Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

[Richardson, Samuel]: Clarissa. Bd. 1. Göttingen, 1748.

Bild:
<< vorherige Seite

der Clarissa.
Weil Sie aber den Menschen nicht kriegen kön-
nen, der Jhr Hertz eingenommen hat, so glaube
ich wohl, daß Sie den auch nicht haben wollen,
den wir Jhnen vorschlagen. Wir wissen, daß Sie
mit ihm auf eine oder die andere Art Briefe wech-
seln, oder wenigstens gewechselt haben, so lange
Sie es thun konten: er trotzt uns, und das wür-
de er nicht thun, wenn er nicht zu unserm grossen
Verdruß Jhrer Zuneigung versichert zu seyn
glaubte: wir wollen ihm deswegen seine Hoff-
nung zu Schanden machen, und lieber über ihn
triumphiren, als daß er über uns ein Sieges-Lied
singen solte. Das sage ich Jhnen ein für allemal.
Erwarten Sie demnach nicht, daß ich Jhr Für-
sprecher werde. Jch werde es nicht thun, das ist
genug geschrieben von

Jhrem unwilligen Onckle/
Johann Harlowe.

P. S. Jch beziehe mich auf meines Bruders Brief.



An Juncker Anton Harlowe.
Hochgeehrtester Onckle/

Da Sie Herrn Solmes gewürdiget haben,
ihn mir auf eine so besondere und nachdrückliche
Art anzupreisen, und Jhn sogar unter die Zahl Jh-
rer auserlesensten Freunde zu rechnen, für den Sie
gleichfals von mir Freundschaft und Zuneigung
erwarten: so muß ich Sie um Gedult bitten,

wenn

der Clariſſa.
Weil Sie aber den Menſchen nicht kriegen koͤn-
nen, der Jhr Hertz eingenommen hat, ſo glaube
ich wohl, daß Sie den auch nicht haben wollen,
den wir Jhnen vorſchlagen. Wir wiſſen, daß Sie
mit ihm auf eine oder die andere Art Briefe wech-
ſeln, oder wenigſtens gewechſelt haben, ſo lange
Sie es thun konten: er trotzt uns, und das wuͤr-
de er nicht thun, wenn er nicht zu unſerm groſſen
Verdruß Jhrer Zuneigung verſichert zu ſeyn
glaubte: wir wollen ihm deswegen ſeine Hoff-
nung zu Schanden machen, und lieber uͤber ihn
triumphiren, als daß er uͤber uns ein Sieges-Lied
ſingen ſolte. Das ſage ich Jhnen ein fuͤr allemal.
Erwarten Sie demnach nicht, daß ich Jhr Fuͤr-
ſprecher werde. Jch werde es nicht thun, das iſt
genug geſchrieben von

Jhrem unwilligen Onckle/
Johann Harlowe.

P. S. Jch beziehe mich auf meines Bruders Brief.



An Juncker Anton Harlowe.
Hochgeehrteſter Onckle/

Da Sie Herrn Solmes gewuͤrdiget haben,
ihn mir auf eine ſo beſondere und nachdruͤckliche
Art anzupreiſen, und Jhn ſogar unter die Zahl Jh-
rer auserleſenſten Freunde zu rechnen, fuͤr den Sie
gleichfals von mir Freundſchaft und Zuneigung
erwarten: ſo muß ich Sie um Gedult bitten,

