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Gustav Rose: Reise nach dem Ural, dem Altai und dem Kaspischen Meere. Band 2. Berlin, 1842.

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und sich mit ihm verbindet, wo er seine östliche Rich- N002
tung annimmt. Das Seifengebirge von Miaskaja liegt N003
auf schwärzlichgrünem Talkschiefer, der St. 10 von N004
SW. nach NO. streicht und ein steiles östliches Ein- N005
fallen hat; das Seifengebirge von Soimonowsk dage- N006
gen auf Serpentin, und weiterhin auf schwärzlich- N007
grauem Kalkstein. Die Oberfläche dieses letztern Ge- N008
steins war durch die Hinwegnahme des Goldsandes N009
auf eine grosse Strecke entblösst, aber hier ganz N010
uneben, voller fussgrosser abgerundeter Erhöhungen N011
und Vertiefungen, als wäre sie von fliessendem Was- N012
ser ausgewaschen, was ihr ein sehr eigenthümliches N013
Ansehen gab. Die Farbe des Kalksteins war an der N014
Oberfläche durch Verwitterung gebleicht. Mit dem N015
Golde kommt in dem Seifengebirge von Soimonowsk N016
etwas Platin und Osmium-Iridium vor, und von letzte- N017
rem sowohl die zinnweisse als auch die bleigraue N018
Verbindung; ausserdem hat sich darin auch ein loses N019
Stück Serpentin mit einem eingewachsenen Goldblätt- N020
chen, so wie auch ChromeisenerzI) mit eingewachse- N021
nem Golde gefunden. Beide Stücke waren uns schon N022
in Katharinenburg gezeigt worden. -- Wir blieben

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Dafür wenigstens hatte ich damals ohne genauere Unter- N002
suchung das Erz gehalten, doch möchte ich jetzt fast vermu- N003
then, dass es kein Chromeisenerz, sondern Titaneisenerz gewesen N004
sei, da in andern Seifenwerken am Ural nur dieses mit Gold ver- N005
wachsen vorgekommen ist. Als solches hat sich nämlich das Th. I S. N006
335 dieser Reise erwähnte angebliche Chromeisenerz von dem Sei- N007
fenwerke Beresowskoi bei Nischne-Tagilsk erwiesen, indem Herr N008
Schwetsoff mir ein Stückchen davon bei seiner Durchreise durch N009
Berlin im Jahre 1839 brachte, und die Güte hatte, es mir zur Un N010
tersuchung zu überlassen; und ferner ist auch neuerdings derglei- N011
chen Titaneisenerz auf den Seifenwerken von Bissersk vorgekommen, N012
wie mir Herr Oberbergmeister Kämmerer bei seiner auch im N013
Jahre 1839 erfolgten Durchreise durch Berlin mittheilte, indem er N014
sich dabei auf ein Stück in der Sammlung des Herrn Staatsraths N015
Dr. Rauch in Petersburg berief, das derselbe später auch auf N016
Herrn Kämmerers Veranlassung mir zur Ansicht zu schicken die N017
Güte hatte.
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II.10

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und sich mit ihm verbindet, wo er seine östliche Rich- N002
tung annimmt. Das Seifengebirge von Miaskaja liegt N003
auf schwärzlichgrünem Talkschiefer, der St. 10 von N004
SW. nach NO. streicht und ein steiles östliches Ein- N005
fallen hat; das Seifengebirge von Soimonowsk dage- N006
gen auf Serpentin, und weiterhin auf schwärzlich- N007
grauem Kalkstein. Die Oberfläche dieses letztern Ge- N008
steins war durch die Hinwegnahme des Goldsandes N009
auf eine grosse Strecke entblösst, aber hier ganz N010
uneben, voller fussgrosser abgerundeter Erhöhungen N011
und Vertiefungen, als wäre sie von fliessendem Was- N012
ser ausgewaschen, was ihr ein sehr eigenthümliches N013
Ansehen gab. Die Farbe des Kalksteins war an der N014
Oberfläche durch Verwitterung gebleicht. Mit dem N015
Golde kommt in dem Seifengebirge von Soimonowsk N016
etwas Platin und Osmium-Iridium vor, und von letzte- N017
rem sowohl die zinnweisse als auch die bleigraue N018
Verbindung; ausserdem hat sich darin auch ein loses N019
Stück Serpentin mit einem eingewachsenen Goldblätt- N020
chen, so wie auch ChromeisenerzI) mit eingewachse- N021
nem Golde gefunden. Beide Stücke waren uns schon N022
in Katharinenburg gezeigt worden. — Wir blieben

