Röll, [Victor] von (Hrsg.): Enzyklopädie des Eisenbahnwesens. 2. Aufl. Bd. 6. Berlin, Wien, 1914.erstere wird er gelöscht und zerfällt in Pulver, durch letztere zerrollt er und wird minderwertig. Die Verschlüsse und Fugen der Türen und Deckenstücke müssen möglichst gegen Eindringen von Regenwasser oder Schnee geschützt sein. Die Dächer der K. werden entweder sattelartig oder kreisbogenförmig ausgeführt; bei ersterer Art mit entsprechender Neigung der Dachflächen läuft das Regenwasser besser und rascher ab. Die Stirnwandtüren sollen im Lichten so breit sein, daß Schiebekarren in den K. einfahren können. Die Ladung, insbesondere für Stückkalk, darf nicht zu hoch sein, da bei hoher Schichtung die unteren Lagen zerdrückt werden. Die Bodenfläche ist daher so groß zu wählen, daß die Ladehöhe 800-1000 mm nicht überschreitet. 1 m3 wiegt in loser Schüttung etwa 900-1000 kg (nur wenige Sorten sind bis 1250 kg schwer). Es würde demnach ein Laderaum von 11·7, 14·0 und 17·5 m3 für ein Ladegewicht von 10.000, bzw. 12.000 und 15.000 kg genügen. Der Laderaum der K. wird jedoch meist größer bemessen, um in solchen Wagen auch spezifisch leichtere Materialien, Kohle u. dgl. zweckmäßig verladen zu können, und um bei Kalkverladung zwischen Ladung und Decke eine gegen Erwärmung schützende Luftschicht zu gewinnen. Es empfiehlt sich demnach, die Laderäume der K. für die vorangeführten Ladegewichte mit 14, bzw. 17 und 21 m3 herzustellen. Die Kasten der K. werden zweckmäßig ganz aus Eisen oder mit eisernen Kastengerippen und Holzverschalung und eisernem Fußboden ausgeführt; der eiserne Fußboden erleichtert die Reinigung und durch die glatte Oberfläche die Beladung und Entladung. Der in den Kasten der K. zurückbleibende Kalkstaub wird durch Feuchtigkeit gelöscht und zerstört die Holzteile, weshalb insbesondere Holzverzapfungen und solche Holzteile vermieden werden sollen, die bei der Reinigung schwer zugänglich sind. In Abb. 177 ist ein K. der preußischen StB. dargestellt. Der Wagen besitzt eisernes Untergestell, eisernes Kastengerippe, Blechwandverschalung und hölzernen Fußboden. An jeder Langseite ist eine doppelflügelige Tür vorhanden. Die Stirnwände sind dreieckförmig überhöht und in der Mitte mit einem An den Seitenwänden liegen die Deckenstücke mit einer Holzschwelle auf erstere wird er gelöscht und zerfällt in Pulver, durch letztere zerrollt er und wird minderwertig. Die Verschlüsse und Fugen der Türen und Deckenstücke müssen möglichst gegen Eindringen von Regenwasser oder Schnee geschützt sein. Die Dächer der K. werden entweder sattelartig oder kreisbogenförmig ausgeführt; bei ersterer Art mit entsprechender Neigung der Dachflächen läuft das Regenwasser besser und rascher ab. Die Stirnwandtüren sollen im Lichten so breit sein, daß Schiebekarren in den K. einfahren können. Die Ladung, insbesondere für Stückkalk, darf nicht zu hoch sein, da bei hoher Schichtung die unteren Lagen zerdrückt werden. Die Bodenfläche ist daher so groß zu wählen, daß die Ladehöhe 800–1000 mm nicht überschreitet. 1 m3 wiegt in loser Schüttung etwa 900–1000 kg (nur wenige Sorten sind bis 1250 kg schwer). Es würde demnach ein Laderaum von 11·7, 14·0 und 17·5 m3 für ein Ladegewicht von 10.000, bzw. 12.000 und 15.000 kg genügen. Der Laderaum der K. wird jedoch meist größer bemessen, um in solchen Wagen auch spezifisch leichtere Materialien, Kohle u. dgl. zweckmäßig verladen zu können, und um bei Kalkverladung zwischen Ladung und Decke eine gegen Erwärmung schützende Luftschicht zu gewinnen. Es empfiehlt sich demnach, die Laderäume der K. für die vorangeführten Ladegewichte mit 14, bzw. 17 und 21 m3 herzustellen. Die Kasten der K. werden zweckmäßig ganz aus Eisen oder mit eisernen Kastengerippen und Holzverschalung und eisernem Fußboden ausgeführt; der eiserne Fußboden erleichtert die Reinigung und durch die glatte Oberfläche die Beladung und Entladung. Der in den Kasten der K. zurückbleibende Kalkstaub wird durch Feuchtigkeit gelöscht und zerstört die Holzteile, weshalb insbesondere Holzverzapfungen und solche Holzteile vermieden werden sollen, die bei der Reinigung schwer zugänglich sind. In Abb. 177 ist ein K. der preußischen StB. dargestellt. Der Wagen besitzt eisernes Untergestell, eisernes Kastengerippe, Blechwandverschalung und hölzernen Fußboden. An jeder Langseite ist eine doppelflügelige Tür vorhanden. 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Die Verschalung der Deckenstücke reicht unter den senkrechten <figure facs="https://media.dwds.de/dta/images/roell_eisenbahnwesen06_1914/figures/roell_eisenbahnwesen06_1914_figure-0319a.jpg"/>-Eisenschenkel, wodurch die Längsfugen gegen Eindringen von Regenwasser geschützt werden (Abb. 178).</p><lb/> <p>An den Seitenwänden liegen die Deckenstücke mit einer Holzschwelle auf <figure facs="https://media.dwds.de/dta/images/roell_eisenbahnwesen06_1914/figures/roell_eisenbahnwesen06_1914_figure-0319a.jpg"/>-Eisen auf, die an dem oberen Rand der Seitenverschalung angenietet sind; ein Winkeleisen übergreift als Wassernase die Holzschwelle (Abb. 179). </p> </div> </div> </body> </text> </TEI> [319/0336]
erstere wird er gelöscht und zerfällt in Pulver, durch letztere zerrollt er und wird minderwertig.
