Tropen weit mehr zu als Säugethiere; und wenn man die Faunen von mehrere Landern kennen, und und Mittelzahlen von einigen 1000 Arealen haben könn- te wo sie auf dieselbe Weise wie die Pflanzen nach Generibu und specibus behandelt würden, würde man gewiß ganz ähnliche Resultate bei den Thieren finden, wie sie sich bei den Pflanzen ergeben.
Nach der gegenwärtigen Kenntniß verhalten sich die wiederkäuenden Thiere, zu den reißenden, fleisch- fressenden Thieren wie 3 : 1. Von den Pachidermen hat sich das Verhältniß sehr geändert, man hat jetzt nur 16 bis 18 Pachidermen, in der Vorwelt sind 56 untergegangen. - Auch von den Insekten sind viele Species untergegangen, man findet verschwundene Species im Bernstein, Brannkohle etc. in den nor- dischen Gegenden.
Die Form der Kengurus und andrer Thier Species in Neuholland ist nicht isolirt, wie wir es bei ei- nigen Pflanzen gefunden haben.
Das erste was die Naturforscher gewöhnlich thun, ist Kontraste aufzusuchen, erst nachher, mit einer gewissen größern Verständigkeit sucht man die
all-
8.
Tropen weit mehr zu als Säugethiere; und wenn man die Faunen von mehrere Landern kennen, und und Mittelzahlen von einigen 1000 Arealen haben könn- te wo ſie auf dieſelbe Weiſe wie die Pflanzen nach Generibu und specibus behandelt würden, würde man gewiß ganz ähnliche Resultate bei den Thieren finden, wie ſie ſich bei den Pflanzen ergeben.
Nach der gegenwärtigen Kenntniß verhalten ſich die wiederkäuenden Thiere, zu den reißenden, fleiſch- freſsenden Thieren wie 3 : 1. Von den Pachidermen hat ſich das Verhältniß ſehr geändert, man hat jetzt nur 16 bis 18 Pachidermen, in der Vorwelt ſind 56 untergegangen. – Auch von den Insekten ſind viele Species untergegangen, man findet verſchwundene Species im Bernſtein, Brannkohle etc. in den nor- diſchen Gegenden.
Die Form der Kengurus und andrer Thier Species in Neuholland iſt nicht iſolirt, wie wir es bei ei- nigen Pflanzen gefunden haben.
Das erſte was die Naturforſcher gewöhnlich thun, iſt Kontraſte aufzusuchen, erſt nachher, mit einer gewiſsen größern Verſtändigkeit ſucht man die
all-
<TEI><text><body><divtype="session"n="59"><divn="1"><divn="2"><divn="3"><p><pbfacs="#f0613"n="607"/><fwtype="sig"place="top"hand="#pencil">8.<lb/></fw><lb/>
Tropen weit mehr zu als Säugethiere; und wenn<lb/>
man die Faunen von mehrere Landern kennen, und<lb/>
und Mittelzahlen von einigen 1000 Arealen haben könn-<lb/>
te wo ſie auf dieſelbe Weiſe wie die Pflanzen nach<lb/><hirendition="#aq">Generibu</hi> und <hirendition="#aq">specibus</hi> behandelt würden, würde man<lb/>
gewiß ganz ähnliche Resultate bei den Thieren finden,<lb/>
wie ſie ſich bei den Pflanzen ergeben.</p><lb/><p>Nach der gegenwärtigen Kenntniß verhalten ſich die<lb/>
wiederkäuenden Thiere, zu den reißenden, fleiſch-<lb/>
freſsenden Thieren wie 3 : 1. Von den Pachidermen<lb/>
hat ſich das Verhältniß ſehr geändert, man hat jetzt<lb/>
nur 16 bis 18 Pachidermen, in der Vorwelt ſind 56<lb/>
untergegangen. – Auch von den Insekten ſind viele<lb/>
Species untergegangen, man findet verſchwundene<lb/>
Species im Bernſtein, Brannkohle <hirendition="#aq">etc</hi>. in den nor-<lb/>
diſchen Gegenden.</p><lb/><p>Die Form der Kengurus und andrer Thier Species<lb/>
in Neuholland iſt nicht iſolirt, wie wir es bei ei-<lb/>
nigen Pflanzen gefunden haben.</p><lb/><p>Das erſte was die Naturforſcher gewöhnlich thun,<lb/>
iſt Kontraſte aufzusuchen, erſt nachher, mit einer<lb/>
gewiſsen größern Verſtändigkeit ſucht man die<lb/><fwtype="catch"place="bottom"><hirendition="#u">all-</hi></fw><lb/></p></div></div></div></div></body></text></TEI>
[607/0613]
8.
