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Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857.

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zu verwirklichen, das Theater zu einer Schule des guten Geschmacks und der Sittlichkeit zu mach en; als Kritiker schonte er seine eigenen Dichtungen keineswegs. gab die Thalia (1784-93) heraus u. machte einzelne Auftritte aus Don Karlos bekannt, auch lernte er seine "Laura" kennen. Die Kleinlichkeiten u. Erbärmlichkeiten des Schauspielerlebens widerten ihn aber frühzeitig an, er begab sich im März 1785 nach Leipzig u. lebte hier, im nahen Dorfe Gohlis und in Dresden der Dichtkunst und Wissenschaft. In dieser Zeit entstand das "Lied an die Freude". im Weinberghause des Ch. G. Körner (s. d.) zu Loschwitz bei Dresden vollendete er den "Don Karlos", der ihn hauptsächlich zu historischen und philosophischen Studien trieb. Er begann seine Geschichte des Abfalls der Niederlande, eine Geschichte der merkwürdigsten Revolutionen u. dgl. zu schreiben und der Dichter schien im Historiker aufgehen zu wollen od. im Aesthetiker und Philosophen (Briefe über Don Karlos, philosophische Briefe u. s. f.), mindestens gediehen seine poetischen Entwürfe (der Menschenfeind. der Geisterseher) nur zu Bruchstücken, auch wurde seine Lyrik unfruchtbar und immer lehrhafter (Resignation, die Götter Griechenlands). Schon früher hatte ihn der Herzog von Weimar zu seinem Rath ernannt, 1787 endlich kam S. selbst nach Weimar u. fand Freunde am Herzog selber, an Herder und Wieland, im Sommer 1788 sahen er und der gerade aus Italien heimgekehrte Göthe sich zum erstenmale - zwei sich widersprechende aber gerade deßhalb sich vertragende Dichternaturen. Göthe war es, der zumeist durchsetzte, daß S. 1789 Professor der Geschichte zu Jena wurde. Er begann 1790 die Herausgabe der "Historischen Memoiren vom 12. Jahrh, an bis auf die neuesten Zeiten", schrieb den 30jährigen Krieg, wurde durch Reinhold veranlaßt, sich in die kantische Philosophie zu vertiefen, verstand es bald meisterlich, die abstraktesten Begriffe zu veranschaulichen und wurde, auf Kant fußend; ein Mitbegründer der neuern Aesthetik durch Abhandlungen, die von 1792 an rasch auf einander folgten. 1790 war er Hofrath des Herzogs von Meiningen u. gleichzeitig als "Mr. Gilles" wegen seines Don Karlos Bürger der neufränkischen Republik geworden, 1790 hatte er auch ein Fräulein Charlotte von Lengefeld geheirathet; er arbeitete unerhört, um als Historiker, Philosoph und Dichter gleich ebenbürtig dazustehen, lieferte Beweise, daß er keineswegs zum Historiker geboren; sondern daß Geschichte u. Philosophie nur Läuterungsmittel seines poetischen Genius seien und begann 1791 bedenklich zu kränkeln. Der Erbprinz von Holstein-Augustenburg und Graf Schimmelmann wollten ihm für 3 Jahre eine Pension von je 1000 Thalern geben, damit er sich sorglos erholen könne, allein S. schug dies aus und eilte 1793 in die Heimath, wo er bis tief in den Frühling 1794 weilte und neue Kraft gewann. Nach Jena zurückgekehrt gab er von 1794 an die "Horen" heraus und damit begann ein Freundschaftsbund mit Göthe, durch welchen alles Große und Herrliche, was in S. lag, gleichsam entbunden wurde. Schlag auf Schlag folgten von 1795 an S.s Meisterwerke: lyrische Lehrgedichte, unübertrefflich schöne Balladen (meist 1797 u. in Folge eines Wettstreites mit Göthe gedichtet), endlich seine als Bühnenstücke jedenfalls unsterblichen Dramen: Wallenstein (1799), Maria Stuart (1800), Jungfrau von Orleans (1801), die Braut von Messina (1803), zuletzt der Schwanengesang S.s, der Wilhelm Tell (1804). Von 1799 an lebte S. zu Weimar bei Göthe; wie geistig wohl er sich fühlte, dafür liegt ein Beweis auch in den Xenien, von denen die herbsten und boshaftesten aus seiner Feder floßen. 1802 verlieh der Kaiser dem Lieblingsdichter der Nation den Adel. 1804 wohnte er in Berlin einer Aufführung des Tell bei u. kehrte krank zurück; weil er nicht leicht sondern schwer und dabei viel arbeitete, hatte er seit Jahren an geistige Reizmittel sich gewöhnt und dadurch namentlich seiner schwachen Brust sehr geschadet. Glücklicher als Göthe in diesem Punkte erfuhr er weder die Gebrechen des Alters noch die Abnahme der Geisteskräfte, sondern st. am 9. Mai 1805 rasch hinweg.

