submarine Ketten alle Gebirge, in Ver- bindung zu bringen gesucht. Man hat fer Zweites vorurtheil ner eine besondere Wichtigkeit auf die Höhe der Knoten gelegt, ihnsie zu einem Centralpunkt der Strahlen gemacht. Die Gebirgsmasse kann hier niedriger sein als in der Kette selbst, u. dieer Central- punkt von fünf Gebirgsketten selbst ist oft nicht so hoch, als die Kuppen in den einzelnen Gebirgszügen. Ein drittes drittes Vorurtheil Vorurtheil ist das, daß Flüsse nicht Berg-Ketten durchbrechen. Der Amazonenstrom Zb. durchbricht selbst die Kette der Anden, u. der Jndus durchbricht selbst die größten Klüfte des südlichen Theils des Himalaya Gebirges. Wir wollen unsere Aufmerksamkeit Höhe der Ebenen am Fuß der Gebirge richten auf die Höhe der Ebene die man in Gebirgsketten findet. Diese ist bei vielen am Fuß des Berges so hoch als in bedeutender Entfer- nung. Bei andern Bergen ist die Anschwel- lung so allmählig,x)die Ebene hat sich selbst mit den Bergen gehoben. daß man 2-3000 Fuß steigt ehe man an den Fuß der Berge ge- langt. Bei den Ketten, wo vulkanische Ausbrüche geschehen, erheben sich die Gipfel der Berge sehr hoch. Gipfel weit über das Verhältniß zu den Ketten. Jn Europa u. Asien liegen die Gebirge mehrentweder sporadisch zerstreutxx)castellartig gehoben; oder in einer Richtung, als Ketten; , u. ihre Lange in Amerika hängt Alles mit den Anden zusammen. Höhen von 6-10000 Fuß liegen weit entfernt von den Pyrenäen, Alpenetc. Die Localität der Gebirgsstücke ist so verschieden, daß Amerika nur einen derselben besitzt u. Zb. Brasilien keinen Berg von 7-8000 Fuß aufzuweisen
hat.
ſubmarine Ketten alle Gebirge, in Ver- bindung zu bringen geſucht. Man hat fer Zweites vorurtheil ner eine beſondere Wichtigkeit auf die Höhe der Knoten gelegt, ihnſie zu einem Centralpunkt der Strahlen gemacht. Die Gebirgsmaſſe kañ hier niedriger ſein als in der Kette ſelbſt, u. dieer Central- punkt von fünf Gebirgsketten ſelbſt iſt oft nicht ſo hoch, als die Kuppen in den einzelnen Gebirgszügen. Ein drittes drittes Vorurtheil Vorurtheil iſt das, daß Flüſſe nicht Berg-Ketten durchbrechen. Der Amazonenſtrom Zb. durchbricht ſelbſt die Kette der Anden, u. der Jndus durchbricht ſelbſt die größten Klüfte des ſüdlichen Theils des Himalaya Gebirges. Wir wollen unſere Aufmerkſamkeit Höhe der Ebenen am Fuß der Gebirge richten auf die Höhe der Ebene die man in Gebirgsketten findet. Dieſe iſt bei vielen am Fuß des Berges ſo hoch als in bedeutender Entfer- nung. Bei andern Bergen iſt die Anſchwel- lung ſo allmählig,x)die Ebene hat ſich ſelbſt mit den Bergen gehoben. daß man 2–3000 Fuß ſteigt ehe man an den Fuß der Berge ge- langt. Bei den Ketten, wo vulkaniſche Ausbrüche geſchehen, erheben ſich die Gipfel der Berge ſehr hoch. Gipfel weit über das Verhältniß zu den Ketten. Jn Europa ⎡u. Aſien liegen die Gebirge mehrentweder ſporadiſch zerſtreutxx)caſtellartig gehoben; oder in einer Richtung, als Ketten; , u. ihre Lange in Amerika hängt Alles mit den Anden zuſam̃en. Höhen von 6–10000 Fuß liegen weit entfernt von den Pyrenäen, Alpenetc. Die Localität der Gebirgſſtücke iſt ſo verſchieden, daß Amerika nur einen derſelben beſitzt u. Zb. Braſilien keinen Berg von 7–8000 Fuß aufzuweiſen
hat.
