Bessel. Laplace hat über dies Phaenomen Untersu- chungen angestellt und bewiesen, daß die äußersten Grenzen dieser Veränderung nur 11/2° betragen; es ist dies also eine Sekulärbewegung welche auf die Climate keinen Einfluß haben kann.
Der Mond. Die Alten meinten der Mond sei früher nichtS. 114
da gewesen und die Arcadier nannten sich ProseleidenIn Anonym 1934 geändert zu: Antiseleiden.. Er sollte erschienen sein als Hercules mit den Gyganten kämpfte. Ueber diese Mythe ist viel gestritten. Creuzer meint sie sei eine Anspielung auf die Einführung des Mond- cultus.
Die Größe seines Durchmessers ist 166466 ?In Anonym 1934 geändert zu: 466. Meilen und seine Rotation steht senkrecht auf der Mondbahn. Die Entfernung von der Erde ist 51,800 Meilen bis auf 1/3200 Theil genau, zuerst bestimmt von Lacaille am Cap der guten Hoffnung und Lalande in Berlin. Das Licht des Mondes ist nach Lambert 300,000 mal geringer als das der Sonne. Neben dem Lichte des Vollmonds sehen wir das aschfarbne Licht, welches von der Refraction der Erde herkommt. In den ältesten Zeiten hatte schon Plutarch die Idee von einer Phos- phorescenz, doch ist diese Aushülfe nicht nöthig. Leonardo da Vinci (+ 1521) hat die beste Erklärung davon gegeben. Bei totalen Mondfinsternissen verschwindet der Mond gar nicht, sondern man sieht ihn im rothen Lichte, nament- lich unter den Tropen. Dies ist nicht mehr reflectirt von der Erde, sondern inflectirt von der Atmosphäre, welche die Erde umgiebt. Es ist verschieden, nach der verschiedenen Lage,
Bessel. Laplace hat über dies Phaenomen Untersu- chungen angestellt und bewiesen, daß die äußersten Grenzen dieser Veränderung nur 1½° betragen; es ist dies also eine Sekulärbewegung welche auf die Climate keinen Einfluß haben kann.
Der Mond. Die Alten meinten der Mond sei früher nichtS. 114
da gewesen und die Arcadier nannten sich ProseleïdenIn Anonym 1934 geändert zu: Antiseleïden.. Er sollte erschienen sein als Hercules mit den Gÿganten kämpfte. Ueber diese Mÿthe ist viel gestritten. Creuzer meint sie sei eine Anspielung auf die Einführung des Mond- cultus.
Die Größe seines Durchmessers ist 166466 ?In Anonym 1934 geändert zu: 466. Meilen und seine Rotation steht senkrecht auf der Mondbahn. Die Entfernung von der Erde ist 51,800 Meilen bis auf 1/3200 Theil genau, zuerst bestimmt von Lacaille am Cap der guten Hoffnung und Lalande in Berlin. Das Licht des Mondes ist nach Lambert 300,000 mal geringer als das der Sonne. Neben dem Lichte des Vollmonds sehen wir das aschfarbne Licht, welches von der Refraction der Erde herkommt. In den ältesten Zeiten hatte schon Plutarch die Idee von einer Phos- phorescenz, doch ist diese Aushülfe nicht nöthig. Leonardo da Vinci († 1521) hat die beste Erklärung davon gegeben. Bei totalen Mondfinsternissen verschwindet der Mond gar nicht, sondern man sieht ihn im rothen Lichte, nament- lich unter den Tropen. Dies ist nicht mehr reflectirt von der Erde, sondern inflectirt von der Atmosphäre, welche die Erde umgiebt. Es ist verschieden, nach der verschiedenen Lage,
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Bessel. Laplace hat über dies Phaenomen Untersu-
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dies also eine Sekulärbewegung welche auf die Climate
keinen Einfluß haben kann.
Der Mond. Die Alten meinten der Mond sei früher nicht
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sollte erschienen sein als Hercules mit den Gÿganten
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S. 114
Die Größe seines Durchmessers ist 166466 ? Meilen und seine
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von der Erde ist 51,800 Meilen bis auf 1/3200 Theil genau,
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und Lalande in Berlin. Das Licht des Mondes ist nach
Lambert 300,000 mal geringer als das der Sonne. Neben
dem Lichte des Vollmonds sehen wir das aschfarbne Licht, welches
von der Refraction der Erde herkommt. In den ältesten
Zeiten hatte schon Plutarch die Idee von einer Phos-
phorescenz, doch ist diese Aushülfe nicht nöthig. Leonardo
da Vinci († 1521) hat die beste Erklärung davon gegeben.
Bei totalen Mondfinsternissen verschwindet der Mond
gar nicht, sondern man sieht ihn im rothen Lichte, nament-
lich unter den Tropen. Dies ist nicht mehr reflectirt von
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Anonym (Hg.): Alexander von Humboldts Vorlesungen über physikalische
Geographie nebst Prolegomenen über die Stellung der Gestirne. Berlin
im Winter von 1827 bis 1828. Berlin, 1934. anhand der Vorlage
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[N. N.]: Alexander von Humboldts Vorlesungen über phÿsikalische Geographie nebst Prolegomenen über die Stellung der Gestirne. Berlin im Winter von 1827 bis 1828. [Berlin], [1827/28]. [= Nachschrift der ‚Kosmos-Vorträge‛ Alexander von Humboldts in der Berliner Universität, 3.11.1827–26.4.1828.], S. [101]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_msgermqu2345_1827/107>, abgerufen am 25.09.2024.
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