mouth, MazarineundEleonora Gwin mich täglich zuaffrontiren suchen, ohne daß es Ew. Majest. im geringsten ahnten sollten. Dieses schmertzet mich unge- mein, und kräncket mich in der Seelen, da ich Sie doch so wahrhafftig und treu- lich, als eine unter diesen besagten, liebe. Der König versatzte: Jst es nicht ein Unge- lück, daß, da ihr sehet, wie sehr ich euch zugethan bin, ihr dennoch einigen Zweif- fel von meiner Liebe hegen könnet: Denn, glaubet mir sicherlich, daß ihr gar keine Ursache habt, ein Mißtrauen auf meine Treue zu setzen, weil ich nie keine so sehr als euch geliebet. Jch versichere gleich- falls, erwiederte Madame Davis,daß kein Monarchauf dem Erdkreiß ist, dem Ew. Majest. vorziehen wollte. Um dieser Ur- sachen willen, war des Königs Einrede, soll auch keine mehr von diesen Personen, über die ihr euch beklaget, sich hinfüro über euch erheben, woferne sie nicht meine ernstli- che Empfindlichkeit, wegen ihres vermes- senen Unterfangens, nachdrücklich füh- len will: Und wenn sie alle Königinnen, ich aber nur bloß deren Unterthan wäre, und mir ihre Cronen und ihre Gnadeof- ferirten, so wollte euch durch meine Ver-
schmä-
Koͤnig Carolus II.
mouth, MazarineundEleonora Gwin mich taͤglich zuaffrontiren ſuchen, ohne daß es Ew. Majeſt. im geringſten ahnten ſollten. Dieſes ſchmertzet mich unge- mein, und kraͤncket mich in der Seelen, da ich Sie doch ſo wahrhafftig und treu- lich, als eine unter dieſen beſagten, liebe. Der Koͤnig verſatzte: Jſt es nicht ein Unge- luͤck, daß, da ihr ſehet, wie ſehr ich euch zugethan bin, ihr dennoch einigen Zweif- fel von meiner Liebe hegen koͤnnet: Denn, glaubet mir ſicherlich, daß ihr gar keine Urſache habt, ein Mißtrauen auf meine Treue zu ſetzen, weil ich nie keine ſo ſehr als euch geliebet. Jch verſichere gleich- falls, erwiederte Madame Davis,daß kein Monarchauf dem Erdkreiß iſt, dem Ew. Majeſt. vorziehen wollte. Um dieſer Ur- ſachen willen, war des Koͤnigs Einrede, ſoll auch keine mehr von dieſen Perſonen, uͤber die ihr euch beklaget, ſich hinfuͤro uͤber euch erheben, woferne ſie nicht meine ernſtli- che Empfindlichkeit, wegen ihres vermeſ- ſenen Unterfangens, nachdruͤcklich fuͤh- len will: Und wenn ſie alle Koͤniginnen, ich aber nur bloß deren Unterthan waͤre, und mir ihre Cronen und ihre Gnadeof- ferirten, ſo wollte euch durch meine Ver-
ſchmaͤ-
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Koͤnig Carolus II.
mouth, Mazarine und Eleonora Gwin
mich taͤglich zu affrontiren ſuchen, ohne
daß es Ew. Majeſt. im geringſten ahnten
ſollten. Dieſes ſchmertzet mich unge-
mein, und kraͤncket mich in der Seelen,
da ich Sie doch ſo wahrhafftig und treu-
lich, als eine unter dieſen beſagten, liebe.
Der Koͤnig verſatzte: Jſt es nicht ein Unge-
luͤck, daß, da ihr ſehet, wie ſehr ich euch
zugethan bin, ihr dennoch einigen Zweif-
fel von meiner Liebe hegen koͤnnet: Denn,
glaubet mir ſicherlich, daß ihr gar keine
Urſache habt, ein Mißtrauen auf meine
Treue zu ſetzen, weil ich nie keine ſo ſehr
als euch geliebet. Jch verſichere gleich-
falls, erwiederte Madame Davis, daß kein
Monarch auf dem Erdkreiß iſt, dem Ew.
Majeſt. vorziehen wollte. Um dieſer Ur-
ſachen willen, war des Koͤnigs Einrede, ſoll auch
keine mehr von dieſen Perſonen, uͤber die
ihr euch beklaget, ſich hinfuͤro uͤber euch
erheben, woferne ſie nicht meine ernſtli-
che Empfindlichkeit, wegen ihres vermeſ-
ſenen Unterfangens, nachdruͤcklich fuͤh-
len will: Und wenn ſie alle Koͤniginnen,
ich aber nur bloß deren Unterthan waͤre,
und mir ihre Cronen und ihre Gnade of-
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Die Angaben des Verlagsortes und des Verlegers si… [mehr]
Die Angaben des Verlagsortes und des Verlegers sind fingiert. Die Angaben basieren auf dem Katalogeintrag der Bayerische Staatsbibliothek München sowie Weller (Druckorte), Bd. 1, S. 70. - Bibliogr. Nachweis: BLC to 1975, Bd. 186, S. 449.
Rost, Johann Leonhard: Leben und Thaten Derer berühmtesten Englischen Coquetten und Maitressen. Nürnberg, 1721, S. 352. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/rost_thaten_1721/372>, abgerufen am 25.09.2024.
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