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Neue Rheinische Zeitung. Nr. 112. Köln, 26. September 1848. Beilage.

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Schule genannt wurde, so meine ich, der Staat sei als Pflegevater der Schule zu nennen, und die Tochter könne doch nicht um des Pflegevaters willen nicht die Mutter verlassen. (Vermischte Verwandtschaft?) In den Paragraphen 18 und 19 vermisse er einen Punkt über die Lernpflicht. Sonst tritt er dem Verfassungsausschuß bei.

Die Debatte über § 18 geschlossen.

Waiz, Berichterstatter des Ausschusses, vertheidigt (in Vertretung Beselers) noch die Fassung des Ausschusses. Er gibt in Bezug auf die Langweiligkeit Hrn. Beseler nichts nach.

Abstimmung.

Eisenmann wünscht, es solle vor der Abstimmung eine Uebersicht der Fragestellungen gedruckt werden. (Widerspruch).

Goltz: Man soll heute nicht abstimmen, sondern nach Eisenmanns Empfehlung verfahren.

Schrader beantragt, daß wenn auch die Fassung des Verfassungsausschusses angenommen wird, über Punkt 2 seines Amendements abgestimmt werde. (!)

Rösler beantragt Vertagung.

Die Abstimmung wird vertagt,

v. Herrmann (Vizepräsident) erstattet Bericht über eine neue Anzahl Beurlaubungen. (Wer bleibt denn da?) Da die Verlesung derer die Urlaub wollen, gar zu lange dauert, ruft man Schluß! Im Ganzen 42 Beurlaubungen beantragt

Mehrere Redner erheben sich gegen diese Menge. Man will die Gründe. v. Herrmann sagt: ob die Gründe stichhaltig, ist gar nicht zu beurtheilen. Man muß es dem guten Gewissen eines Jeden überlassen.

Teichert verlangt eine vollständige Uebersicht der Beurlaubten und man solle darauf sehen, daß nie unter 400 Mitglieder anwesend seien. (Bravo).

Goltz beantragt, daß durch die Frankfurter Zeitungen die Namen mit Gründen des Urlaubs bekannt gemacht werden, damit die Kommittenten es erfahren (Gelächter).

v. Möhring: Es soll Denen, die schon Urlaub gehabt, der Urlaub verweigert werden.

Plathner will, daß der über 4 Wochen Beurlaubte als ausgeschieden zu betrachten sei.

v. Herrmann fängt an, die Gründe zu verlesen. Schluß! Schluß!

Die Versammlung beschließt mit schwacher Majorität, die Urlaube zu genehmigen, und dann: morgen Sitzung zu halten.

Tagesordnung: 1. Berathung über die Ansprache an das deutsche Volk 2. Berathung über den Entwurf zur Emanirung der Reichsgesetze.

Berlin, 22. Sept.

Die Reform theilt folgende als die wesentlichen Punkte des von Beckerath aufgestellten Programms mit: 1) Vollständige Reorganisation der Armee. 2) Annahme des Verfassungs-Entwurfes, mindestens so, wie er aus der Kommission hervorgegangen ist. 3) Vollständige Unterordnung Preußens unter die deutsche Centralgewalt. 4) Aufhebung des eximirten Gerichtsstandes für das Militär. 5) Aufhebung aller Orden und Titel. 6) Sofortige Ausführung des Stein'schen Antrages. 7) Sofortiger Erlaß der von der Nationalversammlung beschlosienen Gesetze wegen Aufhebung der Todesstrafe und Sicherstellung der persönlichen Freiheit.

* Berlin, 22. Sept.

In der heutigen Sitzung der Vereinbarungs-Versammlung verliest Pfuel das Programm des neuen Ministeriums, das aus einer Anzahl liberaler Phrasen zusammengeflickt ist. Hansemann hält seine Abtrittsrede. Der Hartmannsche auf Beschränkung des Interpellationsrechtes ausgehende, und von der Rechten eifrig unterstützte Antrag wird mit 212 gegen 135 Stimmen verworfen. Darauf folgen die 5 von Kirchmann angekündigten Interpellationen, welche von Pfuel in nichts weniger als beruhigender Weise beantwortet werden. Waldeck beantragt: "das Ministerium solle den General Wrangel zur sofortigen Zurücknahme des Armeebefehls anweisen." Die Dringlichkeit wird nicht anerkannt. Pax interpellirt schließlich das Ministerium, wie es sich zu dem auf Steins Vorschlag gefaßten Beschluß zu verhalten gedenke, ob es schon Schritte zur Ausführung gethan oder zu thun bereit sei?

Die Antwort wird auf Montag anberaumt.

Berlin, 23. Sept.

Plakate an allen Ecken und Enden, sonst aber Ruhe, eine Ruhe, wie vor'm Ausbruche des Sturmes. Alles wartet auf die Sitzung von Morgen, auf die Antwort der Minister. Aber auch Morgen wird es noch kaum zur Entscheidung kommen. Daß letztere nicht lange verschoben werden kann, steht allein fest.

* Wien, 21. Sept.

Wie leider vorauszusehen war, hat der Reichstag die ungarische Deputation nicht vorgelassen.

München, 20. Sept.

Die Frankfurter Beschlüsse haben hier allgemeinen Mißmuth erregt. Mag man sagen, was man will, eine halbe Politik ist eingeschlagen; wir lassen uns einschüchtern, ohne selbst einmal zu versuchen, ein entschiedenes Wort zu sprechen. Preußens Ignoriren der Reichsgewalt nach außen ist formell und materiell nicht zurückgewiesen; seine eigene ungegründete Betheiligung erscheint als geduldet. Die Revolution hat sich selbst verläugnet, und die Verneinung ihrer Existenz wie ihrer früheren Beschlüsse ruhig hingenommen.

129 Karlsruhe, 22. Sept.

Indem ich Ihnen beifolgend einen Artikel wegen der gegen Fickler geübten Scheußlichkeiten übersende, habe ich vor Postschluß gerade noch Zeit, die eben einlaufende Nachricht mitzutheilen, daß Gustav Struve heute Nacht mit einer bewaffneten Freischaar von circa 1000 Mann die badische Grenze überschritten und die Stadt Lörrach überrumpelt habe; sämmtliche Beamten wurden verhaftet und die Stadt fest verbarrikadirt. Bewaffneter Zuzug zu Struve's Schaar findet von allen Seiten statt.

Heidelberg, 22. Sept.

Abends 8 1/4 Uhr. Eben kommt der nach Schliengen bestimmte Bahnzug hier wieder an. Er konnte nur bis Müllheim kommen. v. Struve hat einen Einfall in das Badische gemacht. Die oberen Gegenden sind bis Schliengen besetzt. In Lörrach wurde Amtmann Exter gefangen mit weggeführt und die Republik ausgerufen. Reisende wurden von Freischärlern angegriffen. Des Bahnzuges wollten sich die Freischaaren in Schliengen bemächtigen, wahrscheinlich um geraden Wegs mit demselben nach Frankfurt zu fahren, und wären die Zugführer in Müllheim nicht zeitig genug gewarnt worden, so wäre es ihnen gelungen. Bedeutende Truppenmassen wurden sogleich von Rastatt und Karlsruhe aus ins Oberland gesendet.

(Fr. J.)
Mannheim, 20. Sept.

Hecker und seine ihn begleitenden Freunde sind am 16. in Havre wohlbehalten angekommen.

Heute sagt er Europa Lebewohl und besteigt den Dämpfer Hermann. Wir sind diese Nachricht dem Publikum schuldig, weil Hecker's Feinde überall aussprengen, seine Abreise sei nur fingirt, er halte sich verborgen, und sei der geheime Führer der neueren Bewegung im Volke, diese Ausstreuungen aber von dem Ministerium Bekk-Mathy leicht benutzt werden, um damit die allgemein verlangte volle Amnestirung der politischen Gefangenen noch langer vorzuenthalten.

(M. A. Z.)
Aus Baden, 22. Sept.

Heute Mittag ist mittelst eines besondern Eisenbahnzuges die Nachricht von Lörrach und Schliengen eingetroffen, daß gestern Abend an 3000 Freischärler, angeführt von Struve, bei Lörrach über den Rhein gesetzt und heute frühe bereits bei Schliengen eingetroffen seien. Wir vermögen die Angabe der Zahl nicht zu verbürgen; dagegen ist die Thatsache des Erscheinens der Freischaaren auf badischem Gebiete wohl außer Zweifel, da die Nachricht auf amtlichem Wege nach Karlsruhe gegangen ist.

Italien.
Messina.

Die legitimen Fürsten mögen aufjauchzen, die französische Republik anerkennt ihre Ansprüche! Welchen Grund auch ein Volk zur Revolution haben möge, die französische Republik schützt es nur, wenn es des Schutzes nicht bedarf. Ganz Europa, d. h. das freie Europa, hatte der sizilianischen Revolution zugejubelt und die sizilianische Unabhängigkeit ward als ein fait accompli betrachtet. Die Sizilianer hatten sich durch ihren Muth und ihre Entschlossenheit die Achtung und den Beifall aller Freien errungen. Und nun wird Messina vor den Augen der französischen und englischen Flotte dem Erdboden gleich gemacht! Wer wollte noch bestreiten, daß die Reaktion in vollem Zuge ist? Leichen und Trümmerhaufen verkünden es laut, daß die Herren von Gottes Gnaden wieder die Oberhand haben. Französische Blätter heben mit Oachdruck hervor, daß etwa 7000 Bewohner Messina's, fast lauter Frauen und Kinder, auf französischen Schiffen Schutz und Rettung fanden; italienische Blätter dagegen berichten, es haben vor dem Kampfe alle kampfunfähigen Bewohner die Stadt verlassen und sich in das Innere der Insel geflüchtet. Die große Macht, die sich rühmen muß, daß sie Frauen und Kinder nicht untergehen ließ!! Sizilien hatte vor der großen Februarrevolution seine Unabhängigkeit erkämpft; es verliert sie nun nach der völkerbefreienden Februarrevolution!

(N. Z. Z.)
Mailand.

Laut Mailänder Briefen der N. Z. Z. hat es nicht den Anschein, als ob die östreichische Regierung auf den Erfolg der Vermittlung und auf einen nahen Frieden zähle. Die Vertheidigungswerk um Mailand werden vermehrt; die alten Graben werden erweitert, neue gemacht und im Kastell furchtbare Vertheidigungsmittel konzentrirt. Die Garnison von Mailand wird täglich verstärkt. Vier Kanonen mtt brennenden Lunten stehen bei jedem Thor. Keine Pässe ins Ausland sind mehr erhältlich. Die Strenge der Militärherrschaft ist aufs Aeußerste getrieben. Ein Pächter auf dem Lande hatte Waffen von einigem Werthe erhalten, auf daß er sie sorgfältig aufbewahre und den Nachforschungen der Behörden entziehe. Dies that der arme Pächter; die Waffen wurden jedoch unglücklicherweise entdeckt und der arme Mann verhaftet und erschossen. Dasselbe Schicksal traf seine zwei Söhne. Auf dem Lande stehlen die Kroaten ungescheut.

Polen.
Warschau, 16. Sept.

Man sagt,' daß in dem Gouvernement Kiew die Bauern sich in Masse gegen die Edelleute erheben und alles zu verderben und zu vernichten suchen.

Französische Republik.
12 Paris, 21. Sept.

