zu machen erwähnen wir nur einige in London gemachte Beobachtungen: 1580 war hier die magnetische Abweichung 11° 14' östlich; 1622 war sie 8° 1634[...] 4° 5'; 1655 war gar keine Abweichung; 1672 war sie 20° 30' westlich; 1692 aber 6° und 1774 21° 16' und seit 1818 hat diese westliche Abweichung ihr maximum erreicht. Die Linien ohne Abweichung sind seit Anfang saec: 17 bekannt; doch ist es schwer die damaligen Linien mit den jetzigen zu vergleichen. Die welche damals in Paris war, mag jetzt in Kasan sein. Man kann 3 oder 4 Linien annehmen: 1., eine welche jetzt im atlantischen Ocean ist nicht weit von Sandwichlande, sich längst der Küste von Brasilien hinzieht etwas östlich von Trinitat hinauf- läuft nach dem magnetischen Pol in Canada.
2., wäre in der Südsee welche westlich von der Küste von Peru geht und deren nördliche Fortsetzung wir nicht kennen, 3[.] und 4., diese beiden sind wahrscheinlich nur eine; sie durch- schneidet die molukischen Inseln, theil[e]t[n] sich mehr nördlich in 2 Zweige von denen einer nach China, der andere in wun- derbaren Verschlingungen durch Bengalen nach Tobolks und Kasan geht. HanstädtOerstädt?In Anonym 1934 geändert zu: Oerstädt. in Norwegen meint es seien auch diese 2 Zweige nur eine einzige Linie, die sich noch wunder- barer schlängelt von China nach Archangel. Im Innern von Afrika ist keine solche Linie gefunden und die welche früher am Cap war muß also östlich gegangen und nicht ersetzt worden sein. Die Linie auf dem Continente zeigt nur sehr geringe Bewe- gungen. Was den magnetischen Pol anlangt, so ist der in Ame- rika trotz der vortrefflichen Reisen der Engländer noch immer nicht
zu machen erwähnen wir nur einige in London gemachte Beobachtungen: 1580 war hier die magnetische Abweichung 11° 14′ östlich; 1622 war sie 8° 1634[…] 4° 5′; 1655 war gar keine Abweichung; 1672 war sie 20° 30′ westlich; 1692 aber 6° und 1774 21° 16′ und seit 1818 hat diese westliche Abweichung ihr maximum erreicht. Die Linien ohne Abweichung sind seit Anfang saec: 17 bekannt; doch ist es schwer die damaligen Linien mit den jetzigen zu vergleichen. Die welche damals in Paris war, mag jetzt in Kasan sein. Man kann 3 oder 4 Linien annehmen: 1., eine welche jetzt im atlantischen Ocean ist nicht weit von Sandwichlande, sich längst der Küste von Brasilien hinzieht etwas östlich von Trinitat hinauf- läuft nach dem magnetischen Pol in Canada.
2., wäre in der Südsee welche westlich von der Küste von Peru geht und deren nördliche Fortsetzung wir nicht keñen, 3[.] und 4., diese beiden sind wahrscheinlich nur eine; sie durch- schneidet die molukischen Inseln, theil[e]t[n] sich mehr nördlich in 2 Zweige von denen einer nach China, der andere in wun- derbaren Verschlingungen durch Bengalen nach Tobolks und Kasan geht. Hanstädt⎡Oerstädt?In Anonym 1934 geändert zu: Oerstädt. in Norwegen meint es seien auch diese 2 Zweige nur eine einzige Linie, die sich noch wunder- barer schlängelt von China nach Archangel. Im Innern von Afrika ist keine solche Linie gefunden und die welche früher am Cap war muß also östlich gegangen und nicht ersetzt worden sein. Die Linie auf dem Continente zeigt nur sehr geringe Bewe- gungen. Was den magnetischen Pol anlangt, so ist der in Ame- rika trotz der vortrefflichen Reisen der Engländer noch im̃er nicht
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schneidet die molukischen Inseln, theilt sich mehr nördlich in
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und Kasan geht. in Norwegen meint es seien
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barer schlängelt von China nach Archangel. Im Innern von
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Anonym (Hg.): Alexander von Humboldts Vorlesungen über physikalische
Geographie nebst Prolegomenen über die Stellung der Gestirne. Berlin
im Winter von 1827 bis 1828. Berlin, 1934. anhand der Vorlage
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[N. N.]: Alexander von Humboldts Vorlesungen über phÿsikalische Geographie nebst Prolegomenen über die Stellung der Gestirne. Berlin im Winter von 1827 bis 1828. [Berlin], [1827/28]. [= Nachschrift der ‚Kosmos-Vorträge‛ Alexander von Humboldts in der Berliner Universität, 3.11.1827–26.4.1828.], S. [143]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_msgermqu2345_1827/149>, abgerufen am 23.09.2024.
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