Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Rössig, Carl Gottlob: Versuch einer pragmatischen Geschichte der Ökonomie- Polizey- und Cameralwissenschaften. Deutschland. Bd. 1. Leipzig, 1781.

Bild:
<< vorherige Seite

breitete. Wir finden sie in der Mark, in Pom-
mern, in der Lausitz, im Braunschweigischen, in
Sachsen und in den österreichischen Ländern.
Die Geschichte der Oekonomie in den mittlern
Zeiten wird dieses ausführlicher lehren; und selbst
durch die Geschichte im funfzehnten und sech-
zehnten Jahrhunderte bestätigt sich dasselbe.
Die Waldbienenzucht, oder die Zeidlerart, die
Bienenzucht zu betreiben, ist unstreitig die äl-
teste, und veranlaßte wahrscheinlich die zahme
an andern Orten, wo man den Vortheil sahe,
und doch nicht die Gelegenheit durch Waldun-
gen und Heyden hatte, die Waldbienenzucht zu
treiben. b) Schon seit den ältesten Zeiten blü-
hete die Waldbienenzucht in den Gegenden um
Nürnberg, wo noch itzt von dieser Zeit her die
Zeidlergüter bekannt sind. Die Besitzer dieser
Güter heißen Zeidler, welcher Name von dem
obersächsischen Provinzialwort Zeideln, welches
Honig ausschneiden heißt, herkommt. c) Die
Zeidler machten Gesellschaften aus, die unter
der Regierung der Landesherrschaften und den
von denselben dazu verordneten Gerichten stan-

den.
b) Die Bienengeschichte in ältern Zeiten aus Sinn-
bildern, Münzen, Steinen und Gemälden, von
Hrn. Kriegsrath Köppen in Berlin; s. die Ab-
handlungen und Erfahrungen der Oberlausitzer
Bienengesellschaft 3te Saml. S. 83. Die Fort-
setzung ist in den Abhandlungen und Erfahrun-
gen derselben I. S. 115. Es geht nur auf die
ältern Zeiten.
c) Lat. Zeidlarii und Cidelarii.

breitete. Wir finden ſie in der Mark, in Pom-
mern, in der Lauſitz, im Braunſchweigiſchen, in
Sachſen und in den oͤſterreichiſchen Laͤndern.
Die Geſchichte der Oekonomie in den mittlern
Zeiten wird dieſes ausfuͤhrlicher lehren; und ſelbſt
durch die Geſchichte im funfzehnten und ſech-
zehnten Jahrhunderte beſtaͤtigt ſich daſſelbe.
Die Waldbienenzucht, oder die Zeidlerart, die
Bienenzucht zu betreiben, iſt unſtreitig die aͤl-
teſte, und veranlaßte wahrſcheinlich die zahme
an andern Orten, wo man den Vortheil ſahe,
und doch nicht die Gelegenheit durch Waldun-
gen und Heyden hatte, die Waldbienenzucht zu
treiben. b) Schon ſeit den aͤlteſten Zeiten bluͤ-
hete die Waldbienenzucht in den Gegenden um
Nuͤrnberg, wo noch itzt von dieſer Zeit her die
Zeidlerguͤter bekannt ſind. Die Beſitzer dieſer
Guͤter heißen Zeidler, welcher Name von dem
oberſaͤchſiſchen Provinzialwort Zeideln, welches
Honig ausſchneiden heißt, herkommt. c) Die
Zeidler machten Geſellſchaften aus, die unter
der Regierung der Landesherrſchaften und den
von denſelben dazu verordneten Gerichten ſtan-

