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Mährisches Tagblatt. Nr. 17, Olmütz, 21.01.1889.

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[Spaltenumbruch]

Kronprinzen gestanden hatte. Er war des späte-
ren Kaisers Friedrich Rechtslehrer gewesen, und
in der Leidenszeit des Kronprinzen sei erzählt
worden, Friedberg habe erklärt, daß die verfas-
sungsmäßigen Voraussetzungen einer Regentschaft
nicht vorlägen. In den unruhigen "neunundneun-
zig Tagen" habe der Justizminister oft den Ver-
mittler zwischen dem Kaiser und dem Kanzler ge-
spielt, und die officiösen Blätter hätten ihm be-
stätigt, daß er keinen Augendlick die Gemeinsam-
keit mit dem Ministerium aufgegeben habe. Nach
dem Heimgange Kaiser Friedrich's sei der Mini-
ster häufig von dem jetzigen Herrscher empfangen
worden, gleichwohl war man allgemein überzeugt
gewesen, daß Friedberg ehestens seinen Posten
verlassen würde. An den meisten grundlegenden
Gesetzen auf dem Gebiete des Strafrechtes, des
Processes, der Gerichtsverfassung seit zwei De-
cennien habe Friedberg thätigen Antheil genom-
men. -- Als eigentliches Motiv des Rücktrittes
Friedberg's wird zwar von der "National-Zei-
tung" die Rücksicht auf sein zunehmendes Alter
und seine Kränklichkeit festgehalten, doch verlautet
von anderer Seite, Friedberg habe nicht blos die
Veröffentlichung der Anklageschrift gegen Geffcken
widerrathen, sondern namentlich die Mittheilung
des Briefwechsels zwischen Geffcken und Roggen-
bach an den Bundesrath als unstatthaft erklärt,
weil es sich dabei um Privat-Eigenthum handle.
Dieser Briefwechsel ist dem Bundesrathe ohne
den üblichen Vermerk "vertraulich" zugegangen.
Als eine wichtige politische Frage wird es betrach-
tet, wer zum Ersatze Friedberg's ausersehen sein
werde. Man nennt die drei Namen Tessendorff,
des Ober-Reichsanwaltes, Schelling, des Staats-
secretärs im Reichs-Justizamte, und Oehlschläger,
des Kammergerichts-Präsidenten, wobei Tessen-
dorff's Berufung am meisten bezweifelt wird, weil
man dieselbe so kurz nach der Veröffentlichung
der Anklageschrift gegen Geffcken nicht für wahr-
scheinlich hält.

(Ehrenmann Stöcker.)

Dem Führer der
preußischen Antisemiten, Herrn Stöcker ist dieser
Tage in der "Nordd. Allgem. Ztg." übel mitge-
spielt worden. Dieselbe veröffentlicht nämlich einen
Briefwechsel zwischen Stöcker und dem Pastor
Witte über die Vorgänge bei dem bekannten
Processe Bäcker. Aus diesem Briefwechsel ergibt
sich Folgendes: Am 22. April 1885 bat Stöcker
Witte um Mittheilung, wie sich in seiner Er-
innerung die Angelegenheit der Verleihung des
Titels "Geheimer Commerzienrath" an Wollheim
darstelle. Witte lehnte die Mittheilung ab mit
Rücksicht auf seine wahrscheinliche Vorladung als
Zeuge. Stöcker erneuerte sein Gesuch, da es Witte,
wie ihm, von der größten Wichtigkeit sein müsse,
daß ihre Aussagen sich decken; wolle Witte sich
nicht schriftlich äußern, so sei er zu mündlicher


[Spaltenumbruch]

Achselzucken darauf antworten, wenn Jemand vor
ihnen an der Sicherheit oder der Dauer des Ge-
bäudes zweifeln würde. Mag der Sturm noch so
heftig wüthen, mag er die langen Eisenbänder von
vorn oder von der Mitte angreifen, mag er von
oben oder von unten kommen, was liegt daran?
Ihr unerschütterlicher Thurm wird nach allen Seiten
hin einen siegreichen Widerstand entfalten, und
wenn es sich eines Tages darum handeln sollte,
daß man ihn darin unterstützen müßte, dem Winde
Widerstand zu leisten, so wäre auch das vorher-
gesehen, den in jedem der ungeheuren Pfeiler ist
eine hydraulische Presse angebracht, die stark genug
ist, ihn gegen jeden Ansturm gerade zu halten.

All das gibt eine klare Idee von dem kühnen
und glücklichen Manne, der in seinen Plänen
sieben Millionen Kilo Eisen combinirt und be-
rechnet hat, ohne sich ein einziges Mal zu irren.
Allein all das gibt auch eine klare Idee von un-
serer Zeit, denn die menschliche Phantasie kann
nichts Großartigeres hervorbringen, als dieses
ungeheure bronzirte eiserne Bauwerk, das aus
dem Boden emporzuschießen scheint, wie das
Bouquet eines Kunstfeuerwerks. Es ist das eine
der imposantesten und sieghaftesten Manifestatio-
nen des menschlichen Geistes. Und auch der ein-
fache Arbeiter ist eine der imposantesten Erschei-
nung, der mit frostbleichem Gesichte und halber-
starrten Händen dort oben in fabelhafter Höhe
vom Morgen bis zum Abende, für zwanzig Sous
die Stunde, Wunder schmiedet. Der Eiffelthurm
ist ein Stück Culturarbeit, wie ein solches in
seiner Art noch nicht gesehen wurde.




[Spaltenumbruch]

Rücksprache bereit. Witte erwiderte hinweisend auf
die Generalzeugen-Frage, ob er mit Jema[n]dem
über die Sache Rücksprache genommen, wiederum
ablehnend, da er sonst gezwungen wäre, um nicht
die Wahrheit zu verletzen, dieses Verkehrs zu er-
wähnen. Schon der Umstand, daß er zwei Briefe
von Stöcker erhalten habe, setze ihn in Verlegen-
heit. Witte setzt in dem Anschreiben an die
"Nordd. Allg. Ztg." hinzu: wenn er so lange
geschwiegen, habe er es zur Schonung des geist-
lichen Amtes gethan, obschon ihn Stöcker aufs
tiefste durch die unwahren Insinua[t]ionen beleidigt
habe, daß er für Geschenke jüdische Leute bevor-
zuge, um ihnen Titel zu verschaffen.