Bonaparte, Fould und Raspail, das ist das Triumvirat, welches aus den neuen Wahlen hervorgegangen ist. Schon dieses Resultat setzt alle Gemäßigten, seien sie Republikaner oder Monarchisten, in Verzweifelung. Jesus-Fould zwischen zwei Schächern! Fould, der reiche Banquier, der alle möglichen "friedlichen" Mittel angewandt hat, um zu Macht und Ansehen zu gelangen, sieht sich festgeschlagen am Kreuze zwischen dem Geiste "des Krieges und der Anarchie". So werden seine beiden Kollegen, Bonaparte und Raspail bezeichnet. Dieser friedfertige Fould, der morgens im friedfertigen Schlafrocke seine Makler und Agenten empfing, steht neben Raspail mit dem blutrothen Rocke, der morgens, wenn er seine zahlreichen Kranken aus dem Armenviertel empfing, sich stundenlang mit ihnen besprach, und ihnen zeigte, wie alle ihre Krankheiten, wie alle ihre physischen Leiden nur Folge der sozialen Zustände seien, wie Fould und Genossen mit den sozialen Zustände ihnen all' ihr chronisches Siegthum zugezogen hätten, und wie dagegen keine Arzeneien helfen, sondern eine kräftigere Kost, gesündere Wohnungen, und Ruhe vor zehrenden Nahrungssorgen. Und da sie dies unter den bisherigen Zuständen nicht erhalten konnten, so gab er ihnen Kampfer, um ihre Leiden für den billigsten Preis, für ein Minimum von einem Sou einstweilen zu besänftigen. Du Raspail un Sou, ertönte es von allen Seiten vor der Revolution, und die Proletarier strömten von allen Seiten hinzu, und kauften dieses narkotische Mittel für einen Sou, oder erhielten es gratis von Raspail selbst, und hielten sich ruhig bis zur Zeit, wo der Tumult gebrochen, der Kampfer verraucht, Fould neben Raspail als Abgeordneter, als Volksrepräsentant gewählt worden. Aber das ist noch nicht Alles: hinter Fould, neben Raspail steht das ganze "kommunistische Kleeblatt", die rotheste aller rothen Republiken. Raspail, Cabet und Thore haben alle 3 fast eine gleiche Anzahl von Stimmen erhalten. Sie folgten sich in den Wahl-Bulletens in unmittelbarer Reihenfolge und dies bezeigt offenbar von der Macht der arbeitenden Klassen, von der Macht der sich auf's Neue insurgirenden Insurgenten. Ungeachtet gegen 8 bis 10 Tausend der tüchtigsten Arbeiter und Anführer ihres Stimmrechts beraubt war, hat doch die demokratische Partei, die Volkspartei, die rothe Republick einen unendlichen Sieg errungen. Wenn statt 3 Kandidaten 5 zu wählen gewesen, so hätten wir in der Kammer alle kommunistischen Elemente.

Vornan steht wieder der Adler Napoleon's mit 110,000 Stimlmen; und dirse 110,000 Stimmen sind ebenfalls in großer Anzah-demokratische Stimmen, zugleicher Zeit ist er der Erwählte der Armee, die hiermit offen protestirt gegen Cavaignac's und Marrast's friedseliges Zuschauen in Italien. Cavaignac's Glanzperiode ist vorüber; Marrast wird nicht mehr lange Festgelage in seinem Hotel geben. Der Kampf steht vor der Thüre, und selbst der sonst so friedfertig gesinute "Siecle" verheimlicht sich nicht die Gefahren, die von allen Seiten auf die Krämer-Bourgeoisie hereindringen. "Die Ultra-Demokraten," sagt dieses Blatt, "haben unter dem Einflusse der Leidenschaften gewußt mit Uebereinstimmung zu handeln und kräftig zu handeln. Diese Uebereinstimmung war dermaßen groß, daß in den meisten Arrondissements die Kandidaten des Sozialismus sich mit gleicher Stimmenzahl auf der Liste folgen. Wenn zu gleicher Zeit das Mißverständniß und die durch Egoismus hervorgebrachte Theilung auf der andern Seite fortdauern, so werden werden wir bald sehen, wohin uns das allmeine Stimmrecht führt."

Das Merkwürdige dabei, daß selbst in den Arrondissements der reichen Quartier's eine und dieselbe kompakte Masse für die Volksmänner Raspail Cabet und Thore gestimmt haben. Um sich dieses Faktum zu erklären, muß man eben Paris sich nicht in Arrondissements getheilt vorstellen wie einen Apfel, den man in 4 oder 8 Viertel schneidet, sondern, wenn wir einmal das Bild des Apfels beibehalten wollen, so denke man sich denselben statt von unten nach oben, in horizontalen Schübchen geschnitten, deren jedes eine Etage, einen bestimmten Theil der Bevölkerung enthält. Für Fould haben bestimmt die untersten Schübchen, die Schubladen, Geldladen und Waarenladen; aber je mehr man nach oben stieg, je mehr fiel Fould im Preise, und gaoz oben, wo der Kampher hingedrungen, verlor sich Fould in Raspail.

Belgien.
Brüssel, 21. Sept.

Die Septemberfeste in Brüssel werden auf sonderbare Weise eingeweiht. Aus Antwerpen hat man zur "Sicherheit" 30 Mörser kommen lassen; außerdem sind eine Menge Truppen von allen Seiten in Brüssel vereinigt, um auf eine würdige Weise das 18. Jahresfest unserer Revolution zu feiern. Diese militärischen Vorbereitungen bedürfen keines weitern Kommentars. Der König Leopold, dersich selbst schon auf 800,000 Fr. jährlich taxirt hatte, in einem Augenblicke, wo seine erzwungene Abdankung verhandelt wurde, sucht jetzt auf alle mögliche Weise sein Budget zu retten.

Schweiz.
Bern, 20. Sept.

Die gestern in der Tagsatzung verlesene neue Note des Feldmarschalls Radetzky, deren drohende Maßregeln bereits theilweise an der Gränze ausgeführt worden sind, und welche heute der östreichische Gesandte nun auch offiziell dem Vororte mittheilt, wird einer Kommission von 5 Mitgliedern, wovon der Bundespräsident ebenfalls Präsident ist, und in welche von demselben die Herren Bgmstr.-Zehnder, Ldm. Munzinger, Staatsrath Briatte und Ldm. Siegfried bezeichnet worden, zur Begutachtung überwiesen, um darüber bis Donnerstag Bericht zu erstatten. Genf will sogleich 20,000 Mann aufstellen, das Ministerium in Wien anfragen, ob es mit den Maßregeln des Feldmarschalls einverstanden sei und wenn, so will es diese Sache als Casus belli für die Schweiz ansehen.

Laut Nachrichten aus Mailand hat der Marschall allen nicht ansässigen Tessinern, deren es über tausend geben soll, die Weisung gegeben, binnen 48 Stunden das lombardische Gebiet zu verlassen. Eine von dem schweizerischen Konsul Hrn. Reymond begehrte Audienz soll demselben abgeschlagen worden sein.

Handels-Nachrichten. [irrelevantes Material]

Zur Unterstützung der Frankfurter Barrikaden-Männer und deren Familien sind eingegangen: von B. 2 1/2 Sgr., von K. 5 Sgr., von W. 5 Sgr., von einem Mädchen 2 1/2 Sgr.

Weitere Beiträge nehmen wir gerne entgegen.

Die Expedition der "Neuen Rhein. Ztg."

Der wichtigen Nachrichten halber erscheint diesmal die Beilage vor dem Hauptblatte.

[Anzeige]

Volksblätter von J. Schoenemann u. Heinr. Benary erscheinen in Berlin wöchentlich 3mal einen halben Bogen. Man abonnirt bei allen preußischen Postämtern für 16 Sgr. vierteljährig.

Wir haben es uns zur Aufgabe gestellt, in diesen Blättern wahre Volksblätter zu geben, und werden wie bisher leitende Artikel über politische und Tagesfragen, Besprechungen der National-Versammlungen und die wichtigsten Fortschritte der Demokratie im Auslande geben. Von tüchtigen Mitarbeitern sind wir unterstützt.

Probeblätter liegen in der Expedition der "Neuen Rheinischen Zeitung" bereit.

Berlin, im September 1848.

Ein fleißiger mit guten Zeugnissen versehener Handlungs-Gehülfe sucht eine Stelle. Die Exp. sagt das Nähere.

Derfreie Staatsbürger.

Organ der Demokratie.

Redigirt vonGustav Diezel wird vom 1. Okt. an in einem vergrößerten Format und an allen Wochentagen erscheinen, und von tüchtigen demokratischen Kräften durch Originalberichte aus den Hauptstädten Deutschlands unterstützt, alle politischen Nachrichten aufs Schnellste und Vollständigste mittheilen. Der "freie Staatsbürger" wurzelt in der fränkischen Demokratie, die wiederum an ihn sich anlehnt. Er ist das Organ der demokratischen Partei in Franken. Mit ihr wird auch er seine Wirksamkeit jetzt erweitern und deshalb als politische Zeitung täglich erscheinen. Der "freie Staatsbürger" ist in den Stand gesetzt, es den übrigen Nürnberger Blättern in schneller und genauer Mittheilung der politischen Nachrichten durchaus gleich zu thun, während sein Preis der niedrigste ist; jährlich Fl. 6, halbjährlich Fl. 3, vierteljährlich Fl. 1 Kr. 30. Alle Postämter sind verpflichtet, das Blatt um diesen Preis in ganz Baiern zu liefern. Auswärts findet ein mäßiger Postaufschlag Statt.

Die Expeditiondes "freien Staatsbürger."

So eben ist erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben:

Freiligrath! ein Gedicht.

Preis 1 1/2 Sgr.

In wenigen Tagen wurden hiervon Tausende von Exemplaren verkauft.

Im großen Schoppen bei Louis Kertell, große Neugasse Nr. 36.

Ausgezeichnete Weine und Speisen.

Ein braves Mädchen, von guter anständiger Familie, außerhalb Köln gebürtig, sucht eine Stelle als Zweitmädchen. Dasselbe ist im Fein-Nähen sehr bewandert.

Unter Goldschmidt Nr. 13.

Sarg-Magazin.

Bei Schmidt,Mühlengasse Nr. 10 sind alle Sorten Todten-Laden zu billigen Preisen zu haben.

Die Leipziger Feuer-Versicherungs-Anstalt versichert alle Mobilar-und Immobilar-Güter, auch Fruchthaufen auf freiem Felde, so wie die Waaren auf der Reise begriffen zu den der Gefahr angemessenen billigst gestellten Prämien-Sätzen. Meine Herren Hülfsagenten, die dem verehrlichen Publikum bereits bekannt, sind stets bereit, Anträge entgegen zu nehmen, um mir solche zur Ausfertigung der Policen einzusenden und über die Bedingungen genügende Auskunft zu ertheilen.

Alle Versicherungen bis zu sehr bedeutenden Summen werden durch mich in Vollmacht und im Namen der Anstalt sofort gezeichnet und sind von dem Augeublicke an, wo die Prämie gegen Aushändigung der Police bezahlt ist, in Obligo für die Anstalt.

Köln, im August 1848.

Der General-Agent der Leipziger Feuer-Versicherungs-Anstalt für die Regierungs-Bezirke Köln und Koblenz.

Mainone.

Gebrauchte Dachziegeln und Laien werden zu kaufen gesucht, die Expedition sagt wo.

Der Gerant: Korff.
Druck von J. W. Dietz, unter Hutmacher 17.

Schule genannt wurde, so meine ich, der Staat sei als Pflegevater der Schule zu nennen, und die Tochter könne doch nicht um des Pflegevaters willen nicht die Mutter verlassen. (Vermischte Verwandtschaft?) In den Paragraphen 18 und 19 vermisse er einen Punkt über die Lernpflicht. Sonst tritt er dem Verfassungsausschuß bei.

Die Debatte über § 18 geschlossen.

Waiz, Berichterstatter des Ausschusses, vertheidigt (in Vertretung Beselers) noch die Fassung des Ausschusses. Er gibt in Bezug auf die Langweiligkeit Hrn. Beseler nichts nach.

Abstimmung.

Eisenmann wünscht, es solle vor der Abstimmung eine Uebersicht der Fragestellungen gedruckt werden. (Widerspruch).

Goltz: Man soll heute nicht abstimmen, sondern nach Eisenmanns Empfehlung verfahren.

Schrader beantragt, daß wenn auch die Fassung des Verfassungsausschusses angenommen wird, über Punkt 2 seines Amendements abgestimmt werde. (!)

Rösler beantragt Vertagung.

Die Abstimmung wird vertagt,

v. Herrmann (Vizepräsident) erstattet Bericht über eine neue Anzahl Beurlaubungen. (Wer bleibt denn da?) Da die Verlesung derer die Urlaub wollen, gar zu lange dauert, ruft man Schluß! Im Ganzen 42 Beurlaubungen beantragt

Mehrere Redner erheben sich gegen diese Menge. Man will die Gründe. v. Herrmann sagt: ob die Gründe stichhaltig, ist gar nicht zu beurtheilen. Man muß es dem guten Gewissen eines Jeden überlassen.

