Praetorius, Johannes: Blockes-Berges Verrichtung. Leipzig u. a., 1668.2. Th. C. 1. §. 4. Von denen Personen/ welche In lib. devenae secti- one. Lungensucht oder exulcerationem pulmo- num. Galenus saget/ sie haben die fallende Sucht nicht oder die Epilepsey, noch den Schlag/ od die Apoplexey/ noch die Taubsucht/ oder Phrenesin, noch die Schlafsucht oder die Lethargy, noch den Krampf oder die Convul- sion, noch das Zittern/ als lange sie ihre Zeit In lib. de [unleserliches Material - 3 Zeichen fehlen]b. sac. und Fluß haben. Vnd wiewol Hippocrates schreibet/ die hinfallende Sucht und die Plage- welche die Besessenen/ oder von bösen Geistern getriebene leyden/ so man die heilige Kranckheit nennet/ gehe natürlicher weise zu/ jedoch erwei- set er/ daß solches wiederfahre allein den phleg- matischen/ und nimmer nicht den Cholerischen/ welches D. Weier als ein Medicus ja billich wissen solte. Nun haben wir aber droben dar- gethan/ daß die Weiber gemeiniglich mehr besessen werden denn die Männer/ und daß die Vnholden beydes offt mit dem Leibe vertragen/ und sonst Teufflischer weise also verzuckt wer- den/ daß der Leib unempfindlich und starrig da liegen bleibet. Noch lauts viel lächerlicher fürzugeben/ der Vnholden Kranckheit entstehe Galen. lib, de atra bile. auß Melancholey/ so doch die Suchten so auß Melancholey entstehen/ allezeit gefährlich seynd. Nun erfahren wir aber von etlichen Vnhol- den/ daß etliche diese schöne Kunst viertzig und funfftzig Jahr haben getrieben/ auch von 12. Jahren an (wie Johanna Harwilerin/ so den 29. Aprilis
2. Th. C. 1. §. 4. Von denen Perſonen/ welche In lib. devenæ ſecti- one. Lungenſucht oder exulcerationem pulmo- num. Galenus ſaget/ ſie haben die fallende Sucht nicht oder die Epilepſey, noch den Schlag/ oď die Apoplexey/ noch die Taubſucht/ oder Phreneſin, noch die Schlafſucht oder die Lethargy, noch den Krampf oder die Convul- ſion, noch das Zittern/ als lange ſie ihre Zeit In lib. de [unleserliches Material – 3 Zeichen fehlen]b. ſac. und Fluß haben. Vnd wiewol Hippocrates ſchreibet/ die hinfallende Sucht und die Plage- welche die Beſeſſenen/ oder von boͤſen Geiſtern getriebene leyden/ ſo man die heilige Kranckheit nennet/ gehe natuͤrlicher weiſe zu/ jedoch erwei- ſet er/ daß ſolches wiederfahre allein den phleg- matiſchen/ und nimmer nicht den Choleriſchen/ welches D. Weier als ein Medicus ja billich wiſſen ſolte. Nun haben wir aber droben dar- gethan/ daß die Weiber gemeiniglich mehr beſeſſen werden denn die Maͤnner/ und daß die Vnholden beydes offt mit dem Leibe vertragen/ und ſonſt Teuffliſcher weiſe alſo verzuckt wer- den/ daß der Leib unempfindlich und ſtarrig da liegen bleibet. Noch lauts viel laͤcherlicher fuͤrzugeben/ der Vnholden Kranckheit entſtehe Galen. lib, de atra bile. auß Melancholey/ ſo doch die Suchten ſo auß Melancholey entſtehẽ/ allezeit gefaͤhrlich ſeynd. Nun erfahren wir aber von etlichen Vnhol- den/ daß etliche dieſe ſchoͤne Kunſt viertzig und funfftzig Jahr haben getrieben/ auch von 12. Jahren an (wie Johanna Harwilerin/ ſo den 29. Aprilis
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Sucht nicht oder die Epilepſey, noch den
Schlag/ oď die Apoplexey/ noch die Taubſucht/
oder Phreneſin, noch die Schlafſucht oder die
Lethargy, noch den Krampf oder die Convul-
ſion, noch das Zittern/ als lange ſie ihre Zeit
und Fluß haben. Vnd wiewol Hippocrates
ſchreibet/ die hinfallende Sucht und die Plage-
welche die Beſeſſenen/ oder von boͤſen Geiſtern
getriebene leyden/ ſo man die heilige Kranckheit
nennet/ gehe natuͤrlicher weiſe zu/ jedoch erwei-
ſet er/ daß ſolches wiederfahre allein den phleg-
matiſchen/ und nimmer nicht den Choleriſchen/
welches D. Weier als ein Medicus ja billich
wiſſen ſolte. Nun haben wir aber droben dar-
gethan/ daß die Weiber gemeiniglich mehr
beſeſſen werden denn die Maͤnner/ und daß die
Vnholden beydes offt mit dem Leibe vertragen/
und ſonſt Teuffliſcher weiſe alſo verzuckt wer-
den/ daß der Leib unempfindlich und ſtarrig da
liegen bleibet. Noch lauts viel laͤcherlicher
fuͤrzugeben/ der Vnholden Kranckheit entſtehe
auß Melancholey/ ſo doch die Suchten ſo auß
Melancholey entſtehẽ/ allezeit gefaͤhrlich ſeynd.
Nun erfahren wir aber von etlichen Vnhol-
den/ daß etliche dieſe ſchoͤne Kunſt viertzig und
funfftzig Jahr haben getrieben/ auch von 12.
Jahren an (wie Johanna Harwilerin/ ſo den
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