(Berrath militärischer Geheimnisse.)

Dem "Temps" zufolge fand in Paris die Verhaf-
tung eines Unterbeamten eines wichtigen Ministeriums
statt, welcher die ihm zur Reinschrift anvertrauten
militärischen Schriftstücke einem Deutschen gegen Be-
zahlung angeboten und ein Stück als Probe über-
sandt hatte. Die Angelegenheit erregt weniger Auf-
sehen als sonst, weil die Aufmerksamkeit der gesamm-
ten Bevölkerung dem, nächsten Sonntag in Paris
stattfindenden Wahlkampfe zwischen Boulanger und
dem republicanischen Candidaten Jacques zugewen-
det ist.




Correspondenzen.
[Orig.-Bericht.]

(Die
Aussöhnung des Battenbergers mit
dem Czaren.)
Die auf eine Aussöhnung mit
dem Exfürsten Alexander von Battenberg abzie-
lenden Verhandlungen dauern fort. Dieselben
werden einerseits vom Großfürsten Sergius an-
dererseits vom Großherzog von Hessen geführt.
Der Czar ist gegenwärtig geneigter. Werden die
Verhandlungen zum Ziele führen, so steht die
Rückkehr des Fürsten auf den bulgarischen Thron
nicht außer Bereich der Möglichkeit. Wohlinfor-
mirte bulgarische Kreise versichern, daß einem
Ausgleich zwischen Rußland und Bulgarien dann
nichts mehr im Wege stehe und erinnern dabei
an das bekannte Rustschuker Telegramm des
Fürsten Alexander an den Czaren. Rußland würde
dann selbst die Candidatur des Prinzen aufstellen.
Es heißt, Prinz Alexander mache Vorbehalte,
welche sich auf Anerkennung der bulgarischen
Union beziehen, und verlange Cautelen in Bezug
auf die Unabhängigkeit Bulgariens gegenüber den
Signatarmächten. Soviel steht fest, daß sich am
russischen Hofe eine mächtige Strömung geltend
macht, welche auf den Czar einwirkt und den
Ausweg aus der Sackgasse, in welche Rußland
in der Orientfrage gekommen ist, in einem Com-
promiß erblicken, welches wieder mit Rücksicht
auf jenes Unterwerfungstelegramm des Prinzen
Alexander das persönliche Prestige d[e]s Czaren
nicht beeinträchtigen würde.

[Org.-Corr.]

(Haupt-
versammlung des Littauer Turn-
vereines. -- Tanzkränzchen.)
Am 16.
Jänner l. J. hielt der hiesige Turnverein seine
ordentliche Hauptversammlung ab; dieselbe war
zahlreich besucht und fanden die vom Schrift-,
Turn-, Säckel- und Zeugwarte zum Vortrage ge-
brachten Jahresberichte die vollste Anerkennung
seitens der anwesenden Mitglieder. Die Wahlen in
den Turnrath ergaben nachstehendes Resultat:
Herr Karl Mekiska, Obmann; Herr Ferdinand
Sanetrnik, Obmann-Stellvertreter; Herr Adolf
Schwarzer, Säckelwart; Herr Franz Nimme-
richter, Stellvertreter; Herr Johann Polaschek,
Turnwart; Herr Franz Jensky, Stellvertreter;
Herr J. Skopall, Schriftwart; Herr Emil
Stejskal, Stellvertreter; Herr Fritz Popp, Zeug-
wart; Herr Franz Knapp, Stellvertreter.
Der bisherige Obmann Herr Hans Wozak er-
klärte vor Beginn der Wahlen eine Wiederwahl
für keinen Fall annehmen zu können; nachdem
Herr Wozak trotz aller Versuche, ihn zu bewegen,
daß er eine Wiederwahl annehme, bei seiner Er-
klärung verblieb, so mußte dieselbe mit größtem
Bedauern zu Kenntniß genommen werden. Herrn
Hans Wozak wurde für sein rastloses uneigen-
nütziges Wirken durch den Obmann-Stellvertreter
der Dank des ganzen Vereines gezollt. Nachdem
noch einige Punkte der Tagesordnung erledigt
wurden, schloß der Obmann-Stellvertreter d[i]e
Hauptversammlung mit einem kräftigen "Gut
Heil" auf das fernere Blühen und Gedeihen des
Turnvereines. -- Sonntag, den 26. Jänner l. J.
findet in den Räumlichkeiten der bürgerl. Schieß-
[Spaltenumbruch] stätte das Turner-Kränzchen statt. Der
hiefür gewählte Sonderausschuß trifft bereits
die umfassendsten Vorkehrungen und steht es zu
erwarten, daß sich solches eines äußerst zahlrei-
chen Besuches zu erfreuen haben wird.




Locales und Provinzielles.


(Kaiserliche Spende.)

Se. Majestät der
Kaiser hat der Schulgemeinde Weißkirch (Schlesien)
zur Bestreitung der Schulbaukosten eine Unter-
stützung von 300 fl. aus der Privatcassa bewilligt.

(Seine kais. Hoheit, Herr Erzherzog
Engen)

[b]eehrte am Samstag Mittag die Me-
nage des hiesigen Artillerie-Regiments mit seinem
Besuche. Vom Herrn Obersten Köllner empfan-
gen und begrüßt, nahm der Herr Erzherzog an
dem Diner in der Officiersmenage Theil.

(Personales.)

Seine Excellenz, Herr FML.
Pokorny ist neuerdings erkrankt. Wie man uns
mittheilt, leidet derselbe an katarrhalischer Gelbsucht.

(Leichenbegängniß)

Samstag Nachmittags
um 3 Uhr fand das Begräbniß des verstorbenen
Domherrn, Grafen Rindsmaul statt. Den Con-
duct führte unter zahlreicher geistlicher Assistenz
Weihbischof Graf Belrupt. Dem mit vielen
Kränzen geschmückten Sarge folgten zahlreiche
geistliche Würdenträger, der Herr Kreisgerichts-
Präsident, Hofrath Dr. Schwetz, Herr Stadt-
haltereirath Khade, Herr Staatsanwalt Ritter v.
Wessely, sowie viele andere Staatsbeamte und
eine kleine Anzahl von Leitragenden. Auf dem
Friedhofe wurde der Sarg nochmals eingesegnet
und dann ins Grab gesenkt. In der Metropoli-
tankirche hatten sich General Sembratowicz mit
vielen Stabsofficieren und die Vorstände der
hiesigen Aemter zur Einsegnung der Leiche ein-
gefunden.

