[Pahl, Johann Gottfried]: Die Philosophen aus dem Uranus. Konstantinopel, 1796.verhältnißmässigen Poen an Geld, unnachsichtlich belegt werden soll. Hieran geschiehet unser gnädigster Wille und Meinung und wir bleiben euch in Gnaden gewogen. Gegeben in unserer Residenz etc. Hans, Fürst. "Ist das, fuhr Elafu fort, indem er das Blatt mit Heftigkeit auf den Tisch schlug, - ist das eure Preßfreiheit in Deutschland, von der ihr einen so durchdringenden Posaunenton erschallen laßt? - ist das ein Zeichen eurer Aufklärung, daß ihr's nicht wagen dürft, die Fehler der Regierung zu tadeln, und Vorschläge zur Verbesserung derselben zu machen? - ist das ein Merkmal der Freiheit, daß man euch verbietet, eine Schrift zu lesen, in der ein patriotischer Bürger seine Stimme gegen die Gebräuche des States erhoben hat - "Nicht so heftig, Freund Elafu - fiel Atabu seinem Kollegen ein; - vielleicht läßt sich doch noch einiges zur Verteidigung dieses Hofbefehles sagen. Es kommt vorerst hauptsächlich verhältnißmässigen Poen an Geld, unnachsichtlich belegt werden soll. Hieran geschiehet unser gnädigster Wille und Meinung und wir bleiben euch in Gnaden gewogen. Gegeben in unserer Residenz ꝛc. Hans, Fürst. „Ist das, fuhr Elafu fort, indem er das Blatt mit Heftigkeit auf den Tisch schlug, – ist das eure Preßfreiheit in Deutschland, von der ihr einen so durchdringenden Posaunenton erschallen laßt? – ist das ein Zeichen eurer Aufklärung, daß ihr’s nicht wagen dürft, die Fehler der Regierung zu tadeln, und Vorschläge zur Verbesserung derselben zu machen? - ist das ein Merkmal der Freiheit, daß man euch verbietet, eine Schrift zu lesen, in der ein patriotischer Bürger seine Stimme gegen die Gebräuche des States erhoben hat – „Nicht so heftig, Freund Elafu – fiel Atabu seinem Kollegen ein; – vielleicht läßt sich doch noch einiges zur Verteidigung dieses Hofbefehles sagen. Es kommt vorerst hauptsächlich <TEI> <text> <body> <div n="1"> <p rendition="#et"><pb facs="#f0092" n="88"/> verhältnißmässigen Poen an Geld, unnachsichtlich belegt werden soll. Hieran geschiehet unser gnädigster Wille und Meinung und wir bleiben euch in Gnaden gewogen. Gegeben in unserer Residenz ꝛc.</p> <p rendition="#right"><hi rendition="#g">Hans, Fürst.</hi> </p> <p>„Ist das, fuhr <hi rendition="#g">Elafu</hi> fort, indem er das Blatt mit Heftigkeit auf den Tisch schlug, – ist das eure Preßfreiheit in Deutschland, von der ihr einen so durchdringenden Posaunenton erschallen laßt? – ist das ein Zeichen eurer Aufklärung, daß ihr’s nicht wagen dürft, die Fehler der Regierung zu tadeln, und Vorschläge zur Verbesserung derselben zu machen? - ist das ein Merkmal der Freiheit, daß man euch verbietet, eine Schrift zu lesen, in der ein patriotischer Bürger seine Stimme gegen die Gebräuche des States erhoben hat –</p> <p>„Nicht so heftig, Freund <hi rendition="#g">Elafu</hi> – fiel <hi rendition="#g">Atabu</hi> seinem Kollegen ein; – vielleicht läßt sich doch noch einiges zur Verteidigung dieses Hofbefehles sagen. Es kommt vorerst hauptsächlich </p> </div> </body> </text> </TEI> [88/0092]
verhältnißmässigen Poen an Geld, unnachsichtlich belegt werden soll. Hieran geschiehet unser gnädigster Wille und Meinung und wir bleiben euch in Gnaden gewogen. Gegeben in unserer Residenz ꝛc.
Hans, Fürst.
„Ist das, fuhr Elafu fort, indem er das Blatt mit Heftigkeit auf den Tisch schlug, – ist das eure Preßfreiheit in Deutschland, von der ihr einen so durchdringenden Posaunenton erschallen laßt? – ist das ein Zeichen eurer Aufklärung, daß ihr’s nicht wagen dürft, die Fehler der Regierung zu tadeln, und Vorschläge zur Verbesserung derselben zu machen? - ist das ein Merkmal der Freiheit, daß man euch verbietet, eine Schrift zu lesen, in der ein patriotischer Bürger seine Stimme gegen die Gebräuche des States erhoben hat –
„Nicht so heftig, Freund Elafu – fiel Atabu seinem Kollegen ein; – vielleicht läßt sich doch noch einiges zur Verteidigung dieses Hofbefehles sagen. Es kommt vorerst hauptsächlich
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| Zitationshilfe: | [Pahl, Johann Gottfried]: Die Philosophen aus dem Uranus. Konstantinopel, 1796, S. 88. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/pahl_philosophen_1796/92>, abgerufen am 15.09.2024. |