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Dafür wenigstens hatte ich damals ohne genauere Unter- N002
suchung das Erz gehalten, doch möchte ich jetzt fast vermu- N003
then, dass es kein Chromeisenerz, sondern Titaneisenerz gewesen N004
sei, da in andern Seifenwerken am Ural nur dieses mit Gold ver- N005
wachsen vorgekommen ist. Als solches hat sich nämlich das Th. I S. N006
335 dieser Reise erwähnte angebliche Chromeisenerz von dem Sei- N007
fenwerke Beresowskoi bei Nischne-Tagilsk erwiesen, indem Herr N008
Schwetsoff mir ein Stückchen davon bei seiner Durchreise durch N009
Berlin im Jahre 1839 brachte, und die Güte hatte, es mir zur Un N010
tersuchung zu überlassen; und ferner ist auch neuerdings derglei- N011
chen Titaneisenerz auf den Seifenwerken von Bissersk vorgekommen, N012
wie mir Herr Oberbergmeister Kämmerer bei seiner auch im N013
Jahre 1839 erfolgten Durchreise durch Berlin mittheilte, indem er N014
sich dabei auf ein Stück in der Sammlung des Herrn Staatsraths N015
Dr. Rauch in Petersburg berief, das derselbe später auch auf N016
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Güte hatte.
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[145/0163] N001 und sich mit ihm verbindet, wo er seine östliche Rich- N002 tung annimmt. Das Seifengebirge von Miaskaja liegt N003 auf schwärzlichgrünem Talkschiefer, der St. 10 von N004 SW. nach NO. streicht und ein steiles östliches Ein- N005 fallen hat; das Seifengebirge von Soimonowsk dage- N006 gen auf Serpentin, und weiterhin auf schwärzlich- N007 grauem Kalkstein. Die Oberfläche dieses letztern Ge- N008 steins war durch die Hinwegnahme des Goldsandes N009 auf eine grosse Strecke entblösst, aber hier ganz N010 uneben, voller fussgrosser abgerundeter Erhöhungen N011 und Vertiefungen, als wäre sie von fliessendem Was- N012 ser ausgewaschen, was ihr ein sehr eigenthümliches N013 Ansehen gab. Die Farbe des Kalksteins war an der N014 Oberfläche durch Verwitterung gebleicht. Mit dem N015 Golde kommt in dem Seifengebirge von Soimonowsk N016 etwas Platin und Osmium-Iridium vor, und von letzte- N017 rem sowohl die zinnweisse als auch die bleigraue N018 Verbindung; ausserdem hat sich darin auch ein loses N019 Stück Serpentin mit einem eingewachsenen Goldblätt- N020 chen, so wie auch Chromeisenerz I) mit eingewachse- N021 nem Golde gefunden. Beide Stücke waren uns schon N022 in Katharinenburg gezeigt worden. — Wir blieben I) N001 Dafür wenigstens hatte ich damals ohne genauere Unter- N002 suchung das Erz gehalten, doch möchte ich jetzt fast vermu- N003 then, dass es kein Chromeisenerz, sondern Titaneisenerz gewesen N004 sei, da in andern Seifenwerken am Ural nur dieses mit Gold ver- N005 wachsen vorgekommen ist. Als solches hat sich nämlich das Th. I S. N006 335 dieser Reise erwähnte angebliche Chromeisenerz von dem Sei- N007 fenwerke Beresowskoi bei Nischne-Tagilsk erwiesen, indem Herr N008 Schwetsoff mir ein Stückchen davon bei seiner Durchreise durch N009 Berlin im Jahre 1839 brachte, und die Güte hatte, es mir zur Un N010 tersuchung zu überlassen; und ferner ist auch neuerdings derglei- N011 chen Titaneisenerz auf den Seifenwerken von Bissersk vorgekommen, N012 wie mir Herr Oberbergmeister Kämmerer bei seiner auch im N013 Jahre 1839 erfolgten Durchreise durch Berlin mittheilte, indem er N014 sich dabei auf ein Stück in der Sammlung des Herrn Staatsraths N015 Dr. Rauch in Petersburg berief, das derselbe später auch auf N016 Herrn Kämmerers Veranlassung mir zur Ansicht zu schicken die N017 Güte hatte. N001 II.10

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Zitationshilfe: Gustav Rose: Reise nach dem Ural, dem Altai und dem Kaspischen Meere. Band 2. Berlin, 1842, S. 145. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/rose_ural02_1842/163>, abgerufen am 04.12.2021.