(Freiherr v. Komers +.)

Der ehemalige
Justizminister im Ministerium Belcredi Freiherr
Heinrich Emanuel von Komers Lindenbach ist
am Freitag auf Schloß Zak in der Nähe von
Caslau gestorben. Freih. v. Komers war am
27. Juli 1865, an demselben Tage, an dem das
Ministerium Schmerling fiel, zum Justizminister
ernannt worden und trat im Juni 1867, ehe das
sogen. Bürgerministerium ans Ruder kam, zu-
rück Seither ist er politisch nicht bedeutsam her-
vorgetreten. Frh. v. Komers ist der Vater des
k. k. Obersten, Baron v. Kommers, der wie wir
jüngst meldeten, vor 10 Tagen an das Kranken-
lager desselben geeilt war. Dem Herrn Ober-
sten sind aus hiesigen Kreisen anläßlich des Ab-
lebens seines Vaters zahlreiche Beileidskundge-
bungen zugekommen. Ein zweiter Sohn des Ver-
storbenen ist Cavallerie-Oberst.

(Aus dem Stadtverordneten-Collegium.)

Gesuch der Wiesenwächterswitwe Josefa Sedlaczek
um Unterstützung. -- Gesuch des Capellmeisters
Hans Tschauner um einen Beitrag zum Pensions-
fond aus den Hundetaxen. -- Gesuch der Amts-
dienerswitwe Katharina Scholz um Brennholz. --
Gesuch des Frauen-Wohlthätigkeits-Vereines um
Unterstützung. -- Gesuche um Verleihung der
zweiten Secretärsst[e]lle; Gesuch der Kinderwärterin
Mikschik um Erhöhung ihrer Entlohnung. --
Gesuch der Barbara Silny um Nachl[a]ß von
Verzugszinsen. -- Bericht der dritten Section
über ein Gesuch um Gehaltsaufbesserung.

(Sitzung der Handels- und Gewerbe-
kammer.)

Dienstag den, 29. Jänner 1889, Nach-
mittags 3 Uhr, findet die 292. ordentliche öffentliche
Sitzung der Handels- und Gewerbekammer in Olmütz
mit folgender Tagesordnung statt: Bericht über die
Geschäftsthätigkeit der Kammer im Jahre
1888. -- Wahl des Präsidenten, Vice-
Präsidenten
und provisorischen Vorsitzen-
den
für das Jahr 1889. -- Wahl dreier Rech-
nungs-Revisoren.
-- Bericht über das
Einlangen, beziehungsweise die Erledigung
wichtiger laufender Geschäftsstücke; darunter: Be-
grüßung der Kammer durch den neuernannten Herrn
k. k. Statthalter von Mähren. -- Statthaltereierlaß
betreffend die "Kaiser Franz Josefs-Jubiläums-Stif-
tung" der Olmützer Kammer. -- Danksagung der
Unterrichtsverwaltung für das von der Olmützer
Kammer gestiftete Stipeadium für die technische Hoch-
schule in Brünn. -- Dankschreiben des Kammer-
Mitgliedes Herrn Emanuel Ritter von Proskowetz.
-- Dankschreiben des Ortsschulrathes der Gemeinde
Paulowitz. -- Dankschreiben der Direction d[e]s städti-

[Spaltenumbruch]

Kronprinzen geſtanden hatte. Er war des ſpäte-
ren Kaiſers Friedrich Rechtslehrer geweſen, und
in der Leidenszeit des Kronprinzen ſei erzählt
worden, Friedberg habe erklärt, daß die verfaſ-
ſungsmäßigen Vorausſetzungen einer Regentſchaft
nicht vorlägen. In den unruhigen „neunundneun-
zig Tagen“ habe der Juſtizminiſter oft den Ver-
mittler zwiſchen dem Kaiſer und dem Kanzler ge-
ſpielt, und die officiöſen Blätter hätten ihm be-
ſtätigt, daß er keinen Augendlick die Gemeinſam-
keit mit dem Miniſterium aufgegeben habe. Nach
dem Heimgange Kaiſer Friedrich’s ſei der Mini-
ſter häufig von dem jetzigen Herrſcher empfangen
worden, gleichwohl war man allgemein überzeugt
geweſen, daß Friedberg eheſtens ſeinen Poſten
verlaſſen würde. An den meiſten grundlegenden
Geſetzen auf dem Gebiete des Strafrechtes, des
Proceſſes, der Gerichtsverfaſſung ſeit zwei De-
cennien habe Friedberg thätigen Antheil genom-
men. — Als eigentliches Motiv des Rücktrittes
Friedberg’s wird zwar von der „National-Zei-
tung“ die Rückſicht auf ſein zunehmendes Alter
und ſeine Kränklichkeit feſtgehalten, doch verlautet
von anderer Seite, Friedberg habe nicht blos die
Veröffentlichung der Anklageſchrift gegen Geffcken
widerrathen, ſondern namentlich die Mittheilung
des Briefwechſels zwiſchen Geffcken und Roggen-
bach an den Bundesrath als unſtatthaft erklärt,
weil es ſich dabei um Privat-Eigenthum handle.
Dieſer Briefwechſel iſt dem Bundesrathe ohne
den üblichen Vermerk „vertraulich“ zugegangen.
Als eine wichtige politiſche Frage wird es betrach-
tet, wer zum Erſatze Friedberg’s auserſehen ſein
werde. Man nennt die drei Namen Teſſendorff,
des Ober-Reichsanwaltes, Schelling, des Staats-
ſecretärs im Reichs-Juſtizamte, und Oehlſchläger,
des Kammergerichts-Präſidenten, wobei Teſſen-
dorff’s Berufung am meiſten bezweifelt wird, weil
man dieſelbe ſo kurz nach der Veröffentlichung
der Anklageſchrift gegen Geffcken nicht für wahr-
ſcheinlich hält.

