[Pahl, Johann Gottfried]: Die Philosophen aus dem Uranus. Konstantinopel, 1796.darauf an, in welchem Ton diese patriotischen Träume geschrieben sind. So bald der Verfasser die Absicht verrät, Gährung oder Aufruhr zu stiften, so kann der Stat bei seinem Beginnen unmöglich gleichgültig bleiben. "Aber - versezte Elafu mit seiner gewöhnlichen Heftigkeit - welch' ein ungeheurer Zwischenraum liegt zwischen Gleichgültigkeit und einem solchen Hofbefehl, der nichts weniger und nichts mehr bezielt, als einen lächerlichen Despotismus über die Augen der Bürger auszuüben, und ihnen gebeut, was sie sehen und nicht sehen sollen. Entweder, fuhr er fort, hat der Verfasser dieser Broschüre recht oder nicht. Ist sein Tadel ungegründet, und sein Plan unanwendbar oder unnüz, so hätte der Hof am vernünftigsten gehandelt, wenn er ganz geschwiegen hätte. Denn die Bürger des Staates, die den Verfasser lesen, werden es in dem angenommenen Fall selbst einsehen, daß seine Aeussrungen keine Aufmerksamkeit verdienen, und das Buch gleichgültig auf die Seite legen. darauf an, in welchem Ton diese patriotischen Träume geschrieben sind. So bald der Verfasser die Absicht verrät, Gährung oder Aufruhr zu stiften, so kann der Stat bei seinem Beginnen unmöglich gleichgültig bleiben. „Aber – versezte Elafu mit seiner gewöhnlichen Heftigkeit – welch’ ein ungeheurer Zwischenraum liegt zwischen Gleichgültigkeit und einem solchen Hofbefehl, der nichts weniger und nichts mehr bezielt, als einen lächerlichen Despotismus über die Augen der Bürger auszuüben, und ihnen gebeut, was sie sehen und nicht sehen sollen. Entweder, fuhr er fort, hat der Verfasser dieser Broschüre recht oder nicht. Ist sein Tadel ungegründet, und sein Plan unanwendbar oder unnüz, so hätte der Hof am vernünftigsten gehandelt, wenn er ganz geschwiegen hätte. Denn die Bürger des Staates, die den Verfasser lesen, werden es in dem angenommenen Fall selbst einsehen, daß seine Aeussrungen keine Aufmerksamkeit verdienen, und das Buch gleichgültig auf die Seite legen. <TEI> <text> <body> <div n="1"> <p><pb facs="#f0093" n="89"/> darauf an, in welchem Ton diese patriotischen Träume geschrieben sind. So bald der Verfasser die Absicht verrät, Gährung oder Aufruhr zu stiften, so kann der Stat bei seinem Beginnen unmöglich gleichgültig bleiben.</p> <p>„Aber – versezte <hi rendition="#g">Elafu</hi> mit seiner gewöhnlichen Heftigkeit – welch’ ein ungeheurer Zwischenraum liegt zwischen Gleichgültigkeit und einem solchen Hofbefehl, der nichts weniger und nichts mehr bezielt, als einen lächerlichen Despotismus über die Augen der Bürger auszuüben, und ihnen gebeut, was sie sehen und nicht sehen sollen. Entweder, fuhr er fort, hat der Verfasser dieser Broschüre recht oder nicht. Ist sein Tadel ungegründet, und sein Plan unanwendbar oder unnüz, so hätte der Hof am vernünftigsten gehandelt, wenn er ganz geschwiegen hätte. Denn die Bürger des Staates, die den Verfasser lesen, werden es in dem angenommenen Fall selbst einsehen, daß seine Aeussrungen keine Aufmerksamkeit verdienen, und das Buch gleichgültig auf die Seite legen. </p> </div> </body> </text> </TEI> [89/0093]
darauf an, in welchem Ton diese patriotischen Träume geschrieben sind. So bald der Verfasser die Absicht verrät, Gährung oder Aufruhr zu stiften, so kann der Stat bei seinem Beginnen unmöglich gleichgültig bleiben.
„Aber – versezte Elafu mit seiner gewöhnlichen Heftigkeit – welch’ ein ungeheurer Zwischenraum liegt zwischen Gleichgültigkeit und einem solchen Hofbefehl, der nichts weniger und nichts mehr bezielt, als einen lächerlichen Despotismus über die Augen der Bürger auszuüben, und ihnen gebeut, was sie sehen und nicht sehen sollen. Entweder, fuhr er fort, hat der Verfasser dieser Broschüre recht oder nicht. Ist sein Tadel ungegründet, und sein Plan unanwendbar oder unnüz, so hätte der Hof am vernünftigsten gehandelt, wenn er ganz geschwiegen hätte. Denn die Bürger des Staates, die den Verfasser lesen, werden es in dem angenommenen Fall selbst einsehen, daß seine Aeussrungen keine Aufmerksamkeit verdienen, und das Buch gleichgültig auf die Seite legen.
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| Zitationshilfe: | [Pahl, Johann Gottfried]: Die Philosophen aus dem Uranus. Konstantinopel, 1796, S. 89. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/pahl_philosophen_1796/93>, abgerufen am 15.09.2024. |


