Röll, [Victor] von (Hrsg.): Enzyklopädie des Eisenbahnwesens. 2. Aufl. Bd. 8. Berlin, Wien, 1917.für die Decke, den oberen Teil der Wände und für verschiedene Füllungen und Täfelungen. Die Sitz- und Bettgestelle sind ganz aus Stahl hergestellt. Die inneren und äußeren Bleche der Kastenlängswände sind auf den Außenseiten mit 9·5 mm starkem Resisto, einem Haarfilz mit zwischenliegenden Asbestschichten, verkleidet. Die Abb. 35 zeigt Einzelheiten der 4achsigen P. der New York Central und Hudson River-Eisenbahn. Bei diesem der zweiten Gruppe (vgl. den vorigen Abschnitt) zuzurechnenden Fahrzeug wird das Wagengewicht, wie die Zeichnungen, insbesondere der Querschnitt C-D des Untergestells ersehen lassen, durch die Hauptquerträger ohne Beanspruchung der Mittelträger des Untergestells, die nur die Stoßkräfte abzufangen haben, unmittelbar auf die Drehgestelle übertragen. Die Längswände nehmen die statischen Kräfte auf und sind deshalb im unteren Teil als kräftige Stehblechträger ausgebildet. Eine eingehende Beschreibung des Wagens findet sich in Am. Eng. and R. J. 1907. Taf. III, Abb. 8. Sechsachsiger P. der Santa Fe-Eisenbahn. Der Wagen, der im Innern die bekannte Einteilung der amerikanischen Tageswagen aufweist, hat 76 Sitzplätze. Der Kasten (ohne Vorbauten) ist außen gemessen 21·336 m lang und 2·896 m breit. Die Länge von Buffer zu Buffer beträgt 23·673 m. Das Gewicht des Wagens ist 61.690 kg. Holz ist nur für den Bodenbelag und für die Fensterbrüstungen verwendet, alle übrigen Wagenteile sind aus Stahlblech oder gewalztem Stahl angefertigt. Das Untergestell nimmt als Ganzes die statischen und dynamischen Beanspruchungen auf. Der Wagen ist deshalb der dritten der im vorigen Abschnitt aufgeführten Gruppen zuzuweisen. Die Bauart des Untergestells ist aus den Abb. 36 u. 37 ersichtlich. Die beiden mittleren aus Blech und Winkeleisen zusammengesetzten ![]() Abb. 34. Vorbau des stählernen Schlafwagens der Pullman-Gesellschaft. Die Rungen der Seitenwände (Abb. 36-38), die Fensterriegel und die Kastenoberrahmen der Langseiten bestehen aus Preßblechen von Der Oberlichtaufbau ist aus Preßteilen zusammengesetzt. Die unteren Längsrahmen haben einen winkelförmigen, die oberen Längsrahmen, die oberen und unteren Dachspriegel und die Seitenrungen der Längswände haben Das Wagenuntergestell ist mit 1·6 mm dickem, galvanisiertem Stahlblech abgedeckt. Auf diesem für die Decke, den oberen Teil der Wände und für verschiedene Füllungen und Täfelungen. Die Sitz- und Bettgestelle sind ganz aus Stahl hergestellt. Die inneren und äußeren Bleche der Kastenlängswände sind auf den Außenseiten mit 9·5 mm starkem Resisto, einem Haarfilz mit zwischenliegenden Asbestschichten, verkleidet. Die Abb. 35 zeigt Einzelheiten der 4achsigen P. der New York Central und Hudson River-Eisenbahn. Bei diesem der zweiten Gruppe (vgl. den vorigen Abschnitt) zuzurechnenden Fahrzeug wird das Wagengewicht, wie die Zeichnungen, insbesondere der Querschnitt C–D des Untergestells ersehen lassen, durch die Hauptquerträger ohne Beanspruchung der Mittelträger des Untergestells, die nur die Stoßkräfte abzufangen haben, unmittelbar auf die Drehgestelle übertragen. Die Längswände nehmen die statischen Kräfte auf und sind deshalb im unteren Teil als kräftige Stehblechträger ausgebildet. Eine eingehende Beschreibung des Wagens findet sich in Am. Eng. and R. J. 1907. Taf. III, Abb. 8. Sechsachsiger P. der Santa Fé-Eisenbahn. Der Wagen, der im Innern die bekannte Einteilung