wir Versteinerungen von Bambusaceen, Kac- tusformen, Oguazien etc. Jm ältesten Ueber- gangsgebirge, im Kalkstein Spuren von See- gewächsen. Obgleich die Pflanzen durch ihre Sumerien mit Federkronen u. durch ihre harte Beschaffenheit hinwieder, von Wind u. Seeströmen weit hingeführt gwerden können u. die Cacus-Palme etc. allgemein als Littoral- Gewächs, wie die maleische Race, gefunden wird, so ist das Thier doch noch beweglicher wie 1. Allgemeinen Verbreitung des thier. Lebens viele Vierfüßer u. kl. Nagethiere selbst gehen mitten in Eisfeldern bis 75° NB. die Pflanzen, u. am beweglichsten was am meist[en] verbreitet ist, wie die Fische u. Vögel, d[ie] in ihrer Organisation so sehr verschieden sin[d.] Beide Thiergattungen bewohnen die flüßigen Hülle[n] unseres Erdkörpers u. die Ursache ihrer we[i-] ten Verbreitung kann man darin finden, da[ß] sie in den höhern oder niedern Schichten des Wass[ers] oder den Luft das Klima suchen u. finden kön[-] nen, welches ihrer Organisation zusagend ist. Fische die in den arktischen Zonen leben find[en] in den tiefen Gewässern der Tropen die Temp[e-] ratur Grönlands Meere. Weniger findet dies bei den Vögeln statt, die nur ein ze[i-] tiges Leben in den Luftschichten führen könn[en.] Dazu kommt noch, daß Wasser sich fünf mal schneller nach der Tiefe abkühlt, als die Luft in der Höhe, daher die Fische auch allgemei[ner] verbreitet sein können. Eine Anzahl Fische umschwärmen das ganze westliche Continent von Spanien bis zum Vorgeb. d. guten Hoff[verlorenes Material] Zb. der heriola cosmopolita. Dieselben Species hat man im westl. Amerika, Ostindi[en] u. den Sandwich-Jnseln gefunden. Der squa[lus] galeus tritt im mittelländische Meer u. a[n] den Küsten Brasiliens umher. Grade im Oze[an] haben sich die Formen höheren Organisation weit verbreitet. Weniger ist dies mit den Süßwasserfischen der Fall. Pflanzen u. Thiere lassen sich in vielen Fällen unter
einen
wir Verſteinerungen von Bambuſaceen, Kac- tusformen, Oguazien etc. Jm älteſten Ueber- gangsgebirge, im Kalkſtein Spuren von See- gewächſen. Obgleich die Pflanzen durch ihre Sumerien mit Federkronen u. durch ihre harte Beſchaffenheit hinwieder, von Wind u. Seeſtrömen weit hingeführt gwerden köñen u. die Cacus-Palme etc. allgemein als Littoral- Gewächs, wie die maleiſche Raçe, gefunden wird, ſo iſt das Thier doch noch beweglicher wie 1. Allgemeinen Verbreitung des thier. Lebens viele Vierfüßer u. kl. Nagethiere ſelbſt gehen mitten in Eisfeldern bis 75° NB. die Pflanzen, u. am beweglichſten was am meiſt[en] verbreitet iſt, wie die Fiſche u. Vögel, d[ie] in ihrer Organiſation ſo ſehr verſchieden ſin[d.] Beide Thiergattungen bewohnen die flüßigen Hülle[n] unſeres Erdkörpers u. die Urſache ihrer we[i-] ten Verbreitung kañ man darin finden, da[ß] ſie in den höhern oder niedern Schichten des Waſſ[ers] oder den Luft das Klima ſuchen u. finden kön[-] nen, welches ihrer Organiſation zuſagend iſt. Fiſche die ⎡in den arktiſchen Zonen leben find[en] in den tiefen Gewäſſern der Tropen die Temp[e-] ratur Grönlands Meere. Weniger findet dies bei den Vögeln ſtatt, die nur ein ze[i-] tiges Leben in den Luftſchichten führen köñ[en.] Dazu kom̃t noch, daß Waſſer ſich fünf mal ſchneller nach der Tiefe abkühlt, als die Luft in der Höhe, daher die Fiſche auch allgemei[ner] verbreitet ſein köñen. Eine Anzahl Fiſche umſchwärmen das ganze weſtliche Continent von Spanien bis zum Vorgeb. d. guten Hoff[verlorenes Material] Zb. der heriola cosmopolita. Dieſelben Species hat man im weſtl. Amerika, Oſtindi[en] u. den Sandwich-Jnſeln gefunden. Der ſqua[lus] galeus tritt im mittelländiſche Meer u. a[n] den Küſten Braſiliens umher. Grade im Oze[an] haben ſich die Formen höheren Organiſation weit verbreitet. Weniger iſt dies mit den Süßwaſſerfiſchen der Fall. Pflanzen u. Thiere laſſen ſich in vielen Fällen unter
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[364./0381]
wir Verſteinerungen von Bambuſaceen, Kac-
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gewächſen. Obgleich die Pflanzen durch ihre
Sumerien mit Federkronen u. durch ihre
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Seeſtrömen weit hingeführt werden köñen
u. die Cacus-Palme p allgemein als Littoral-
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die Pflanzen, u. am beweglichſten was am meiſten
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Beide Thiergattungen bewohnen die flüßigen Hüllen
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ten Verbreitung kañ man darin finden, daß
ſie in den höhern oder niedern Schichten des Waſſers
oder den Luft das Klima ſuchen u. finden kön-
nen, welches ihrer Organiſation zuſagend
iſt. Fiſche die in den arktiſchen Zonen leben finden
in den tief Gewäſſern der Tropen die Tempe-
ratur Grönlands Meere. Weniger findet
dies bei den Vögeln ſtatt, die nur ein zei-
tiges Leben in den Luftſchichten führen köñen.
Dazu kom̃t noch, daß Waſſer ſich fünf mal
ſchneller nach der Tiefe abkühlt, als die Luft
in der Höhe, daher die Fiſche auch allgemeiner
verbreitet ſein köñen. Eine Anzahl Fiſche
umſchwärmen das ganze weſtliche Continent
von Spanien bis zum Vorgeb. d. guten Hoff_
Zb. der heriola cosmopolita. Dieſelben
Species hat man im weſtl. Amerika, Oſtindien
u. den Sandwich-Jnſeln gefunden. Der ſqualus
galeus tritt im mittelländiſche Meer u. an
den Küſten Braſiliens umher. Grade im Ozean
haben ſich die Formen höheren Organiſation
weit verbreitet. Weniger iſt dies mit
den Süßwaſſerfiſchen der Fall. Pflanzen
u. Thiere laſſen ſich in vielen Fällen unter
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1. Allgemeinen Verbreitung des thier. Lebens
viele Vierfüßer u. kl. Nagethiere ſelbſt
gehen mitten in Eisfeldern bis 75° NB.
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Patzig, Gotthilf: Vorträge über physische Geographie des Freiherrn Alexander von Humbold: gehalten im großen Hörsaale des Universitäts-Gebäudes zu Berlin im Wintersemester 1827/28 vom 3ten Novbr. 1827. bis 26 April 1828. Aus schriftlichen Notizen nach jedem Vortrage zusammengestellt vom Rechnungsrath Gotthilf Friedrich Patzig. Berlin, 1827/28. [= Nachschrift der ‚Kosmos-Vorträge‛ Alexander von Humboldts in der Berliner Universität, 3.11.1827–26.4.1828.], S. 364.. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/patzig_msgermfol841842_1828/381>, abgerufen am 10.08.2024.
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