Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Pomet, Peter: Der aufrichtige Materialist und Specerey-Händler. Leipzig, 1717.

Bild:
<< vorherige Seite

Hauptbeschreibung dritter Theil.
[Spaltenumbruch] Das ist wohl wahr, ie besser der Stein,
ie weniger gehet ihm ab, so trifft man
auch wohl bisweilen dergleichen Stein
an, dem so wenig abgehet, daß es kaum
der Mühe lohnet daran zu gedencken.
Allein, ob er gleich noch so gut wäre, den-
noch gehet ihm allzeit etwas ab, an
statt, daß ihm zugehen solte. Man
muß ihn auch, als wie das Ultramarin,
ins Feuer legen, und zusehen, ob er gut
sey, denn der gute Lasurstein muß die
Farbe nicht verändern, wenn er geglüet
worden.

Diese Nachricht von der Wahl des
Lasursteins lautet gantz anders, als der
Bericht aller dererjenigen, die davon ge-
schrieben haben, und sagen, ie mehr
der Stein mit gelben oder goldnen Ae-
derlein erfüllet sey, ie höher sey er zu
schätzen, welches ich aber falsch zu seyn
hiermit erkläre, denn ie mehr sich der-
gleichen darinne befinden, ie weniger
[Spaltenumbruch] wird er geachtet, und sonderlich von de-
nenjenigen, welche wissen, was es ist,
wie auch von denen, die das Ultramarin
draus machen wollen. Desgleichen
soll man Acht haben, daß es nicht der
grünlichte, in Franckreich gantz gemei-Frantzöst-
scher Lasu
stein,

ne lapis lazuli sey, dessen genug bey Tou-
lon
gefunden wird, oder aber der fal-
sche, aus Zinn und Zaffera bereitet, wie
oben im Cap. vom Schmeltz erinnert
worden.

Der lapis lazuli wird etlicher massen
zur Artzney gebraucht, und zu einigen
Galenischen Artzneyen, zur Confectio
Alkermes,
und andern genommen.

Es giebt Autores, welche diesem Stei-
ne trefflich grosse Tugenden zuschrei-
ben, und unter andern Maevius, dem der
Leser nachgehen mag. Andere melden,
der Lapis lazuli und Armenius seyen ei-
nerley, welches aber in folgenden Cap.
wird falsch befunden werden.

[Ende Spaltensatz]
Das achte Capitel.
Vom Ultramarin.
[Beginn Spaltensatz]

DJß ist eigentlich zu reden, ein Prä-
cipitat, den man aus dem Lasur-
stein, vermittelst eines Teigs oder Pa-
sta von Schmierpech und gelben
Wachs, Leinöl, und andern derglei-
chen Dingen gemacht, bereitet. Es
gedencken etliche, ob sey dieses Präei-
pitat deswegen mit dem Titel Ultra-
marin
beleget worden, weil das aller-
erste in der Jnsel Cypern verfertiget
worden ist. Andere aber vermeinen,
es werde deshalben also genennet, weil
seine blaulichte Farbe viel schöner denn
des Meeres Farbe sey. Mich hat ein
guter Freund versichert, daß das erste
Ultramarin in England/ von einem
Bedienten der Jndianischen Compa-
gnie bereitet worden; weil sie aber mit
einander in Zwist gerathen, habe er sich
nicht besser zu rächen gewust, als wann
er dieses Geheimnüß andern mehr ent-
deckete. Doch dem sey wie ihm wolle,
erwehlet nur dasselbe Ultramarin,
welches hoch an der Farbe, und wohl
[Spaltenumbruch] gerieben sey, so alsdann zu erkennen,
wenn man es zwischen die Zähne
bringt, denn wenn es sandicht ist, deu-
tet solches an, daß es nicht recht gerie-
ben: will man aber sehen, ob es etwa
verfälschet sey, dann darff man nur ein
klein wenig davon in einen Schmeltztie-
gel legen und glüen lassen, wo es als-
dann die Farbe nicht ändert, so ist es
rein, denn dafern etwas drunter gemi-
schet worden ist, bekommt es schwartze
Flecken. Es wird zur Oelfarbe und
Mignaturarbeit gebraucht.

