alle andern lange geschlitzte Augen haben; deann das wirkliche Krokodill wie es als GavialeIn Anonym 1934 geändert zu: Gaviala. im Ganges vorkömmt; eine son- 189 derbare Flügeleidexe, die einen eigenen Finger hat, der mit dem Flügel verbunden ist, Pterodactyles genannt, worüber zwischen Cuvier[u.]undSömmering ein langer Streit geführt ward. Deann die ganze Reihe der Cetaceen, wallfischartige Thiere, warmblütige Bewohner des Meers; Seekühe, wie man sie in den antillischen Meeren findet, Lamantius Lamantins genannt.
Ueber der Kreide fangen die Säugethiere des Landes an; ungeheure Rhinocerosähnliche, wie das Anapltlotherion, Valaco- therionPalaiotherion ?; der kolossale Tapir, den man lange für ein bloß ame- rikanisches Thier hielt, bis man kürzlich in Malacca einen gefunden hat, den man zwar für eine neue species ansehen muß, der aber mit dem amerikanischen viel Aehnlichkeit hat. Merkwürdig genug ist nie ein Auerochsen-Fossil gefunden. Man hat in neuern W. Zeiten erwiesen, daß unser Rindvieh nicht vom Auerochsen abstammt, sondern daß der Urstamm sich in Amerika findet; e. Einen höheren Elephanten; ein Rhinoceros; neue Species vom Nilpferd etc: Einen solchen ungeheuren Elephanten hat man im nördlichen Asien ent- deckt. Schon 1771 fand man daselbst foßssile Elephantenknochen mit Stücken Fleisch daran; aber die wichtigste Entdeckung machte Adams ein in rußischen Diensten stehender Physiker auf seiner Reise in Sibirien 1799. Er fand eine grossße Eismaßsse mit einzelnen Knochen [u.]und Fleisch: es brauchte 5-6 Jahr ehe das Thier ganz vom Eise frei wurde; unterdessen zehrten Hunde [u.]und Wölfe in großer Menge davon, endlich 1804 meldeten die Jakuten an Adams, daß das Thier frei sei [u.]und nun wurden endlich die Reste nach Petersburg
alle andern lange geschlitzte Augen haben; deann das wirkliche Krokodill wie es als GavialeIn Anonym 1934 geändert zu: Gaviala. im Ganges vorkömmt; eine son- 189 derbare Flügeleidexe, die einen eigenen Finger hat, der mit dem Flügel verbunden ist, Pterodactyles genannt, worüber zwischen Cuvier[u.]undSömmering ein langer Streit geführt ward. Deann die ganze Reihe der Cetaceen, wallfischartige Thiere, warmblütige Bewohner des Meers; Seekühe, wie man sie in den antillischen Meeren findet, Lamantius Lamantins genannt.
Ueber der Kreide fangen die Säugethiere des Landes an; ungeheure Rhinocerosähnliche, wie das Anapltlotherion, Valaco- therionPalaiotherion ?; der kolossale Tapir, den man lange für ein bloß ame- rikanisches Thier hielt, bis man kürzlich in Malacca einen gefunden hat, den man zwar für eine neue species ansehen muß, der aber mit dem amerikanischen viel Aehnlichkeit hat. Merkwürdig genug ist nie ein Auerochsen-Fossil gefunden. Man hat in neuern W. Zeiten erwiesen, daß unser Rindvieh nicht vom Auerochsen abstam̃t, sondern daß der Urstamm sich in Amerika findet; e. Einen höheren Elephanten; ein Rhinoceros; neue Species vom Nilpferd etc: Einen solchen ungeheuren Elephanten hat man im nördlichen Asien ent- deckt. Schon 1771 fand man daselbst foßssile Elephantenknochen mit Stücken Fleisch daran; aber die wichtigste Entdeckung machte Adams ein in rußischen Diensten stehender Phÿsiker auf seiner Reise in Sibirien 1799. Er fand eine grossße Eismaßsse mit einzelnen Knochen [u.]und Fleisch: es brauchte 5–6 Jahr ehe das Thier ganz vom Eise frei wurde; unterdessen zehrten Hunde [u.]und Wölfe in großer Menge davon, endlich 1804 meldeten die Jakuten an Adams, daß das Thier frei sei [u.]und nun wurden endlich die Reste nach Petersburg
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ward. Dann die ganze Reihe der Cetaceen, wallfischartige Thiere,
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Ueber der Kreide fangen die Säugethiere des Landes an;
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rikanisches Thier hielt, bis man kürzlich in Malacca einen gefunden
hat, den man zwar für eine neue species ansehen muß, der
aber mit dem amerikanischen viel Aehnlichkeit hat. Merkwürdig
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Zeiten erwiesen, daß unser Rindvieh nicht vom Auerochsen abstam̃t,
sondern daß der Urstamm sich in Amerika findet. Einen höheren
Elephanten; ein Rhinoceros; neue Species vom Nilpferd etc: Einen
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ein in rußischen Diensten stehender Phÿsiker auf seiner Reise
in Sibirien 1799. Er fand eine große Eismasse mit einzelnen
Knochen und Fleisch: es brauchte 5–6 Jahr ehe das Thier ganz vom
Eise frei wurde; unterdessen zehrten Hunde und Wölfe in großer
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das Thier frei sei und nun wurden endlich die Reste nach Petersburg
W.
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Anonym (Hg.): Alexander von Humboldts Vorlesungen über physikalische
Geographie nebst Prolegomenen über die Stellung der Gestirne. Berlin
im Winter von 1827 bis 1828. Berlin, 1934. anhand der Vorlage
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[N. N.]: Alexander von Humboldts Vorlesungen über phÿsikalische Geographie nebst Prolegomenen über die Stellung der Gestirne. Berlin im Winter von 1827 bis 1828. [Berlin], [1827/28]. [= Nachschrift der ‚Kosmos-Vorträge‛ Alexander von Humboldts in der Berliner Universität, 3.11.1827–26.4.1828.], S. [186]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_msgermqu2345_1827/192>, abgerufen am 25.09.2024.
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