Teichert verlangt eine vollständige Uebersicht der Beurlaubten und man solle darauf sehen, daß nie unter 400 Mitglieder anwesend seien. (Bravo).

Goltz beantragt, daß durch die Frankfurter Zeitungen die Namen mit Gründen des Urlaubs bekannt gemacht werden, damit die Kommittenten es erfahren (Gelächter).

v. Möhring: Es soll Denen, die schon Urlaub gehabt, der Urlaub verweigert werden.

Plathner will, daß der über 4 Wochen Beurlaubte als ausgeschieden zu betrachten sei.

v. Herrmann fängt an, die Gründe zu verlesen. Schluß! Schluß!

Die Versammlung beschließt mit schwacher Majorität, die Urlaube zu genehmigen, und dann: morgen Sitzung zu halten.

Tagesordnung: 1. Berathung über die Ansprache an das deutsche Volk 2. Berathung über den Entwurf zur Emanirung der Reichsgesetze.

Berlin, 22. Sept.

Die Reform theilt folgende als die wesentlichen Punkte des von Beckerath aufgestellten Programms mit: 1) Vollständige Reorganisation der Armee. 2) Annahme des Verfassungs-Entwurfes, mindestens so, wie er aus der Kommission hervorgegangen ist. 3) Vollständige Unterordnung Preußens unter die deutsche Centralgewalt. 4) Aufhebung des eximirten Gerichtsstandes für das Militär. 5) Aufhebung aller Orden und Titel. 6) Sofortige Ausführung des Stein'schen Antrages. 7) Sofortiger Erlaß der von der Nationalversammlung beschlosienen Gesetze wegen Aufhebung der Todesstrafe und Sicherstellung der persönlichen Freiheit.

* Berlin, 22. Sept.

In der heutigen Sitzung der Vereinbarungs-Versammlung verliest Pfuel das Programm des neuen Ministeriums, das aus einer Anzahl liberaler Phrasen zusammengeflickt ist. Hansemann hält seine Abtrittsrede. Der Hartmannsche auf Beschränkung des Interpellationsrechtes ausgehende, und von der Rechten eifrig unterstützte Antrag wird mit 212 gegen 135 Stimmen verworfen. Darauf folgen die 5 von Kirchmann angekündigten Interpellationen, welche von Pfuel in nichts weniger als beruhigender Weise beantwortet werden. Waldeck beantragt: „das Ministerium solle den General Wrangel zur sofortigen Zurücknahme des Armeebefehls anweisen.“ Die Dringlichkeit wird nicht anerkannt. Pax interpellirt schließlich das Ministerium, wie es sich zu dem auf Steins Vorschlag gefaßten Beschluß zu verhalten gedenke, ob es schon Schritte zur Ausführung gethan oder zu thun bereit sei?

Die Antwort wird auf Montag anberaumt.

Berlin, 23. Sept.

Plakate an allen Ecken und Enden, sonst aber Ruhe, eine Ruhe, wie vor'm Ausbruche des Sturmes. Alles wartet auf die Sitzung von Morgen, auf die Antwort der Minister. Aber auch Morgen wird es noch kaum zur Entscheidung kommen. Daß letztere nicht lange verschoben werden kann, steht allein fest.

* Wien, 21. Sept.

Wie leider vorauszusehen war, hat der Reichstag die ungarische Deputation nicht vorgelassen.

München, 20. Sept.

Die Frankfurter Beschlüsse haben hier allgemeinen Mißmuth erregt. Mag man sagen, was man will, eine halbe Politik ist eingeschlagen; wir lassen uns einschüchtern, ohne selbst einmal zu versuchen, ein entschiedenes Wort zu sprechen. Preußens Ignoriren der Reichsgewalt nach außen ist formell und materiell nicht zurückgewiesen; seine eigene ungegründete Betheiligung erscheint als geduldet. Die Revolution hat sich selbst verläugnet, und die Verneinung ihrer Existenz wie ihrer früheren Beschlüsse ruhig hingenommen.

129 Karlsruhe, 22. Sept.

Indem ich Ihnen beifolgend einen Artikel wegen der gegen Fickler geübten Scheußlichkeiten übersende, habe ich vor Postschluß gerade noch Zeit, die eben einlaufende Nachricht mitzutheilen, daß Gustav Struve heute Nacht mit einer bewaffneten Freischaar von circa 1000 Mann die badische Grenze überschritten und die Stadt Lörrach überrumpelt habe; sämmtliche Beamten wurden verhaftet und die Stadt fest verbarrikadirt. Bewaffneter Zuzug zu Struve's Schaar findet von allen Seiten statt.

Heidelberg, 22. Sept.

Abends 8 1/4 Uhr. Eben kommt der nach Schliengen bestimmte Bahnzug hier wieder an. Er konnte nur bis Müllheim kommen. v. Struve hat einen Einfall in das Badische gemacht. Die oberen Gegenden sind bis Schliengen besetzt. In Lörrach wurde Amtmann Exter gefangen mit weggeführt und die Republik ausgerufen. Reisende wurden von Freischärlern angegriffen. Des Bahnzuges wollten sich die Freischaaren in Schliengen bemächtigen, wahrscheinlich um geraden Wegs mit demselben nach Frankfurt zu fahren, und wären die Zugführer in Müllheim nicht zeitig genug gewarnt worden, so wäre es ihnen gelungen. Bedeutende Truppenmassen wurden sogleich von Rastatt und Karlsruhe aus ins Oberland gesendet.

(Fr. J.)
Mannheim, 20. Sept.

Hecker und seine ihn begleitenden Freunde sind am 16. in Havre wohlbehalten angekommen.

Heute sagt er Europa Lebewohl und besteigt den Dämpfer Hermann. Wir sind diese Nachricht dem Publikum schuldig, weil Hecker's Feinde überall aussprengen, seine Abreise sei nur fingirt, er halte sich verborgen, und sei der geheime Führer der neueren Bewegung im Volke, diese Ausstreuungen aber von dem Ministerium Bekk-Mathy leicht benutzt werden, um damit die allgemein verlangte volle Amnestirung der politischen Gefangenen noch langer vorzuenthalten.

(M. A. Z.)
Aus Baden, 22. Sept.

Heute Mittag ist mittelst eines besondern Eisenbahnzuges die Nachricht von Lörrach und Schliengen eingetroffen, daß gestern Abend an 3000 Freischärler, angeführt von Struve, bei Lörrach über den Rhein gesetzt und heute frühe bereits bei Schliengen eingetroffen seien. Wir vermögen die Angabe der Zahl nicht zu verbürgen; dagegen ist die Thatsache des Erscheinens der Freischaaren auf badischem Gebiete wohl außer Zweifel, da die Nachricht auf amtlichem Wege nach Karlsruhe gegangen ist.

Italien.
Messina.

Die legitimen Fürsten mögen aufjauchzen, die französische Republik anerkennt ihre Ansprüche! Welchen Grund auch ein Volk zur Revolution haben möge, die französische Republik schützt es nur, wenn es des Schutzes nicht bedarf. Ganz Europa, d. h. das freie Europa, hatte der sizilianischen Revolution zugejubelt und die sizilianische Unabhängigkeit ward als ein fait accompli betrachtet. Die Sizilianer hatten sich durch ihren Muth und ihre Entschlossenheit die Achtung und den Beifall aller Freien errungen. Und nun wird Messina vor den Augen der französischen und englischen Flotte dem Erdboden gleich gemacht! Wer wollte noch bestreiten, daß die Reaktion in vollem Zuge ist? Leichen und Trümmerhaufen verkünden es laut, daß die Herren von Gottes Gnaden wieder die Oberhand haben. Französische Blätter heben mit Oachdruck hervor, daß etwa 7000 Bewohner Messina's, fast lauter Frauen und Kinder, auf französischen Schiffen Schutz und Rettung fanden; italienische Blätter dagegen berichten, es haben vor dem Kampfe alle kampfunfähigen Bewohner die Stadt verlassen und sich in das Innere der Insel geflüchtet. Die große Macht, die sich rühmen muß, daß sie Frauen und Kinder nicht untergehen ließ!! Sizilien hatte vor der großen Februarrevolution seine Unabhängigkeit erkämpft; es verliert sie nun nach der völkerbefreienden Februarrevolution!

(N. Z. Z.)
Mailand.

Laut Mailänder Briefen der N. Z. Z. hat es nicht den Anschein, als ob die östreichische Regierung auf den Erfolg der Vermittlung und auf einen nahen Frieden zähle. Die Vertheidigungswerk um Mailand werden vermehrt; die alten Graben werden erweitert, neue gemacht und im Kastell furchtbare Vertheidigungsmittel konzentrirt. Die Garnison von Mailand wird täglich verstärkt. Vier Kanonen mtt brennenden Lunten stehen bei jedem Thor. Keine Pässe ins Ausland sind mehr erhältlich. Die Strenge der Militärherrschaft ist aufs Aeußerste getrieben. Ein Pächter auf dem Lande hatte Waffen von einigem Werthe erhalten, auf daß er sie sorgfältig aufbewahre und den Nachforschungen der Behörden entziehe. Dies that der arme Pächter; die Waffen wurden jedoch unglücklicherweise entdeckt und der arme Mann verhaftet und erschossen. Dasselbe Schicksal traf seine zwei Söhne. Auf dem Lande stehlen die Kroaten ungescheut.

Polen.
Warschau, 16. Sept.

Man sagt,' daß in dem Gouvernement Kiew die Bauern sich in Masse gegen die Edelleute erheben und alles zu verderben und zu vernichten suchen.

Französische Republik.
12 Paris, 21. Sept.

Bonaparte, Fould und Raspail, das ist das Triumvirat, welches aus den neuen Wahlen hervorgegangen ist. Schon dieses Resultat setzt alle Gemäßigten, seien sie Republikaner oder Monarchisten, in Verzweifelung. Jesus-Fould zwischen zwei Schächern! Fould, der reiche Banquier, der alle möglichen „friedlichen“ Mittel angewandt hat, um zu Macht und Ansehen zu gelangen, sieht sich festgeschlagen am Kreuze zwischen dem Geiste „des Krieges und der Anarchie“. So werden seine beiden Kollegen, Bonaparte und Raspail bezeichnet. Dieser friedfertige Fould, der morgens im friedfertigen Schlafrocke seine Makler und Agenten empfing, steht neben Raspail mit dem blutrothen Rocke, der morgens, wenn er seine zahlreichen Kranken aus dem Armenviertel empfing, sich stundenlang mit ihnen besprach, und ihnen zeigte, wie alle ihre Krankheiten, wie alle ihre physischen Leiden nur Folge der sozialen Zustände seien, wie Fould und Genossen mit den sozialen Zustände ihnen all' ihr chronisches Siegthum zugezogen hätten, und wie dagegen keine Arzeneien helfen, sondern eine kräftigere Kost, gesündere Wohnungen, und Ruhe vor zehrenden Nahrungssorgen. Und da sie dies unter den bisherigen Zuständen nicht erhalten konnten, so gab er ihnen Kampfer, um ihre Leiden für den billigsten Preis, für ein Minimum von einem Sou einstweilen zu besänftigen. Du Raspail un Sou, ertönte es von allen Seiten vor der Revolution, und die Proletarier strömten von allen Seiten hinzu, und kauften dieses narkotische Mittel für einen Sou, oder erhielten es gratis von Raspail selbst, und hielten sich ruhig bis zur Zeit, wo der Tumult gebrochen, der Kampfer verraucht, Fould neben Raspail als Abgeordneter, als Volksrepräsentant gewählt worden. Aber das ist noch nicht Alles: hinter Fould, neben Raspail steht das ganze „kommunistische Kleeblatt“, die rotheste aller rothen Republiken. Raspail, Cabet und Thoré haben alle 3 fast eine gleiche Anzahl von Stimmen erhalten. Sie folgten sich in den Wahl-Bulletens in unmittelbarer Reihenfolge und dies bezeigt offenbar von der Macht der arbeitenden Klassen, von der Macht der sich auf's Neue insurgirenden Insurgenten. Ungeachtet gegen 8 bis 10 Tausend der tüchtigsten Arbeiter und Anführer ihres Stimmrechts beraubt war, hat doch die demokratische Partei, die Volkspartei, die rothe Republick einen unendlichen Sieg errungen. Wenn statt 3 Kandidaten 5 zu wählen gewesen, so hätten wir in der Kammer alle kommunistischen Elemente.