Die Weise, wie das Ultramarin zu-
zurichten, findet man in denen Büchern
beschrieben, die ich allhier zu wiederhoh-
len anstehe. Dieses will ich annoch
erinnern, daß diejenigen, die es berei-
ten, wohl viererley Sorten davon ver-
fertigen, welches blos und allein von
dem oftmahligen waschen herrühret,
wie denn das erste besser ist als das
letzte.

[Ende Spaltensatz]
Das neundte Capitel.
Lapis Armenius.
[Beginn Spaltensatz]

DEr Armenische Stein ist ein klei-
ner Stein, so groß als eine Bley-
[Spaltenumbruch] kugel, auswendig und inwendig grün-
licht blau, mit kleinen weissen und glän-

tzenden
F f f 2

Hauptbeſchreibung dritter Theil.
[Spaltenumbruch] Das iſt wohl wahr, ie beſſer der Stein,
ie weniger gehet ihm ab, ſo trifft man
auch wohl bisweilen dergleichen Stein
an, dem ſo wenig abgehet, daß es kaum
der Muͤhe lohnet daran zu gedencken.
Allein, ob er gleich noch ſo gut waͤre, den-
noch gehet ihm allzeit etwas ab, an
ſtatt, daß ihm zugehen ſolte. Man
muß ihn auch, als wie das Ultramarin,
ins Feuer legen, und zuſehen, ob er gut
ſey, denn der gute Laſurſtein muß die
Farbe nicht veraͤndern, wenn er gegluͤet
worden.

Dieſe Nachricht von der Wahl des
Laſurſteins lautet gantz anders, als der
Bericht aller dererjenigen, die davon ge-
ſchrieben haben, und ſagen, ie mehr
der Stein mit gelben oder goldnen Ae-
derlein erfuͤllet ſey, ie hoͤher ſey er zu
ſchaͤtzen, welches ich aber falſch zu ſeyn
hiermit erklaͤre, denn ie mehr ſich der-
gleichen darinne befinden, ie weniger
[Spaltenumbruch] wird er geachtet, und ſonderlich von de-
nenjenigen, welche wiſſen, was es iſt,
wie auch von denen, die das Ultramarin
draus machen wollen. Desgleichen
ſoll man Acht haben, daß es nicht der
gruͤnlichte, in Franckreich gantz gemei-Frantzoͤſt-
ſcher Laſu
ſtein,

ne lapis lazuli ſey, deſſen genug bey Tou-
lon
gefunden wird, oder aber der fal-
ſche, aus Zinn und Zaffera bereitet, wie
oben im Cap. vom Schmeltz erinnert
worden.

Der lapis lazuli wird etlicher maſſen
zur Artzney gebraucht, und zu einigen
Galeniſchen Artzneyen, zur Confectio
Alkermes,
und andern genommen.

Es giebt Autores, welche dieſem Stei-
ne trefflich groſſe Tugenden zuſchrei-
ben, und unter andern Mævius, dem der
Leſer nachgehen mag. Andere melden,
der Lapis lazuli und Armenius ſeyen ei-
nerley, welches aber in folgenden Cap.
wird falſch befunden werden.

[Ende Spaltensatz]
Das achte Capitel.
Vom Ultramarin.
[Beginn Spaltensatz]

