Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Rost, Johann Leonhard: Leben und Thaten Derer berühmtesten Englischen Coquetten und Maitressen. Nürnberg, 1721.

Bild:
<< vorherige Seite

Die heimlichen Liebes-Geschichte
nicht verwundern: Sie ist mir so ange-
nehm, daß ich anietzo neue Ketten, durch
das Geschenck eines Arm-Bandes von
ihren Haaren, von ihnen verlange, da-
mit ihnen erzehlen könne, wie hoch ich
diese Gunst, deren ihre Verdienste oder
meine Liebe allein fähig sind, schätzen soll.
Gleichwie nun dieses meine Dienst-er-
gebenste Bitte ist; Also werden sie auf
geneigte Erfüllung meines Begehrens,
wie auch der
Passion die ich heege, ihnen
zu dienen, befliessen seyn, indem ich mehr
als iemals bin

Mademoiselle!
Dero
unterthäniger Diener, dem sie
sie zu befehlen haben,
Ibrahim Ahmet.

Dieser Brieff war der Mademoiselle Ara-
bella
nicht unangenehm. Dahero sie folgende
Antwort abfertigte:

Mein Herr!

Dero Verdienste haben eine so starcke
Uberredung in mir gewürcket, daß ihnen

die

Die heimlichen Liebes-Geſchichte
nicht verwundern: Sie iſt mir ſo ange-
nehm, daß ich anietzo neue Ketten, durch
das Geſchenck eines Arm-Bandes von
ihren Haaren, von ihnen verlange, da-
mit ihnen erzehlen koͤnne, wie hoch ich
dieſe Gunſt, deren ihre Verdienſte oder
meine Liebe allein faͤhig ſind, ſchaͤtzen ſoll.
Gleichwie nun dieſes meine Dienſt-er-
gebenſte Bitte iſt; Alſo werden ſie auf
geneigte Erfuͤllung meines Begehrens,
wie auch der
Paſſion die ich heege, ihnen
zu dienen, beflieſſen ſeyn, indem ich mehr
als iemals bin

Mademoiſelle!
Dero
unterthaͤniger Diener, dem ſie
ſie zu befehlen haben,
Ibrahim Ahmet.

Dieſer Brieff war der Mademoiſelle Ara-
bella
nicht unangenehm. Dahero ſie folgende
Antwort abfertigte:

Mein Herr!

Dero Verdienſte haben eine ſo ſtarcke
Uberredung in mir gewuͤrcket, daß ihnen

die
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="3">
          <floatingText>
            <body>
              <div type="letter">
                <p>
                  <pb facs="#f0554" n="534"/>
                  <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#b">Die heimlichen Liebes-Ge&#x017F;chichte</hi> </fw><lb/> <hi rendition="#fr">nicht verwundern: Sie i&#x017F;t mir &#x017F;o ange-<lb/>
nehm, daß ich anietzo neue Ketten, durch<lb/>
das Ge&#x017F;chenck eines Arm-Bandes von<lb/>
ihren Haaren, von ihnen verlange, da-<lb/>
mit ihnen erzehlen ko&#x0364;nne, wie hoch ich<lb/>
die&#x017F;e Gun&#x017F;t, deren ihre Verdien&#x017F;te oder<lb/>
meine Liebe allein fa&#x0364;hig &#x017F;ind, &#x017F;cha&#x0364;tzen &#x017F;oll.<lb/>
Gleichwie nun die&#x017F;es meine Dien&#x017F;t-er-<lb/>
geben&#x017F;te Bitte i&#x017F;t; Al&#x017F;o werden &#x017F;ie auf<lb/>
geneigte Erfu&#x0364;llung meines Begehrens,<lb/>
wie auch der</hi> <hi rendition="#aq">Pa&#x017F;&#x017F;ion</hi> <hi rendition="#fr">die ich heege, ihnen<lb/>
zu dienen, beflie&#x017F;&#x017F;en &#x017F;eyn, indem ich mehr<lb/>
als iemals bin</hi> </p><lb/>
                <closer>
                  <salute> <hi rendition="#et"><hi rendition="#aq">Mademoi&#x017F;elle!</hi><lb/><hi rendition="#fr">Dero</hi><lb/>
untertha&#x0364;niger Diener, dem &#x017F;ie<lb/>
&#x017F;ie zu befehlen haben,<lb/><hi rendition="#aq">Ibrahim Ahmet.</hi></hi> </salute>
                </closer>
              </div>
            </body>
          </floatingText><lb/>
          <p>Die&#x017F;er Brieff war der <hi rendition="#aq">Mademoi&#x017F;elle Ara-<lb/>
bella</hi> nicht unangenehm. Dahero &#x017F;ie folgende<lb/>
Antwort abfertigte:</p><lb/>
          <floatingText>
            <body>
              <div type="letter">
                <opener>
                  <salute> <hi rendition="#et"> <hi rendition="#fr">Mein Herr!</hi> </hi> </salute>
                </opener><lb/>
                <p> <hi rendition="#fr">Dero Verdien&#x017F;te haben eine &#x017F;o &#x017F;tarcke<lb/>
Uberredung in mir gewu&#x0364;rcket, daß ihnen</hi><lb/>
                  <fw place="bottom" type="catch"> <hi rendition="#fr">die</hi> </fw><lb/>
                </p>
              </div>
            </body>
          </floatingText>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[534/0554] Die heimlichen Liebes-Geſchichte nicht verwundern: Sie iſt mir ſo ange- nehm, daß ich anietzo neue Ketten, durch das Geſchenck eines Arm-Bandes von ihren Haaren, von ihnen verlange, da- mit ihnen erzehlen koͤnne, wie hoch ich dieſe Gunſt, deren ihre Verdienſte oder meine Liebe allein faͤhig ſind, ſchaͤtzen ſoll. Gleichwie nun dieſes meine Dienſt-er- gebenſte Bitte iſt; Alſo werden ſie auf geneigte Erfuͤllung meines Begehrens, wie auch der Paſſion die ich heege, ihnen zu dienen, beflieſſen ſeyn, indem ich mehr als iemals bin Mademoiſelle! Dero unterthaͤniger Diener, dem ſie ſie zu befehlen haben, Ibrahim Ahmet. Dieſer Brieff war der Mademoiſelle Ara- bella nicht unangenehm. Dahero ſie folgende Antwort abfertigte: Mein Herr! Dero Verdienſte haben eine ſo ſtarcke Uberredung in mir gewuͤrcket, daß ihnen die

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Die Angaben des Verlagsortes und des Verlegers si… [mehr]

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/rost_thaten_1721
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/rost_thaten_1721/554
Zitationshilfe: Rost, Johann Leonhard: Leben und Thaten Derer berühmtesten Englischen Coquetten und Maitressen. Nürnberg, 1721, S. 534. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/rost_thaten_1721/554>, abgerufen am 16.04.2021.