Attraction sehr klein gewesen sein. Von demselben Comet berechnete Laplace, daß wenn er 1/5000 von der Maße der Erde gehabt, so würde unser Jahr um 3 Stunden verlängert worden sein; da es aber nicht einmal um einige Secunden verlängert worden ist, so läßt sich daraus auf die unendlich geringe Maße des Cometen schließen. Der Bielasche Co- met durchschneidet zwar die Erdbahn, allein dennoch ist die Un- wahrscheinlichkeit sehr groß, daß er j[unleserliches Material]e mit der Erde zusammen- treffen wird.
Von den Cometen innerhalb des Sonnensystems.
Der Enckesche Comet zieht seine Bahnen zwischen Merkur und Jupiter und wurde zuerst 1786 von Mechain beobachtet. Dann 1795 von Miss Herschel der Schwester des Astronomen; von Messier und Bode. 1805 von Pous 1819 wieder von Pous, 1822 nach der Vorhersagung von EnckevonRümker in Para- matta in Neuholland, wo man ihn sogar mit bloßen Augen sehen konnte und 1825 von Harding in Göttingen. Seine Umlaufszeit wurde 1819 entdeckt; er geht, wie alle Planeten von West nach Ost und kann der Erde nie gefährlich werden da er in zu großer Entfernung von ihr bleibt und nicht einmal mit seiner Bahn die Erdbahn berührt. Die Umlaufszeit war verschieden, welches man einer eigenen im Weltraum verbreiteten Materie zuschreibt, welche vielleicht mit dem Zodiakallicht Aehnlichkeit hat, aber sonderbar genug so auf den Cometen wirkte, daß sie ihn der Sonne näher brachte also seine Umlaufszeit verkürz- te.
Attraction sehr klein gewesen sein. Von demselben Comet berechnete Laplace, daß wenn er 1/5000 von der Maße der Erde gehabt, so würde unser Jahr um 3 Stunden verlängert worden sein; da es aber nicht einmal um einige Secunden verlängert worden ist, so läßt sich daraus auf die unendlich geringe Maße des Cometen schließen. Der Bielasche Co- met durchschneidet zwar die Erdbahn, allein dennoch ist die Un- wahrscheinlichkeit sehr groß, daß er j[unleserliches Material]e mit der Erde zusam̃en- treffen wird.
Von den Cometen innerhalb des Sonnensÿstems.
Der Enckesche Comet zieht seine Bahnen zwischen Merkur und Jupiter und wurde zuerst 1786 von Méchain beobachtet. Dann 1795 von Miss Herschel der Schwester des Astronomen; von Messier und Bode. 1805 von Pous 1819 wieder von Pous, 1822 nach der Vorhersagung von EnckevonRümker in Para- matta in Neuholland, wo man ihn sogar mit bloßen Augen sehen konnte und 1825 von Harding in Göttingen. Seine Umlaufszeit wurde 1819 entdeckt; er geht, wie alle Planeten von West nach Ost und kann der Erde nie gefährlich werden da er in zu großer Entfernung von ihr bleibt und nicht einmal mit seiner Bahn die Erdbahn berührt. Die Umlaufszeit war verschieden, welches man einer eigenen im Weltraum verbreiteten Materie zuschreibt, welche vielleicht mit dem Zodiakallicht Aehnlichkeit hat, aber sonderbar genug so auf den Cometen wirkte, daß sie ihn der Sonne näher brachte also seine Umlaufszeit verkürz- te.
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[[117]/0123]
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verlängert worden ist, so läßt sich daraus auf die unendlich
geringe Maße des Cometen schließen. Der Bielasche Co-
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treffen wird.
Von den Cometen innerhalb des Sonnensÿstems.
Der Enckesche Comet zieht seine Bahnen zwischen Merkur
und Jupiter und wurde zuerst 1786 von Méchain beobachtet.
Dann 1795 von Miss Herschel der Schwester des Astronomen;
von Messier und Bode. 1805 von Pous 1819 wieder von Pous,
1822 nach der Vorhersagung von Encke von Rümker in Para-
matta in Neuholland, wo man ihn sogar mit bloßen Augen sehen
konnte und 1825 von Harding in Göttingen. Seine Umlaufszeit
wurde 1819 entdeckt; er geht, wie alle Planeten von West nach Ost
und kann der Erde nie gefährlich werden da er in zu großer
Entfernung von ihr bleibt und nicht einmal mit seiner Bahn die
Erdbahn berührt. Die Umlaufszeit war verschieden, welches man
einer eigenen im Weltraum verbreiteten Materie zuschreibt,
welche vielleicht mit dem Zodiakallicht Aehnlichkeit hat, aber
sonderbar genug so auf den Cometen wirkte, daß sie ihn
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Anonym (Hg.): Alexander von Humboldts Vorlesungen über physikalische
Geographie nebst Prolegomenen über die Stellung der Gestirne. Berlin
im Winter von 1827 bis 1828. Berlin, 1934. anhand der Vorlage
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[N. N.]: Alexander von Humboldts Vorlesungen über phÿsikalische Geographie nebst Prolegomenen über die Stellung der Gestirne. Berlin im Winter von 1827 bis 1828. [Berlin], [1827/28]. [= Nachschrift der ‚Kosmos-Vorträge‛ Alexander von Humboldts in der Berliner Universität, 3.11.1827–26.4.1828.], S. [117]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_msgermqu2345_1827/123>, abgerufen am 25.09.2024.
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