DJß iſt eigentlich zu reden, ein Praͤ-
cipitat, den man aus dem Laſur-
ſtein, vermittelſt eines Teigs oder Pa-
ſta von Schmierpech und gelben
Wachs, Leinoͤl, und andern derglei-
chen Dingen gemacht, bereitet. Es
gedencken etliche, ob ſey dieſes Praͤei-
pitat deswegen mit dem Titel Ultra-
marin
beleget worden, weil das aller-
erſte in der Jnſel Cypern verfertiget
worden iſt. Andere aber vermeinen,
es werde deshalben alſo genennet, weil
ſeine blaulichte Farbe viel ſchoͤner denn
des Meeres Farbe ſey. Mich hat ein
guter Freund verſichert, daß das erſte
Ultramarin in England/ von einem
Bedienten der Jndianiſchen Compa-
gnie bereitet worden; weil ſie aber mit
einander in Zwiſt gerathen, habe er ſich
nicht beſſer zu raͤchen gewuſt, als wann
er dieſes Geheimnuͤß andern mehr ent-
deckete. Doch dem ſey wie ihm wolle,
erwehlet nur daſſelbe Ultramarin,
welches hoch an der Farbe, und wohl
[Spaltenumbruch] gerieben ſey, ſo alsdann zu erkennen,
wenn man es zwiſchen die Zaͤhne
bringt, denn wenn es ſandicht iſt, deu-
tet ſolches an, daß es nicht recht gerie-
ben: will man aber ſehen, ob es etwa
verfaͤlſchet ſey, dann darff man nur ein
klein wenig davon in einen Schmeltztie-
gel legen und gluͤen laſſen, wo es als-
dann die Farbe nicht aͤndert, ſo iſt es
rein, denn dafern etwas drunter gemi-
ſchet worden iſt, bekommt es ſchwartze
Flecken. Es wird zur Oelfarbe und
Mignaturarbeit gebraucht.

Die Weiſe, wie das Ultramarin zu-
zurichten, findet man in denen Buͤchern
beſchrieben, die ich allhier zu wiederhoh-
len anſtehe. Dieſes will ich annoch
erinnern, daß diejenigen, die es berei-
ten, wohl viererley Sorten davon ver-
fertigen, welches blos und allein von
dem oftmahligen waſchen herruͤhret,
wie denn das erſte beſſer iſt als das
letzte.

[Ende Spaltensatz]
Das neundte Capitel.
Lapis Armenius.
[Beginn Spaltensatz]

DEr Armeniſche Stein iſt ein klei-
ner Stein, ſo groß als eine Bley-
[Spaltenumbruch] kugel, auswendig und inwendig gruͤn-
licht blau, mit kleinen weiſſen und glaͤn-