<TEI><text><body><divxml:id="Ms_germ_fol_842"prev="#Ms_germ_fol_841"><divtype="session"n="39"><p><pbfacs="#f0260"n="243."/>ſubmarine Ketten alle Gebirge, in Ver-<lb/>
bindung zu bringen geſucht. Man hat fer<lb/><noteplace="left"><hirendition="#b">Zweites<lb/>
vorurtheil</hi><lb/></note>ner eine beſondere Wichtigkeit auf die<lb/>
Höhe der Knoten gelegt, <subst><delrendition="#s">ihn</del><addplace="superlinear"><hirendition="#b">ſie</hi></add></subst> zu einem<lb/>
Centralpunkt der Strahlen gemacht. Die<lb/>
Gebirgsmaſſe kañ hier niedriger ſein<lb/>
als in der Kette ſelbſt, u. d<subst><delrendition="#ow">ie</del><addplace="across">er</add></subst> Central-<lb/>
punkt von fünf Gebirgsketten<delrendition="#s">ſelbſt</del><lb/>
iſt oft nicht ſo hoch, als die Kuppen in<lb/>
den einzelnen Gebirgszügen. Ein drittes<lb/><noteplace="left"><hirendition="#b">drittes Vorurtheil</hi><lb/></note>Vorurtheil iſt das, daß Flüſſe nicht<lb/><addplace="left">Berg-</add>Ketten durchbrechen. Der Amazonenſtrom<lb/>
Zb. durchbricht ſelbſt die Kette der Anden,<lb/>
u. der Jndus durchbricht ſelbſt die größten<lb/>
Klüfte des ſüdlichen Theils des Himalaya<lb/>
Gebirges. <choice><sic>Wir wollen unſere Aufmerkſamkeit<lb/><noteplace="left"><hirendition="#b">Höhe der Ebenen<lb/>
am Fuß der Gebirge</hi><lb/></note>richten auf die Höhe<metamark/> die man in <choice><abbr>Gebirgskett</abbr><expanresp="#BF">Gebirgsketten</expan></choice><lb/><metamark/>der Ebene<metamark/> findet.</sic><corrresp="#BF">Wir wollen unſere Aufmerkſamkeit<lb/><noteplace="left"><hirendition="#b">Höhe der Ebenen<lb/>
am Fuß der Gebirge</hi><lb/></note>richten auf die Höhe der Ebene die man in <choice><abbr>Gebirgskett</abbr><expanresp="#BF">Gebirgsketten</expan></choice><lb/>
findet.</corr></choice> Dieſe iſt bei vielen am Fuß<lb/>
des Berges ſo hoch als in bedeutender Entfer-<lb/>
nung. Bei andern Bergen iſt die Anſchwel-<lb/>
lung ſo allmählig,<noteplace="left"n="x)">die Ebene hat ſich ſelbſt mit<lb/>
den Bergen gehoben.<lb/></note>daß man 2–3000 Fuß<lb/>ſteigt ehe man an den Fuß der Berge ge-<lb/>
langt. Bei den Ketten, wo vulkaniſche<lb/>
Ausbrüche geſchehen, erheben ſich die<lb/><noteplace="left"><hirendition="#b">Gipfel der<lb/>
Berge ſehr hoch.</hi><lb/></note>Gipfel weit über das Verhältniß zu<lb/>
den Ketten. Jn Europa <addplace="superlinear"><metamark/>u. Aſien </add>liegen die<lb/>
Gebirge <subst><delrendition="#s">mehr</del><addplace="superlinear">entweder</add></subst>ſporadiſch zerſtreut<noteplace="left"n="xx)">caſtellartig gehoben; oder in<lb/>
einer Richtung, als Ketten;<lb/></note>,<delrendition="#s"> u.</del><lb/><noteplace="left"><hirendition="#b">ihre Lange</hi><lb/></note>in Amerika hängt Alles mit den Anden<lb/>
zuſam̃en. Höhen von 6–10000 Fuß <choice><sic>leg</sic><corrresp="#BF"><choice><abbr>lieg</abbr><expanresp="#BF">liegen</expan></choice></corr></choice><lb/>
weit entfernt von den Pyrenäen, <choice><abbr>Alp</abbr><expanresp="#BF">Alpen</expan></choice><choice><orig><hirendition="#aq">p</hi></orig><regresp="#BF"><hirendition="#aq">etc</hi>.</reg></choice><lb/>
Die Localität der Gebirgſſtücke iſt<lb/>ſo verſchieden, daß Amerika nur einen<lb/>
derſelben beſitzt u. Zb. Braſilien<lb/>
keinen Berg von 7–8000 Fuß <choice><abbr>aufzuweiſ</abbr><expanresp="#BF">aufzuweiſen</expan></choice><lb/><fwtype="catch"place="bottom">hat.</fw><lb/></p></div><lb/></div></body></text></TEI>
[243./0260]
ſubmarine Ketten alle Gebirge, in Ver-
bindung zu bringen geſucht. Man hat fer
ner eine beſondere Wichtigkeit auf die
Höhe der Knoten gelegt, ſie zu einem
Centralpunkt der Strahlen gemacht. Die
