erkannt worden ist, werde ich somit eine Uebersicht der GesammtheitHamel/Tiemann (Hg.) 1993, S. 94: "Gesamtheit". des Ge- schaffenen gegeben haben; eine Aufgabe, die mit einiger Vollständigkeit zu lösen, in so kurzer Zeit, meine Absicht unmöglich seyn konnte.
Den allgemeinen Umriß jener großen Erscheinungen werde ich hierauf in einzelnen Theilen mehr auszumalen und zu erläutern versuchen, gleich- sam wie der bildende Künstler auf einzelne Studien zu einem größe- ren Werke mehr Ausführlichkeit und Genauigkeit wendet. - Mein Zweck wird erreicht seyn, wenn es mir gelungen ist, einer achtbaren Versammlung, de- ren InterresseHamel/Tiemann (Hg.) 1993, S. 94: "Interesse". für meine Bestrebungen ein ehrendes Zeugniß ablegt, für den Standpunkt der Kultur in dieser Hauptstadt, das Wesentliche einer wissenschaft- lichen Naturbetrachtung anzudeuten, indem ich die Einheit der Natur in ihren Er- scheinungen vorzugsweise hervorzuheben mich bemühe.
Mehr als 2/3 der Oberfläche unseres Planeten wird von einer Was- serhülle bedeckt, die durch Berührung mit der Atmosphäre den wichtigsten Einfluß ausübt sowohl auf das Klima der Continental-Massen, als auch auf die thierische Schöpfung. - Man hatte früher angenommen, daß die Lebens- function der Fische erhalten werde durch eine Zersetzung des Wassers. Dies ist jedoch nicht richtig, und es hat sich ergeben, daß sowohl die Fische, als die mit Kiemen begabten Mollusken, die dem Wasser beigemischte atmosphäri- sche Luft athmen. - Die Untersuchungen über die Respiration der Fische, sind lange ein Gegenstand meiner Arbeiten gewesen, und ich habe gefunden, daß die Fische der atmosphärischen Luft zum Leben unumgänglich bedürfen. Es klingt auffallend, und doch ist es richtig, daß, nachdem es mir gelungen
war
erkannt worden ist, werde ich somit eine Uebersicht der GesammtheitHamel/Tiemann (Hg.) 1993, S. 94: "Gesamtheit". des Ge- schaffenen gegeben haben; eine Aufgabe, die mit einiger Vollständigkeit zu lösen, in so kurzer Zeit, meine Absicht unmöglich seyn konnte.
Den allgemeinen Umriß jener großen Erscheinungen werde ich hierauf in einzelnen Theilen mehr auszumalen und zu erläutern versuchen, gleich- sam wie der bildende Künstler auf einzelne Studien zu einem größe- ren Werke mehr Ausführlichkeit und Genauigkeit wendet. – Mein Zweck wird erreicht seyn, wenn es mir gelungen ist, einer achtbaren Versammlung, de- ren InterresseHamel/Tiemann (Hg.) 1993, S. 94: "Interesse". für meine Bestrebungen ein ehrendes Zeugniß ablegt, für den Standpunkt der Kultur in dieser Hauptstadt, das Wesentliche einer wissenschaft- lichen Naturbetrachtung anzudeuten, indem ich die Einheit der Natur in ihren Er- scheinungen vorzugsweise hervorzuheben mich bemühe.
Mehr als ⅔ der Oberfläche unseres Planeten wird von einer Was- serhülle bedeckt, die durch Berührung mit der Atmosphäre den wichtigsten Einfluß ausübt sowohl auf das Klima der Continental-Massen, als auch auf die thierische Schöpfung. – Man hatte früher angenommen, daß die Lebens- function der Fische erhalten werde durch eine Zersetzung des Wassers. Dies ist jedoch nicht richtig, und es hat sich ergeben, daß sowohl die Fische, als die mit Kiemen begabten Mollusken, die dem Wasser beigemischte atmosphäri- sche Luft athmen. – Die Untersuchungen über die Respiration der Fische, sind lange ein Gegenstand meiner Arbeiten gewesen, und ich habe gefunden, daß die Fische der atmosphärischen Luft zum Leben unumgänglich bedürfen. Es klingt auffallend, und doch ist es richtig, daß, nachdem es mir gelungen
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[26v/0056]
erkannt worden ist, werde ich somit eine Uebersicht der Gesammtheit des Ge-
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Den allgemeinen Umriß jener großen Erscheinungen werde ich hierauf
in einzelnen Theilen mehr auszumalen und zu erläutern versuchen, gleich-
sam wie der bildende Künstler auf einzelne Studien zu einem größe-
ren Werke mehr Ausführlichkeit und Genauigkeit wendet. – Mein Zweck
wird erreicht seyn, wenn es mir gelungen ist, einer achtbaren Versammlung, de-
ren Interresse für meine Bestrebungen ein ehrendes Zeugniß ablegt, für den
Standpunkt der Kultur in dieser Hauptstadt, das Wesentliche einer wissenschaft-
lichen Naturbetrachtung anzudeuten, indem ich die Einheit der Natur in ihren Er-
scheinungen vorzugsweise hervorzuheben mich bemühe.
Mehr als ⅔ der Oberfläche unseres Planeten wird von einer Was-
serhülle bedeckt, die durch Berührung mit der Atmosphäre den wichtigsten
Einfluß ausübt sowohl auf das Klima der ContinentalMassen, als auch auf
die thierische Schöpfung. – Man hatte früher angenommen, daß die Lebens-
function der Fische erhalten werde durch eine Zersetzung des Wassers. Dies
ist jedoch nicht richtig, und es hat sich ergeben, daß sowohl die Fische, als die
mit Kiemen begabten Mollusken, die dem Wasser beigemischte atmosphäri-
sche Luft athmen. – Die Untersuchungen über die Respiration der Fische,
sind lange ein Gegenstand meiner Arbeiten gewesen, und ich habe gefunden,
daß die Fische der atmosphärischen Luft zum Leben unumgänglich bedürfen.
Es klingt auffallend, und doch ist es richtig, daß, nachdem es mir gelungen
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Dieses Werk wurde auf der Grundlage der Transkription in
Hamel, Jürgen u. Klaus Harro Tiemann (Hg.) (1993): Alexander von Humboldt:
Über das Universum. Die Kosmosvorträge 1827/28 in der Berliner Singakademie.
Frankfurt a. M.: Insel.
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[Kohlrausch, Henriette]: Physikalische Geographie. Vorgetragen von Alexander von Humboldt. [Berlin], [1828]. [= Nachschrift der ‚Kosmos-Vorträge‛ Alexander von Humboldts in der Sing-Akademie zu Berlin, 6.12.1827–27.3.1828.], S. 26v. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_msgermqu2124_1827/56>, abgerufen am 23.09.2024.
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