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Rein, Johann Justus: Japan nach Reisen und Studien. Bd. 2. Leipzig, 1886.

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6. Eigenschaften und Verwendung der wichtigeren Waldbäume etc.
Baum auch in der Beschaffenheit, Farbe und Verwendung seines leichten
Holzes mit Kiri (Paulownia imperialis) grosse Aehnlichkeit.

63. Excoecaria japonica J. Müll. (Croton siraki S. & Z.), jap.
Shira-ki und Haratoku.

64. Sapium sebiferum Roxb. (Stillingia sebifera S. & Z.), jap. To-
haze
und Nanking-haze.

Fam. Lauraceae.

Die immergrünen Glieder dieser interessanten Familie bilden meist
stattliche Bäume und gehören dem warmen Süden Japans an: die
blattwechselnden (der Gattung Lindera) findet man als Sträucher und
niedrige Bäume zerstreut in den Laubwäldern des ganzen Gebiets.
So verschieden auch Farbe und Werth der einzelnen hierher zählen-
den Hölzer sein mögen, so zeichnen sich doch alle mehr oder weniger
durch aromatischen Geruch, matten oder starken Seidenglanz, schwache
Markstrahlen und gleichmässige Vertheilung der Poren aus. Die
Hölzer der Gattung Cinnamomum gehören zu den werthvollsten Ja-
pans. Ihr Gewicht steht dem der Eichen nach.

65. Cinnamomum camphora Nees (Laurus camphora L.), jap. Kusu,
Kusu-no-ki
. Das Bemerkenswertheste über diesen interessanten und
wichtigen Baum wurde bereits bei dem Artikel "Kampfer" pg. 169 bis
177, sowie pg. 268 erwähnt. Kampferholz zeigt auf dem Querschnitt
zahlreiche, gleichmässig vertheilte, mittelgrosse Poren, deren Grösse
und Gestalt indess nach Alter und Standort der Bäume sehr verschieden
ist. Hiernach wechselt auch die Farbe des Holzes zwischen grauweiss
und dunkelrothbraun, ist aber vorherrschend hellbraunroth. Man
unterscheidet nach ihr verschiedene Sorten Kampferholz und schätzt
die dunkelgefärbten, rothbraunen, maserreichen am meisten.

66. C. pedunculatum Nees (C. japonicum S. & Z.), jap. Yabu,
Tabu, Tabu-no-ki
und Tama-gusu, d. h. Maser-Kampferholz,
genannt. In der verschiedenen Färbung ist dies Holz dem vorigen
ähnlich; doch ist es dichter und schwerer. Es wird noch höher ge-
schätzt und ebenfalls in der Möbeltischlerei, zu kleinen Kabinetten
und andern Gegenständen verarbeitet, und liefert namentlich schönes
Fournierholz.

67. Machilus Thunbergii S. & Z. (Laurus indica Thunb.), jap.
Nan, Inu-kusu, Ta-funo, kommt nicht blos auf den südlichen
Inseln, sondern längs der Küste von Hondo auch bis nach Tokio
hin vor.

68. Listaea glauca Sieb., jap. Yabu-kusu, d. h. Strauch-Kampfer,
Shiro-tsudzu (Shiro-damo).

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6. Eigenschaften und Verwendung der wichtigeren Waldbäume etc.
Baum auch in der Beschaffenheit, Farbe und Verwendung seines leichten
Holzes mit Kiri (Paulownia imperialis) grosse Aehnlichkeit.

63. Excoecaria japonica J. Müll. (Croton siraki S. & Z.), jap.
Shira-ki und Haratoku.

64. Sapium sebiferum Roxb. (Stillingia sebifera S. & Z.), jap. Tô-
haze
und Nanking-haze.

Fam. Lauraceae.

Die immergrünen Glieder dieser interessanten Familie bilden meist
stattliche Bäume und gehören dem warmen Süden Japans an: die
blattwechselnden (der Gattung Lindera) findet man als Sträucher und
niedrige Bäume zerstreut in den Laubwäldern des ganzen Gebiets.
So verschieden auch Farbe und Werth der einzelnen hierher zählen-
den Hölzer sein mögen, so zeichnen sich doch alle mehr oder weniger
durch aromatischen Geruch, matten oder starken Seidenglanz, schwache
Markstrahlen und gleichmässige Vertheilung der Poren aus. Die
Hölzer der Gattung Cinnamomum gehören zu den werthvollsten Ja-
pans. Ihr Gewicht steht dem der Eichen nach.