tzenden
F f f 2
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="1">
          <div n="2">
            <div n="3">
              <p><pb facs="#f0561"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Hauptbe&#x017F;chreibung dritter Theil.</hi></fw><lb/><cb n="819"/>
Das i&#x017F;t wohl wahr, ie be&#x017F;&#x017F;er der Stein,<lb/>
ie weniger gehet ihm ab, &#x017F;o trifft man<lb/>
auch wohl bisweilen dergleichen Stein<lb/>
an, dem &#x017F;o wenig abgehet, daß es kaum<lb/>
der Mu&#x0364;he lohnet daran zu gedencken.<lb/>
Allein, ob er gleich noch &#x017F;o gut wa&#x0364;re, den-<lb/>
noch gehet ihm allzeit etwas ab, an<lb/>
&#x017F;tatt, daß ihm zugehen &#x017F;olte. Man<lb/>
muß ihn auch, als wie das Ultramarin,<lb/>
ins Feuer legen, und zu&#x017F;ehen, ob er gut<lb/>
&#x017F;ey, denn der gute <hi rendition="#fr">La&#x017F;ur&#x017F;tein</hi> muß die<lb/>
Farbe nicht vera&#x0364;ndern, wenn er geglu&#x0364;et<lb/>
worden.</p><lb/>
              <p>Die&#x017F;e Nachricht von der Wahl des<lb/>
La&#x017F;ur&#x017F;teins lautet gantz anders, als der<lb/>
Bericht aller dererjenigen, die davon ge-<lb/>
&#x017F;chrieben haben, und &#x017F;agen, ie mehr<lb/>
der Stein mit gelben oder goldnen Ae-<lb/>
derlein erfu&#x0364;llet &#x017F;ey, ie ho&#x0364;her &#x017F;ey er zu<lb/>
&#x017F;cha&#x0364;tzen, welches ich aber fal&#x017F;ch zu &#x017F;eyn<lb/>
hiermit erkla&#x0364;re, denn ie mehr &#x017F;ich der-<lb/>
gleichen darinne befinden, ie weniger<lb/><cb n="820"/>
wird er geachtet, und &#x017F;onderlich von de-<lb/>
nenjenigen, welche wi&#x017F;&#x017F;en, was es i&#x017F;t,<lb/>
wie auch von denen, die das Ultramarin<lb/>
draus machen wollen. Desgleichen<lb/>
&#x017F;oll man Acht haben, daß es nicht der<lb/>
gru&#x0364;nlichte, in <hi rendition="#fr">Franckreich</hi> gantz gemei-<note place="right">Frantzo&#x0364;&#x017F;t-<lb/>
&#x017F;cher La&#x017F;u<lb/>
&#x017F;tein,</note><lb/>
ne <hi rendition="#aq">lapis lazuli</hi> &#x017F;ey, de&#x017F;&#x017F;en genug bey <hi rendition="#fr">Tou-<lb/>
lon</hi> gefunden wird, oder aber der fal-<lb/>
&#x017F;che, aus Zinn und Zaffera bereitet, wie<lb/>
oben im Cap. vom Schmeltz erinnert<lb/>
worden.</p><lb/>
              <p>Der <hi rendition="#aq">lapis lazuli</hi> wird etlicher ma&#x017F;&#x017F;en<lb/>
zur Artzney gebraucht, und zu einigen<lb/>
Galeni&#x017F;chen Artzneyen, zur <hi rendition="#aq">Confectio<lb/>
Alkermes,</hi> und andern genommen.</p><lb/>
              <p>Es giebt <hi rendition="#aq">Autores,</hi> welche die&#x017F;em Stei-<lb/>
ne trefflich gro&#x017F;&#x017F;e Tugenden zu&#x017F;chrei-<lb/>
ben, und unter andern <hi rendition="#aq">Mævius,</hi> dem der<lb/>
Le&#x017F;er nachgehen mag. Andere melden,<lb/>
der <hi rendition="#aq">Lapis lazuli</hi> und <hi rendition="#aq">Armenius</hi> &#x017F;eyen ei-<lb/>
nerley, welches aber in folgenden Cap.<lb/>
wird fal&#x017F;ch befunden werden.</p>
              <cb type="end"/>
            </div><lb/>
            <div n="3">
              <head> <hi rendition="#b">Das achte Capitel.<lb/>
Vom Ultramarin.</hi> </head><lb/>
              <cb type="start"/>
              <p><hi rendition="#in">D</hi>Jß i&#x017F;t eigentlich zu reden, ein Pra&#x0364;-<lb/>
cipitat, den man aus dem La&#x017F;ur-<lb/>
&#x017F;tein, vermittel&#x017F;t eines Teigs oder Pa-<lb/>
&#x017F;ta von Schmierpech und gelben<lb/>
Wachs, Leino&#x0364;l, und andern derglei-<lb/>
chen Dingen gemacht, bereitet. Es<lb/>
gedencken etliche, ob &#x017F;ey die&#x017F;es Pra&#x0364;ei-<lb/>
