Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Samter, Heinrich: Das Reich der Erfindungen. Berlin, 1896.

Bild:
<< vorherige Seite

Die Brotbäckerei. -- Das Fleisch.
und durch alles dieses zusammen ist das Brot -- wenigstens gewisse
beliebte Arten desselben -- schon längst nicht mehr ein Produkt, das
wie früher auf jeden Fall am Produktionsorte konsumiert wurde, sondern
es wird heute nicht selten auf weite Entfernungen verschickt. Noch viel
weiter, ja selbst überseeisch ist der Export von Backwaren, welche wie
Biskuits, Cakes etc. an und für sich haltbar und dem Verderben nicht
ausgesetzt sind, und die Fabrikation derselben wird noch bei weitem
mehr, als diejenige des Brotes, durch einen ausgebildeten Maschinen-
betrieb unterstützt. Dr. Max Weitz.

f) Das Fleisch.

Die Hauptbestandteile des Fleisches sind außer den Knochen,
welche ungefähr 10 % des Gesamtgewichtes desselben betragen, Wasser,
Fleischsaft, Fleischfaser und Fett, neben verschiedenen Salzen und leim-
gebenden Geweben. Im Fleischsafte und der Faser sind verschiedene
Eiweißstoffe enthalten, von denen besonders das Fibrin und das
Myosin, letzteres ist der Muskeleiweißstoff, zu nennen sind. Diese Zu-
sammensetzung, von welcher sowohl der Nährwert, als auch die Ver-
daulichkeit des Fleisches abhängt, ist sehr wechselnd, und zwar nicht
nur bei dem Fleische der verschiedenen Tierarten, von welchen wir uns
nähren, und bei ein und demselben Tiere, je nach Rasse, Alter, Fütterung
und dergl., sondern auch je nachdem das Fleisch von den verschiedenen
Körperteilen des betreffenden Tieres entnommen ist. Nach letzterem
Gesichtspunkt wird daher auch der Wert des Fleisches im Handel be-
stimmt und zeigt Fig. 332 die Einteilung des Rindfleisches in vier

[Abbildung] Fig. 332.

Zerlegung des Rindes.

Klassen mit 18 Unterabteilungen, wie sie in London eingeführt ist.
Diese vier Klassen A bis D sind auf der Abbildung durch besondere
Schraffierung gekennzeichnet und bestehen aus der Unterabteilung für A:
1. Schwanzstück, 2. Lendenbraten, 3. Vorderrippe, 4. Hüftenstück und

Das Buch der Erfindungen. 36

Die Brotbäckerei. — Das Fleiſch.
und durch alles dieſes zuſammen iſt das Brot — wenigſtens gewiſſe
beliebte Arten desſelben — ſchon längſt nicht mehr ein Produkt, das
wie früher auf jeden Fall am Produktionsorte konſumiert wurde, ſondern
es wird heute nicht ſelten auf weite Entfernungen verſchickt. Noch viel
weiter, ja ſelbſt überſeeiſch iſt der Export von Backwaren, welche wie
Biskuits, Cakes ꝛc. an und für ſich haltbar und dem Verderben nicht
ausgeſetzt ſind, und die Fabrikation derſelben wird noch bei weitem
mehr, als diejenige des Brotes, durch einen ausgebildeten Maſchinen-
betrieb unterſtützt. Dr. Max Weitz.

f) Das Fleiſch.

Die Hauptbeſtandteile des Fleiſches ſind außer den Knochen,
welche ungefähr 10 % des Geſamtgewichtes desſelben betragen, Waſſer,
Fleiſchſaft, Fleiſchfaſer und Fett, neben verſchiedenen Salzen und leim-
gebenden Geweben. Im Fleiſchſafte und der Faſer ſind verſchiedene
Eiweißſtoffe enthalten, von denen beſonders das Fibrin und das
Myoſin, letzteres iſt der Muskeleiweißſtoff, zu nennen ſind. Dieſe Zu-
ſammenſetzung, von welcher ſowohl der Nährwert, als auch die Ver-
daulichkeit des Fleiſches abhängt, iſt ſehr wechſelnd, und zwar nicht
nur bei dem Fleiſche der verſchiedenen Tierarten, von welchen wir uns
nähren, und bei ein und demſelben Tiere, je nach Raſſe, Alter, Fütterung
und dergl., ſondern auch je nachdem das Fleiſch von den verſchiedenen
Körperteilen des betreffenden Tieres entnommen iſt. Nach letzterem
Geſichtspunkt wird daher auch der Wert des Fleiſches im Handel be-
ſtimmt und zeigt Fig. 332 die Einteilung des Rindfleiſches in vier

[Abbildung] Fig. 332.