65. Cinnamomum camphora Nees (Laurus camphora L.), jap. Kusu,
Kusu-no-ki
. Das Bemerkenswertheste über diesen interessanten und
wichtigen Baum wurde bereits bei dem Artikel »Kampfer« pg. 169 bis
177, sowie pg. 268 erwähnt. Kampferholz zeigt auf dem Querschnitt
zahlreiche, gleichmässig vertheilte, mittelgrosse Poren, deren Grösse
und Gestalt indess nach Alter und Standort der Bäume sehr verschieden
ist. Hiernach wechselt auch die Farbe des Holzes zwischen grauweiss
und dunkelrothbraun, ist aber vorherrschend hellbraunroth. Man
unterscheidet nach ihr verschiedene Sorten Kampferholz und schätzt
die dunkelgefärbten, rothbraunen, maserreichen am meisten.

66. C. pedunculatum Nees (C. japonicum S. & Z.), jap. Yabu,
Tabu, Tabu-no-ki
und Tama-gusu, d. h. Maser-Kampferholz,
genannt. In der verschiedenen Färbung ist dies Holz dem vorigen
ähnlich; doch ist es dichter und schwerer. Es wird noch höher ge-
schätzt und ebenfalls in der Möbeltischlerei, zu kleinen Kabinetten
und andern Gegenständen verarbeitet, und liefert namentlich schönes
Fournierholz.

67. Machilus Thunbergii S. & Z. (Laurus indica Thunb.), jap.
Nan, Inu-kusu, Ta-funo, kommt nicht blos auf den südlichen
Inseln, sondern längs der Küste von Hondo auch bis nach Tôkio
hin vor.

68. Listaea glauca Sieb., jap. Yabu-kusu, d. h. Strauch-Kampfer,
Shiro-tsudzu (Shiro-damo).

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[291/0315] 6. Eigenschaften und Verwendung der wichtigeren Waldbäume etc. Baum auch in der Beschaffenheit, Farbe und Verwendung seines leichten Holzes mit Kiri (Paulownia imperialis) grosse Aehnlichkeit. 63. Excoecaria japonica J. Müll. (Croton siraki S. & Z.), jap. Shira-ki und Haratoku. 64. Sapium sebiferum Roxb. (Stillingia sebifera S. & Z.), jap. Tô- haze und Nanking-haze. Fam. Lauraceae. Die immergrünen Glieder dieser interessanten Familie bilden meist stattliche Bäume und gehören dem warmen Süden Japans an: die blattwechselnden (der Gattung Lindera) findet man als Sträucher und niedrige Bäume zerstreut in den Laubwäldern des ganzen Gebiets. So verschieden auch Farbe und Werth der einzelnen hierher zählen- den Hölzer sein mögen, so zeichnen sich doch alle mehr oder weniger durch aromatischen Geruch, matten oder starken Seidenglanz, schwache Markstrahlen und gleichmässige Vertheilung der Poren aus. Die Hölzer der Gattung Cinnamomum gehören zu den werthvollsten Ja- pans. Ihr Gewicht steht dem der Eichen nach. 65. Cinnamomum camphora Nees (Laurus camphora L.), jap. Kusu, Kusu-no-ki. Das Bemerkenswertheste über diesen interessanten und wichtigen Baum wurde bereits bei dem Artikel »Kampfer« pg. 169 bis 177, sowie pg. 268 erwähnt. Kampferholz zeigt auf dem Querschnitt zahlreiche, gleichmässig vertheilte, mittelgrosse Poren, deren Grösse und Gestalt indess nach Alter und Standort der Bäume sehr verschieden ist. Hiernach wechselt auch die Farbe des Holzes zwischen grauweiss und dunkelrothbraun, ist aber vorherrschend hellbraunroth. Man unterscheidet nach ihr verschiedene Sorten Kampferholz und schätzt die dunkelgefärbten, rothbraunen, maserreichen am meisten. 66. C. pedunculatum Nees (C. japonicum S. & Z.), jap. Yabu, Tabu, Tabu-no-ki und Tama-gusu, d. h. Maser-Kampferholz, genannt. In der verschiedenen Färbung ist dies Holz dem vorigen ähnlich; doch ist es dichter und schwerer. Es wird noch höher ge- schätzt und ebenfalls in der Möbeltischlerei, zu kleinen Kabinetten und andern Gegenständen verarbeitet, und liefert namentlich schönes Fournierholz. 67. Machilus Thunbergii S. & Z. (Laurus indica Thunb.), jap. Nan, Inu-kusu, Ta-funo, kommt nicht blos auf den südlichen Inseln, sondern längs der Küste von Hondo auch bis nach Tôkio hin vor. 68. Listaea glauca Sieb., jap. Yabu-kusu, d. h. Strauch-Kampfer, Shiro-tsudzu (Shiro-damo). 19*

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Zitationshilfe: Rein, Johann Justus: Japan nach Reisen und Studien. Bd. 2. Leipzig, 1886, S. 291. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/rein_japan02_1886/315>, abgerufen am 06.05.2021.