[Pahl, Johann Gottfried]: Die Philosophen aus dem Uranus. Konstantinopel, 1796.Es gieng frisch und froh Berg auf, Berg ab, Durch Saten und Wiesen, durch Anger und Wälder, durch Städte und Dörfer, durch lachende Paradiese, und durch öde unfruchtbare Sandwüsten. Wir wurden mit unter von Wirten und Zollbedienten tüchtig geschröpft, und mußten Brükenzoll bezahlen, wo wir durchs helle klare Wasser fuhren, - und Chausse-Geld, wo wir beinahe im Schlamm versanken. Um ein wenig auszuruhen, stiegen wir in einem grosen Dorfe an der Straße ab. Die ganze Bürgerschaft des Dorfes war im Wirthshause versammlet, in der Absicht einen Schulmeister zu wählen. Der Prediger sas in der Eke des Zimmers am Tische, und schien die Wahl zu dirigiren. Es waren mehrere Kompetenten vorhanden, die dem Prediger zur Seite standen, und voll banger Sehnsucht der Erfüllung ihrer Hoffnungen, entgegen sahen. Vor der Wahl selbst gieng eine kurze Prüfung der Kandidaten voraus. Erst mußte ein jeder eine Probe in der Schreibekunst ablegen, wobei Es gieng frisch und froh Berg auf, Berg ab, Durch Saten und Wiesen, durch Anger und Wälder, durch Städte und Dörfer, durch lachende Paradiese, und durch öde unfruchtbare Sandwüsten. Wir wurden mit unter von Wirten und Zollbedienten tüchtig geschröpft, und mußten Brükenzoll bezahlen, wo wir durchs helle klare Wasser fuhren, – und Chausse-Geld, wo wir beinahe im Schlamm versanken. Um ein wenig auszuruhen, stiegen wir in einem grosen Dorfe an der Straße ab. Die ganze Bürgerschaft des Dorfes war im Wirthshause versammlet, in der Absicht einen Schulmeister zu wählen. Der Prediger sas in der Eke des Zimmers am Tische, und schien die Wahl zu dirigiren. Es waren mehrere Kompetenten vorhanden, die dem Prediger zur Seite standen, und voll banger Sehnsucht der Erfüllung ihrer Hoffnungen, entgegen sahen. Vor der Wahl selbst gieng eine kurze Prüfung der Kandidaten voraus. Erst mußte ein jeder eine Probe in der Schreibekunst ablegen, wobei <TEI> <text> <body> <div n="1"> <pb facs="#f0112" n="108"/> <p>Es gieng frisch und froh Berg auf, Berg ab, Durch Saten und Wiesen, durch Anger und Wälder, durch Städte und Dörfer, durch lachende Paradiese, und durch öde unfruchtbare Sandwüsten. Wir wurden mit unter von Wirten und Zollbedienten tüchtig geschröpft, und mußten Brükenzoll bezahlen, wo wir durchs helle klare Wasser fuhren, – und Chausse-Geld, wo wir beinahe im Schlamm versanken.</p> <p>Um ein wenig auszuruhen, stiegen wir in einem grosen Dorfe an der Straße ab. Die ganze Bürgerschaft des Dorfes war im Wirthshause versammlet, in der Absicht einen Schulmeister zu wählen. Der Prediger sas in der Eke des Zimmers am Tische, und schien die Wahl zu dirigiren. Es waren mehrere Kompetenten vorhanden, die dem Prediger zur Seite standen, und voll banger Sehnsucht der Erfüllung ihrer Hoffnungen, entgegen sahen. Vor der Wahl selbst gieng eine kurze Prüfung der Kandidaten voraus. Erst mußte ein jeder eine Probe in der Schreibekunst ablegen, wobei </p> </div> </body> </text> </TEI> [108/0112]
Es gieng frisch und froh Berg auf, Berg ab, Durch Saten und Wiesen, durch Anger und Wälder, durch Städte und Dörfer, durch lachende Paradiese, und durch öde unfruchtbare Sandwüsten. Wir wurden mit unter von Wirten und Zollbedienten tüchtig geschröpft, und mußten Brükenzoll bezahlen, wo wir durchs helle klare Wasser fuhren, – und Chausse-Geld, wo wir beinahe im Schlamm versanken.
Um ein wenig auszuruhen, stiegen wir in einem grosen Dorfe an der Straße ab. Die ganze Bürgerschaft des Dorfes war im Wirthshause versammlet, in der Absicht einen Schulmeister zu wählen. Der Prediger sas in der Eke des Zimmers am Tische, und schien die Wahl zu dirigiren. Es waren mehrere Kompetenten vorhanden, die dem Prediger zur Seite standen, und voll banger Sehnsucht der Erfüllung ihrer Hoffnungen, entgegen sahen. Vor der Wahl selbst gieng eine kurze Prüfung der Kandidaten voraus. Erst mußte ein jeder eine Probe in der Schreibekunst ablegen, wobei
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| Zitationshilfe: | [Pahl, Johann Gottfried]: Die Philosophen aus dem Uranus. Konstantinopel, 1796, S. 108. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/pahl_philosophen_1796/112>, abgerufen am 15.09.2024. |