pitat deswegen mit dem Titel <hi rendition="#fr">Ultra-<lb/>
marin</hi> beleget worden, weil das aller-<lb/>
er&#x017F;te in der Jn&#x017F;el <hi rendition="#fr">Cypern</hi> verfertiget<lb/>
worden i&#x017F;t. Andere aber vermeinen,<lb/>
es werde deshalben al&#x017F;o genennet, weil<lb/>
&#x017F;eine blaulichte Farbe viel &#x017F;cho&#x0364;ner denn<lb/>
des Meeres Farbe &#x017F;ey. Mich hat ein<lb/>
guter Freund ver&#x017F;ichert, daß das er&#x017F;te<lb/><hi rendition="#fr">Ultramarin</hi> in <hi rendition="#fr">England/</hi> von einem<lb/>
Bedienten der Jndiani&#x017F;chen Compa-<lb/>
gnie bereitet worden; weil &#x017F;ie aber mit<lb/>
einander in Zwi&#x017F;t gerathen, habe er &#x017F;ich<lb/>
nicht be&#x017F;&#x017F;er zu ra&#x0364;chen gewu&#x017F;t, als wann<lb/>
er die&#x017F;es Geheimnu&#x0364;ß andern mehr ent-<lb/>
deckete. Doch dem &#x017F;ey wie ihm wolle,<lb/>
erwehlet nur da&#x017F;&#x017F;elbe <hi rendition="#fr">Ultramarin,</hi><lb/>
welches hoch an der Farbe, und wohl<lb/><cb/>
gerieben &#x017F;ey, &#x017F;o alsdann zu erkennen,<lb/>
wenn man es zwi&#x017F;chen die Za&#x0364;hne<lb/>
bringt, denn wenn es &#x017F;andicht i&#x017F;t, deu-<lb/>
tet &#x017F;olches an, daß es nicht recht gerie-<lb/>
ben: will man aber &#x017F;ehen, ob es etwa<lb/>
verfa&#x0364;l&#x017F;chet &#x017F;ey, dann darff man nur ein<lb/>
klein wenig davon in einen Schmeltztie-<lb/>
gel legen und glu&#x0364;en la&#x017F;&#x017F;en, wo es als-<lb/>
dann die Farbe nicht a&#x0364;ndert, &#x017F;o i&#x017F;t es<lb/>
rein, denn dafern etwas drunter gemi-<lb/>
&#x017F;chet worden i&#x017F;t, bekommt es &#x017F;chwartze<lb/>
Flecken. Es wird zur Oelfarbe und<lb/>
Mignaturarbeit gebraucht.</p><lb/>
              <p>Die Wei&#x017F;e, wie das <hi rendition="#fr">Ultramarin</hi> zu-<lb/>
zurichten, findet man in denen Bu&#x0364;chern<lb/>
be&#x017F;chrieben, die ich allhier zu wiederhoh-<lb/>
len an&#x017F;tehe. Die&#x017F;es will ich annoch<lb/>
erinnern, daß diejenigen, die es berei-<lb/>
ten, wohl viererley Sorten davon ver-<lb/>
fertigen, welches blos und allein von<lb/>
dem oftmahligen wa&#x017F;chen herru&#x0364;hret,<lb/>
wie denn das er&#x017F;te be&#x017F;&#x017F;er i&#x017F;t als das<lb/>
letzte.</p>
              <cb type="end"/>
            </div><lb/>
            <div n="3">
              <head> <hi rendition="#b">Das neundte Capitel.<lb/><hi rendition="#aq"><hi rendition="#g">Lapis Armenius.</hi></hi></hi> </head><lb/>
              <cb type="start"/>
              <p><hi rendition="#in">D</hi>Er <hi rendition="#fr">Armeni&#x017F;che Stein</hi> i&#x017F;t ein klei-<lb/>
ner Stein, &#x017F;o groß als eine Bley-<lb/><cb/>
kugel, auswendig und inwendig gru&#x0364;n-<lb/>
licht blau, mit kleinen wei&#x017F;&#x017F;en und gla&#x0364;n-<lb/>
<fw place="bottom" type="sig">F f f 2</fw><fw place="bottom" type="catch">tzenden</fw><lb/></p>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[0561] Hauptbeſchreibung dritter Theil. Das iſt wohl wahr, ie beſſer der Stein, ie weniger gehet ihm ab, ſo trifft man auch wohl bisweilen dergleichen Stein an, dem ſo wenig abgehet, daß es kaum der Muͤhe lohnet daran zu gedencken. Allein, ob er gleich noch ſo gut waͤre, den- noch gehet ihm allzeit etwas ab, an ſtatt, daß ihm zugehen ſolte. Man muß ihn auch, als wie das Ultramarin, ins Feuer legen, und zuſehen, ob er gut ſey, denn der gute Laſurſtein muß die Farbe nicht veraͤndern, wenn er gegluͤet worden. Dieſe Nachricht von der Wahl