(Ehrenmann Stöcker.)

Dem Führer der
preußiſchen Antiſemiten, Herrn Stöcker iſt dieſer
Tage in der „Nordd. Allgem. Ztg.“ übel mitge-
ſpielt worden. Dieſelbe veröffentlicht nämlich einen
Briefwechſel zwiſchen Stöcker und dem Paſtor
Witte über die Vorgänge bei dem bekannten
Proceſſe Bäcker. Aus dieſem Briefwechſel ergibt
ſich Folgendes: Am 22. April 1885 bat Stöcker
Witte um Mittheilung, wie ſich in ſeiner Er-
innerung die Angelegenheit der Verleihung des
Titels „Geheimer Commerzienrath“ an Wollheim
darſtelle. Witte lehnte die Mittheilung ab mit
Rückſicht auf ſeine wahrſcheinliche Vorladung als
Zeuge. Stöcker erneuerte ſein Geſuch, da es Witte,
wie ihm, von der größten Wichtigkeit ſein müſſe,
daß ihre Ausſagen ſich decken; wolle Witte ſich
nicht ſchriftlich äußern, ſo ſei er zu mündlicher


[Spaltenumbruch]

Achſelzucken darauf antworten, wenn Jemand vor
ihnen an der Sicherheit oder der Dauer des Ge-
bäudes zweifeln würde. Mag der Sturm noch ſo
heftig wüthen, mag er die langen Eiſenbänder von
vorn oder von der Mitte angreifen, mag er von
oben oder von unten kommen, was liegt daran?
Ihr unerſchütterlicher Thurm wird nach allen Seiten
hin einen ſiegreichen Widerſtand entfalten, und
wenn es ſich eines Tages darum handeln ſollte,
daß man ihn darin unterſtützen müßte, dem Winde
Widerſtand zu leiſten, ſo wäre auch das vorher-
geſehen, den in jedem der ungeheuren Pfeiler iſt
eine hydrauliſche Preſſe angebracht, die ſtark genug
iſt, ihn gegen jeden Anſturm gerade zu halten.

All das gibt eine klare Idee von dem kühnen
und glücklichen Manne, der in ſeinen Plänen
ſieben Millionen Kilo Eiſen combinirt und be-
rechnet hat, ohne ſich ein einziges Mal zu irren.
Allein all das gibt auch eine klare Idee von un-
ſerer Zeit, denn die menſchliche Phantaſie kann
nichts Großartigeres hervorbringen, als dieſes
ungeheure bronzirte eiſerne Bauwerk, das aus
dem Boden emporzuſchießen ſcheint, wie das
Bouquet eines Kunſtfeuerwerks. Es iſt das eine
der impoſanteſten und ſieghafteſten Manifeſtatio-
nen des menſchlichen Geiſtes. Und auch der ein-
fache Arbeiter iſt eine der impoſanteſten Erſchei-
nung, der mit froſtbleichem Geſichte und halber-
ſtarrten Händen dort oben in fabelhafter Höhe
vom Morgen bis zum Abende, für zwanzig Sous
die Stunde, Wunder ſchmiedet. Der Eiffelthurm
iſt ein Stück Culturarbeit, wie ein ſolches in
ſeiner Art noch nicht geſehen wurde.




[Spaltenumbruch]

Rückſprache bereit. Witte erwiderte hinweiſend auf
die Generalzeugen-Frage, ob er mit Jema[n]dem
über die Sache Rückſprache genommen, wiederum
ablehnend, da er ſonſt gezwungen wäre, um nicht
die Wahrheit zu verletzen, dieſes Verkehrs zu er-
wähnen. Schon der Umſtand, daß er zwei Briefe
von Stöcker erhalten habe, ſetze ihn in Verlegen-
heit. Witte ſetzt in dem Anſchreiben an die
„Nordd. Allg. Ztg.“ hinzu: wenn er ſo lange
geſchwiegen, habe er es zur Schonung des geiſt-
lichen Amtes gethan, obſchon ihn Stöcker aufs
tiefſte durch die unwahren Inſinua[t]ionen beleidigt
habe, daß er für Geſchenke jüdiſche Leute bevor-
zuge, um ihnen Titel zu verſchaffen.

(Berrath militäriſcher Geheimniſſe.)

Dem „Temps“ zufolge fand in Paris die Verhaf-
tung eines Unterbeamten eines wichtigen Miniſteriums
ſtatt, welcher die ihm zur Reinſchrift anvertrauten
militäriſchen Schriftſtücke einem Deutſchen gegen Be-
zahlung angeboten und ein Stück als Probe über-
ſandt hatte. Die Angelegenheit erregt weniger Auf-
ſehen als ſonſt, weil die Aufmerkſamkeit der geſamm-
ten Bevölkerung dem, nächſten Sonntag in Paris
ſtattfindenden Wahlkampfe zwiſchen Boulanger und
dem republicaniſchen Candidaten Jacques zugewen-
det iſt.




Correſpondenzen.
[Orig.-Bericht.]

(Die
Ausſöhnung des Battenbergers mit
dem Czaren.)
Die auf eine Ausſöhnung mit
dem Exfürſten Alexander von Battenberg abzie-
lenden Verhandlungen dauern fort. Dieſelben
werden einerſeits vom Großfürſten Sergius an-
dererſeits vom Großherzog von Heſſen geführt.
Der Czar iſt gegenwärtig geneigter. Werden die
Verhandlungen zum Ziele führen, ſo ſteht die
Rückkehr des Fürſten auf den bulgariſchen Thron
nicht außer Bereich der Möglichkeit. Wohlinfor-
mirte bulgariſche Kreiſe verſichern, daß einem
Ausgleich zwiſchen Rußland und Bulgarien dann
nichts mehr im Wege ſtehe und erinnern dabei
an das bekannte Ruſtſchuker Telegramm des
Fürſten Alexander an den Czaren. Rußland würde
dann ſelbſt die Candidatur des Prinzen aufſtellen.
Es heißt, Prinz Alexander mache Vorbehalte,
welche ſich auf Anerkennung der bulgariſchen
Union beziehen, und verlange Cautelen in Bezug
auf die Unabhängigkeit Bulgariens gegenüber den
Signatarmächten. Soviel ſteht feſt, daß ſich am
ruſſiſchen Hofe eine mächtige Strömung geltend
macht, welche auf den Czar einwirkt und den
Ausweg aus der Sackgaſſe, in welche Rußland
in der Orientfrage gekommen iſt, in einem Com-
promiß erblicken, welches wieder mit Rückſicht
auf jenes Unterwerfungstelegramm des Prinzen
Alexander das perſönliche Preſtige d[e]s Czaren
nicht beeinträchtigen würde.