zu verwirklichen, das Theater zu einer Schule des guten Geschmacks und der Sittlichkeit zu mach en; als Kritiker schonte er seine eigenen Dichtungen keineswegs. gab die Thalia (1784–93) heraus u. machte einzelne Auftritte aus Don Karlos bekannt, auch lernte er seine „Laura“ kennen. Die Kleinlichkeiten u. Erbärmlichkeiten des Schauspielerlebens widerten ihn aber frühzeitig an, er begab sich im März 1785 nach Leipzig u. lebte hier, im nahen Dorfe Gohlis und in Dresden der Dichtkunst und Wissenschaft. In dieser Zeit entstand das „Lied an die Freude“. im Weinberghause des Ch. G. Körner (s. d.) zu Loschwitz bei Dresden vollendete er den „Don Karlos“, der ihn hauptsächlich zu historischen und philosophischen Studien trieb. Er begann seine Geschichte des Abfalls der Niederlande, eine Geschichte der merkwürdigsten Revolutionen u. dgl. zu schreiben und der Dichter schien im Historiker aufgehen zu wollen od. im Aesthetiker und Philosophen (Briefe über Don Karlos, philosophische Briefe u. s. f.), mindestens gediehen seine poetischen Entwürfe (der Menschenfeind. der Geisterseher) nur zu Bruchstücken, auch wurde seine Lyrik unfruchtbar und immer lehrhafter (Resignation, die Götter Griechenlands). Schon früher hatte ihn der Herzog von Weimar zu seinem Rath ernannt, 1787 endlich kam S. selbst nach Weimar u. fand Freunde am Herzog selber, an Herder und Wieland, im Sommer 1788 sahen er und der gerade aus Italien heimgekehrte Göthe sich zum erstenmale – zwei sich widersprechende aber gerade deßhalb sich vertragende Dichternaturen. Göthe war es, der zumeist durchsetzte, daß S. 1789 Professor der Geschichte zu Jena wurde. Er begann 1790 die Herausgabe der „Historischen Memoiren vom 12. Jahrh, an bis auf die neuesten Zeiten“, schrieb den 30jährigen Krieg, wurde durch Reinhold veranlaßt, sich in die kantische Philosophie zu vertiefen, verstand es bald meisterlich, die abstraktesten Begriffe zu veranschaulichen und wurde, auf Kant fußend; ein Mitbegründer der neuern Aesthetik durch Abhandlungen, die von 1792 an rasch auf einander folgten. 1790 war er Hofrath des Herzogs von Meiningen u. gleichzeitig als „Mr. Gillés“ wegen seines Don Karlos Bürger der neufränkischen Republik geworden, 1790 hatte er auch ein Fräulein Charlotte von Lengefeld geheirathet; er arbeitete unerhört, um als Historiker, Philosoph und Dichter gleich ebenbürtig dazustehen, lieferte Beweise, daß er keineswegs zum Historiker geboren; sondern daß Geschichte u. Philosophie nur Läuterungsmittel seines poetischen Genius seien und begann 1791 bedenklich zu kränkeln. Der Erbprinz von Holstein-Augustenburg und Graf Schimmelmann wollten ihm für 3 Jahre eine Pension von je 1000 Thalern geben, damit er sich sorglos erholen könne, allein S. schug dies aus und eilte 1793 in die Heimath, wo er bis tief in den Frühling 1794 weilte und neue Kraft gewann. Nach Jena zurückgekehrt gab er von 1794 an die „Horen“ heraus und damit begann ein Freundschaftsbund mit Göthe, durch welchen alles Große und Herrliche, was in S. lag, gleichsam entbunden wurde. Schlag auf Schlag folgten von 1795 an S.s Meisterwerke: lyrische Lehrgedichte, unübertrefflich schöne Balladen (meist 1797 u. in Folge eines Wettstreites mit Göthe gedichtet), endlich seine als Bühnenstücke jedenfalls unsterblichen Dramen: Wallenstein (1799), Maria Stuart (1800), Jungfrau von Orleans (1801), die Braut von Messina (1803), zuletzt der Schwanengesang S.s, der Wilhelm Tell (1804). Von 1799 an lebte S. zu Weimar bei Göthe; wie geistig wohl er sich fühlte, dafür liegt ein Beweis auch in den Xenien, von denen die herbsten und boshaftesten aus seiner Feder floßen. 1802 verlieh der Kaiser dem Lieblingsdichter der Nation den Adel. 1804 wohnte er in Berlin einer Aufführung des Tell bei u. kehrte krank zurück; weil er nicht leicht sondern schwer und dabei viel arbeitete, hatte er seit Jahren an geistige Reizmittel sich gewöhnt und dadurch namentlich seiner schwachen Brust sehr geschadet. Glücklicher als Göthe in diesem Punkte erfuhr er weder die Gebrechen des Alters noch die Abnahme der Geisteskräfte, sondern st. am 9. Mai 1805 rasch hinweg.