Die Verschlüsse und Fugen der Türen und Deckenstücke müssen möglichst gegen Eindringen von Regenwasser oder Schnee geschützt sein.
Die Dächer der K. werden entweder sattelartig oder kreisbogenförmig ausgeführt; bei ersterer Art mit entsprechender Neigung der Dachflächen läuft das Regenwasser besser und rascher ab.
Die Stirnwandtüren sollen im Lichten so breit sein, daß Schiebekarren in den K. einfahren können.
Die Ladung, insbesondere für Stückkalk, darf nicht zu hoch sein, da bei hoher Schichtung die unteren Lagen zerdrückt werden. Die Bodenfläche ist daher so groß zu wählen, daß die Ladehöhe 800–1000 mm nicht überschreitet. 1 m3 wiegt in loser Schüttung etwa 900–1000 kg (nur wenige Sorten sind bis 1250 kg schwer). Es würde demnach ein Laderaum von 11·7, 14·0 und 17·5 m3 für ein Ladegewicht von 10.000, bzw. 12.000 und 15.000 kg genügen. Der Laderaum der K. wird jedoch meist größer bemessen, um in solchen Wagen auch spezifisch leichtere Materialien, Kohle u. dgl. zweckmäßig verladen zu können, und um bei Kalkverladung zwischen Ladung und Decke eine gegen Erwärmung schützende Luftschicht zu gewinnen. Es empfiehlt sich demnach, die Laderäume der K. für die vorangeführten Ladegewichte mit 14, bzw. 17 und 21 m3 herzustellen.
Die Kasten der K. werden zweckmäßig ganz aus Eisen oder mit eisernen Kastengerippen und Holzverschalung und eisernem Fußboden ausgeführt; der eiserne Fußboden erleichtert die Reinigung und durch die glatte Oberfläche die Beladung und Entladung.
Der in den Kasten der K. zurückbleibende Kalkstaub wird durch Feuchtigkeit gelöscht und zerstört die Holzteile, weshalb insbesondere Holzverzapfungen und solche Holzteile vermieden werden sollen, die bei der Reinigung schwer zugänglich sind.
In Abb. 177 ist ein K. der preußischen StB. dargestellt.
Der Wagen besitzt eisernes Untergestell, eisernes Kastengerippe, Blechwandverschalung und hölzernen Fußboden. An jeder Langseite ist eine doppelflügelige Tür vorhanden.
Die Stirnwände sind dreieckförmig überhöht und in der Mitte mit einem
[Abbildung]
-Eisen als Firstträger verbunden. An den Firstträgern sind beiderseits je drei eiserne Dachklappen (mit 3 mm starker Blechverschalung) mittels Scharniere befestigt. Die Verschalung der Deckenstücke reicht unter den senkrechten
[Abbildung]
-Eisenschenkel, wodurch die Längsfugen gegen Eindringen von Regenwasser geschützt werden (Abb. 178).
An den Seitenwänden liegen die Deckenstücke mit einer Holzschwelle auf
[Abbildung]
-Eisen auf, die an dem oberen Rand der Seitenverschalung angenietet sind; ein Winkeleisen übergreift als Wassernase die Holzschwelle (Abb. 179).
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| Zitationshilfe: | Röll, [Victor] von (Hrsg.): Enzyklopädie des Eisenbahnwesens. 2. Aufl. Bd. 6. Berlin, Wien, 1914, S. 319. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/roell_eisenbahnwesen06_1914/336>, abgerufen am 26.09.2024. |



