Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Jean Paul: Flegeljahre. Bd. 1. Tübingen, 1804.

Bild:
<< vorherige Seite

Antritt der Erbschaft annehme und fortführe; es
kommt aber sehr auf seine Eltern an.

13te Klausel.

Ließe sich ein habiler dazu gesattelter Schrift¬
steller von Gaben auftreiben und gewinnen, der
in Bibliotheken wohl gelitten wäre: so soll man
dem venerabeln Mann den Antrag thun, die Ge¬
schichte und Erwerbzeit meines möglichen Univer¬
salerben und Adoptivsohnes so gut er kann, zu
schreiben. Das wird nicht nur diesem, sondern
auch dem Erblasser -- weil er auf allen Blättern
vorkommt -- Ansehen geben. Der trefliche, mir
zur Zeit noch unbekannte, Historiker aber nehme
von mir als schwaches Andenken für jedes Kapi¬
tel Eine Nummer aus meinem Kunst- und Na¬
turalienkabinet an. Man soll den Mann reichlich
mit Notizen versorgen.

14te Klausel.

Schlägt aber Harnisch die ganze Erbschaft
aus, so ists so viel als hätt' er zugleich die Ehe
gebrochen, und wäre Todes verfahren; und die
9te und 10te Klausel treten mit vollen Kräften
ein.

Antritt der Erbſchaft annehme und fortfuͤhre; es
kommt aber ſehr auf ſeine Eltern an.

13te Klauſel.

Ließe ſich ein habiler dazu geſattelter Schrift¬
ſteller von Gaben auftreiben und gewinnen, der
in Bibliotheken wohl gelitten waͤre: ſo ſoll man
dem venerabeln Mann den Antrag thun, die Ge¬
ſchichte und Erwerbzeit meines moͤglichen Univer¬
ſalerben und Adoptivſohnes ſo gut er kann, zu
ſchreiben. Das wird nicht nur dieſem, ſondern
auch dem Erblaſſer — weil er auf allen Blaͤttern
vorkommt — Anſehen geben. Der trefliche, mir
zur Zeit noch unbekannte, Hiſtoriker aber nehme
von mir als ſchwaches Andenken fuͤr jedes Kapi¬
tel Eine Nummer aus meinem Kunſt- und Na¬
turalienkabinet an. Man ſoll den Mann reichlich
mit Notizen verſorgen.

14te Klauſel.

Schlaͤgt aber Harniſch die ganze Erbſchaft
aus, ſo iſts ſo viel als haͤtt' er zugleich die Ehe
gebrochen, und waͤre Todes verfahren; und die
9te und 10te Klauſel treten mit vollen Kraͤften
ein.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0031" n="21"/>
Antritt der Erb&#x017F;chaft annehme und fortfu&#x0364;hre; es<lb/>
kommt aber &#x017F;ehr auf &#x017F;eine Eltern an.</p><lb/>
        </div>
        <div n="2">
          <head>13<hi rendition="#sup">te</hi> <hi rendition="#g">Klau&#x017F;el.</hi><lb/></head>
          <p>Ließe &#x017F;ich ein habiler dazu ge&#x017F;attelter Schrift¬<lb/>
&#x017F;teller von Gaben auftreiben und gewinnen, der<lb/>
in Bibliotheken wohl gelitten wa&#x0364;re: &#x017F;o &#x017F;oll man<lb/>
dem venerabeln Mann den Antrag thun, die Ge¬<lb/>
&#x017F;chichte und Erwerbzeit meines mo&#x0364;glichen Univer¬<lb/>
&#x017F;alerben und Adoptiv&#x017F;ohnes &#x017F;o gut er kann, zu<lb/>
&#x017F;chreiben. Das wird nicht nur die&#x017F;em, &#x017F;ondern<lb/>
auch dem Erbla&#x017F;&#x017F;er &#x2014; weil er auf allen Bla&#x0364;ttern<lb/>
vorkommt &#x2014; An&#x017F;ehen geben. Der trefliche, mir<lb/>
zur Zeit noch unbekannte, Hi&#x017F;toriker aber nehme<lb/>
von mir als &#x017F;chwaches Andenken fu&#x0364;r jedes Kapi¬<lb/>
tel Eine Nummer aus meinem Kun&#x017F;t- und Na¬<lb/>
turalienkabinet an. Man &#x017F;oll den Mann reichlich<lb/>
mit Notizen ver&#x017F;orgen.</p><lb/>
        </div>
        <div n="2">
          <head>14<hi rendition="#sup">te</hi> <hi rendition="#g">Klau&#x017F;el.</hi><lb/></head>
          <p>Schla&#x0364;gt aber Harni&#x017F;ch die ganze Erb&#x017F;chaft<lb/>
aus, &#x017F;o i&#x017F;ts &#x017F;o viel als ha&#x0364;tt' er zugleich die Ehe<lb/>
gebrochen, und wa&#x0364;re Todes verfahren; und die<lb/>
9te und 10te Klau&#x017F;el treten mit vollen Kra&#x0364;ften<lb/>
ein.</p><lb/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[21/0031] Antritt der Erbſchaft annehme und fortfuͤhre; es kommt aber ſehr auf ſeine Eltern an. 13te Klauſel. Ließe ſich ein habiler dazu geſattelter Schrift¬ ſteller von Gaben auftreiben und gewinnen, der in Bibliotheken wohl gelitten waͤre: ſo ſoll man dem venerabeln Mann den Antrag thun, die Ge¬ ſchichte und Erwerbzeit meines moͤglichen Univer¬ ſalerben und Adoptivſohnes ſo gut er kann, zu ſchreiben. Das wird nicht nur dieſem, ſondern auch dem Erblaſſer — weil er auf allen Blaͤttern vorkommt — Anſehen geben. Der trefliche, mir zur Zeit noch unbekannte, Hiſtoriker aber nehme von mir als ſchwaches Andenken fuͤr jedes Kapi¬ tel Eine Nummer aus meinem Kunſt- und Na¬ turalienkabinet an. Man ſoll den Mann reichlich mit Notizen verſorgen. 14te Klauſel. Schlaͤgt aber Harniſch die ganze Erbſchaft aus, ſo iſts ſo viel als haͤtt' er zugleich die Ehe gebrochen, und waͤre Todes verfahren; und die 9te und 10te Klauſel treten mit vollen Kraͤften ein.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde von OCR-Software automatisch erfasst und anschließend gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien von Muttersprachlern nachkontrolliert. Es wurde gemäß dem DTA-Basisformat in XML/TEI P5 kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/paul_flegeljahre01_1804
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/paul_flegeljahre01_1804/31
Zitationshilfe: Jean Paul: Flegeljahre. Bd. 1. Tübingen, 1804, S. 21. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/paul_flegeljahre01_1804/31>, abgerufen am 08.08.2022.