Gebirgsmaſſe kañ hier niedriger ſein
als in der Kette ſelbſt, u. der Central-
punkt von fünf Gebirgsketten
iſt oft nicht ſo hoch, als die Kuppen in
den einzelnen Gebirgszügen. Ein drittes
Vorurtheil iſt das, daß Flüſſe nicht
Berg-Ketten durchbrechen. Der Amazonenſtrom
Zb. durchbricht ſelbſt die Kette der Anden,
u. der Jndus durchbricht ſelbſt die größten
Klüfte des ſüdlichen Theils des Himalaya
Gebirges. Wir wollen unſere Aufmerkſamkeit
richten auf die Höhe der Ebene die man in Gebirgskett
findet. Dieſe iſt bei vielen am Fuß
des Berges ſo hoch als in bedeutender Entfer-
nung. Bei andern Bergen iſt die Anſchwel-
lung ſo allmählig,daß man 2–3000 Fuß
ſteigt ehe man an den Fuß der Berge ge-
langt. Bei den Ketten, wo vulkaniſche
Ausbrüche geſchehen, erheben ſich die
Gipfel weit über das Verhältniß zu
den Ketten. Jn Europa u. Aſien liegen die
Gebirge entweder ſporadiſch zerſtreut,
in Amerika hängt Alles mit den Anden
zuſam̃en. Höhen von 6–10000 Fuß lieg
weit entfernt von den Pyrenäen, Alp p
Die Localität der Gebirgſſtücke iſt
ſo verſchieden, daß Amerika nur einen
derſelben beſitzt u. Zb. Braſilien
keinen Berg von 7–8000 Fuß aufzuweiſ
hat.
Zweites
vorurtheil
drittes Vorurtheil
die Ebene hat ſich ſelbſt mit
den Bergen gehoben.
Gipfel der
Berge ſehr hoch.
caſtellartig gehoben; oder in
einer Richtung, als Ketten;
ihre Lange
Informationen zur CAB-Ansicht
Diese Ansicht bietet Ihnen die Darstellung des Textes in normalisierter Orthographie.
Diese Textvariante wird vollautomatisch erstellt und kann aufgrund dessen auch Fehler enthalten.
Alle veränderten Wortformen sind grau hinterlegt. Als fremdsprachliches Material erkannte
Textteile sind ausgegraut dargestellt.
Patzig, Gotthilf: Vorträge über physische Geographie des Freiherrn Alexander von Humbold: gehalten im großen Hörsaale des Universitäts-Gebäudes zu Berlin im Wintersemester 1827/28 vom 3ten Novbr. 1827. bis 26 April 1828. Aus schriftlichen Notizen nach jedem Vortrage zusammengestellt vom Rechnungsrath Gotthilf Friedrich Patzig. Berlin, 1827/28. [= Nachschrift der ‚Kosmos-Vorträge‛ Alexander von Humboldts in der Berliner Universität, 3.11.1827–26.4.1828.], S. 243.. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/patzig_msgermfol841842_1828/260>, abgerufen am 10.08.2024.
Alle Inhalte dieser Seite unterstehen, soweit nicht anders gekennzeichnet, einer
Creative-Commons-Lizenz.
Die Rechte an den angezeigten Bilddigitalisaten, soweit nicht anders gekennzeichnet, liegen bei den besitzenden Bibliotheken.
Weitere Informationen finden Sie in den DTA-Nutzungsbedingungen.
Insbesondere im Hinblick auf die §§ 86a StGB und 130 StGB wird festgestellt, dass die auf
diesen Seiten abgebildeten Inhalte weder in irgendeiner Form propagandistischen Zwecken
dienen, oder Werbung für verbotene Organisationen oder Vereinigungen darstellen, oder
nationalsozialistische Verbrechen leugnen oder verharmlosen, noch zum Zwecke der
Herabwürdigung der Menschenwürde gezeigt werden.
Die auf diesen Seiten abgebildeten Inhalte (in Wort und Bild) dienen im Sinne des
§ 86 StGB Abs. 3 ausschließlich historischen, sozial- oder kulturwissenschaftlichen
Forschungszwecken. Ihre Veröffentlichung erfolgt in der Absicht, Wissen zur Anregung
der intellektuellen Selbstständigkeit und Verantwortungsbereitschaft des Staatsbürgers zu
vermitteln und damit der Förderung seiner Mündigkeit zu dienen.
Zitierempfehlung: Deutsches Textarchiv. Grundlage für ein Referenzkorpus der neuhochdeutschen Sprache. Herausgegeben von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Berlin 2024. URL: https://www.deutschestextarchiv.de/.