[Org.-Corr.]

(Haupt-
verſammlung des Littauer Turn-
vereines. — Tanzkränzchen.)
Am 16.
Jänner l. J. hielt der hieſige Turnverein ſeine
ordentliche Hauptverſammlung ab; dieſelbe war
zahlreich beſucht und fanden die vom Schrift-,
Turn-, Säckel- und Zeugwarte zum Vortrage ge-
brachten Jahresberichte die vollſte Anerkennung
ſeitens der anweſenden Mitglieder. Die Wahlen in
den Turnrath ergaben nachſtehendes Reſultat:
Herr Karl Mekiska, Obmann; Herr Ferdinand
Sanetrnik, Obmann-Stellvertreter; Herr Adolf
Schwarzer, Säckelwart; Herr Franz Nimme-
richter, Stellvertreter; Herr Johann Polaſchek,
Turnwart; Herr Franz Jensky, Stellvertreter;
Herr J. Skopall, Schriftwart; Herr Emil
Stejskal, Stellvertreter; Herr Fritz Popp, Zeug-
wart; Herr Franz Knapp, Stellvertreter.
Der bisherige Obmann Herr Hans Wozak er-
klärte vor Beginn der Wahlen eine Wiederwahl
für keinen Fall annehmen zu können; nachdem
Herr Wozak trotz aller Verſuche, ihn zu bewegen,
daß er eine Wiederwahl annehme, bei ſeiner Er-
klärung verblieb, ſo mußte dieſelbe mit größtem
Bedauern zu Kenntniß genommen werden. Herrn
Hans Wozak wurde für ſein raſtloſes uneigen-
nütziges Wirken durch den Obmann-Stellvertreter
der Dank des ganzen Vereines gezollt. Nachdem
noch einige Punkte der Tagesordnung erledigt
wurden, ſchloß der Obmann-Stellvertreter d[i]e
Hauptverſammlung mit einem kräftigen „Gut
Heil“ auf das fernere Blühen und Gedeihen des
Turnvereines. — Sonntag, den 26. Jänner l. J.
findet in den Räumlichkeiten der bürgerl. Schieß-
[Spaltenumbruch] ſtätte das Turner-Kränzchen ſtatt. Der
hiefür gewählte Sonderausſchuß trifft bereits
die umfaſſendſten Vorkehrungen und ſteht es zu
erwarten, daß ſich ſolches eines äußerſt zahlrei-
chen Beſuches zu erfreuen haben wird.




Locales und Provinzielles.


(Kaiſerliche Spende.)

Se. Majeſtät der
Kaiſer hat der Schulgemeinde Weißkirch (Schleſien)
zur Beſtreitung der Schulbaukoſten eine Unter-
ſtützung von 300 fl. aus der Privatcaſſa bewilligt.

(Seine kaiſ. Hoheit, Herr Erzherzog
Engen)

[b]eehrte am Samſtag Mittag die Me-
nage des hieſigen Artillerie-Regiments mit ſeinem
Beſuche. Vom Herrn Oberſten Köllner empfan-
gen und begrüßt, nahm der Herr Erzherzog an
dem Diner in der Officiersmenage Theil.

(Perſonales.)

Seine Excellenz, Herr FML.
Pokorny iſt neuerdings erkrankt. Wie man uns
mittheilt, leidet derſelbe an katarrhaliſcher Gelbſucht.

(Leichenbegängniß)

Samſtag Nachmittags
um 3 Uhr fand das Begräbniß des verſtorbenen
Domherrn, Grafen Rindsmaul ſtatt. Den Con-
duct führte unter zahlreicher geiſtlicher Aſſiſtenz
Weihbiſchof Graf Belrupt. Dem mit vielen
Kränzen geſchmückten Sarge folgten zahlreiche
geiſtliche Würdenträger, der Herr Kreisgerichts-
Präſident, Hofrath Dr. Schwetz, Herr Stadt-
haltereirath Khade, Herr Staatsanwalt Ritter v.
Weſſely, ſowie viele andere Staatsbeamte und
eine kleine Anzahl von Leitragenden. Auf dem
Friedhofe wurde der Sarg nochmals eingeſegnet
und dann ins Grab geſenkt. In der Metropoli-
tankirche hatten ſich General Sembratowicz mit
vielen Stabsofficieren und die Vorſtände der
hieſigen Aemter zur Einſegnung der Leiche ein-
gefunden.

(Freiherr v. Komers †.)

Der ehemalige
Juſtizminiſter im Miniſterium Belcredi Freiherr
Heinrich Emanuel von Komers Lindenbach iſt
am Freitag auf Schloß Zak in der Nähe von
Časlau geſtorben. Freih. v. Komers war am
27. Juli 1865, an demſelben Tage, an dem das
Miniſterium Schmerling fiel, zum Juſtizminiſter
ernannt worden und trat im Juni 1867, ehe das
ſogen. Bürgerminiſterium ans Ruder kam, zu-
rück Seither iſt er politiſch nicht bedeutſam her-
vorgetreten. Frh. v. Komers iſt der Vater des
k. k. Oberſten, Baron v. Kommers, der wie wir
jüngſt meldeten, vor 10 Tagen an das Kranken-
lager desſelben geeilt war. Dem Herrn Ober-
ſten ſind aus hieſigen Kreiſen anläßlich des Ab-
lebens ſeines Vaters zahlreiche Beileidskundge-
bungen zugekommen. Ein zweiter Sohn des Ver-
ſtorbenen iſt Cavallerie-Oberſt.

(Aus dem Stadtverordneten-Collegium.)