Tropen weit mehr zu als Säugethiere; und wenn
man die Faunen von mehrere Landern kennen, und
und Mittelzahlen von einigen 1000 Arealen haben könn-
te wo ſie auf dieſelbe Weiſe wie die Pflanzen nach
Generibu und specibus behandelt würden, würde man
gewiß ganz ähnliche Resultate bei den Thieren finden,
wie ſie ſich bei den Pflanzen ergeben.
Nach der gegenwärtigen Kenntniß verhalten ſich die
wiederkäuenden Thiere, zu den reißenden, fleiſch-
freſsenden Thieren wie 3 : 1. Von den Pachidermen
hat ſich das Verhältniß ſehr geändert, man hat jetzt
nur 16 bis 18 Pachidermen, in der Vorwelt ſind 56
untergegangen. – Auch von den Insekten ſind viele
Species untergegangen, man findet verſchwundene
Species im Bernſtein, Brannkohle etc. in den nor-
diſchen Gegenden.
Die Form der Kengurus und andrer Thier Species
in Neuholland iſt nicht iſolirt, wie wir es bei ei-
nigen Pflanzen gefunden haben.
Das erſte was die Naturforſcher gewöhnlich thun,
iſt Kontraſte aufzusuchen, erſt nachher, mit einer
gewiſsen größern Verſtändigkeit ſucht man die
all-
Informationen zur CAB-Ansicht
Diese Ansicht bietet Ihnen die Darstellung des Textes in normalisierter Orthographie.
Diese Textvariante wird vollautomatisch erstellt und kann aufgrund dessen auch Fehler enthalten.
Alle veränderten Wortformen sind grau hinterlegt. Als fremdsprachliches Material erkannte
Textteile sind ausgegraut dargestellt.
Anmerkungen zur Edition:
Im Manuskript fehlt ein Blatt (S. 359–360), aus technischen Gründen wurde
auf die Einschaltung von zwei Leerseiten im Digitalisat verzichtet. Ein
entsprechendes Tag weist an der betreffenden Stelle darauf hin.
Zwei Blätter sind vom Schreiber falsch paginiert und falsch gebunden
(S. 291–294). Die Reihenfolge der Bilder wurde korrigiert, die
dementsprechend korrigierten Seitenzahlen wurden durch eckige Klammern
gekennzeichnet.
Vom Schreiber selbst berichtigte Seitenzahlen wurden ebenfalls durch eckige
Klammern gekennzeichnet.
[N. N.]: Physikalische Geographie von Heinr. Alex. Freiherr v. Humboldt. [V]orgetragen im Wintersemester 1827/8. [Berlin], [1827/28]. [= Nachschrift der ‚Kosmos-Vorträge‛ Alexander von Humboldts in der Berliner Universität, 3.11.1827–26.4.1828.], S. 607. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_n0171w1_1828/613>, abgerufen am 25.09.2024.
Alle Inhalte dieser Seite unterstehen, soweit nicht anders gekennzeichnet, einer
Creative-Commons-Lizenz.
Die Rechte an den angezeigten Bilddigitalisaten, soweit nicht anders gekennzeichnet, liegen bei den besitzenden Bibliotheken.
Weitere Informationen finden Sie in den DTA-Nutzungsbedingungen.
Insbesondere im Hinblick auf die §§ 86a StGB und 130 StGB wird festgestellt, dass die auf
diesen Seiten abgebildeten Inhalte weder in irgendeiner Form propagandistischen Zwecken
dienen, oder Werbung für verbotene Organisationen oder Vereinigungen darstellen, oder
nationalsozialistische Verbrechen leugnen oder verharmlosen, noch zum Zwecke der
Herabwürdigung der Menschenwürde gezeigt werden.
Die auf diesen Seiten abgebildeten Inhalte (in Wort und Bild) dienen im Sinne des
§ 86 StGB Abs. 3 ausschließlich historischen, sozial- oder kulturwissenschaftlichen
Forschungszwecken. Ihre Veröffentlichung erfolgt in der Absicht, Wissen zur Anregung
der intellektuellen Selbstständigkeit und Verantwortungsbereitschaft des Staatsbürgers zu
vermitteln und damit der Förderung seiner Mündigkeit zu dienen.
Zitierempfehlung: Deutsches Textarchiv. Grundlage für ein Referenzkorpus der neuhochdeutschen Sprache. Herausgegeben von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Berlin 2024. URL: https://www.deutschestextarchiv.de/.