der amerikanischen Tageswagen aufweist, hat 76 Sitzplätze. Der Kasten (ohne Vorbauten) ist außen gemessen 21·336 m lang und 2·896 m breit. Die Länge von Buffer zu Buffer beträgt 23·673 m. Das Gewicht des Wagens ist 61.690 kg. Holz ist nur für den Bodenbelag und für die Fensterbrüstungen verwendet, alle übrigen Wagenteile sind aus Stahlblech oder gewalztem Stahl angefertigt. Das Untergestell nimmt als Ganzes die statischen und dynamischen Beanspruchungen auf. Der Wagen ist deshalb der dritten der im vorigen Abschnitt aufgeführten Gruppen zuzuweisen. Die Bauart des Untergestells ist aus den Abb. 36 u. 37 ersichtlich. Die beiden mittleren aus Blech und Winkeleisen zusammengesetzten ![]() Abb. 34. Vorbau des stählernen Schlafwagens der Pullman-Gesellschaft. Die Rungen der Seitenwände (Abb. 36–38), die Fensterriegel und die Kastenoberrahmen der Langseiten bestehen aus Preßblechen von Der Oberlichtaufbau ist aus Preßteilen zusammengesetzt. Die unteren Längsrahmen haben einen winkelförmigen, die oberen Längsrahmen, die oberen und unteren Dachspriegel und die Seitenrungen der Längswände haben Das Wagenuntergestell ist mit 1·6 mm dickem, galvanisiertem Stahlblech abgedeckt. 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Die seitlichen und mittleren Langträger sind durch die aus Preßblechen hergestellten Kopfschwellen und Querträger verbunden. Zwischen den beiden mittleren Langträgern sind Preßbleche angeordnet, die zusammen mit den Querträgern durchgehende Querversteifungen ergeben. Diese sind oben und unten mit Blechen verstärkt. Das obere Blech geht quer über die ganze Wagenbreite, das untere nur von den Mittelträgern zu den Seitenträgern. Die Querträger sind durch Langstreben aus <figure facs="https://media.dwds.de/dta/images/roell_eisenbahnwesen08_1917/figures/roell_eisenbahnwesen08_1917_figure-0036b.jpg"/>-Eisen gegenseitig abgesteift. Eine weitere Versteifung des Untergestells wird durch die von den Seiten- zu den Mittelträgern schräg geführten Stahlbänder bewirkt. Die Bufferschwellen aus Stahlguß werden durch die Mittelträger und 2 <figure facs="https://media.dwds.de/dta/images/roell_eisenbahnwesen08_1917/figures/roell_eisenbahnwesen08_1917_figure-0036b.jpg"/>-Eisen abgestützt.</p><lb/> <figure facs="https://media.dwds.de/dta/images/roell_eisenbahnwesen08_1917/figures/roell_eisenbahnwesen08_1917_figure-0046.jpg" rendition="#c"> <head>Abb. 34. Vorbau des stählernen Schlafwagens der Pullman-Gesellschaft.</head><lb/> </figure><lb/> <p>Die Rungen der Seitenwände (Abb. 36–38), die Fensterriegel und die Kastenoberrahmen der Langseiten bestehen aus Preßblechen von <figure facs="https://media.dwds.de/dta/images/roell_eisenbahnwesen08_1917/figures/roell_eisenbahnwesen08_1917_figure-0030a.jpg"/>-förmigem Querschnitt; an ihren Flanschen ist die innere und äußere Wandverkleidung angenietet. Das Gerippe der Kastenstirnwände ist, wie die Abb. 39 ersehen läßt, besonders kräftig durchgebildet.</p><lb/> <p>Der Oberlichtaufbau ist aus Preßteilen zusammengesetzt. 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für die Decke, den oberen Teil der Wände und für verschiedene Füllungen und Täfelungen.
Die Sitz- und Bettgestelle sind ganz aus Stahl hergestellt.
Die inneren und äußeren Bleche der Kastenlängswände sind auf den Außenseiten mit 9·5 mm starkem Resisto, einem Haarfilz mit zwischenliegenden Asbestschichten, verkleidet.
Die Abb. 35 zeigt Einzelheiten der 4achsigen P. der New York Central und Hudson River-Eisenbahn.