Geſuch der Wieſenwächterswitwe Joſefa Sedlaczek
um Unterſtützung. — Geſuch des Capellmeiſters
Hans Tſchauner um einen Beitrag zum Penſions-
fond aus den Hundetaxen. — Geſuch der Amts-
dienerswitwe Katharina Scholz um Brennholz. —
Geſuch des Frauen-Wohlthätigkeits-Vereines um
Unterſtützung. — Geſuche um Verleihung der
zweiten Secretärsſt[e]lle; Geſuch der Kinderwärterin
Mikſchik um Erhöhung ihrer Entlohnung. —
Geſuch der Barbara Silny um Nachl[a]ß von
Verzugszinſen. — Bericht der dritten Section
über ein Geſuch um Gehaltsaufbeſſerung.

(Sitzung der Handels- und Gewerbe-
kammer.)

Dienſtag den, 29. Jänner 1889, Nach-
mittags 3 Uhr, findet die 292. ordentliche öffentliche
Sitzung der Handels- und Gewerbekammer in Olmütz
mit folgender Tagesordnung ſtatt: Bericht über die
Geſchäftsthätigkeit der Kammer im Jahre
1888. — Wahl des Präſidenten, Vice-
Präſidenten
und proviſoriſchen Vorſitzen-
den
für das Jahr 1889. — Wahl dreier Rech-
nungs-Reviſoren.
— Bericht über das
Einlangen, beziehungsweiſe die Erledigung
wichtiger laufender Geſchäftsſtücke; darunter: Be-
grüßung der Kammer durch den neuernannten Herrn
k. k. Statthalter von Mähren. — Statthaltereierlaß
betreffend die „Kaiſer Franz Joſefs-Jubiläums-Stif-
tung“ der Olmützer Kammer. — Dankſagung der
Unterrichtsverwaltung für das von der Olmützer
Kammer geſtiftete Stipeadium für die techniſche Hoch-
ſchule in Brünn. — Dankſchreiben des Kammer-
Mitgliedes Herrn Emanuel Ritter von Proskowetz.
— Dankſchreiben des Ortsſchulrathes der Gemeinde
Paulowitz. — Dankſchreiben der Direction d[e]s ſtädti-

