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Nyland, Petrus: Desz Schauplatzes Irdischer Geschöpffe. Bd. 3. Osnabrück, 1687.

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innen sie alle andre Vögel übergehen / sprechen die Worte sehr verständ- und deutlich auß/ und solches noch leichter / wann sie innerhalb der ersten 2. Jahren unterrichtet/ als wann sie alt worden. Die faulen werden mit einem dünnen eysern Stäblein auff den Kopff gesehlagen/ sonsten empfinden sie/ wegen ihrer Härtigkeit/ die Schläge nicht.

Der Cardinal Ascanius hat einen umb hundert Gold-Cronen gekaufft/ hat das gantze Symbolum der Apostel hersage/ und in unzerbrochener Ordnung recitiren können. König Henricus der Achte in Engeland hatte einen Papagoy/ der fiel in die Temß/ rieff umb Hülff/ und versprach zwantzig Pfund Sterling: als er nun geborgen und gerettet/ befahl er/ daß man dem/ so ihm herauß geholffen vier Schilling geben solte: Cardanus schreibet/ daß sie die Eigenschafft/ etwas zuberahtschlagen haben sollen. Pherecides berichtet/ daß die Männlein auffmercken/ und verrahten/ wann etwa Gifft bereitet/ und in ein Hauß gebracht wird. Andre melden/ daß umb die Insul Java Papagoyen zufinden/ welche das jenige/ was sie gefragt worden/ verstehen/ und Antwort darauff geben. Constantinus Manasses bezeuget/ daß sie den Täntzern mit Bewegung ihres Haupts / und mit ihren gebognen und blinckenden Fittichen nachfolgen/ welches die Erfahrung bekräfftiget.

Von dem Vogel Aracanga oder Ost-Indischen Raben.

DIeser Vogel ist fast so groß als eine Taube/ mit einem Schnabel Fingerslang und breit/ vornen zu scharff/ und stehet das Obertheil über das Untertheil her / fast eben wie beym Papagoy/ schwartz und unter sich gekrümmet/ hat weite Naselöcher/ und ein groß Maul/ welchen er biß an die Augen auffsperren kan / dergestalt daß die Öffnung mit dem Schnabel einen Triangel machet. Die Zunge ist kurtz/ die Augen auß dem schwartzen blaulecht/ unter dem Kropff/ welcher breit/ und an dem Halß hat er viel herabhangende schwartze fleischige Gewächse / wie Ditten eines Fingerslang/ der Kopff ist mit dunckelbraunen/ der gantze Halß/ Brust/ Bauch/ Leib und Ober-Schenckel mit fahlen Federn besetzet / welche vornemblich auff dem Rücken/ mit schwartzen/ und gegen dem Schwantz mit grünen untermenget: Hat einen langen schmahlen Schwantz von einer Feder: Die Unterschenckel sind schwartz/ eines Fingerslang/ hat zwo Klauen/ und die dritte strecket er hinten an dem Fuß auß/ daran sind schwartze scharffe Nägel / die unter die

innen sie alle andre Vögel übergehen / sprechen die Worte sehr verständ- und deutlich auß/ und solches noch leichter / wann sie innerhalb der ersten 2. Jahren unterrichtet/ als wann sie alt worden. Die faulen werden mit einem dünnen eysern Stäblein auff den Kopff gesehlagen/ sonsten empfinden sie/ wegen ihrer Härtigkeit/ die Schläge nicht.

Der Cardinal Ascanius hat einen umb hundert Gold-Cronen gekaufft/ hat das gantze Symbolum der Apostel hersagë/ uñ in unzerbrochener Ordnung recitiren können. König Henricus der Achte in Engeland hatte einen Papagoy/ der fiel in die Temß/ rieff umb Hülff/ und versprach zwantzig Pfund Sterling: als er nun geborgen und gerettet/ befahl er/ daß man dem/ so ihm herauß geholffen vier Schilling geben solte: Cardanus schreibet/ daß sie die Eigenschafft/ etwas zuberahtschlagen haben sollen. Pherecides berichtet/ daß die Männlein auffmercken/ und verrahten/ wann etwa Gifft bereitet/ und in ein Hauß gebracht wird. Andre melden/ daß umb die Insul Java Papagoyen zufinden/ welche das jenige/ was sie gefragt worden/ verstehen/ und Antwort darauff geben. Constantinus Manasses bezeuget/ daß sie den Täntzern mit Bewegung ihres Haupts / und mit ihren gebognen und blinckenden Fittichen nachfolgen/ welches die Erfahrung bekräfftiget.

