2300 danken wir allein seiner Thätigkeit. Er hat untersucht wie sie nicht bloß am Himmel vertheilt sind, sondern auch ge- funden, daß von den Sternen 1ster-3ter Größe immer unter 5 ein Doppelstern, von den Sternen 5-7 Größe kaum unter 12 ein Doppelstern sei. Er hat auch entdeckt, daß wenn man die Sterne 1-7 Größe zusammenwirft, man unter 11 allemal einen Doppelstern findet.Das b in der Leyer
Was ihre Natur anlangt so führen wir nur beispielsweise einige auf: Castor ist ein Doppelstern 2ter und 4ter Größe. Der Polarstern 2ter und 11ter Größe. Das D in der Leyer ist 4 fach, das sigma S im Orion 16 fach. Die ältesten Beobachtungen in dieser Art sind gemacht 1759 von Lessly und Brading(?)[.] Im 61ten Stern des Schwan's hat man seit 57 Jahren die Bewegung des kleinern um den größern beobachtet.71
Die Farbe der Doppelsterne ist sehr verschieden. Bei denen, wo ein Contrast sich findet ist allgemeine Erfahrung, daß der größere der bunte und der kleinere der weiße ist. Daßder grössere nie bunt
beide bunt sind findet sich auch wohl. Man könnte glauben diese Verschiedenheit sei nur optisch und komme her von den Supplementarfarben; allein dies ist nicht der Fall, sondern man findet, daß z. E. auch ein blauer und ein weißer zu- sammen ist, und also Farben die sich nicht fordern. Auffallend ist daß blaue und grüne Sterne nie isoliert gefunden sind, sondern diese immer als Doppelsterne.
Sie bewegen sich entweder um einander, der kleinere um den größeren, oder beide um den gemeinschaftlichen Schwer- punkt. Die Veränderungen die man hierbei sieht sind entweder:
2300 danken wir allein seiner Thätigkeit. Er hat untersucht wie sie nicht bloß am Himmel vertheilt sind, sondern auch ge- funden, daß von den Sternen 1ster–3ter Größe immer unter 5 ein Doppelstern, von den Sternen 5–7 Größe kaum unter 12 ein Doppelstern sei. Er hat auch entdeckt, daß wenn man die Sterne 1–7 Größe zusammenwirft, man unter 11 allemal einen Doppelstern findet.⎡Das β in der Leyer
Was ihre Natur anlangt so führen wir nur beispielsweise einige auf: Castor ist ein Doppelstern 2ter und 4ter Größe. Der Polarstern 2ter und 11ter Größe. Das Δ in der Leÿer ist 4 fach, das ⎡sigma Σ im Orion 16 fach. Die ältesten Beobachtungen in dieser Art sind gemacht 1759 von Lesslÿ und Brading(?)[.] Im 61ten Stern des Schwan’s hat man seit 57 Jahren die Bewegung des kleinern um den größern beobachtet.71
Die Farbe der Doppelsterne ist sehr verschieden. Bei denen, wo ein Contrast sich findet ist allgemeine Erfahrung, daß der größere der bunte und der kleinere der weiße ist. Daßder grössere nie bunt
beide bunt sind findet sich auch wohl. Man könnte glauben diese Verschiedenheit sei nur optisch und komme her von den Supplementarfarben; allein dies ist nicht der Fall, sondern man findet, daß z. E. auch ein blauer und ein weißer zu- sammen ist, und also Farben die sich nicht fordern. Auffallend ist daß blaue und grüne Sterne nie isoliert gefunden sind, sondern diese immer als Doppelsterne.
Sie bewegen sich entweder um einander, der kleinere um den größeren, oder beide um den gemeinschaftlichen Schwer- punkt. Die Veränderungen die man hierbei sieht sind entweder:
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Das β in der Leyer
Was ihre Natur anlangt so führen wir nur beispielsweise
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Der Polarstern 2ter und 11ter Größe. Das Δ in der Leÿer ist
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dieser Art sind gemacht 1759 von Lesslÿ und Brading (?). Im
61ten Stern des Schwan’s hat man seit 57 Jahren die Bewegung
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71
Die Farbe der Doppelsterne ist sehr verschieden. Bei
denen, wo ein Contrast sich findet ist allgemeine Erfahrung,
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beide bunt sind findet sich auch wohl. Man könnte glauben
diese Verschiedenheit sei nur optisch und komme her von den
Supplementarfarben; allein dies ist nicht der Fall, sondern
man findet, daß z. E. auch ein blauer und ein weißer zu-
sammen ist, und also Farben die sich nicht fordern. Auffallend ist
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Anonym (Hg.): Alexander von Humboldts Vorlesungen über physikalische
Geographie nebst Prolegomenen über die Stellung der Gestirne. Berlin
im Winter von 1827 bis 1828. Berlin, 1934. anhand der Vorlage
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[N. N.]: Alexander von Humboldts Vorlesungen über phÿsikalische Geographie nebst Prolegomenen über die Stellung der Gestirne. Berlin im Winter von 1827 bis 1828. [Berlin], [1827/28]. [= Nachschrift der ‚Kosmos-Vorträge‛ Alexander von Humboldts in der Berliner Universität, 3.11.1827–26.4.1828.], S. [67]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_msgermqu2345_1827/73>, abgerufen am 23.09.2024.
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