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&#x017F;chule in Brünn. &#x2014; Dank&#x017F;chreiben des Kammer-<lb/>
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&#x2014; Dank&#x017F;chreiben des Orts&#x017F;chulrathes der Gemeinde<lb/>
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[[3]/0003] Kronprinzen geſtanden hatte. Er war des ſpäte- ren Kaiſers Friedrich Rechtslehrer geweſen, und in der Leidenszeit des Kronprinzen ſei erzählt worden, Friedberg habe erklärt, daß die verfaſ- ſungsmäßigen Vorausſetzungen einer Regentſchaft nicht vorlägen. In den unruhigen „neunundneun- zig Tagen“ habe der Juſtizminiſter oft den Ver- mittler zwiſchen dem Kaiſer und dem Kanzler ge- ſpielt, und die officiöſen Blätter hätten ihm be- ſtätigt, daß er keinen Augendlick die Gemeinſam- keit mit dem Miniſterium aufgegeben habe. Nach dem Heimgange Kaiſer Friedrich’s ſei der Mini- ſter häufig von dem jetzigen Herrſcher empfangen worden, gleichwohl war man allgemein überzeugt geweſen, daß Friedberg eheſtens ſeinen Poſten verlaſſen würde. An den meiſten grundlegenden Geſetzen auf dem Gebiete des Strafrechtes, des Proceſſes, der Gerichtsverfaſſung ſeit zwei De- cennien habe Friedberg thätigen Antheil genom- men. — Als eigentliches Motiv des Rücktrittes Friedberg’s wird zwar von der „National-Zei- tung“ die Rückſicht auf ſein zunehmendes Alter und ſeine Kränklichkeit feſtgehalten, doch verlautet von anderer Seite, Friedberg habe nicht blos die Veröffentlichung der Anklageſchrift gegen Geffcken widerrathen, ſondern namentlich die Mittheilung des Briefwechſels zwiſchen Geffcken und Roggen- bach an den Bundesrath als unſtatthaft erklärt, weil es ſich dabei um Privat-Eigenthum handle. Dieſer Briefwechſel iſt dem Bundesrathe ohne den üblichen Vermerk „vertraulich“ zugegangen. Als eine wichtige politiſche Frage wird es betrach- tet, wer zum Erſatze Friedberg’s auserſehen ſein werde. Man nennt die drei Namen Teſſendorff, des Ober-Reichsanwaltes, Schelling, des Staats- ſecretärs im Reichs-Juſtizamte, und Oehlſchläger, des Kammergerichts-Präſidenten, wobei Teſſen- dorff’s Berufung am meiſten bezweifelt wird, weil man dieſelbe ſo kurz nach der Veröffentlichung der Anklageſchrift gegen Geffcken nicht für wahr- ſcheinlich hält. (Ehrenmann Stöcker.) Dem Führer der preußiſchen Antiſemiten, Herrn Stöcker iſt dieſer Tage in der „Nordd. Allgem. Ztg.“ übel mitge- ſpielt worden. Dieſelbe veröffentlicht nämlich einen Briefwechſel zwiſchen Stöcker und dem Paſtor Witte über die Vorgänge bei dem bekannten Proceſſe Bäcker. Aus dieſem Briefwechſel ergibt ſich Folgendes: Am 22. April 1885 bat Stöcker Witte um Mittheilung, wie ſich in ſeiner Er- innerung die Angelegenheit der Verleihung des Titels „Geheimer Commerzienrath“ an Wollheim darſtelle. Witte lehnte die Mittheilung ab mit Rückſicht auf ſeine wahrſcheinliche Vorladung als Zeuge. Stöcker erneuerte ſein Geſuch, da es Witte, wie ihm, von der größten Wichtigkeit ſein müſſe, daß ihre Ausſagen ſich decken; wolle Witte ſich nicht ſchriftlich äußern, ſo ſei er zu mündlicher Achſelzucken darauf antworten, wenn Jemand vor ihnen an der Sicherheit oder der Dauer des Ge- bäudes zweifeln würde. Mag der Sturm noch ſo heftig wüthen, mag er die langen Eiſenbänder von vorn oder von der Mitte angreifen, mag er von oben oder von unten kommen, was liegt daran? Ihr unerſchütterlicher Thurm wird nach allen Seiten hin einen ſiegreichen Widerſtand entfalten, und wenn es ſich eines Tages darum handeln ſollte, daß man ihn darin unterſtützen müßte, dem Winde Widerſtand zu leiſten, ſo wäre auch das vorher- geſehen, den in jedem der ungeheuren Pfeiler iſt eine hydrauliſche Preſſe angebracht, die ſtark genug iſt, ihn gegen jeden Anſturm gerade zu halten. All das gibt eine klare Idee von dem kühnen und glücklichen Manne, der in ſeinen Plänen ſieben Millionen Kilo Eiſen combinirt und be- rechnet hat, ohne ſich ein einziges Mal zu irren. Allein all das gibt auch eine klare Idee von un- ſerer Zeit, denn die menſchliche Phantaſie kann nichts Großartigeres hervorbringen, als dieſes ungeheure bronzirte eiſerne Bauwerk, das aus dem Boden emporzuſchießen ſcheint, wie das Bouquet eines Kunſtfeuerwerks. Es iſt das eine der impoſanteſten und ſieghafteſten Manifeſtatio- nen des menſchlichen Geiſtes. Und auch der ein- fache Arbeiter iſt eine der impoſanteſten Erſchei- nung, der mit froſtbleichem Geſichte und halber- ſtarrten Händen dort oben in fabelhafter Höhe vom Morgen bis zum Abende, für zwanzig Sous die Stunde, Wunder ſchmiedet. Der Eiffelthurm iſt ein Stück Culturarbeit, wie ein ſolches in ſeiner Art noch nicht geſehen wurde. („N. P. J.“) Rückſprache bereit. Witte erwiderte hinweiſend auf die Generalzeugen-Frage, ob er mit Jemandem über die Sache Rückſprache genommen, wiederum ablehnend, da er ſonſt gezwungen wäre, um nicht die Wahrheit zu verletzen, dieſes Verkehrs zu er- wähnen. Schon der Umſtand, daß er zwei Briefe von Stöcker erhalten habe, ſetze ihn in Verlegen- heit. Witte ſetzt in dem Anſchreiben an die „Nordd. Allg. Ztg.“ hinzu: wenn er ſo lange geſchwiegen, habe er es zur Schonung des geiſt- lichen Amtes gethan, obſchon ihn Stöcker aufs tiefſte durch die unwahren Inſinuationen beleidigt habe, daß er für Geſchenke jüdiſche Leute bevor- zuge, um ihnen Titel zu verſchaffen. (Berrath militäriſcher Geheimniſſe.) Dem „Temps“ zufolge fand in Paris die Verhaf- tung eines Unterbeamten eines wichtigen Miniſteriums ſtatt, welcher die ihm zur Reinſchrift anvertrauten militäriſchen Schriftſtücke einem Deutſchen gegen Be- zahlung angeboten und ein Stück als Probe über- ſandt hatte. Die Angelegenheit erregt weniger Auf- ſehen als ſonſt, weil die Aufmerkſamkeit der geſamm- ten Bevölkerung dem, nächſten Sonntag in Paris ſtattfindenden Wahlkampfe zwiſchen Boulanger und dem republicaniſchen Candidaten Jacques zugewen- det iſt. Correſpondenzen. Wien, 19. Jänner. [Orig.