Erde. 20,871,000 Meilen ist sie von uns entfernt. Eine Kanonenkugel welche in einer Secunde 1500 Fuß durchliefe würde vom Mond zur Erde 9 Tage, von der Sonne zur Erde 9 Jahre unterweges sein; dennoch kommt das Licht in 8 Minuten 13 Secunden von der Sonne zu uns. (nach Delambre)richtig
S. 100 Man sieht an dem östlichen Rande der Sonne Flecken, welche sich von Osten gegen Westen bewegen und gewöhnlich nach 13 Tagen verschwinden. Man sieht sie etwa 30°-32° entfernt vom Sonnenäquator. Man hat aus diesem Allen eine Rotationsdauer von 25 Tagen (?)In Anonym 1934 kein Fragezeichen. berechnet. Die Flecken sind nicht erst zu unserer Zeit, sondern schon früh gesehen; die Alten behaupteten daß sie früher ganz bedeckt gewesen sei von solchen Flecken. Im Jahr 321 p. C. führen zuerst die Chinesen sie an; 626 sind sie mit bloßen Augen gesehen u. arabische Astronomen (Abulfaradsch, Averroes) behaupteten den Mercur in der Sonnenscheibe zu sehen, was indeß unmöglich sein würde; auch die Peruaner denen die Garua ein dichter Nebel die Sonne monatelang verhüllt, kannten im Anfange saec: 16 die Sonnenflecken. Der Engländer Harriot hat sie zuerst als Flecken erkannt am 8ten Dec: 1610; in demselben Jahr sah sie auch Joh: Fabricius, der noch, die mildernden Blend- Gläser nicht kennend, seine[n] Augen daran gewöhnen muß in die Strahlen zu schauen. Der Jesuit TscheinerIn Anonym 1934 geändert zu: Scheiner. in Ingolstadt wird gewöhnlich als Entdecker genannt. Man muß, was diese Sonnenflecke anlangt, unterscheiden zwischen den schwarzen Flecken mit aschgrauem Rande und den Lichtadern welche man immer auf der Oberfläche der Sonne wie ein Gitter erblickt,
Erde. 20,871,000 Meilen ist sie von uns entfernt. Eine Kanonenkugel welche in einer Secunde 1500 Fuß durchliefe würde vom Mond zur Erde 9 Tage, von der Sonne zur Erde 9 Jahre unterweges sein; dennoch kommt das Licht in 8 Minuten 13 Secunden von der Sonne zu uns. (nach Delambre)richtig
S. 100 Man sieht an dem östlichen Rande der Sonne Flecken, welche sich von Osten gegen Westen bewegen und gewöhnlich nach 13 Tagen verschwinden. Man sieht sie etwa 30°–32° entfernt vom Sonnenäquator. Man hat aus diesem Allen eine Rotationsdauer von 25 Tagen (?)In Anonym 1934 kein Fragezeichen. berechnet. Die Flecken sind nicht erst zu unserer Zeit, sondern schon früh gesehen; die Alten behaupteten daß sie früher ganz bedeckt gewesen sei von solchen Flecken. Im Jahr 321 p. C. führen zuerst die Chinesen sie an; 626 sind sie mit bloßen Augen gesehen u. arabische Astronomen (Abulfaradsch, Averroës) behaupteten den Mercur in der Sonnenscheibe zu sehen, was indeß unmöglich sein würde; auch die Peruaner denen die Garua ein dichter Nebel die Sonne monatelang verhüllt, kannten im Anfange saec: 16 die Sonnenflecken. Der Engländer Harriot hat sie zuerst als Flecken erkannt am 8ten Dec: 1610; in demselben Jahr sah sie auch Joh: Fabricius, der noch, die mildernden Blend- Gläser nicht kennend, seine[n] Augen daran gewöhnen muß in die Strahlen zu schauen. Der Jesuit TscheinerIn Anonym 1934 geändert zu: Scheiner. in Ingolstadt wird gewöhnlich als Entdecker genannt. Man muß, was diese Sonnenflecke anlangt, unterscheiden zwischen den schwarzen Flecken mit aschgrauem Rande und den Lichtadern welche man immer auf der Oberfläche der Sonne wie ein Gitter erblickt,
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Man sieht an dem östlichen Rande der Sonne Flecken,
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eine Rotationsdauer von 25 Tagen (?) berechnet. Die Flecken
sind nicht erst zu unserer Zeit, sondern schon früh gesehen;
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Chinesen sie an; 626 sind sie mit bloßen Augen gesehen u.
arabische Astronomen (Abulfaradsch, Averroës) behaupteten den
Mercur in der Sonnenscheibe zu sehen, was indeß unmöglich
sein würde; auch die Peruaner denen die Garua ein dichter
Nebel die Sonne monatelang verhüllt, kannten im Anfange
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Jahr sah sie auch Joh: Fabricius, der noch, die mildernden Blend-
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Anonym (Hg.): Alexander von Humboldts Vorlesungen über physikalische
Geographie nebst Prolegomenen über die Stellung der Gestirne. Berlin
im Winter von 1827 bis 1828. Berlin, 1934. anhand der Vorlage
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[N. N.]: Alexander von Humboldts Vorlesungen über phÿsikalische Geographie nebst Prolegomenen über die Stellung der Gestirne. Berlin im Winter von 1827 bis 1828. [Berlin], [1827/28]. [= Nachschrift der ‚Kosmos-Vorträge‛ Alexander von Humboldts in der Berliner Universität, 3.11.1827–26.4.1828.], S. [86]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_msgermqu2345_1827/92>, abgerufen am 23.09.2024.
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