[Pahl, Johann Gottfried]: Die Philosophen aus dem Uranus. Konstantinopel, 1796.die nicht zu unterscheiden wissen, träumten. Nein! man wollte blos die aberglaubigen, finstern, und unmoralischen Ueberbleibseln barbarischer Zeitalter aus dem autorisirten System und aus den Köpfen ausmerzen, die Religion auf ihren wahren Zweck zurükführen, und eine leichtere und fruchtbarere Metode im Vortrage derselben, in Gang bringen. Unsre Theologen leisteten auch in der That, was ihnen aufgetragen war, aufs treflichste, und lieferten einen Katechismus, auf den unser Land stolz zu seyn berechtigt ist. - Das Volk ist mit allen neuen Einrichtungen unzufrieden, besonders wenn sie Religion und Gottesdienst betreffen, und nichts ist schwerer, als die Zweifel, mit denen es sich gegen dieselben schleppt, überzeugend zu widerlegen. Dieß wußte man an unserm Hofe sehr wohl. Man gieng daher bei der Einführung des neuen Lehrbuches mit der höchsten Vorsicht und Klugheit zu Werke, und erreichte auch wirklich das gewünschte Ziel so glücklich, daß die Sache im ganzen Lande ohne beträchtliche Schwürigkeiten die nicht zu unterscheiden wissen, träumten. Nein! man wollte blos die aberglaubigen, finstern, und unmoralischen Ueberbleibseln barbarischer Zeitalter aus dem autorisirten System und aus den Köpfen ausmerzen, die Religion auf ihren wahren Zweck zurükführen, und eine leichtere und fruchtbarere Metode im Vortrage derselben, in Gang bringen. Unsre Theologen leisteten auch in der That, was ihnen aufgetragen war, aufs treflichste, und lieferten einen Katechismus, auf den unser Land stolz zu seyn berechtigt ist. – Das Volk ist mit allen neuen Einrichtungen unzufrieden, besonders wenn sie Religion und Gottesdienst betreffen, und nichts ist schwerer, als die Zweifel, mit denen es sich gegen dieselben schleppt, überzeugend zu widerlegen. Dieß wußte man an unserm Hofe sehr wohl. Man gieng daher bei der Einführung des neuen Lehrbuches mit der höchsten Vorsicht und Klugheit zu Werke, und erreichte auch wirklich das gewünschte Ziel so glücklich, daß die Sache im ganzen Lande ohne beträchtliche Schwürigkeiten <TEI> <text> <body> <div n="1"> <p><pb facs="#f0182" n="178"/> die nicht zu unterscheiden wissen, träumten. Nein! man wollte blos die aberglaubigen, finstern, und unmoralischen Ueberbleibseln barbarischer Zeitalter aus dem autorisirten System und aus den Köpfen ausmerzen, die Religion auf ihren wahren Zweck zurükführen, und eine leichtere und fruchtbarere Metode im Vortrage derselben, in Gang bringen. Unsre Theologen leisteten auch in der That, was ihnen aufgetragen war, aufs treflichste, und lieferten einen Katechismus, auf den unser Land stolz zu seyn berechtigt ist. – Das Volk ist mit allen neuen Einrichtungen unzufrieden, besonders wenn sie Religion und Gottesdienst betreffen, und nichts ist schwerer, als die Zweifel, mit denen es sich gegen dieselben schleppt, überzeugend zu widerlegen. Dieß wußte man an unserm Hofe sehr wohl. Man gieng daher bei der Einführung des neuen Lehrbuches mit der höchsten Vorsicht und Klugheit zu Werke, und erreichte auch wirklich das gewünschte Ziel so glücklich, daß die Sache im ganzen Lande ohne beträchtliche Schwürigkeiten </p> </div> </body> </text> </TEI> [178/0182]
die nicht zu unterscheiden wissen, träumten. Nein! man wollte blos die aberglaubigen, finstern, und unmoralischen Ueberbleibseln barbarischer Zeitalter aus dem autorisirten System und aus den Köpfen ausmerzen, die Religion auf ihren wahren Zweck zurükführen, und eine leichtere und fruchtbarere Metode im Vortrage derselben, in Gang bringen. Unsre Theologen leisteten auch in der That, was ihnen aufgetragen war, aufs treflichste, und lieferten einen Katechismus, auf den unser Land stolz zu seyn berechtigt ist. – Das Volk ist mit allen neuen Einrichtungen unzufrieden, besonders wenn sie Religion und Gottesdienst betreffen, und nichts ist schwerer, als die Zweifel, mit denen es sich gegen dieselben schleppt, überzeugend zu widerlegen. Dieß wußte man an unserm Hofe sehr wohl. Man gieng daher bei der Einführung des neuen Lehrbuches mit der höchsten Vorsicht und Klugheit zu Werke, und erreichte auch wirklich das gewünschte Ziel so glücklich, daß die Sache im ganzen Lande ohne beträchtliche Schwürigkeiten
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| Zitationshilfe: | [Pahl, Johann Gottfried]: Die Philosophen aus dem Uranus. Konstantinopel, 1796, S. 178. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/pahl_philosophen_1796/182>, abgerufen am 15.09.2024. |