-Bericht.] (Die Ausſöhnung des Battenbergers mit dem Czaren.) Die auf eine Ausſöhnung mit dem Exfürſten Alexander von Battenberg abzie- lenden Verhandlungen dauern fort. Dieſelben werden einerſeits vom Großfürſten Sergius an- dererſeits vom Großherzog von Heſſen geführt. Der Czar iſt gegenwärtig geneigter. Werden die Verhandlungen zum Ziele führen, ſo ſteht die Rückkehr des Fürſten auf den bulgariſchen Thron nicht außer Bereich der Möglichkeit. Wohlinfor- mirte bulgariſche Kreiſe verſichern, daß einem Ausgleich zwiſchen Rußland und Bulgarien dann nichts mehr im Wege ſtehe und erinnern dabei an das bekannte Ruſtſchuker Telegramm des Fürſten Alexander an den Czaren. Rußland würde dann ſelbſt die Candidatur des Prinzen aufſtellen. Es heißt, Prinz Alexander mache Vorbehalte, welche ſich auf Anerkennung der bulgariſchen Union beziehen, und verlange Cautelen in Bezug auf die Unabhängigkeit Bulgariens gegenüber den Signatarmächten. Soviel ſteht feſt, daß ſich am ruſſiſchen Hofe eine mächtige Strömung geltend macht, welche auf den Czar einwirkt und den Ausweg aus der Sackgaſſe, in welche Rußland in der Orientfrage gekommen iſt, in einem Com- promiß erblicken, welches wieder mit Rückſicht auf jenes Unterwerfungstelegramm des Prinzen Alexander das perſönliche Preſtige des Czaren nicht beeinträchtigen würde. Littau, 20. Jänner. [Org.-Corr.] (Haupt- verſammlung des Littauer Turn- vereines. — Tanzkränzchen.) Am 16. Jänner l. J. hielt der hieſige Turnverein ſeine ordentliche Hauptverſammlung ab; dieſelbe war zahlreich beſucht und fanden die vom Schrift-, Turn-, Säckel- und Zeugwarte zum Vortrage ge- brachten Jahresberichte die vollſte Anerkennung ſeitens der anweſenden Mitglieder. Die Wahlen in den Turnrath ergaben nachſtehendes Reſultat: Herr Karl Mekiska, Obmann; Herr Ferdinand Sanetrnik, Obmann-Stellvertreter; Herr Adolf Schwarzer, Säckelwart; Herr Franz Nimme- richter, Stellvertreter; Herr Johann Polaſchek, Turnwart; Herr Franz Jensky, Stellvertreter; Herr J. Skopall, Schriftwart; Herr Emil Stejskal, Stellvertreter; Herr Fritz Popp, Zeug- wart; Herr Franz Knapp, Stellvertreter. Der bisherige Obmann Herr Hans Wozak er- klärte vor Beginn der Wahlen eine Wiederwahl für keinen Fall annehmen zu können; nachdem Herr Wozak trotz aller Verſuche, ihn zu bewegen, daß er eine Wiederwahl annehme, bei ſeiner Er- klärung verblieb, ſo mußte dieſelbe mit größtem Bedauern zu Kenntniß genommen werden. Herrn Hans Wozak wurde für ſein raſtloſes uneigen- nütziges Wirken durch den Obmann-Stellvertreter der Dank des ganzen Vereines gezollt. Nachdem noch einige Punkte der Tagesordnung erledigt wurden, ſchloß der Obmann-Stellvertreter die Hauptverſammlung mit einem kräftigen „Gut Heil“ auf das fernere Blühen und Gedeihen des Turnvereines. — Sonntag, den 26. Jänner l. J. findet in den Räumlichkeiten der bürgerl. Schieß- ſtätte das Turner-Kränzchen ſtatt. Der hiefür gewählte Sonderausſchuß trifft bereits die umfaſſendſten Vorkehrungen und ſteht es zu erwarten, daß ſich ſolches eines äußerſt zahlrei- chen Beſuches zu erfreuen haben wird. Locales und Provinzielles. Olmütz, 21. Jänner. (Kaiſerliche Spende.) Se. Majeſtät der Kaiſer hat der Schulgemeinde Weißkirch (Schleſien) zur Beſtreitung der Schulbaukoſten eine Unter- ſtützung von 300 fl. aus der Privatcaſſa bewilligt. (Seine kaiſ. Hoheit, Herr Erzherzog Engen) beehrte am Samſtag Mittag die Me- nage des hieſigen Artillerie-Regiments mit ſeinem Beſuche. Vom Herrn Oberſten Köllner empfan- gen und begrüßt, nahm der Herr Erzherzog an dem Diner in der Officiersmenage Theil. (Perſonales.) Seine Excellenz, Herr FML. Pokorny iſt neuerdings erkrankt. Wie man uns mittheilt, leidet derſelbe an katarrhaliſcher Gelbſucht. (Leichenbegängniß) Samſtag Nachmittags um 3 Uhr fand das Begräbniß des verſtorbenen Domherrn, Grafen Rindsmaul ſtatt. Den Con- duct führte unter zahlreicher geiſtlicher Aſſiſtenz Weihbiſchof Graf Belrupt. Dem mit vielen Kränzen geſchmückten Sarge folgten zahlreiche geiſtliche Würdenträger, der Herr Kreisgerichts- Präſident, Hofrath Dr. Schwetz, Herr Stadt- haltereirath Khade, Herr Staatsanwalt Ritter v. Weſſely, ſowie viele andere Staatsbeamte und eine kleine Anzahl von Leitragenden. Auf dem Friedhofe wurde der Sarg nochmals eingeſegnet und dann ins Grab geſenkt. In der Metropoli- tankirche hatten ſich General Sembratowicz mit vielen Stabsofficieren und die Vorſtände der hieſigen Aemter zur Einſegnung der Leiche ein- gefunden. (Freiherr v. Komers †.) Der ehemalige Juſtizminiſter im Miniſterium Belcredi Freiherr Heinrich Emanuel von Komers Lindenbach iſt am Freitag auf Schloß Zak in der Nähe von Časlau geſtorben. Freih. v. Komers war am 27. Juli 1865, an demſelben Tage, an dem das Miniſterium Schmerling fiel, zum Juſtizminiſter ernannt worden und trat im Juni 1867, ehe das ſogen. Bürgerminiſterium ans Ruder kam, zu- rück Seither iſt er politiſch nicht bedeutſam her- vorgetreten. Frh. v. Komers iſt der Vater des k. k. Oberſten, Baron v. Kommers, der wie wir jüngſt meldeten, vor 10 Tagen an das Kranken- lager desſelben geeilt war. Dem Herrn Ober- ſten ſind aus hieſigen Kreiſen anläßlich des Ab- lebens ſeines Vaters zahlreiche Beileidskundge- bungen zugekommen. Ein zweiter Sohn des Ver- ſtorbenen iſt Cavallerie-Oberſt. (Aus dem Stadtverordneten-Collegium.) Geſuch der Wieſenwächterswitwe Joſefa Sedlaczek um Unterſtützung. — Geſuch des Capellmeiſters Hans Tſchauner um einen Beitrag zum Penſions- fond aus den Hundetaxen. — Geſuch der Amts- dienerswitwe Katharina Scholz um Brennholz. — Geſuch des Frauen-Wohlthätigkeits-Vereines um Unterſtützung. — Geſuche um Verleihung der zweiten Secretärsſtelle; Geſuch der Kinderwärterin Mikſchik um Erhöhung ihrer Entlohnung. — Geſuch der Barbara Silny um Nachlaß von Verzugszinſen. — Bericht der dritten Section über ein Geſuch um Gehaltsaufbeſſerung. (Sitzung der Handels- und Gewerbe- kammer.) Dienſtag den, 29. Jänner 1889, Nach- mittags 3 Uhr, findet die 292. ordentliche öffentliche Sitzung der Handels- und Gewerbekammer in Olmütz mit folgender Tagesordnung ſtatt: Bericht über die Geſchäftsthätigkeit der Kammer im Jahre 1888. — Wahl des Präſidenten, Vice- Präſidenten und proviſoriſchen Vorſitzen- den für das Jahr 1889. — Wahl dreier Rech- nungs-Reviſoren. — Bericht über das Einlangen, beziehungsweiſe die Erledigung wichtiger laufender Geſchäftsſtücke; darunter: Be- grüßung der Kammer durch den neuernannten Herrn k. k. Statthalter von Mähren. — Statthaltereierlaß betreffend die „Kaiſer Franz Joſefs-Jubiläums-Stif- tung“ der Olmützer Kammer. — Dankſagung der Unterrichtsverwaltung für das von der Olmützer Kammer geſtiftete Stipeadium für die techniſche Hoch- ſchule in Brünn. — Dankſchreiben des Kammer- Mitgliedes Herrn Emanuel Ritter von Proskowetz. — Dankſchreiben des Ortsſchulrathes der Gemeinde Paulowitz. — Dankſchreiben der Direction des ſtädti-

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Zitationshilfe: Mährisches Tagblatt. Nr. 17, Olmütz, 21.01.1889, S. [3]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_maehrisches17_1889/3>, abgerufen am 03.07.2022.