Von dem Vogel Aracanga oder Ost-Indischen Raben.

DIeser Vogel ist fast so groß als eine Taube/ mit einem Schnabel Fingerslang und breit/ vornen zu scharff/ und stehet das Obertheil über das Untertheil her / fast eben wie beym Papagoy/ schwartz und unter sich gekrümmet/ hat weite Naselöcher/ und ein groß Maul/ welchen er biß an die Augen auffsperren kan / dergestalt daß die Öffnung mit dem Schnabel einen Triangel machet. Die Zunge ist kurtz/ die Augen auß dem schwartzen blaulecht/ unter dem Kropff/ welcher breit/ und an dem Halß hat er viel herabhangende schwartze fleischige Gewächse / wie Ditten eines Fingerslang/ der Kopff ist mit dunckelbraunen/ der gantze Halß/ Brust/ Bauch/ Leib und Ober-Schenckel mit fahlen Federn besetzet / welche vornemblich auff dem Rücken/ mit schwartzen/ und gegen dem Schwantz mit grünen untermenget: Hat einen langen schmahlen Schwantz von einer Feder: Die Unterschenckel sind schwartz/ eines Fingerslang/ hat zwo Klauen/ und die dritte strecket er hinten an dem Fuß auß/ daran sind schwartze scharffe Nägel / die unter die

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[176/0040] innen sie alle andre Vögel übergehen / sprechen die Worte sehr verständ- und deutlich auß/ und solches noch leichter / wann sie innerhalb der ersten 2. Jahren unterrichtet/ als wann sie alt worden. Die faulen werden mit einem dünnen eysern Stäblein auff den Kopff gesehlagen/ sonsten empfinden sie/ wegen ihrer Härtigkeit/ die Schläge nicht. Der Cardinal Ascanius hat einen umb hundert Gold-Cronen gekaufft/ hat das gantze Symbolum der Apostel hersagë/ uñ in unzerbrochener Ordnung recitiren können. König Henricus der Achte in Engeland hatte einen Papagoy/ der fiel in die Temß/ rieff umb Hülff/ und versprach zwantzig Pfund Sterling: als er nun geborgen und gerettet/ befahl er/ daß man dem/ so ihm herauß geholffen vier Schilling geben solte: Cardanus schreibet/ daß sie die Eigenschafft/ etwas zuberahtschlagen haben sollen. Pherecides berichtet/ daß die Männlein auffmercken/ und verrahten/ wann etwa Gifft bereitet/ und in ein Hauß gebracht wird. Andre melden/ daß umb die Insul Java Papagoyen zufinden/ welche das jenige/ was sie gefragt worden/ verstehen/ und Antwort darauff geben. Constantinus Manasses bezeuget/ daß sie den Täntzern mit Bewegung ihres Haupts / und mit ihren gebognen und blinckenden Fittichen nachfolgen/ welches die Erfahrung bekräfftiget. Von dem Vogel Aracanga oder Ost-Indischen Raben. DIeser Vogel ist fast so groß als eine Taube/ mit einem Schnabel Fingerslang und breit/ vornen zu scharff/ und stehet das Obertheil über das Untertheil her / fast eben wie beym Papagoy/ schwartz und unter sich gekrümmet/ hat weite Naselöcher/ und ein groß Maul/ welchen er biß an die Augen auffsperren kan / dergestalt daß die Öffnung mit dem Schnabel einen Triangel machet. Die Zunge ist kurtz/ die Augen auß dem schwartzen blaulecht/ unter dem Kropff/ welcher breit/ und an dem Halß hat er viel herabhangende schwartze fleischige Gewächse / wie Ditten eines Fingerslang/ der Kopff ist mit dunckelbraunen/ der gantze Halß/ Brust/ Bauch/ Leib und Ober-Schenckel mit fahlen Federn besetzet / welche vornemblich auff dem Rücken/ mit schwartzen/ und gegen dem Schwantz mit grünen untermenget: Hat einen langen schmahlen Schwantz von einer Feder: Die Unterschenckel sind schwartz/ eines Fingerslang/ hat zwo Klauen/ und die dritte strecket er hinten an dem Fuß auß/ daran sind schwartze scharffe Nägel / die unter die

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Zitationshilfe: Nyland, Petrus: Desz Schauplatzes Irdischer Geschöpffe. Bd. 3. Osnabrück, 1687, S. 176. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nylandt_schauplatz03_1678/40>, abgerufen am 14.04.2021.