den.
b) Die Bienengeſchichte in aͤltern Zeiten aus Sinn-
bildern, Muͤnzen, Steinen und Gemaͤlden, von
Hrn. Kriegsrath Koͤppen in Berlin; ſ. die Ab-
handlungen und Erfahrungen der Oberlauſitzer
Bienengeſellſchaft 3te Saml. S. 83. Die Fort-
ſetzung iſt in den Abhandlungen und Erfahrun-
gen derſelben I. S. 115. Es geht nur auf die
aͤltern Zeiten.
c) Lat. Zeidlarii und Cidelarii.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0341" n="315"/>
breitete. Wir finden &#x017F;ie in der Mark, in Pom-<lb/>
mern, in der Lau&#x017F;itz, im Braun&#x017F;chweigi&#x017F;chen, in<lb/>
Sach&#x017F;en und in den o&#x0364;&#x017F;terreichi&#x017F;chen La&#x0364;ndern.<lb/>
Die Ge&#x017F;chichte der Oekonomie in den mittlern<lb/>
Zeiten wird die&#x017F;es ausfu&#x0364;hrlicher lehren; und &#x017F;elb&#x017F;t<lb/>
durch die Ge&#x017F;chichte im funfzehnten und &#x017F;ech-<lb/>
zehnten Jahrhunderte be&#x017F;ta&#x0364;tigt &#x017F;ich da&#x017F;&#x017F;elbe.<lb/>
Die Waldbienenzucht, oder die Zeidlerart, die<lb/>
Bienenzucht zu betreiben, i&#x017F;t un&#x017F;treitig die a&#x0364;l-<lb/>
te&#x017F;te, und veranlaßte wahr&#x017F;cheinlich die zahme<lb/>
an andern Orten, wo man den Vortheil &#x017F;ahe,<lb/>
und doch nicht die Gelegenheit durch Waldun-<lb/>
gen und Heyden hatte, die Waldbienenzucht zu<lb/>
treiben. <note place="foot" n="b)">Die Bienenge&#x017F;chichte in a&#x0364;ltern Zeiten aus Sinn-<lb/>
bildern, Mu&#x0364;nzen, Steinen und Gema&#x0364;lden, von<lb/>
Hrn. Kriegsrath Ko&#x0364;ppen in Berlin; &#x017F;. die Ab-<lb/>
handlungen und Erfahrungen der Oberlau&#x017F;itzer<lb/>
Bienenge&#x017F;ell&#x017F;chaft 3te Saml. S. 83. Die Fort-<lb/>
&#x017F;etzung i&#x017F;t in den Abhandlungen und Erfahrun-<lb/>
gen der&#x017F;elben <hi rendition="#aq">I.</hi> S. 115. Es geht nur auf die<lb/>
a&#x0364;ltern Zeiten.</note> Schon &#x017F;eit den a&#x0364;lte&#x017F;ten Zeiten blu&#x0364;-<lb/>
hete die Waldbienenzucht in den Gegenden um<lb/>
Nu&#x0364;rnberg, wo noch itzt von die&#x017F;er Zeit her die<lb/>
Zeidlergu&#x0364;ter bekannt &#x017F;ind. Die Be&#x017F;itzer die&#x017F;er<lb/>
Gu&#x0364;ter heißen Zeidler, welcher Name von dem<lb/>
ober&#x017F;a&#x0364;ch&#x017F;i&#x017F;chen Provinzialwort Zeideln, welches<lb/>
Honig aus&#x017F;chneiden heißt, herkommt. <note place="foot" n="c)">Lat. <hi rendition="#aq">Zeidlarii</hi> und <hi rendition="#aq">Cidelarii.</hi></note> Die<lb/>
Zeidler machten Ge&#x017F;ell&#x017F;chaften aus, die unter<lb/>
der Regierung der Landesherr&#x017F;chaften und den<lb/>
von den&#x017F;elben dazu verordneten Gerichten &#x017F;tan-<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">den.</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[315/0341] breitete. Wir finden ſie in der Mark, in Pom- mern, in der Lauſitz, im Braunſchweigiſchen, in Sachſen und in den oͤſterreichiſchen Laͤndern. Die Geſchichte der Oekonomie in den mittlern Zeiten wird dieſes ausfuͤhrlicher lehren; und ſelbſt durch die Geſchichte im funfzehnten und ſech- zehnten Jahrhunderte beſtaͤtigt ſich daſſelbe. Die Waldbienenzucht, oder die Zeidlerart, die Bienenzucht zu betreiben, iſt unſtreitig die aͤl- teſte, und veranlaßte wahrſcheinlich die zahme an andern Orten, wo man den Vortheil ſahe, und doch nicht die Gelegenheit durch Waldun- gen und Heyden hatte, die Waldbienenzucht zu treiben. b) Schon ſeit den aͤlteſten Zeiten bluͤ- hete die Waldbienenzucht in den Gegenden um Nuͤrnberg, wo noch itzt von dieſer Zeit her die Zeidlerguͤter bekannt ſind. Die Beſitzer dieſer Guͤter heißen Zeidler, welcher Name von dem oberſaͤchſiſchen Provinzialwort Zeideln, welches Honig ausſchneiden heißt, herkommt. c) Die Zeidler machten Geſellſchaften aus, die unter der Regierung der Landesherrſchaften und den von denſelben dazu verordneten Gerichten ſtan- den. b) Die Bienengeſchichte in aͤltern Zeiten aus Sinn- bildern, Muͤnzen, Steinen und Gemaͤlden, von Hrn. Kriegsrath Koͤppen in Berlin; ſ. die Ab- handlungen und Erfahrungen der Oberlauſitzer Bienengeſellſchaft 3te Saml. S. 83. Die Fort- ſetzung iſt in den Abhandlungen und Erfahrun- gen derſelben I. S. 115. Es geht nur auf die aͤltern Zeiten. c) Lat. Zeidlarii und Cidelarii.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/roessig_oekonomie01_1781
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/roessig_oekonomie01_1781/341
Zitationshilfe: Rössig, Carl Gottlob: Versuch einer pragmatischen Geschichte der Ökonomie- Polizey- und Cameralwissenschaften. Deutschland. Bd. 1. Leipzig, 1781, S. 315. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/roessig_oekonomie01_1781/341>, abgerufen am 07.03.2021.