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[81/0082] zu verwirklichen, das Theater zu einer Schule des guten Geschmacks und der Sittlichkeit zu mach en; als Kritiker schonte er seine eigenen Dichtungen keineswegs. gab die Thalia (1784–93) heraus u. machte einzelne Auftritte aus Don Karlos bekannt, auch lernte er seine „Laura“ kennen. Die Kleinlichkeiten u. Erbärmlichkeiten des Schauspielerlebens widerten ihn aber frühzeitig an, er begab sich im März 1785 nach Leipzig u. lebte hier, im nahen Dorfe Gohlis und in Dresden der Dichtkunst und Wissenschaft. In dieser Zeit entstand das „Lied an die Freude“. im Weinberghause des Ch. G. Körner (s. d.) zu Loschwitz bei Dresden vollendete er den „Don Karlos“, der ihn hauptsächlich zu historischen und philosophischen Studien trieb. Er begann seine Geschichte des Abfalls der Niederlande, eine Geschichte der merkwürdigsten Revolutionen u. dgl. zu schreiben und der Dichter schien im Historiker aufgehen zu wollen od. im Aesthetiker und Philosophen (Briefe über Don Karlos, philosophische Briefe u. s. f.), mindestens gediehen seine poetischen Entwürfe (der Menschenfeind. der Geisterseher) nur zu Bruchstücken, auch wurde seine Lyrik unfruchtbar und immer lehrhafter (Resignation, die Götter Griechenlands). Schon früher hatte ihn der Herzog von Weimar zu seinem Rath ernannt, 1787 endlich kam S. selbst nach Weimar u. fand Freunde am Herzog selber, an Herder und Wieland, im Sommer 1788 sahen er und der gerade aus Italien heimgekehrte Göthe sich zum erstenmale – zwei sich widersprechende aber gerade deßhalb sich vertragende Dichternaturen. Göthe war es, der zumeist durchsetzte, daß S. 1789 Professor der Geschichte zu Jena wurde. Er begann 1790 die Herausgabe der „Historischen Memoiren vom 12. Jahrh, an bis auf die neuesten Zeiten“, schrieb den 30jährigen Krieg, wurde durch Reinhold veranlaßt, sich in die kantische Philosophie zu vertiefen, verstand es bald meisterlich, die abstraktesten Begriffe zu veranschaulichen und wurde, auf Kant fußend; ein Mitbegründer der neuern Aesthetik durch Abhandlungen, die von 1792 an rasch auf einander folgten. 1790 war er Hofrath des Herzogs von Meiningen u. gleichzeitig als „Mr. Gillés“ wegen seines Don Karlos Bürger der neufränkischen Republik geworden, 1790 hatte er auch ein Fräulein Charlotte von Lengefeld geheirathet; er arbeitete unerhört, um als Historiker, Philosoph und Dichter gleich ebenbürtig dazustehen, lieferte Beweise, daß er keineswegs zum Historiker geboren; sondern daß Geschichte u. Philosophie nur Läuterungsmittel seines poetischen Genius seien und begann 1791 bedenklich zu kränkeln. Der Erbprinz von Holstein-Augustenburg und Graf Schimmelmann wollten ihm für 3 Jahre eine Pension von je 1000 Thalern geben, damit er sich sorglos erholen könne, allein S. schug dies aus und eilte 1793 in die Heimath, wo er bis tief in den Frühling 1794 weilte und neue Kraft gewann. Nach Jena zurückgekehrt gab er von 1794 an die „Horen“ heraus und damit begann ein Freundschaftsbund mit Göthe, durch welchen alles Große und Herrliche, was in S. lag, gleichsam entbunden wurde. Schlag auf Schlag folgten von 1795 an S.s Meisterwerke: lyrische Lehrgedichte, unübertrefflich schöne Balladen (meist 1797 u. in Folge eines Wettstreites mit Göthe gedichtet), endlich seine als Bühnenstücke jedenfalls unsterblichen Dramen: Wallenstein (1799), Maria Stuart (1800), Jungfrau von Orleans (1801), die Braut von Messina (1803), zuletzt der Schwanengesang S.s, der Wilhelm Tell (1804). Von 1799 an lebte S. zu Weimar bei Göthe; wie geistig wohl er sich fühlte, dafür liegt ein Beweis auch in den Xenien, von denen die herbsten und boshaftesten aus seiner Feder floßen. 1802 verlieh der Kaiser dem Lieblingsdichter der Nation den Adel. 1804 wohnte er in Berlin einer Aufführung des Tell bei u. kehrte krank zurück; weil er nicht leicht sondern schwer und dabei viel arbeitete, hatte er seit Jahren an geistige Reizmittel sich gewöhnt und dadurch namentlich seiner schwachen Brust sehr geschadet. Glücklicher als Göthe in diesem Punkte erfuhr er weder die Gebrechen des Alters noch die Abnahme der Geisteskräfte, sondern st. am 9. Mai 1805 rasch hinweg.

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Zitationshilfe: Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857, S. 81. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857/82>, abgerufen am 26.01.2021.