Vornan steht wieder der Adler Napoleon's mit 110,000 Stimlmen; und dirse 110,000 Stimmen sind ebenfalls in großer Anzah-demokratische Stimmen, zugleicher Zeit ist er der Erwählte der Armee, die hiermit offen protestirt gegen Cavaignac's und Marrast's friedseliges Zuschauen in Italien. Cavaignac's Glanzperiode ist vorüber; Marrast wird nicht mehr lange Festgelage in seinem Hotel geben. Der Kampf steht vor der Thüre, und selbst der sonst so friedfertig gesinute „Siecle“ verheimlicht sich nicht die Gefahren, die von allen Seiten auf die Krämer-Bourgeoisie hereindringen. „Die Ultra-Demokraten,“ sagt dieses Blatt, „haben unter dem Einflusse der Leidenschaften gewußt mit Uebereinstimmung zu handeln und kräftig zu handeln. Diese Uebereinstimmung war dermaßen groß, daß in den meisten Arrondissements die Kandidaten des Sozialismus sich mit gleicher Stimmenzahl auf der Liste folgen. Wenn zu gleicher Zeit das Mißverständniß und die durch Egoismus hervorgebrachte Theilung auf der andern Seite fortdauern, so werden werden wir bald sehen, wohin uns das allmeine Stimmrecht führt.“

Das Merkwürdige dabei, daß selbst in den Arrondissements der reichen Quartier's eine und dieselbe kompakte Masse für die Volksmänner Raspail Cabet und Thoré gestimmt haben. Um sich dieses Faktum zu erklären, muß man eben Paris sich nicht in Arrondissements getheilt vorstellen wie einen Apfel, den man in 4 oder 8 Viertel schneidet, sondern, wenn wir einmal das Bild des Apfels beibehalten wollen, so denke man sich denselben statt von unten nach oben, in horizontalen Schübchen geschnitten, deren jedes eine Etage, einen bestimmten Theil der Bevölkerung enthält. Für Fould haben bestimmt die untersten Schübchen, die Schubladen, Geldladen und Waarenladen; aber je mehr man nach oben stieg, je mehr fiel Fould im Preise, und gaoz oben, wo der Kampher hingedrungen, verlor sich Fould in Raspail.

Belgien.
Brüssel, 21. Sept.

Die Septemberfeste in Brüssel werden auf sonderbare Weise eingeweiht. Aus Antwerpen hat man zur „Sicherheit“ 30 Mörser kommen lassen; außerdem sind eine Menge Truppen von allen Seiten in Brüssel vereinigt, um auf eine würdige Weise das 18. Jahresfest unserer Revolution zu feiern. Diese militärischen Vorbereitungen bedürfen keines weitern Kommentars. Der König Leopold, dersich selbst schon auf 800,000 Fr. jährlich taxirt hatte, in einem Augenblicke, wo seine erzwungene Abdankung verhandelt wurde, sucht jetzt auf alle mögliche Weise sein Budget zu retten.

Schweiz.
Bern, 20. Sept.

Die gestern in der Tagsatzung verlesene neue Note des Feldmarschalls Radetzky, deren drohende Maßregeln bereits theilweise an der Gränze ausgeführt worden sind, und welche heute der östreichische Gesandte nun auch offiziell dem Vororte mittheilt, wird einer Kommission von 5 Mitgliedern, wovon der Bundespräsident ebenfalls Präsident ist, und in welche von demselben die Herren Bgmstr.-Zehnder, Ldm. Munzinger, Staatsrath Briatte und Ldm. Siegfried bezeichnet worden, zur Begutachtung überwiesen, um darüber bis Donnerstag Bericht zu erstatten. Genf will sogleich 20,000 Mann aufstellen, das Ministerium in Wien anfragen, ob es mit den Maßregeln des Feldmarschalls einverstanden sei und wenn, so will es diese Sache als Casus belli für die Schweiz ansehen.

Laut Nachrichten aus Mailand hat der Marschall allen nicht ansässigen Tessinern, deren es über tausend geben soll, die Weisung gegeben, binnen 48 Stunden das lombardische Gebiet zu verlassen. Eine von dem schweizerischen Konsul Hrn. Reymond begehrte Audienz soll demselben abgeschlagen worden sein.

Handels-Nachrichten. [irrelevantes Material]

Zur Unterstützung der Frankfurter Barrikaden-Männer und deren Familien sind eingegangen: von B. 2 1/2 Sgr., von K. 5 Sgr., von W. 5 Sgr., von einem Mädchen 2 1/2 Sgr.

Weitere Beiträge nehmen wir gerne entgegen.

Die Expedition der „Neuen Rhein. Ztg.“

Der wichtigen Nachrichten halber erscheint diesmal die Beilage vor dem Hauptblatte.

[Anzeige]

Volksblätter von J. Schoenemann u. Heinr. Benary erscheinen in Berlin wöchentlich 3mal einen halben Bogen. Man abonnirt bei allen preußischen Postämtern für 16 Sgr. vierteljährig.

Wir haben es uns zur Aufgabe gestellt, in diesen Blättern wahre Volksblätter zu geben, und werden wie bisher leitende Artikel über politische und Tagesfragen, Besprechungen der National-Versammlungen und die wichtigsten Fortschritte der Demokratie im Auslande geben. Von tüchtigen Mitarbeitern sind wir unterstützt.

Probeblätter liegen in der Expedition der „Neuen Rheinischen Zeitung“ bereit.

Berlin, im September 1848.

Ein fleißiger mit guten Zeugnissen versehener Handlungs-Gehülfe sucht eine Stelle. Die Exp. sagt das Nähere.

Derfreie Staatsbürger.

Organ der Demokratie.

Redigirt vonGustav Diezel wird vom 1. Okt. an in einem vergrößerten Format und an allen Wochentagen erscheinen, und von tüchtigen demokratischen Kräften durch Originalberichte aus den Hauptstädten Deutschlands unterstützt, alle politischen Nachrichten aufs Schnellste und Vollständigste mittheilen. Der „freie Staatsbürger“ wurzelt in der fränkischen Demokratie, die wiederum an ihn sich anlehnt. Er ist das Organ der demokratischen Partei in Franken. Mit ihr wird auch er seine Wirksamkeit jetzt erweitern und deshalb als politische Zeitung täglich erscheinen. Der „freie Staatsbürger“ ist in den Stand gesetzt, es den übrigen Nürnberger Blättern in schneller und genauer Mittheilung der politischen Nachrichten durchaus gleich zu thun, während sein Preis der niedrigste ist; jährlich Fl. 6, halbjährlich Fl. 3, vierteljährlich Fl. 1 Kr. 30. Alle Postämter sind verpflichtet, das Blatt um diesen Preis in ganz Baiern zu liefern. Auswärts findet ein mäßiger Postaufschlag Statt.

Die Expeditiondes „freien Staatsbürger.“

So eben ist erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben:

Freiligrath! ein Gedicht.

Preis 1 1/2 Sgr.

In wenigen Tagen wurden hiervon Tausende von Exemplaren verkauft.

Im großen Schoppen bei Louis Kertell, große Neugasse Nr. 36.

Ausgezeichnete Weine und Speisen.

Ein braves Mädchen, von guter anständiger Familie, außerhalb Köln gebürtig, sucht eine Stelle als Zweitmädchen. Dasselbe ist im Fein-Nähen sehr bewandert.

Unter Goldschmidt Nr. 13.

Sarg-Magazin.

Bei Schmidt,Mühlengasse Nr. 10 sind alle Sorten Todten-Laden zu billigen Preisen zu haben.

Die Leipziger Feuer-Versicherungs-Anstalt versichert alle Mobilar-und Immobilar-Güter, auch Fruchthaufen auf freiem Felde, so wie die Waaren auf der Reise begriffen zu den der Gefahr angemessenen billigst gestellten Prämien-Sätzen. Meine Herren Hülfsagenten, die dem verehrlichen Publikum bereits bekannt, sind stets bereit, Anträge entgegen zu nehmen, um mir solche zur Ausfertigung der Policen einzusenden und über die Bedingungen genügende Auskunft zu ertheilen.

Alle Versicherungen bis zu sehr bedeutenden Summen werden durch mich in Vollmacht und im Namen der Anstalt sofort gezeichnet und sind von dem Augeublicke an, wo die Prämie gegen Aushändigung der Police bezahlt ist, in Obligo für die Anstalt.

Köln, im August 1848.

Der General-Agent der Leipziger Feuer-Versicherungs-Anstalt für die Regierungs-Bezirke Köln und Koblenz.

Mainone.

Gebrauchte Dachziegeln und Laien werden zu kaufen gesucht, die Expedition sagt wo.

Der Gerant: Korff.
Druck von J. W. Dietz, unter Hutmacher 17.