Zerlegung des Rindes.

Klaſſen mit 18 Unterabteilungen, wie ſie in London eingeführt iſt.
Dieſe vier Klaſſen A bis D ſind auf der Abbildung durch beſondere
Schraffierung gekennzeichnet und beſtehen aus der Unterabteilung für A:
1. Schwanzſtück, 2. Lendenbraten, 3. Vorderrippe, 4. Hüftenſtück und

Das Buch der Erfindungen. 36
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0579" n="561"/><fw place="top" type="header">Die Brotbäckerei. &#x2014; Das Flei&#x017F;ch.</fw><lb/>
und durch alles die&#x017F;es zu&#x017F;ammen i&#x017F;t das Brot &#x2014; wenig&#x017F;tens gewi&#x017F;&#x017F;e<lb/>
beliebte Arten des&#x017F;elben &#x2014; &#x017F;chon läng&#x017F;t nicht mehr ein Produkt, das<lb/>
wie früher auf jeden Fall am Produktionsorte kon&#x017F;umiert wurde, &#x017F;ondern<lb/>
es wird heute nicht &#x017F;elten auf weite Entfernungen ver&#x017F;chickt. Noch viel<lb/>
weiter, ja &#x017F;elb&#x017F;t über&#x017F;eei&#x017F;ch i&#x017F;t der Export von Backwaren, welche wie<lb/>
Biskuits, Cakes &#xA75B;c. an und für &#x017F;ich haltbar und dem Verderben nicht<lb/>
ausge&#x017F;etzt &#x017F;ind, und die Fabrikation der&#x017F;elben wird noch bei weitem<lb/>
mehr, als diejenige des Brotes, durch einen ausgebildeten Ma&#x017F;chinen-<lb/>
betrieb unter&#x017F;tützt. <hi rendition="#et"><hi rendition="#aq">Dr.</hi> Max Weitz.</hi></p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#b"><hi rendition="#aq">f</hi>) Das Flei&#x017F;ch.</hi> </head><lb/>
            <p>Die Hauptbe&#x017F;tandteile des Flei&#x017F;ches &#x017F;ind außer den Knochen,<lb/>
welche ungefähr 10 % des Ge&#x017F;amtgewichtes des&#x017F;elben betragen, Wa&#x017F;&#x017F;er,<lb/>
Flei&#x017F;ch&#x017F;aft, Flei&#x017F;chfa&#x017F;er und Fett, neben ver&#x017F;chiedenen Salzen und leim-<lb/>
gebenden Geweben. Im Flei&#x017F;ch&#x017F;afte und der Fa&#x017F;er &#x017F;ind ver&#x017F;chiedene<lb/>
Eiweiß&#x017F;toffe enthalten, von denen be&#x017F;onders das Fibrin und das<lb/>
Myo&#x017F;in, letzteres i&#x017F;t der Muskeleiweiß&#x017F;toff, zu nennen &#x017F;ind. Die&#x017F;e Zu-<lb/>
&#x017F;ammen&#x017F;etzung, von welcher &#x017F;owohl der Nährwert, als auch die Ver-<lb/>
daulichkeit des Flei&#x017F;ches abhängt, i&#x017F;t &#x017F;ehr wech&#x017F;elnd, und zwar nicht<lb/>
nur bei dem Flei&#x017F;che der ver&#x017F;chiedenen Tierarten, von welchen wir uns<lb/>
nähren, und bei ein und dem&#x017F;elben Tiere, je nach Ra&#x017F;&#x017F;e, Alter, Fütterung<lb/>
und dergl., &#x017F;ondern auch je nachdem das Flei&#x017F;ch von den ver&#x017F;chiedenen<lb/>
Körperteilen des betreffenden Tieres entnommen i&#x017F;t. Nach letzterem<lb/>
Ge&#x017F;ichtspunkt wird daher auch der Wert des Flei&#x017F;ches im Handel be-<lb/>
&#x017F;timmt und zeigt Fig. 332 die Einteilung des Rindflei&#x017F;ches in vier<lb/><figure><head>Fig. 332. </head><p>Zerlegung des Rindes.</p></figure><lb/>