des Laſurſteins lautet gantz anders, als der Bericht aller dererjenigen, die davon ge- ſchrieben haben, und ſagen, ie mehr der Stein mit gelben oder goldnen Ae- derlein erfuͤllet ſey, ie hoͤher ſey er zu ſchaͤtzen, welches ich aber falſch zu ſeyn hiermit erklaͤre, denn ie mehr ſich der- gleichen darinne befinden, ie weniger wird er geachtet, und ſonderlich von de- nenjenigen, welche wiſſen, was es iſt, wie auch von denen, die das Ultramarin draus machen wollen. Desgleichen ſoll man Acht haben, daß es nicht der gruͤnlichte, in Franckreich gantz gemei- ne lapis lazuli ſey, deſſen genug bey Tou- lon gefunden wird, oder aber der fal- ſche, aus Zinn und Zaffera bereitet, wie oben im Cap. vom Schmeltz erinnert worden. Frantzoͤſt- ſcher Laſu ſtein, Der lapis lazuli wird etlicher maſſen zur Artzney gebraucht, und zu einigen Galeniſchen Artzneyen, zur Confectio Alkermes, und andern genommen. Es giebt Autores, welche dieſem Stei- ne trefflich groſſe Tugenden zuſchrei- ben, und unter andern Mævius, dem der Leſer nachgehen mag. Andere melden, der Lapis lazuli und Armenius ſeyen ei- nerley, welches aber in folgenden Cap. wird falſch befunden werden. Das achte Capitel. Vom Ultramarin. DJß iſt eigentlich zu reden, ein Praͤ- cipitat, den man aus dem Laſur- ſtein, vermittelſt eines Teigs oder Pa- ſta von Schmierpech und gelben Wachs, Leinoͤl, und andern derglei- chen Dingen gemacht, bereitet. Es gedencken etliche, ob ſey dieſes Praͤei- pitat deswegen mit dem Titel Ultra- marin beleget worden, weil das aller- erſte in der Jnſel Cypern verfertiget worden iſt. Andere aber vermeinen, es werde deshalben alſo genennet, weil ſeine blaulichte Farbe viel ſchoͤner denn des Meeres Farbe ſey. Mich hat ein guter Freund verſichert, daß das erſte Ultramarin in England/ von einem Bedienten der Jndianiſchen Compa- gnie bereitet worden; weil ſie aber mit einander in Zwiſt gerathen, habe er ſich nicht beſſer zu raͤchen gewuſt, als wann er dieſes Geheimnuͤß andern mehr ent- deckete. Doch dem ſey wie ihm wolle, erwehlet nur daſſelbe Ultramarin, welches hoch an der Farbe, und wohl gerieben ſey, ſo alsdann zu erkennen, wenn man es zwiſchen die Zaͤhne bringt, denn wenn es ſandicht iſt, deu- tet ſolches an, daß es nicht recht gerie- ben: will man aber ſehen, ob es etwa verfaͤlſchet ſey, dann darff man nur ein klein wenig davon in einen Schmeltztie- gel legen und gluͤen laſſen, wo es als- dann die Farbe nicht aͤndert, ſo iſt es rein, denn dafern etwas drunter gemi- ſchet worden iſt, bekommt es ſchwartze Flecken. Es wird zur Oelfarbe und Mignaturarbeit gebraucht. Die Weiſe, wie das Ultramarin zu- zurichten, findet man in denen Buͤchern beſchrieben, die ich allhier zu wiederhoh- len anſtehe. Dieſes will ich annoch erinnern, daß diejenigen, die es berei- ten, wohl viererley Sorten davon ver- fertigen, welches blos und allein von dem oftmahligen waſchen herruͤhret, wie denn das erſte beſſer iſt als das letzte. Das neundte Capitel. Lapis Armenius. DEr Armeniſche Stein iſt ein klei- ner Stein, ſo groß als eine Bley- kugel, auswendig und inwendig gruͤn- licht blau, mit kleinen weiſſen und glaͤn- tzenden F f f 2

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/pomet_materialist_1717
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/pomet_materialist_1717/561
Zitationshilfe: Pomet, Peter: Der aufrichtige Materialist und Specerey-Händler. Leipzig, 1717, S. . In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/pomet_materialist_1717/561>, abgerufen am 13.04.2021.