<TEI>
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          <p><pb facs="#f0002" n="0558"/>
Schule genannt wurde, so meine ich, der Staat sei als Pflegevater der Schule zu nennen, und       die Tochter könne doch nicht um des Pflegevaters willen nicht die Mutter verlassen.       (Vermischte Verwandtschaft?) In den Paragraphen 18 und 19 vermisse er einen Punkt über die       Lernpflicht. Sonst tritt er dem Verfassungsausschuß bei.</p>
          <p>Die Debatte über § 18 geschlossen.</p>
          <p><hi rendition="#g">Waiz,</hi> Berichterstatter des Ausschusses, vertheidigt (in Vertretung       Beselers) noch die Fassung des Ausschusses. Er gibt in Bezug auf die Langweiligkeit Hrn.       Beseler nichts nach.</p>
          <p> <hi rendition="#g">Abstimmung.</hi> </p>
          <p><hi rendition="#g">Eisenmann</hi> wünscht, es solle vor der Abstimmung eine Uebersicht der       Fragestellungen gedruckt werden. (Widerspruch).</p>
          <p><hi rendition="#g">Goltz:</hi> Man soll heute nicht abstimmen, sondern nach Eisenmanns       Empfehlung verfahren.</p>
          <p><hi rendition="#g">Schrader</hi> beantragt, daß wenn auch die Fassung des       Verfassungsausschusses angenommen wird, über Punkt 2 seines Amendements abgestimmt werde.       (!)</p>
          <p><hi rendition="#g">Rösler</hi> beantragt Vertagung.</p>
          <p>Die Abstimmung wird vertagt,</p>
          <p><hi rendition="#g">v. Herrmann</hi> (Vizepräsident) erstattet Bericht über eine neue Anzahl       Beurlaubungen. (Wer bleibt denn da?) Da die Verlesung derer die Urlaub wollen, gar zu lange       dauert, ruft man Schluß! Im Ganzen 42 Beurlaubungen beantragt</p>
          <p>Mehrere Redner erheben sich gegen diese Menge. Man will die Gründe. v. Herrmann sagt: ob die       Gründe stichhaltig, ist gar nicht zu beurtheilen. Man muß es dem guten Gewissen eines Jeden       überlassen.</p>
          <p><hi rendition="#g">Teichert</hi> verlangt eine vollständige Uebersicht der Beurlaubten und       man solle darauf sehen, daß nie unter 400 Mitglieder anwesend seien. (Bravo).</p>
          <p><hi rendition="#g">Goltz</hi> beantragt, daß durch die Frankfurter Zeitungen die Namen mit       Gründen des Urlaubs bekannt gemacht werden, damit die Kommittenten es erfahren       (Gelächter).</p>
          <p><hi rendition="#g">v. Möhring:</hi> Es soll Denen, die schon Urlaub gehabt, der Urlaub       verweigert werden.</p>
          <p><hi rendition="#g">Plathner</hi> will, daß der über 4 Wochen Beurlaubte als ausgeschieden zu       betrachten sei.</p>
          <p><hi rendition="#g">v. Herrmann</hi> fängt an, die Gründe zu verlesen. Schluß! Schluß!</p>
          <p>Die Versammlung beschließt mit schwacher Majorität, die Urlaube zu genehmigen, und dann:       morgen Sitzung zu halten.</p>
          <p>Tagesordnung: 1. Berathung über die Ansprache an das deutsche Volk 2. Berathung über den       Entwurf zur Emanirung der Reichsgesetze.</p>
        </div>
        <div xml:id="ar112b_010" type="jArticle">
          <head>Berlin, 22. Sept.</head>
          <p>Die Reform theilt folgende als die wesentlichen Punkte des von Beckerath aufgestellten       Programms mit: 1) Vollständige Reorganisation der Armee. 2) Annahme des Verfassungs-Entwurfes,       mindestens so, wie er aus der Kommission hervorgegangen ist. 3) Vollständige Unterordnung       Preußens unter die deutsche Centralgewalt. 4) Aufhebung des eximirten Gerichtsstandes für das       Militär. 5) Aufhebung aller Orden und Titel. 6) Sofortige Ausführung des Stein'schen Antrages.       7) Sofortiger Erlaß der von der Nationalversammlung beschlosienen Gesetze wegen Aufhebung der       Todesstrafe und Sicherstellung der persönlichen Freiheit.</p>
        </div>
        <div xml:id="ar112b_011" type="jArticle">
          <head><bibl><author>*</author></bibl> Berlin, 22. Sept.</head>
          <p>In der heutigen Sitzung der Vereinbarungs-Versammlung verliest Pfuel das Programm des neuen       Ministeriums, das aus einer Anzahl liberaler Phrasen zusammengeflickt ist. Hansemann hält       seine Abtrittsrede. Der <hi rendition="#g">Hartmannsche</hi> auf Beschränkung des       Interpellationsrechtes ausgehende, und von der Rechten eifrig unterstützte Antrag wird mit 212       gegen 135 Stimmen verworfen. Darauf folgen die 5 von Kirchmann angekündigten Interpellationen,       welche von Pfuel in nichts weniger als beruhigender Weise beantwortet werden. Waldeck       beantragt: &#x201E;das Ministerium solle den General Wrangel zur sofortigen Zurücknahme des       Armeebefehls anweisen.&#x201C; Die Dringlichkeit wird nicht anerkannt. Pax interpellirt schließlich       das Ministerium, wie es sich zu dem auf <hi rendition="#g">Steins</hi> Vorschlag gefaßten       Beschluß zu verhalten gedenke, ob es schon Schritte zur Ausführung gethan oder zu thun bereit       sei?</p>
          <p>Die Antwort wird auf Montag anberaumt.</p>
        </div>
        <div xml:id="ar112b_012" type="jArticle">
          <head>Berlin, 23. Sept.</head>
          <p>Plakate an allen Ecken und Enden, sonst aber Ruhe, eine Ruhe, wie vor'm Ausbruche des       Sturmes. Alles wartet auf die Sitzung von Morgen, auf die Antwort der Minister. Aber auch       Morgen wird es noch kaum zur Entscheidung kommen. Daß letztere nicht lange verschoben werden       kann, steht allein fest.</p>
        </div>
        <div xml:id="ar112b_013" type="jArticle">
          <head><bibl><author>*</author></bibl> Wien, 21. Sept.</head>
          <p>Wie leider vorauszusehen war, hat der Reichstag die ungarische Deputation nicht       vorgelassen.</p>
        </div>
        <div xml:id="ar112b_014" type="jArticle">
          <head>München, 20. Sept.</head>
          <p>Die Frankfurter Beschlüsse haben hier allgemeinen Mißmuth erregt. Mag man sagen, was man       will, eine <hi rendition="#g">halbe</hi> Politik ist eingeschlagen; wir lassen uns       einschüchtern, ohne selbst einmal zu versuchen, ein entschiedenes Wort zu sprechen. Preußens       Ignoriren der Reichsgewalt nach außen ist formell und materiell nicht zurückgewiesen; seine       eigene ungegründete Betheiligung erscheint als geduldet. Die Revolution hat sich selbst       verläugnet, und die Verneinung ihrer Existenz wie ihrer früheren Beschlüsse ruhig       hingenommen.</p>
        </div>
        <div xml:id="ar112b_015" type="jArticle">
          <head><bibl><author>129</author></bibl> Karlsruhe, 22. Sept.</head>
          <p>Indem ich Ihnen beifolgend einen Artikel wegen der gegen Fickler geübten Scheußlichkeiten       übersende, habe ich vor Postschluß gerade noch Zeit, die eben einlaufende Nachricht       mitzutheilen, daß Gustav Struve heute Nacht mit einer bewaffneten Freischaar von circa 1000       Mann die badische Grenze überschritten und die Stadt Lörrach überrumpelt habe; sämmtliche       Beamten wurden verhaftet und die Stadt fest verbarrikadirt. Bewaffneter Zuzug zu Struve's       Schaar findet von allen Seiten statt.</p>
        </div>
        <div xml:id="ar112b_016" type="jArticle">
          <head>Heidelberg, 22. Sept.</head>
          <p>Abends 8 1/4 Uhr. Eben kommt der nach Schliengen bestimmte Bahnzug hier wieder an. Er konnte       nur bis Müllheim kommen. v. Struve hat einen Einfall in das Badische gemacht. Die oberen       Gegenden sind bis Schliengen besetzt. In Lörrach wurde Amtmann Exter gefangen mit weggeführt       und die Republik ausgerufen. Reisende wurden von Freischärlern angegriffen. Des Bahnzuges       wollten sich die Freischaaren in Schliengen bemächtigen, wahrscheinlich um geraden Wegs mit       demselben nach Frankfurt zu fahren, und wären die Zugführer in Müllheim nicht zeitig genug       gewarnt worden, so wäre es ihnen gelungen. Bedeutende Truppenmassen wurden sogleich von       Rastatt und Karlsruhe aus ins Oberland gesendet.</p>
          <bibl>(Fr. J.)</bibl>
        </div>
        <div xml:id="ar112b_017" type="jArticle">
          <head>Mannheim, 20. Sept.</head>
          <p>Hecker und seine ihn begleitenden Freunde sind am 16. in Havre wohlbehalten angekommen.</p>
          <p>Heute sagt er Europa Lebewohl und besteigt den Dämpfer Hermann. Wir sind diese Nachricht dem       Publikum schuldig, weil Hecker's Feinde überall aussprengen, seine Abreise sei nur fingirt, er       halte sich verborgen, und sei der geheime Führer der neueren Bewegung im Volke, diese       Ausstreuungen aber von dem Ministerium Bekk-Mathy leicht benutzt werden, um damit die       allgemein verlangte volle Amnestirung der politischen Gefangenen noch langer       vorzuenthalten.</p>
          <bibl>(M. A. Z.)</bibl>
        </div>
        <div xml:id="ar112b_018" type="jArticle">
          <head>Aus Baden, 22. Sept.</head>
          <p>Heute Mittag ist mittelst eines besondern Eisenbahnzuges die Nachricht von Lörrach und       Schliengen eingetroffen, <hi rendition="#g">daß gestern Abend an 3000 Freischärler, angeführt        von Struve, bei Lörrach über den Rhein gesetzt und heute frühe bereits bei Schliengen        eingetroffen seien.</hi> Wir vermögen die Angabe der Zahl nicht zu verbürgen; dagegen ist die       Thatsache des Erscheinens der Freischaaren auf badischem Gebiete wohl außer Zweifel, da die       Nachricht auf amtlichem Wege nach Karlsruhe gegangen ist.</p>
        </div>
      </div>
      <div n="1">
        <head>Italien.</head>
        <div xml:id="ar112b_019" type="jArticle">
          <head>Messina.</head>
          <p>Die legitimen Fürsten mögen aufjauchzen, die französische Republik anerkennt ihre Ansprüche!       Welchen Grund auch ein Volk zur Revolution haben möge, die französische Republik schützt es       nur, wenn es des Schutzes nicht bedarf. Ganz Europa, d. h. das freie Europa, hatte der       sizilianischen Revolution zugejubelt und die sizilianische Unabhängigkeit ward als ein fait       accompli betrachtet. Die Sizilianer hatten sich durch ihren Muth und ihre Entschlossenheit die       Achtung und den Beifall aller Freien errungen. Und nun wird Messina vor den Augen der       französischen und englischen Flotte dem Erdboden gleich gemacht! Wer wollte noch bestreiten,       daß die Reaktion in vollem Zuge ist? Leichen und Trümmerhaufen verkünden es laut, daß die       Herren von Gottes Gnaden wieder die Oberhand haben. Französische Blätter heben mit Oachdruck       hervor, daß etwa 7000 Bewohner Messina's, fast lauter Frauen und Kinder, auf französischen       Schiffen Schutz und Rettung fanden; italienische Blätter dagegen berichten, es haben vor dem       Kampfe alle kampfunfähigen Bewohner die Stadt verlassen und sich in das Innere der Insel       geflüchtet. Die große Macht, die sich rühmen muß, daß sie Frauen und Kinder nicht untergehen       ließ!! Sizilien hatte <hi rendition="#g">vor</hi> der großen Februarrevolution seine       Unabhängigkeit erkämpft; es verliert sie nun <hi rendition="#g">nach der</hi> völkerbefreienden Februarrevolution!</p>
          <bibl>(N. Z. Z.)</bibl>
        </div>
        <div xml:id="ar112b_020" type="jArticle">
          <head>Mailand.</head>