Bei diesem der zweiten Gruppe (vgl. den vorigen Abschnitt) zuzurechnenden Fahrzeug wird das Wagengewicht, wie die Zeichnungen, insbesondere der Querschnitt C–D des Untergestells ersehen lassen, durch die Hauptquerträger ohne Beanspruchung der Mittelträger des Untergestells, die nur die Stoßkräfte abzufangen haben, unmittelbar auf die Drehgestelle übertragen. Die Längswände nehmen die statischen Kräfte auf und sind deshalb im unteren Teil als kräftige Stehblechträger ausgebildet. Eine eingehende Beschreibung des Wagens findet sich in Am. Eng. and R. J. 1907.
Taf. III, Abb. 8. Sechsachsiger P. der Santa Fé-Eisenbahn.
Der Wagen, der im Innern die bekannte Einteilung der amerikanischen Tageswagen aufweist, hat 76 Sitzplätze. Der Kasten (ohne Vorbauten) ist außen gemessen 21·336 m lang und 2·896 m breit. Die Länge von Buffer zu Buffer beträgt 23·673 m. Das Gewicht des Wagens ist 61.690 kg.
Holz ist nur für den Bodenbelag und für die Fensterbrüstungen verwendet, alle übrigen Wagenteile sind aus Stahlblech oder gewalztem Stahl angefertigt.
Das Untergestell nimmt als Ganzes die statischen und dynamischen Beanspruchungen auf. Der Wagen ist deshalb der dritten der im vorigen Abschnitt aufgeführten Gruppen zuzuweisen.
Die Bauart des Untergestells ist aus den Abb. 36 u. 37 ersichtlich. Die beiden mittleren aus Blech und Winkeleisen zusammengesetzten
[Abbildung]
-Langträger haben Fischbauchform und erstrecken sich von der einen Bufferschwelle bis zur andern. Oben sind sie mit Blech abgedeckt. Die auf die ganze Wagenlänge bis zu den Endschwellen des Kastens durchlaufenden seitlichen Langträger bestehen aus Blech, das auf der Außenseite oben durch ein
[Abbildung]
-Eisen, unten durch ein Winkeleisen und auf der Innenseite oben durch ein Winkeleisen verstärkt ist. Die seitlichen und mittleren Langträger sind durch die aus Preßblechen hergestellten Kopfschwellen und Querträger verbunden. Zwischen den beiden mittleren Langträgern sind Preßbleche angeordnet, die zusammen mit den Querträgern durchgehende Querversteifungen ergeben. Diese sind oben und unten mit Blechen verstärkt. Das obere Blech geht quer über die ganze Wagenbreite, das untere nur von den Mittelträgern zu den Seitenträgern. Die Querträger sind durch Langstreben aus
[Abbildung]
-Eisen gegenseitig abgesteift. Eine weitere Versteifung des Untergestells wird durch die von den Seiten- zu den Mittelträgern schräg geführten Stahlbänder bewirkt. Die Bufferschwellen aus Stahlguß werden durch die Mittelträger und 2
[Abbildung]
-Eisen abgestützt.
[Abbildung Abb. 34. Vorbau des stählernen Schlafwagens der Pullman-Gesellschaft.
]
Die Rungen der Seitenwände (Abb. 36–38), die Fensterriegel und die Kastenoberrahmen der Langseiten bestehen aus Preßblechen von
[Abbildung]
-förmigem Querschnitt; an ihren Flanschen ist die innere und äußere Wandverkleidung angenietet. Das Gerippe der Kastenstirnwände ist, wie die Abb. 39 ersehen läßt, besonders kräftig durchgebildet.
Der Oberlichtaufbau ist aus Preßteilen zusammengesetzt. Die unteren Längsrahmen haben einen winkelförmigen, die oberen Längsrahmen, die oberen und unteren Dachspriegel und die Seitenrungen der Längswände haben
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-förmige Querschnitte.
Das Wagenuntergestell ist mit 1·6 mm dickem, galvanisiertem Stahlblech abgedeckt. Auf diesem
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| Zitationshilfe: | Röll, [Victor] von (Hrsg.): Enzyklopädie des Eisenbahnwesens. 2. Aufl. Bd. 8. Berlin, Wien, 1917, S. 38. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/roell_eisenbahnwesen08_1917/48>, abgerufen am 11.09.2024. |






