ein ganz abgeschlossenes Menschengeschlecht gefunden und warf nun die Frage auf, warum da kein Negervolk sich finde. Man stritt darüber mit vieler Heftigkeit u[.]nd glaubte diese Menschen seien, eben so wie ihre nreißenden Thiere, die sie als Junge mitgenommen, aus Asien gekommen. Was der menschliche Verstand nicht alles ersinnt!
Die Entdeckung von Amerika hatte auch einen großen Einfluß auf die richtige Ansicht von den Vulkanen. Man glaubte zuerst Wasservulkane gefunden zu haben, da sich die Berge Amerika's zu solcher Höhe erheben, daß geschmolzene Wasser aus ihrem Innern hervorbr[a]echen. Damals auch wurden die großen Strömungen entdeckt, namentlich der Golfstrom. Ueber ihn schrieb: Petrus Martyr de augiera? Angiera Anfang des 16ten saec. Auch ein neuer Him- mel wurde damals von den Menschen gesehen. Die Schif- fer wurden aufmerksam auf die m[unleserliches Material - 1 Zeichen fehlt]agell[a]nischenmagellanischen Wolken; es sind dieß nicht eine Milchstraße sondern 2 große Nebel- flecken die keine Zone bilden. Schon früher waren sie den Arabern bekannt. Auch die schwarzen Flecken (ca- nope nennt sie Magellan) wurden damals zuerst von den Europäern gesehen. 2 Bücher die Anfang saec: 16 erschienen sind am interessantesten, nemlich Akosta's Naturgeschichte und Petrus Martyr de augieraAngiera?.
Nach dieser Weltbegebenheit, deren Folgen mit un- begreiflicher Schnelligkeit fortgingen und sich ausbrei- teten, ist kaum eine andere noch zu nennen. Die Kenntniß des Luftstroms auch der von Ost nach West ge[unleserliches Material]ht
ein ganz abgeschlossenes Menschengeschlecht gefunden und warf nun die Frage auf, warum da kein Negervolk sich finde. Man stritt darüber mit vieler Heftigkeit u[.]nd glaubte diese Menschen seien, eben so wie ihre nreißenden Thiere, die sie als Junge mitgenommen, aus Asien gekommen. Was der menschliche Verstand nicht alles ersinnt!
Die Entdeckung von Amerika hatte auch einen großen Einfluß auf die richtige Ansicht von den Vulkanen. Man glaubte zuerst Wasservulkane gefunden zu haben, da sich die Berge Amerika’s zu solcher Höhe erheben, daß geschmolzene Wasser aus ihrem Innern hervorbr[a]echen. Damals auch wurden die großen Strömungen entdeckt, namentlich der Golfstrom. Ueber ihn schrieb: Petrus Martÿr de augiera? Angiera Anfang des 16ten saec. Auch ein neuer Him- mel wurde damals von den Menschen gesehen. Die Schif- fer wurden aufmerksam auf die m[unleserliches Material – 1 Zeichen fehlt]agell[a]nischenmagellanischen Wolken; es sind dieß nicht eine Milchstraße sondern 2 große Nebel- flecken die keine Zone bilden. Schon früher waren sie den Arabern bekannt. Auch die schwarzen Flecken (ca- nope nennt sie Magellan) wurden damals zuerst von den Europäern gesehen. 2 Bücher die Anfang saec: 16 erschienen sind am interessantesten, nemlich Akosta’s Naturgeschichte und Petrus Martÿr de augieraAngiera?.
Nach dieser Weltbegebenheit, deren Folgen mit un- begreiflicher Schnelligkeit fortgingen und sich ausbrei- teten, ist kaum eine andere noch zu nennen. Die Kenntniß des Luftstroms auch der von Ost nach West ge[unleserliches Material]ht
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[[33]/0039]
ein ganz abgeschlossenes Menschengeschlecht gefunden und
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Was der menschliche Verstand nicht alles ersinnt!
Die Entdeckung von Amerika hatte auch einen großen
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Man glaubte zuerst Wasservulkane gefunden zu haben,
da sich die Berge Amerika’s zu solcher Höhe erheben, daß
geschmolzene Wasser aus ihrem Innern hervorbrechen.
Damals auch wurden die großen Strömungen entdeckt,
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Angiera Anfang des 16ten saec. Auch ein neuer Him-
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flecken die keine Zone bilden. Schon früher waren sie
den Arabern bekannt. Auch die schwarzen Flecken (ca-
nope nennt sie Magellan) wurden damals zuerst von
den Europäern gesehen. 2 Bücher die Anfang saec: 16
erschienen sind am interessantesten, nemlich Akosta’s
Naturgeschichte und Petrus Martÿr de Angiera?.
Nach dieser Weltbegebenheit, deren Folgen mit un-
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teten, ist kaum eine andere noch zu nennen. Die
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Anonym (Hg.): Alexander von Humboldts Vorlesungen über physikalische
Geographie nebst Prolegomenen über die Stellung der Gestirne. Berlin
im Winter von 1827 bis 1828. Berlin, 1934. anhand der Vorlage
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[N. N.]: Alexander von Humboldts Vorlesungen über phÿsikalische Geographie nebst Prolegomenen über die Stellung der Gestirne. Berlin im Winter von 1827 bis 1828. [Berlin], [1827/28]. [= Nachschrift der ‚Kosmos-Vorträge‛ Alexander von Humboldts in der Berliner Universität, 3.11.1827–26.4.1828.], S. [33]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_msgermqu2345_1827/39>, abgerufen am 25.09.2024.
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