Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

[Pestalozzi, Johann Heinrich]: Lienhard und Gertrud. Bd. 3. Frankfurt (Main) u. a., 1785.

Bild:
<< vorherige Seite

eine Jagd auf allerley Gattung Menschen-
wölf, die es in der Welt giebt: ihrer etliche
pakten das Wort auf, und sagten, ja, das
ist sicher wahr, und unser Lebtag hat niemand
so viele und gute Hünde zu einer Jagd in's
Dorf gebracht; sie hielten die Nasen keinen
Augenblik vom Boden, und sind immer auf
der Spur geblieben, bis an's Ende.

Verzeihet ihr Leuthe der Bauren-Muth-
willen -- sie machen es so.

§. 7.
Der Feuerheerd und ein gutes Weiber-
wort.

Die Gertrud schlug die Augen nieder und
zitterte in der Kirche da der Pfarrer
von ihr redte: und da sie heimkam sagte sie,
sie wollte weiß nicht was geben, sie wäre nicht
in der Kirche gewesen.

Aber warum jezt auch das? sagte der Ni-
klaus.

Hä der Herr Pfarrer hat da allerley gesagt
das er hätte können bleiben lassen, sagte die
Mutter.

Es ist doch recht gewesen, daß er gesagt, wie
es der Hummel uns gemacht, und wie er den
Vater und uns geplagt hat, sagte der Bub.


eine Jagd auf allerley Gattung Menſchen-
woͤlf, die es in der Welt giebt: ihrer etliche
pakten das Wort auf, und ſagten, ja, das
iſt ſicher wahr, und unſer Lebtag hat niemand
ſo viele und gute Huͤnde zu einer Jagd in’s
Dorf gebracht; ſie hielten die Naſen keinen
Augenblik vom Boden, und ſind immer auf
der Spur geblieben, bis an’s Ende.

Verzeihet ihr Leuthe der Bauren-Muth-
willen — ſie machen es ſo.

§. 7.
Der Feuerheerd und ein gutes Weiber-
wort.

Die Gertrud ſchlug die Augen nieder und
zitterte in der Kirche da der Pfarrer
von ihr redte: und da ſie heimkam ſagte ſie,
ſie wollte weiß nicht was geben, ſie waͤre nicht
in der Kirche geweſen.

Aber warum jezt auch das? ſagte der Ni-
klaus.

Haͤ der Herr Pfarrer hat da allerley geſagt
das er haͤtte koͤnnen bleiben laſſen, ſagte die
Mutter.

Es iſt doch recht geweſen, daß er geſagt, wie
es der Hummel uns gemacht, und wie er den
Vater und uns geplagt hat, ſagte der Bub.


<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <p><pb facs="#f0050" n="28"/>
eine Jagd auf allerley Gattung Men&#x017F;chen-<lb/>
wo&#x0364;lf, die es in der Welt giebt: ihrer etliche<lb/>
pakten das Wort auf, und &#x017F;agten, ja, das<lb/>
i&#x017F;t &#x017F;icher wahr, und un&#x017F;er Lebtag hat niemand<lb/>
&#x017F;o viele und gute Hu&#x0364;nde zu einer Jagd in&#x2019;s<lb/>
Dorf gebracht; &#x017F;ie hielten die Na&#x017F;en keinen<lb/>
Augenblik vom Boden, und &#x017F;ind immer auf<lb/>
der Spur geblieben, bis an&#x2019;s Ende.</p><lb/>
        <p>Verzeihet ihr Leuthe der Bauren-Muth-<lb/>
willen &#x2014; &#x017F;ie machen es &#x017F;o.</p>
      </div><lb/>
      <div n="1">
        <head>§. 7.<lb/>
Der Feuerheerd und ein gutes Weiber-<lb/>
wort.</head><lb/>
        <p><hi rendition="#in">D</hi>ie Gertrud &#x017F;chlug die Augen nieder und<lb/>
zitterte in der Kirche da der Pfarrer<lb/>
von ihr redte: und da &#x017F;ie heimkam &#x017F;agte &#x017F;ie,<lb/>
&#x017F;ie wollte weiß nicht was geben, &#x017F;ie wa&#x0364;re nicht<lb/>
in der Kirche gewe&#x017F;en.</p><lb/>
        <p>Aber warum jezt auch das? &#x017F;agte der Ni-<lb/>
klaus.</p><lb/>
        <p>Ha&#x0364; der Herr Pfarrer hat da allerley ge&#x017F;agt<lb/>
das er ha&#x0364;tte ko&#x0364;nnen bleiben la&#x017F;&#x017F;en, &#x017F;agte die<lb/>
Mutter.</p><lb/>
        <p>Es i&#x017F;t doch recht gewe&#x017F;en, daß er ge&#x017F;agt, wie<lb/>
es der Hummel uns gemacht, und wie er den<lb/>
Vater und uns geplagt hat, &#x017F;agte der Bub.</p><lb/>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[28/0050] eine Jagd auf allerley Gattung Menſchen- woͤlf, die es in der Welt giebt: ihrer etliche pakten das Wort auf, und ſagten, ja, das iſt ſicher wahr, und unſer Lebtag hat niemand ſo viele und gute Huͤnde zu einer Jagd in’s Dorf gebracht; ſie hielten die Naſen keinen Augenblik vom Boden, und ſind immer auf der Spur geblieben, bis an’s Ende. Verzeihet ihr Leuthe der Bauren-Muth- willen — ſie machen es ſo. §. 7. Der Feuerheerd und ein gutes Weiber- wort. Die Gertrud ſchlug die Augen nieder und zitterte in der Kirche da der Pfarrer von ihr redte: und da ſie heimkam ſagte ſie, ſie wollte weiß nicht was geben, ſie waͤre nicht in der Kirche geweſen. Aber warum jezt auch das? ſagte der Ni- klaus. Haͤ der Herr Pfarrer hat da allerley geſagt das er haͤtte koͤnnen bleiben laſſen, ſagte die Mutter. Es iſt doch recht geweſen, daß er geſagt, wie es der Hummel uns gemacht, und wie er den Vater und uns geplagt hat, ſagte der Bub.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/pestalozzi_lienhard03_1785
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/pestalozzi_lienhard03_1785/50
Zitationshilfe: [Pestalozzi, Johann Heinrich]: Lienhard und Gertrud. Bd. 3. Frankfurt (Main) u. a., 1785, S. 28. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/pestalozzi_lienhard03_1785/50>, abgerufen am 20.04.2021.