          <p>Laut Mailänder Briefen der N. Z. Z. hat es nicht den Anschein, als ob die östreichische       Regierung auf den Erfolg der Vermittlung und auf einen nahen Frieden zähle. Die       Vertheidigungswerk um Mailand werden vermehrt; die alten Graben werden erweitert, neue gemacht       und im Kastell furchtbare Vertheidigungsmittel konzentrirt. Die Garnison von Mailand wird       täglich verstärkt. Vier Kanonen mtt brennenden Lunten stehen bei jedem Thor. Keine Pässe ins       Ausland sind mehr erhältlich. Die Strenge der Militärherrschaft ist aufs Aeußerste getrieben.       Ein Pächter auf dem Lande hatte Waffen von einigem Werthe erhalten, auf daß er sie sorgfältig       aufbewahre und den Nachforschungen der Behörden entziehe. Dies that der arme Pächter; die       Waffen wurden jedoch unglücklicherweise entdeckt und der arme Mann verhaftet und erschossen.       Dasselbe Schicksal traf seine zwei Söhne. Auf dem Lande stehlen die Kroaten ungescheut.</p>
        </div>
      </div>
      <div n="1">
        <head>Polen.</head>
        <div xml:id="ar112b_021" type="jArticle">
          <head>Warschau, 16. Sept.</head>
          <p>Man sagt,' daß in dem Gouvernement Kiew die Bauern sich in Masse gegen die Edelleute erheben       und alles zu verderben und zu vernichten suchen.</p>
        </div>
      </div>
      <div n="1">
        <head>Französische Republik.</head>
        <div xml:id="ar112b_022" type="jArticle">
          <head><bibl><author>12</author></bibl> Paris, 21. Sept.</head>
          <p>Bonaparte, Fould und Raspail, das ist das Triumvirat, welches aus den neuen Wahlen       hervorgegangen ist. Schon dieses Resultat setzt alle Gemäßigten, seien sie Republikaner oder       Monarchisten, in Verzweifelung. Jesus-Fould zwischen zwei Schächern! Fould, der reiche       Banquier, der alle möglichen &#x201E;friedlichen&#x201C; Mittel angewandt hat, um zu Macht und Ansehen zu       gelangen, sieht sich festgeschlagen am Kreuze zwischen dem Geiste &#x201E;des Krieges und der       Anarchie&#x201C;. So werden seine beiden Kollegen, Bonaparte und Raspail bezeichnet. Dieser       friedfertige Fould, der morgens im friedfertigen Schlafrocke seine Makler und Agenten empfing,       steht neben Raspail mit dem blutrothen Rocke, der morgens, wenn er seine zahlreichen Kranken       aus dem Armenviertel empfing, sich stundenlang mit ihnen besprach, und ihnen zeigte, wie alle       ihre Krankheiten, wie alle ihre physischen Leiden nur Folge der sozialen Zustände seien, wie       Fould und Genossen mit den sozialen Zustände ihnen all' ihr chronisches Siegthum zugezogen       hätten, und wie dagegen keine Arzeneien helfen, sondern eine kräftigere Kost, gesündere       Wohnungen, und Ruhe vor zehrenden Nahrungssorgen. Und da sie dies unter den bisherigen       Zuständen nicht erhalten konnten, so gab er ihnen Kampfer, um ihre Leiden für den billigsten       Preis, für ein Minimum von einem Sou einstweilen zu besänftigen. Du Raspail un Sou, ertönte es       von allen Seiten vor der Revolution, und die Proletarier strömten von allen Seiten hinzu, und       kauften dieses narkotische Mittel für einen Sou, oder erhielten es gratis von Raspail selbst,       und hielten sich ruhig bis zur Zeit, wo der Tumult gebrochen, der Kampfer verraucht, Fould       neben Raspail als Abgeordneter, als Volksrepräsentant gewählt worden. Aber das ist noch nicht       Alles: hinter Fould, neben Raspail steht das ganze &#x201E;kommunistische Kleeblatt&#x201C;, die rotheste       aller rothen Republiken. Raspail, Cabet und Thoré haben alle 3 fast eine gleiche Anzahl von       Stimmen erhalten. Sie folgten sich in den Wahl-Bulletens in unmittelbarer Reihenfolge und dies       bezeigt offenbar von der Macht der arbeitenden Klassen, von der Macht der sich auf's Neue       insurgirenden Insurgenten. Ungeachtet gegen 8 bis 10 Tausend der tüchtigsten Arbeiter und       Anführer ihres Stimmrechts beraubt war, hat doch die demokratische Partei, die Volkspartei,       die rothe Republick einen unendlichen Sieg errungen. Wenn statt 3 Kandidaten 5 zu wählen       gewesen, so hätten wir in der Kammer alle kommunistischen Elemente.</p>
          <p>Vornan steht wieder der Adler Napoleon's mit 110,000 Stimlmen; und dirse 110,000 Stimmen       sind ebenfalls in großer Anzah-demokratische Stimmen, zugleicher Zeit ist er der Erwählte der       Armee, die hiermit offen protestirt gegen Cavaignac's und Marrast's friedseliges Zuschauen in       Italien. Cavaignac's Glanzperiode ist vorüber; Marrast wird nicht mehr lange Festgelage in       seinem Hotel geben. Der Kampf steht vor der Thüre, und selbst der sonst so friedfertig       gesinute &#x201E;Siecle&#x201C; verheimlicht sich nicht die Gefahren, die von allen Seiten auf die       Krämer-Bourgeoisie hereindringen. &#x201E;Die Ultra-Demokraten,&#x201C; sagt dieses Blatt, &#x201E;haben unter dem       Einflusse der Leidenschaften gewußt mit Uebereinstimmung zu handeln und kräftig zu handeln.       Diese Uebereinstimmung war dermaßen groß, daß in den meisten Arrondissements die Kandidaten       des Sozialismus sich mit gleicher Stimmenzahl auf der Liste folgen. Wenn zu gleicher Zeit das       Mißverständniß und die durch Egoismus hervorgebrachte Theilung auf der andern Seite       fortdauern, so werden werden wir bald sehen, wohin uns das allmeine Stimmrecht führt.&#x201C;</p>
          <p>Das Merkwürdige dabei, daß selbst in den Arrondissements der reichen Quartier's eine und       dieselbe kompakte Masse für die Volksmänner Raspail Cabet und Thoré gestimmt haben. Um sich       dieses Faktum zu erklären, muß man eben Paris sich nicht in Arrondissements getheilt       vorstellen wie einen Apfel, den man in 4 oder 8 Viertel schneidet, sondern, wenn wir einmal       das Bild des Apfels beibehalten wollen, so denke man sich denselben statt von unten nach oben,       in horizontalen Schübchen geschnitten, deren jedes eine Etage, einen bestimmten Theil der       Bevölkerung enthält. Für Fould haben bestimmt die untersten Schübchen, die Schubladen,       Geldladen und Waarenladen; aber je mehr man nach oben stieg, je mehr fiel Fould im Preise, und       gaoz oben, wo der Kampher hingedrungen, verlor sich Fould in Raspail.</p>
        </div>
      </div>
      <div n="1">
        <head>Belgien.</head>
        <div xml:id="ar112b_023" type="jArticle">
          <head>Brüssel, 21. Sept.</head>
          <p>Die Septemberfeste in Brüssel werden auf sonderbare Weise eingeweiht. Aus Antwerpen hat man       zur &#x201E;Sicherheit&#x201C; 30 Mörser kommen lassen; außerdem sind eine Menge Truppen von allen Seiten in       Brüssel vereinigt, um auf eine würdige Weise das 18. Jahresfest unserer Revolution zu feiern.       Diese militärischen Vorbereitungen bedürfen keines weitern Kommentars. Der König Leopold,       dersich selbst schon auf 800,000 Fr. jährlich taxirt hatte, in einem Augenblicke, wo seine       erzwungene Abdankung verhandelt wurde, sucht jetzt auf alle mögliche Weise sein Budget zu       retten.</p>
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        <head>Schweiz.</head>
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          <head>Bern, 20. Sept.</head>
          <p>Die gestern in der Tagsatzung verlesene neue Note des Feldmarschalls Radetzky, deren       drohende Maßregeln bereits theilweise an der Gränze ausgeführt worden sind, und welche heute       der östreichische Gesandte nun auch offiziell dem Vororte mittheilt, wird einer Kommission von       5 Mitgliedern, wovon der Bundespräsident ebenfalls Präsident ist, und in welche von demselben       die Herren Bgmstr.-Zehnder, Ldm. Munzinger, Staatsrath Briatte und Ldm. Siegfried bezeichnet       worden, zur Begutachtung überwiesen, um darüber bis Donnerstag Bericht zu erstatten. Genf will       sogleich 20,000 Mann aufstellen, das Ministerium in Wien anfragen, ob es mit den Maßregeln des       Feldmarschalls einverstanden sei und wenn, so will es diese Sache als Casus belli für die       Schweiz ansehen.</p>
          <p>Laut Nachrichten aus Mailand hat der Marschall allen nicht ansässigen Tessinern, deren es       über tausend geben soll, die Weisung gegeben, binnen 48 Stunden das lombardische Gebiet zu       verlassen. Eine von dem schweizerischen Konsul Hrn. Reymond begehrte Audienz soll demselben       abgeschlagen worden sein.</p>
        </div>
      </div>
      <div n="1">
        <head>Handels-Nachrichten.</head>
        <gap reason="insignificant"/>
      </div>
      <div xml:id="ar112b_025" type="jArticle">
        <p>Zur Unterstützung der Frankfurter Barrikaden-Männer und deren Familien sind eingegangen: von       B. 2 1/2 Sgr., von K. 5 Sgr., von W. 5 Sgr., von einem Mädchen 2 1/2 Sgr.</p>
        <p>Weitere Beiträge nehmen wir gerne entgegen.</p>
        <p>Die Expedition der &#x201E;Neuen Rhein. Ztg.&#x201C;</p>
      </div>
      <div type="jExpedition">
        <p>Der wichtigen Nachrichten halber erscheint diesmal die Beilage vor dem Hauptblatte.</p>
      </div>
      <div n="1">
        <head>[Anzeige]</head>
        <div type="jAn">
          <p><hi rendition="#b">Volksblätter</hi> von <hi rendition="#b">J. Schoenemann u. Heinr.        Benary</hi> erscheinen in <hi rendition="#g">Berlin</hi> wöchentlich 3mal einen halben Bogen.       Man abonnirt bei allen preußischen Postämtern für 16 Sgr. vierteljährig.</p>
          <p>Wir haben es uns zur Aufgabe gestellt, in diesen Blättern wahre Volksblätter zu geben, und       werden wie bisher leitende Artikel über politische und Tagesfragen, Besprechungen der       National-Versammlungen und die wichtigsten Fortschritte der Demokratie im Auslande geben. Von       tüchtigen Mitarbeitern sind wir unterstützt.</p>
          <p>Probeblätter liegen in der Expedition der &#x201E;Neuen Rheinischen Zeitung&#x201C; bereit.</p>
          <p>Berlin, im September 1848.</p>
        </div>
        <div type="jAn">
          <p>Ein fleißiger mit guten Zeugnissen versehener Handlungs-Gehülfe sucht eine Stelle. Die Exp.       sagt das Nähere.</p>
        </div>
        <div type="jAn">
          <p>Der<hi rendition="#g">freie Staatsbürger.</hi> </p>
          <p> <hi rendition="#b">Organ der Demokratie.</hi> </p>
          <p>Redigirt von<hi rendition="#b">Gustav Diezel</hi> wird vom 1. Okt. an in einem vergrößerten       Format und an allen Wochentagen erscheinen, und von tüchtigen demokratischen Kräften durch       Originalberichte aus den Hauptstädten Deutschlands unterstützt, alle politischen Nachrichten       aufs Schnellste und Vollständigste mittheilen. Der &#x201E;freie Staatsbürger&#x201C; wurzelt in der       fränkischen Demokratie, die wiederum an ihn sich anlehnt. Er ist das Organ der demokratischen       Partei in Franken. Mit ihr wird auch er seine Wirksamkeit jetzt erweitern und deshalb als       politische Zeitung täglich erscheinen. Der &#x201E;freie Staatsbürger&#x201C; ist in den Stand gesetzt, es       den übrigen Nürnberger Blättern in schneller und genauer Mittheilung der politischen       Nachrichten durchaus gleich zu thun, während sein Preis der niedrigste ist; jährlich Fl. 6,       halbjährlich Fl. 3, vierteljährlich Fl. 1 Kr. 30. Alle Postämter sind verpflichtet, das Blatt       um diesen Preis in ganz Baiern zu liefern. Auswärts findet ein mäßiger Postaufschlag       Statt.</p>
          <p>Die Expedition<hi rendition="#b">des &#x201E;freien Staatsbürger.&#x201C;</hi> </p>