Kla&#x017F;&#x017F;en mit 18 Unterabteilungen, wie &#x017F;ie in London eingeführt i&#x017F;t.<lb/>
Die&#x017F;e vier Kla&#x017F;&#x017F;en <hi rendition="#aq">A</hi> bis <hi rendition="#aq">D</hi> &#x017F;ind auf der Abbildung durch be&#x017F;ondere<lb/>
Schraffierung gekennzeichnet und be&#x017F;tehen aus der Unterabteilung für <hi rendition="#aq">A:</hi><lb/>
1. Schwanz&#x017F;tück, 2. Lendenbraten, 3. Vorderrippe, 4. Hüften&#x017F;tück und<lb/>
<fw place="bottom" type="sig">Das Buch der Erfindungen. 36</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[561/0579] Die Brotbäckerei. — Das Fleiſch. und durch alles dieſes zuſammen iſt das Brot — wenigſtens gewiſſe beliebte Arten desſelben — ſchon längſt nicht mehr ein Produkt, das wie früher auf jeden Fall am Produktionsorte konſumiert wurde, ſondern es wird heute nicht ſelten auf weite Entfernungen verſchickt. Noch viel weiter, ja ſelbſt überſeeiſch iſt der Export von Backwaren, welche wie Biskuits, Cakes ꝛc. an und für ſich haltbar und dem Verderben nicht ausgeſetzt ſind, und die Fabrikation derſelben wird noch bei weitem mehr, als diejenige des Brotes, durch einen ausgebildeten Maſchinen- betrieb unterſtützt. Dr. Max Weitz. f) Das Fleiſch. Die Hauptbeſtandteile des Fleiſches ſind außer den Knochen, welche ungefähr 10 % des Geſamtgewichtes desſelben betragen, Waſſer, Fleiſchſaft, Fleiſchfaſer und Fett, neben verſchiedenen Salzen und leim- gebenden Geweben. Im Fleiſchſafte und der Faſer ſind verſchiedene Eiweißſtoffe enthalten, von denen beſonders das Fibrin und das Myoſin, letzteres iſt der Muskeleiweißſtoff, zu nennen ſind. Dieſe Zu- ſammenſetzung, von welcher ſowohl der Nährwert, als auch die Ver- daulichkeit des Fleiſches abhängt, iſt ſehr wechſelnd, und zwar nicht nur bei dem Fleiſche der verſchiedenen Tierarten, von welchen wir uns nähren, und bei ein und demſelben Tiere, je nach Raſſe, Alter, Fütterung und dergl., ſondern auch je nachdem das Fleiſch von den verſchiedenen Körperteilen des betreffenden Tieres entnommen iſt. Nach letzterem Geſichtspunkt wird daher auch der Wert des Fleiſches im Handel be- ſtimmt und zeigt Fig. 332 die Einteilung des Rindfleiſches in vier [Abbildung Fig. 332. Zerlegung des Rindes.] Klaſſen mit 18 Unterabteilungen, wie ſie in London eingeführt iſt. Dieſe vier Klaſſen A bis D ſind auf der Abbildung durch beſondere Schraffierung gekennzeichnet und beſtehen aus der Unterabteilung für A: 1. Schwanzſtück, 2. Lendenbraten, 3. Vorderrippe, 4. Hüftenſtück und Das Buch der Erfindungen. 36

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/samter_erfindungen_1896
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/samter_erfindungen_1896/579
Zitationshilfe: Samter, Heinrich: Das Reich der Erfindungen. Berlin, 1896, S. 561. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/samter_erfindungen_1896/579>, abgerufen am 16.05.2022.