs="#f0661" n="660"/> andern die Madonna im Grünen (in Wien), die heil. Familie unter der Fächerpalme (in London), die Madonna mit dem Stieglitz (in Florenz) und sein eigenes Porträt (in Florenz). Die 3. u. eigentliche Glanzperiode beginnt mit 1508, wo er von Papst Julius II. nach Rom berufen wurde, um ein Zimmer im Vatican mit Fresken zu schmücken. So führte R. später theils allein, theils mit seinen Schülern in den Zimmern des Papstes u. in den Loggien des Vaticans jene Reihe von Fresken aus, welche zu dem Herrlichsten gehören, was die Kunst geschaffen u. den Triumph der Freskomalerei bilden. Ein anderes großartiges Werk aus dieser Zeit sind die 10 Cartons zu den Tapeten im Vatican, die in Flandern gewirkt wurden. Außerdem malte er Fresken in der Kapelle des Agostino Chigi und im Palast Farnese, ferner zahlreiche Staffeleigemälde, und entwarf Plane und Zeichnungen zu großartigen Bauten von Kirchen und Palästen. Zu seinen berühmtesten Staffeleigemälden aus dieser Zeit gehören die Madonna mit dem Fisch, die Kreuztragung (beide in Madrid), die Madonna di Foligno (im Vatican), die Madonna mit 3 Kindern, die Madonna della Sedia (im Palast Pitti), ein heil. Michael (in Paris), eine heil. Familie, die Madonna von St. Sixt (in Dresden):c., endlich zahlreiche Porträts, darunter das berühmte des Papstes Leo X. In Mitte dieser außerordentlichen Thätigkeit wurde er 1520 von einem Fieber befallen, dem er in Bälde unterlag. Das Charakteristische der Werke R.s ist erhabener Ernst mit bezaubernder Anmuth u. Lebensfrische, bei der geistreichsten Composition edle Einfachheit und die wohlthuendste Harmonie. Seine Zeitgenossen sprechen mit Bewunderung von dem Adel, der Liebenswürdigkeit u. Bescheidenheit seines Wesens, die ihn nicht weniger als seine Kunst zum Gegenstand der allgemeinsten Liebe machten.</p><lb/> </div> <div type="lexiconEntry" n="2"> <p><hi rendition="#b">Raff</hi>, Georg Christian, geb. 1748 zu Stuttgart, gest. 1788 als Conrector des Gymnasiums zu Göttingen, bekannt durch seine Naturgeschichte für Kinder, die ein Lieblingsbuch derselben wurde (Göttingen 1778; 12. 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andern die Madonna im Grünen (in Wien), die heil. Familie unter der Fächerpalme (in London), die Madonna mit dem Stieglitz (in Florenz) und sein eigenes Porträt (in Florenz). Die 3. u. eigentliche Glanzperiode beginnt mit 1508, wo er von Papst Julius II. nach Rom berufen wurde, um ein Zimmer im Vatican mit Fresken zu schmücken. So führte R. später theils allein, theils mit seinen Schülern in den Zimmern des Papstes u. in den Loggien des Vaticans jene Reihe von Fresken aus, welche zu dem Herrlichsten gehören, was die Kunst geschaffen u. den Triumph der Freskomalerei bilden. Ein anderes großartiges Werk aus dieser Zeit sind die 10 Cartons zu den Tapeten im Vatican, die in Flandern gewirkt wurden. Außerdem malte er Fresken in der Kapelle des Agostino Chigi und im Palast Farnese, ferner zahlreiche Staffeleigemälde, und entwarf Plane und Zeichnungen zu großartigen Bauten von Kirchen und Palästen. Zu seinen berühmtesten Staffeleigemälden aus dieser Zeit gehören die Madonna mit dem Fisch, die Kreuztragung (beide in Madrid), die Madonna di Foligno (im Vatican), die Madonna mit 3 Kindern, die Madonna della Sedia (im Palast Pitti), ein heil. Michael (in Paris), eine heil. Familie, die Madonna von St. Sixt (in Dresden):c., endlich zahlreiche Porträts, darunter das berühmte des Papstes Leo X. In Mitte dieser außerordentlichen Thätigkeit wurde er 1520 von einem Fieber befallen, dem er in Bälde unterlag. Das Charakteristische der Werke R.s ist erhabener Ernst mit bezaubernder Anmuth u. Lebensfrische, bei der geistreichsten Composition edle Einfachheit und die wohlthuendste Harmonie. Seine Zeitgenossen sprechen mit Bewunderung von dem Adel, der Liebenswürdigkeit u. Bescheidenheit seines Wesens, die ihn nicht weniger als seine Kunst zum Gegenstand der allgemeinsten Liebe machten.
Raff, Georg Christian, geb. 1748 zu Stuttgart, gest. 1788 als Conrector des Gymnasiums zu Göttingen, bekannt durch seine Naturgeschichte für Kinder, die ein Lieblingsbuch derselben wurde (Göttingen 1778; 12. Aufl. 1827).
Raffiniren, frz.-dtsch., reinigen, verfeinern; raffinirt, geläutert, verfeinert, abgefeimt; Raffinade, Läuterung; geläuterter Zucker; Raffinerie, Läuterung; Abgefeimtheit.
Raffles (Räffls), Sir Thom. Stamford, geb. 1781, Beamter der ostind. Compagnie, 1811 Gouverneur des eroberten Batavia, nach dessen Zurückgabe von Bencoolen, gründete die Niederlassung Singapore, kehrte 1825 nach England zurück, wo er 1827 st. Schrieb: „History of Java“, 2 Bde., Lond. 1817. Nach ihm ist benannt die:
Rafflesie, Pflanzengattung aus der Familie der Rafflesiaceae, Schmarotzerpflanzen, die nur aus Blüten bestehen; die Rafflesia Arnoldi, 1818 von Sir Rafflesʼ Begleiter Dr. Arnold auf Sumatra entdeckt, ist eine unten becherförmige, am Saume 5theilige Blume von 3' Durchmesser und 10 Pfd. Gewicht.
Rafn, Karl Christian, geb. 1795, seit 1821 Universitätsbibliothekar zu Kopenhagen, stiftete 1825 die Gesellschaft für nordische Alterthumskunde, gab mehre Reste der altnordischen Literatur, eine Sammlung mythischer und historischer Sagen, alle Nachrichten über die normannischen Fahrten nach Nordamerika (Antiquitates americanae) etc. heraus.
Rafraichiren (–fräsch–), frz.-dtsch., erfrischen, abkühlen; Rafraichissement, Erfrischung; Erholung.
Ragione (Radschone), ital., Handelsgesellschaft, Firma.
Raglan (Räglän), Fitzroy James Henry Somerset, Lord, geb. 30. Sept. 1788, jüngster Sohn des Herzogs von Beaufort, trat 1804 in die engl. Armee, verlor als Oberst bei Waterloo den einen Arm, wurde 1838 Generallieutenant, 1852 Generalfeldzeugmeister, 1851 Commandant der engl. Krimarmee, nach der Schlacht an der Alma Feldmarschall st. den 28. Juni 1855 während der Belagerung Sebastopols an der Cholera.
Ragoût (–guh), frz., aus Fleischstücken und einer würzhaften Brühe bereitetes Gericht.
Ragusa, feste Hauptstadt der gleichnamigen Präfectur im österr. Königreich Dalmatien, Bischofssitz, hat 6300 E., kleinen Hafen, einigen Seehandel. R.
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| Zitationshilfe: | Herders Conversations-Lexikon. Bd. 4. Freiburg im Breisgau, 1856, S. 660. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon04_1856/661>, abgerufen am 10.08.2024. |