        </div>
        <div type="jAn">
          <p>So eben ist erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben:</p>
          <p><hi rendition="#b">Freiligrath!</hi> ein Gedicht.</p>
          <p>Preis 1 1/2 Sgr.</p>
          <p>In wenigen Tagen wurden hiervon Tausende von Exemplaren verkauft.</p>
        </div>
        <div type="jAn">
          <p>Im großen Schoppen bei <hi rendition="#b">Louis Kertell,</hi> große Neugasse Nr. 36.</p>
          <p> <hi rendition="#b">Ausgezeichnete Weine und Speisen.</hi> </p>
        </div>
        <div type="jAn">
          <p>Ein braves Mädchen, von guter anständiger Familie, außerhalb Köln gebürtig, sucht eine       Stelle als Zweitmädchen. Dasselbe ist im Fein-Nähen sehr bewandert.</p>
          <p>Unter Goldschmidt Nr. 13.</p>
        </div>
        <div type="jAn">
          <p>Sarg-Magazin.</p>
          <p>Bei <hi rendition="#g">Schmidt,</hi>Mühlengasse Nr. 10 sind alle Sorten Todten-Laden zu       billigen Preisen zu haben.</p>
        </div>
        <div type="jAn">
          <p>Die Leipziger Feuer-Versicherungs-Anstalt versichert alle Mobilar-und Immobilar-Güter, auch       Fruchthaufen auf freiem Felde, so wie die Waaren auf der Reise begriffen zu den der Gefahr       angemessenen billigst gestellten Prämien-Sätzen. Meine Herren Hülfsagenten, die dem       verehrlichen Publikum bereits bekannt, sind stets bereit, Anträge entgegen zu nehmen, um mir       solche zur Ausfertigung der Policen einzusenden und über die Bedingungen genügende Auskunft zu       ertheilen.</p>
          <p>Alle Versicherungen bis zu sehr bedeutenden Summen werden durch mich in Vollmacht und im       Namen der Anstalt sofort gezeichnet und sind von dem Augeublicke an, wo die Prämie gegen       Aushändigung der Police bezahlt ist, in Obligo für die Anstalt.</p>
          <p>Köln, im August 1848.</p>
          <p>Der General-Agent der Leipziger Feuer-Versicherungs-Anstalt für die Regierungs-Bezirke Köln       und Koblenz.</p>
          <p> <hi rendition="#b">Mainone.</hi> </p>
        </div>
        <div type="jAn">
          <p><hi rendition="#b">Gebrauchte Dachziegeln und Laien</hi> werden zu kaufen gesucht, die       Expedition sagt wo.</p>
        </div>
      </div>
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        <p>Der Gerant: <hi rendition="#g">Korff.</hi><lb/>
Druck von J. W. <hi rendition="#g">Dietz,</hi> unter Hutmacher 17.</p>
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</TEI>
[0558/0002] Schule genannt wurde, so meine ich, der Staat sei als Pflegevater der Schule zu nennen, und die Tochter könne doch nicht um des Pflegevaters willen nicht die Mutter verlassen. (Vermischte Verwandtschaft?) In den Paragraphen 18 und 19 vermisse er einen Punkt über die Lernpflicht. Sonst tritt er dem Verfassungsausschuß bei. Die Debatte über § 18 geschlossen. Waiz, Berichterstatter des Ausschusses, vertheidigt (in Vertretung Beselers) noch die Fassung des Ausschusses. Er gibt in Bezug auf die Langweiligkeit Hrn. Beseler nichts nach. Abstimmung. Eisenmann wünscht, es solle vor der Abstimmung eine Uebersicht der Fragestellungen gedruckt werden. (Widerspruch). Goltz: Man soll heute nicht abstimmen, sondern nach Eisenmanns Empfehlung verfahren. Schrader beantragt, daß wenn auch die Fassung des Verfassungsausschusses angenommen wird, über Punkt 2 seines Amendements abgestimmt werde. (!) Rösler beantragt Vertagung. Die Abstimmung wird vertagt, v. Herrmann (Vizepräsident) erstattet Bericht über eine neue Anzahl Beurlaubungen. (Wer bleibt denn da?) Da die Verlesung derer die Urlaub wollen, gar zu lange dauert, ruft man Schluß! Im Ganzen 42 Beurlaubungen beantragt Mehrere Redner erheben sich gegen diese Menge. Man will die Gründe. v. Herrmann sagt: ob die Gründe stichhaltig, ist gar nicht zu beurtheilen. Man muß es dem guten Gewissen eines Jeden überlassen. Teichert verlangt eine vollständige Uebersicht der Beurlaubten und man solle darauf sehen, daß nie unter 400 Mitglieder anwesend seien. (Bravo). Goltz beantragt, daß durch die Frankfurter Zeitungen die Namen mit Gründen des Urlaubs bekannt gemacht werden, damit die Kommittenten es erfahren (Gelächter). v. Möhring: Es soll Denen, die schon Urlaub gehabt, der Urlaub verweigert werden. Plathner will, daß der über 4 Wochen Beurlaubte als ausgeschieden zu betrachten sei. v. Herrmann fängt an, die Gründe zu verlesen. Schluß! Schluß! Die Versammlung beschließt mit schwacher Majorität, die Urlaube zu genehmigen, und dann: morgen Sitzung zu halten. Tagesordnung: 1. Berathung über die Ansprache an das deutsche Volk 2. Berathung über den Entwurf zur Emanirung der Reichsgesetze. Berlin, 22. Sept. Die Reform theilt folgende als die wesentlichen Punkte des von Beckerath aufgestellten Programms mit: 1) Vollständige Reorganisation der Armee. 2) Annahme des Verfassungs-Entwurfes, mindestens so, wie er aus der Kommission hervorgegangen ist. 3) Vollständige Unterordnung Preußens unter die deutsche Centralgewalt. 4) Aufhebung des eximirten Gerichtsstandes für das Militär. 5) Aufhebung aller Orden und Titel. 6) Sofortige Ausführung des Stein'schen Antrages. 7) Sofortiger Erlaß der von der Nationalversammlung beschlosienen Gesetze wegen Aufhebung der Todesstrafe und Sicherstellung der persönlichen Freiheit. * Berlin, 22. Sept. In der heutigen Sitzung der Vereinbarungs-Versammlung verliest Pfuel das Programm des neuen Ministeriums, das aus einer Anzahl liberaler Phrasen zusammengeflickt ist. Hansemann hält seine Abtrittsrede. Der Hartmannsche auf Beschränkung des Interpellationsrechtes ausgehende, und von der Rechten eifrig unterstützte Antrag wird mit 212 gegen 135 Stimmen verworfen. Darauf folgen die 5 von Kirchmann angekündigten Interpellationen, welche von Pfuel in nichts weniger als beruhigender Weise beantwortet werden. Waldeck beantragt: „das Ministerium solle den General Wrangel zur sofortigen Zurücknahme des Armeebefehls anweisen.“ Die Dringlichkeit wird nicht anerkannt. Pax interpellirt schließlich das Ministerium, wie es sich zu dem auf Steins Vorschlag gefaßten Beschluß zu verhalten gedenke, ob es schon Schritte zur Ausführung gethan oder zu thun bereit sei? Die Antwort wird auf Montag anberaumt. Berlin, 23. Sept. Plakate an allen Ecken und Enden, sonst aber Ruhe, eine Ruhe, wie vor'm Ausbruche des Sturmes. Alles wartet auf die Sitzung von Morgen, auf die Antwort der Minister. Aber auch Morgen wird es noch kaum zur Entscheidung kommen. Daß letztere nicht lange verschoben werden kann, steht allein fest. * Wien, 21. Sept. Wie leider vorauszusehen war, hat der Reichstag die ungarische Deputation nicht vorgelassen. München, 20. Sept. Die Frankfurter Beschlüsse haben hier allgemeinen Mißmuth erregt. Mag man sagen, was man will, eine halbe Politik ist eingeschlagen; wir lassen uns einschüchtern, ohne selbst einmal zu versuchen, ein entschiedenes Wort zu sprechen. Preußens Ignoriren der Reichsgewalt nach außen ist formell und materiell nicht zurückgewiesen; seine eigene ungegründete Betheiligung erscheint als geduldet. Die Revolution hat sich selbst verläugnet, und die Verneinung ihrer Existenz wie ihrer früheren Beschlüsse ruhig hingenommen. 129 Karlsruhe, 22. Sept. Indem ich Ihnen beifolgend einen Artikel wegen der gegen Fickler geübten Scheußlichkeiten übersende, habe ich vor Postschluß gerade noch Zeit, die eben einlaufende Nachricht mitzutheilen, daß Gustav Struve heute Nacht mit einer bewaffneten Freischaar von circa 1000 Mann die badische Grenze überschritten und die Stadt Lörrach überrumpelt habe; sämmtliche Beamten wurden verhaftet und die Stadt fest verbarrikadirt. Bewaffneter Zuzug zu Struve's Schaar findet von allen Seiten statt. Heidelberg, 22. Sept. Abends 8 1/4 Uhr. Eben kommt der nach Schliengen bestimmte Bahnzug hier wieder an. Er konnte nur bis Müllheim kommen. v. Struve hat einen Einfall in das Badische gemacht. Die oberen Gegenden sind bis Schliengen besetzt. In Lörrach wurde Amtmann Exter gefangen mit weggeführt und die Republik ausgerufen. Reisende wurden von Freischärlern angegriffen. Des Bahnzuges wollten sich die Freischaaren in Schliengen bemächtigen, wahrscheinlich um geraden Wegs mit demselben nach Frankfurt zu fahren, und wären die Zugführer in Müllheim nicht zeitig genug gewarnt worden, so wäre es ihnen gelungen. Bedeutende Truppenmassen wurden sogleich von Rastatt und Karlsruhe aus ins Oberland gesendet. (Fr. J.) Mannheim, 20. Sept. Hecker und seine ihn begleitenden Freunde sind am 16. in Havre wohlbehalten angekommen. Heute sagt er Europa Lebewohl und besteigt den Dämpfer Hermann. Wir sind diese Nachricht dem Publikum schuldig, weil Hecker's Feinde überall aussprengen, seine Abreise sei nur fingirt, er halte sich verborgen, und sei der geheime Führer der neueren Bewegung im Volke, diese Ausstreuungen aber von dem Ministerium Bekk-Mathy leicht benutzt werden, um damit die allgemein verlangte volle Amnestirung der politischen Gefangenen noch langer vorzuenthalten. (M. A. Z.) Aus Baden, 22. Sept. Heute Mittag ist mittelst eines besondern Eisenbahnzuges die Nachricht von Lörrach und Schliengen eingetroffen, daß gestern Abend an 3000 Freischärler, angeführt von Struve, bei Lörrach über den Rhein gesetzt und heute frühe bereits bei Schliengen eingetroffen seien. Wir vermögen die Angabe der Zahl nicht zu verbürgen; dagegen ist die Thatsache des Erscheinens der Freischaaren auf badischem Gebiete wohl außer Zweifel, da die Nachricht auf amtlichem Wege nach Karlsruhe gegangen ist. Italien. Messina. Die legitimen Fürsten mögen aufjauchzen, die französische Republik anerkennt ihre Ansprüche! Welchen Grund auch ein Volk zur Revolution haben möge, die französische Republik schützt es nur, wenn es des Schutzes nicht bedarf. Ganz Europa, d. h. das freie Europa, hatte der sizilianischen Revolution zugejubelt und die sizilianische Unabhängigkeit ward als ein fait accompli betrachtet. Die Sizilianer hatten sich durch ihren Muth und ihre Entschlossenheit die Achtung und den Beifall aller Freien errungen. Und nun wird Messina vor den Augen der französischen und englischen Flotte dem Erdboden gleich gemacht! Wer wollte noch bestreiten, daß die Reaktion in vollem Zuge ist? Leichen und Trümmerhaufen verkünden es laut, daß die Herren von Gottes Gnaden wieder die Oberhand haben. Französische Blätter heben mit Oachdruck hervor, daß etwa 7000 Bewohner Messina's, fast lauter Frauen und Kinder, auf französischen Schiffen Schutz und Rettung fanden; italienische Blätter dagegen berichten, es haben vor dem Kampfe alle kampfunfähigen Bewohner die Stadt verlassen und sich in das Innere der Insel geflüchtet. Die große Macht, die sich rühmen muß, daß sie Frauen und Kinder nicht untergehen ließ!! Sizilien hatte vor der großen Februarrevolution seine Unabhängigkeit erkämpft; es verliert sie nun nach der völkerbefreienden Februarrevolution! (N. Z. Z.) Mailand. Laut Mailänder Briefen der N. Z. Z. hat es nicht den Anschein, als ob die östreichische Regierung auf den Erfolg der Vermittlung und auf einen nahen Frieden zähle. Die Vertheidigungswerk um Mailand werden vermehrt; die alten Graben werden erweitert, neue gemacht und im Kastell furchtbare Vertheidigungsmittel konzentrirt. Die Garnison von Mailand wird täglich verstärkt. Vier Kanonen mtt brennenden Lunten stehen bei jedem Thor. Keine Pässe ins Ausland sind mehr erhältlich. Die Strenge der Militärherrschaft ist aufs Aeußerste getrieben. Ein Pächter auf dem Lande hatte Waffen von einigem Werthe erhalten, auf daß er sie sorgfältig aufbewahre und den Nachforschungen der Behörden entziehe. Dies that der arme Pächter; die Waffen wurden jedoch unglücklicherweise entdeckt und der arme Mann verhaftet und erschossen. Dasselbe Schicksal traf seine zwei Söhne. Auf dem Lande stehlen die Kroaten ungescheut. Polen. Warschau, 16. Sept. Man sagt,' daß in dem Gouvernement Kiew die Bauern sich in Masse gegen die Edelleute erheben und alles zu verderben und zu vernichten suchen. Französische Republik. 