wenn
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="2">
        <div n="2">
          <floatingText>
            <body>
              <p><pb facs="#f0369" n="349"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b"><hi rendition="#g">der Clari&#x017F;&#x017F;a.</hi></hi></fw><lb/>
Weil Sie aber den Men&#x017F;chen nicht kriegen ko&#x0364;n-<lb/>
nen, der Jhr Hertz eingenommen hat, &#x017F;o glaube<lb/>
ich wohl, daß Sie den auch nicht haben wollen,<lb/>
den wir Jhnen vor&#x017F;chlagen. Wir wi&#x017F;&#x017F;en, daß Sie<lb/>
mit ihm auf eine oder die andere Art Briefe wech-<lb/>
&#x017F;eln, oder wenig&#x017F;tens gewech&#x017F;elt haben, &#x017F;o lange<lb/>
Sie es thun konten: er trotzt uns, und das wu&#x0364;r-<lb/>
de er nicht thun, wenn er nicht zu un&#x017F;erm gro&#x017F;&#x017F;en<lb/>
Verdruß Jhrer Zuneigung ver&#x017F;ichert zu &#x017F;eyn<lb/>
glaubte: wir wollen ihm deswegen &#x017F;eine Hoff-<lb/>
nung zu Schanden machen, und lieber u&#x0364;ber ihn<lb/>
triumphiren, als daß er u&#x0364;ber uns ein Sieges-Lied<lb/>
&#x017F;ingen &#x017F;olte. Das &#x017F;age ich Jhnen ein fu&#x0364;r allemal.<lb/>
Erwarten Sie demnach nicht, daß ich Jhr Fu&#x0364;r-<lb/>
&#x017F;precher werde. Jch werde es nicht thun, das i&#x017F;t<lb/>
genug ge&#x017F;chrieben von</p><lb/>
              <closer>
                <salute> <hi rendition="#et"> <hi rendition="#fr">Jhrem unwilligen Onckle/<lb/>
Johann Harlowe.</hi> </hi> </salute>
              </closer>
            </body>
          </floatingText><lb/>
          <postscript>
            <p><hi rendition="#aq">P. S.</hi> Jch beziehe mich auf meines Bruders Brief.</p>
          </postscript>
        </div><lb/>
        <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
        <div>
          <salute> <hi rendition="#fr"><hi rendition="#et">An Juncker Anton Harlowe.</hi><lb/>
Hochgeehrte&#x017F;ter Onckle/</hi> </salute><lb/>
          <dateline> <hi rendition="#et">Sonnabends den 11. Ma&#x0364;rtz.</hi> </dateline><lb/>
          <p>Da Sie Herrn S<hi rendition="#fr">olmes</hi> gewu&#x0364;rdiget haben,<lb/>
ihn mir auf eine &#x017F;o be&#x017F;ondere und nachdru&#x0364;ckliche<lb/>
Art anzuprei&#x017F;en, und Jhn &#x017F;ogar unter die Zahl Jh-<lb/>
rer auserle&#x017F;en&#x017F;ten Freunde zu rechnen, fu&#x0364;r den Sie<lb/>
gleichfals von mir Freund&#x017F;chaft und Zuneigung<lb/>
erwarten: &#x017F;o muß ich Sie um Gedult bitten,<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">wenn</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[349/0369] der Clariſſa. Weil Sie aber den Menſchen nicht kriegen koͤn- nen, der Jhr Hertz eingenommen hat, ſo glaube ich wohl, daß Sie den auch nicht haben wollen, den wir Jhnen vorſchlagen. Wir wiſſen, daß Sie mit ihm auf eine oder die andere Art Briefe wech- ſeln, oder wenigſtens gewechſelt haben, ſo lange Sie es thun konten: er trotzt uns, und das wuͤr- de er nicht thun, wenn er nicht zu unſerm groſſen Verdruß Jhrer Zuneigung verſichert zu ſeyn glaubte: wir wollen ihm deswegen ſeine Hoff- nung zu Schanden machen, und lieber uͤber ihn triumphiren, als daß er uͤber uns ein Sieges-Lied ſingen ſolte. Das ſage ich Jhnen ein fuͤr allemal. Erwarten Sie demnach nicht, daß ich Jhr Fuͤr- ſprecher werde. Jch werde es nicht thun, das iſt genug geſchrieben von Jhrem unwilligen Onckle/ Johann Harlowe. P. S. Jch beziehe mich auf meines Bruders Brief. An Juncker Anton Harlowe. Hochgeehrteſter Onckle/ Sonnabends den 11. Maͤrtz. Da Sie Herrn Solmes gewuͤrdiget haben, ihn mir auf eine ſo beſondere und nachdruͤckliche Art anzupreiſen, und Jhn ſogar unter die Zahl Jh- rer auserleſenſten Freunde zu rechnen, fuͤr den Sie gleichfals von mir Freundſchaft und Zuneigung erwarten: ſo muß ich Sie um Gedult bitten, wenn

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/richardson_clarissa01_1748
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/richardson_clarissa01_1748/369
Zitationshilfe: [Richardson, Samuel]: Clarissa. Bd. 1. Göttingen, 1748, S. 349. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/richardson_clarissa01_1748/369>, abgerufen am 09.05.2021.