12 Paris, 21. Sept. Bonaparte, Fould und Raspail, das ist das Triumvirat, welches aus den neuen Wahlen hervorgegangen ist. Schon dieses Resultat setzt alle Gemäßigten, seien sie Republikaner oder Monarchisten, in Verzweifelung. Jesus-Fould zwischen zwei Schächern! Fould, der reiche Banquier, der alle möglichen „friedlichen“ Mittel angewandt hat, um zu Macht und Ansehen zu gelangen, sieht sich festgeschlagen am Kreuze zwischen dem Geiste „des Krieges und der Anarchie“. So werden seine beiden Kollegen, Bonaparte und Raspail bezeichnet. Dieser friedfertige Fould, der morgens im friedfertigen Schlafrocke seine Makler und Agenten empfing, steht neben Raspail mit dem blutrothen Rocke, der morgens, wenn er seine zahlreichen Kranken aus dem Armenviertel empfing, sich stundenlang mit ihnen besprach, und ihnen zeigte, wie alle ihre Krankheiten, wie alle ihre physischen Leiden nur Folge der sozialen Zustände seien, wie Fould und Genossen mit den sozialen Zustände ihnen all' ihr chronisches Siegthum zugezogen hätten, und wie dagegen keine Arzeneien helfen, sondern eine kräftigere Kost, gesündere Wohnungen, und Ruhe vor zehrenden Nahrungssorgen. Und da sie dies unter den bisherigen Zuständen nicht erhalten konnten, so gab er ihnen Kampfer, um ihre Leiden für den billigsten Preis, für ein Minimum von einem Sou einstweilen zu besänftigen. Du Raspail un Sou, ertönte es von allen Seiten vor der Revolution, und die Proletarier strömten von allen Seiten hinzu, und kauften dieses narkotische Mittel für einen Sou, oder erhielten es gratis von Raspail selbst, und hielten sich ruhig bis zur Zeit, wo der Tumult gebrochen, der Kampfer verraucht, Fould neben Raspail als Abgeordneter, als Volksrepräsentant gewählt worden. Aber das ist noch nicht Alles: hinter Fould, neben Raspail steht das ganze „kommunistische Kleeblatt“, die rotheste aller rothen Republiken. Raspail, Cabet und Thoré haben alle 3 fast eine gleiche Anzahl von Stimmen erhalten. Sie folgten sich in den Wahl-Bulletens in unmittelbarer Reihenfolge und dies bezeigt offenbar von der Macht der arbeitenden Klassen, von der Macht der sich auf's Neue insurgirenden Insurgenten. Ungeachtet gegen 8 bis 10 Tausend der tüchtigsten Arbeiter und Anführer ihres Stimmrechts beraubt war, hat doch die demokratische Partei, die Volkspartei, die rothe Republick einen unendlichen Sieg errungen. Wenn statt 3 Kandidaten 5 zu wählen gewesen, so hätten wir in der Kammer alle kommunistischen Elemente. Vornan steht wieder der Adler Napoleon's mit 110,000 Stimlmen; und dirse 110,000 Stimmen sind ebenfalls in großer Anzah-demokratische Stimmen, zugleicher Zeit ist er der Erwählte der Armee, die hiermit offen protestirt gegen Cavaignac's und Marrast's friedseliges Zuschauen in Italien. Cavaignac's Glanzperiode ist vorüber; Marrast wird nicht mehr lange Festgelage in seinem Hotel geben. Der Kampf steht vor der Thüre, und selbst der sonst so friedfertig gesinute „Siecle“ verheimlicht sich nicht die Gefahren, die von allen Seiten auf die Krämer-Bourgeoisie hereindringen. „Die Ultra-Demokraten,“ sagt dieses Blatt, „haben unter dem Einflusse der Leidenschaften gewußt mit Uebereinstimmung zu handeln und kräftig zu handeln. Diese Uebereinstimmung war dermaßen groß, daß in den meisten Arrondissements die Kandidaten des Sozialismus sich mit gleicher Stimmenzahl auf der Liste folgen. Wenn zu gleicher Zeit das Mißverständniß und die durch Egoismus hervorgebrachte Theilung auf der andern Seite fortdauern, so werden werden wir bald sehen, wohin uns das allmeine Stimmrecht führt.“ Das Merkwürdige dabei, daß selbst in den Arrondissements der reichen Quartier's eine und dieselbe kompakte Masse für die Volksmänner Raspail Cabet und Thoré gestimmt haben. Um sich dieses Faktum zu erklären, muß man eben Paris sich nicht in Arrondissements getheilt vorstellen wie einen Apfel, den man in 4 oder 8 Viertel schneidet, sondern, wenn wir einmal das Bild des Apfels beibehalten wollen, so denke man sich denselben statt von unten nach oben, in horizontalen Schübchen geschnitten, deren jedes eine Etage, einen bestimmten Theil der Bevölkerung enthält. Für Fould haben bestimmt die untersten Schübchen, die Schubladen, Geldladen und Waarenladen; aber je mehr man nach oben stieg, je mehr fiel Fould im Preise, und gaoz oben, wo der Kampher hingedrungen, verlor sich Fould in Raspail. Belgien. Brüssel, 21. Sept. Die Septemberfeste in Brüssel werden auf sonderbare Weise eingeweiht. Aus Antwerpen hat man zur „Sicherheit“ 30 Mörser kommen lassen; außerdem sind eine Menge Truppen von allen Seiten in Brüssel vereinigt, um auf eine würdige Weise das 18. Jahresfest unserer Revolution zu feiern. Diese militärischen Vorbereitungen bedürfen keines weitern Kommentars. Der König Leopold, dersich selbst schon auf 800,000 Fr. jährlich taxirt hatte, in einem Augenblicke, wo seine erzwungene Abdankung verhandelt wurde, sucht jetzt auf alle mögliche Weise sein Budget zu retten. Schweiz. Bern, 20. Sept. Die gestern in der Tagsatzung verlesene neue Note des Feldmarschalls Radetzky, deren drohende Maßregeln bereits theilweise an der Gränze ausgeführt worden sind, und welche heute der östreichische Gesandte nun auch offiziell dem Vororte mittheilt, wird einer Kommission von 5 Mitgliedern, wovon der Bundespräsident ebenfalls Präsident ist, und in welche von demselben die Herren Bgmstr.-Zehnder, Ldm. Munzinger, Staatsrath Briatte und Ldm. Siegfried bezeichnet worden, zur Begutachtung überwiesen, um darüber bis Donnerstag Bericht zu erstatten. Genf will sogleich 20,000 Mann aufstellen, das Ministerium in Wien anfragen, ob es mit den Maßregeln des Feldmarschalls einverstanden sei und wenn, so will es diese Sache als Casus belli für die Schweiz ansehen. Laut Nachrichten aus Mailand hat der Marschall allen nicht ansässigen Tessinern, deren es über tausend geben soll, die Weisung gegeben, binnen 48 Stunden das lombardische Gebiet zu verlassen. Eine von dem schweizerischen Konsul Hrn. Reymond begehrte Audienz soll demselben abgeschlagen worden sein. Handels-Nachrichten. _ Zur Unterstützung der Frankfurter Barrikaden-Männer und deren Familien sind eingegangen: von B. 2 1/2 Sgr., von K. 5 Sgr., von W. 5 Sgr., von einem Mädchen 2 1/2 Sgr. Weitere Beiträge nehmen wir gerne entgegen. Die Expedition der „Neuen Rhein. Ztg.“ Der wichtigen Nachrichten halber erscheint diesmal die Beilage vor dem Hauptblatte. [Anzeige] Volksblätter von J. Schoenemann u. Heinr. Benary erscheinen in Berlin wöchentlich 3mal einen halben Bogen. Man abonnirt bei allen preußischen Postämtern für 16 Sgr. vierteljährig. Wir haben es uns zur Aufgabe gestellt, in diesen Blättern wahre Volksblätter zu geben, und werden wie bisher leitende Artikel über politische und Tagesfragen, Besprechungen der National-Versammlungen und die wichtigsten Fortschritte der Demokratie im Auslande geben. Von tüchtigen Mitarbeitern sind wir unterstützt. Probeblätter liegen in der Expedition der „Neuen Rheinischen Zeitung“ bereit. Berlin, im September 1848. Ein fleißiger mit guten Zeugnissen versehener Handlungs-Gehülfe sucht eine Stelle. Die Exp. sagt das Nähere. Derfreie Staatsbürger. Organ der Demokratie. Redigirt vonGustav Diezel wird vom 1. Okt. an in einem vergrößerten Format und an allen Wochentagen erscheinen, und von tüchtigen demokratischen Kräften durch Originalberichte aus den Hauptstädten Deutschlands unterstützt, alle politischen Nachrichten aufs Schnellste und Vollständigste mittheilen. Der „freie Staatsbürger“ wurzelt in der fränkischen Demokratie, die wiederum an ihn sich anlehnt. Er ist das Organ der demokratischen Partei in Franken. Mit ihr wird auch er seine Wirksamkeit jetzt erweitern und deshalb als politische Zeitung täglich erscheinen. Der „freie Staatsbürger“ ist in den Stand gesetzt, es den übrigen Nürnberger Blättern in schneller und genauer Mittheilung der politischen Nachrichten durchaus gleich zu thun, während sein Preis der niedrigste ist; jährlich Fl. 6, halbjährlich Fl. 3, vierteljährlich Fl. 1 Kr. 30. Alle Postämter sind verpflichtet, das Blatt um diesen Preis in ganz Baiern zu liefern. Auswärts findet ein mäßiger Postaufschlag Statt. Die Expeditiondes „freien Staatsbürger.“ So eben ist erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben: Freiligrath! ein Gedicht. Preis 1 1/2 Sgr. In wenigen Tagen wurden hiervon Tausende von Exemplaren verkauft. Im großen Schoppen bei Louis Kertell, große Neugasse Nr. 36. Ausgezeichnete Weine und Speisen. Ein braves Mädchen, von guter anständiger Familie, außerhalb Köln gebürtig, sucht eine Stelle als Zweitmädchen. Dasselbe ist im Fein-Nähen sehr bewandert. Unter Goldschmidt Nr. 13. Sarg-Magazin. Bei Schmidt,Mühlengasse Nr. 10 sind alle Sorten Todten-Laden zu billigen Preisen zu haben. Die Leipziger Feuer-Versicherungs-Anstalt versichert alle Mobilar-und Immobilar-Güter, auch Fruchthaufen auf freiem Felde, so wie die Waaren auf der Reise begriffen zu den der Gefahr angemessenen billigst gestellten Prämien-Sätzen. Meine Herren Hülfsagenten, die dem verehrlichen Publikum bereits bekannt, sind stets bereit, Anträge entgegen zu nehmen, um mir solche zur Ausfertigung der Policen einzusenden und über die Bedingungen genügende Auskunft zu ertheilen. Alle Versicherungen bis zu sehr bedeutenden Summen werden durch mich in Vollmacht und im Namen der Anstalt sofort gezeichnet und sind von dem Augeublicke an, wo die Prämie gegen Aushändigung der Police bezahlt ist, in Obligo für die Anstalt. Köln, im August 1848. Der General-Agent der Leipziger Feuer-Versicherungs-Anstalt für die Regierungs-Bezirke Köln und Koblenz. Mainone. Gebrauchte Dachziegeln und Laien werden zu kaufen gesucht, die Expedition sagt wo. Der Gerant: Korff. Druck von J. W. Dietz, unter Hutmacher 17.

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Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Marx-Engels-Gesamtausgabe: Bereitstellung der Texttranskription. (2017-03-20T13:08:10Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
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Die angegebenen Seitenzahlen beziehen sich auf die Ausgabe: Neue Rheinische Zeitung. Organ der Demokratie. Bd. 1 (Nummer 1 bis Nummer 183) Köln, 1. Juni 1848 bis 31. Dezember 1848. Glashütten im Taunus, Verlag Detlev Auvermann KG 1973.




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Zitationshilfe: Neue Rheinische Zeitung. Nr. 112. Köln, 26. September 1848. Beilage, S. 0558. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_nrhz112b_1848/2>, abgerufen am 09.08.2022.