Sandrart, Joachim von: L’Academia Todesca. della Architectura, Scultura & Pittura: Oder Teutsche Academie der Edlen Bau- Bild- und Mahlerey-Künste. Bd. 1,1. Nürnberg, 1675.[Spaltenumbruch] wird/ er sein natürliches Leben/ Gestalt und Farbe mächtig verliere/ und die Streiche des Porfyr will keine Hitze leiden. Hammers nicht sonders erdulten möge/ sondern sich leichtlich schele/ spalte und zerspringe. Dieses bezeugen zwo Seulen/ welche die Inwohnere der Stadt Pisa den Florentinern/ nach Eroberung der Insul Majorica, verehret/ und noch heutiges Tags an der Haupt-Porten des Tempels a Santo Giouani, zu sehen sind/ als welche beyde nicht satsam ausgearbeitet und poliret/ auch alle natürliche Farben und alles Leben verlohren und abgestanden/ weil sie/ vermittelst der Flammen oder Feuers/ gearbeitet und bezwungen worden: wie solches Johannes Villanus in seinen Geschichten zu genügen beglaubiget. 2. Der Serpentin-Stein: Diesem folget der Schlangen-Stein/ in Latein Ophites benamet/ dessen völlige Farbe dunkelgrün/ mit vielfältigen blauen Creutzlein durch und durch untermänget/ so ebenmäßig zu den flachen Säulen und Pflaster-Werken gedeylich/ nicht aber dienet nicht zu Bildern. zu Statuen und Bildnußen/ ob er wol zu Postementen/ Fuß-Gesimsen und Gestellen mag angewendet werden. Er schelet/ zertheilet/ und spaltet Wo er zu finden. sich leichtlich/ und wird meist in Egypten und Graecia ausgehauen und gebrochen/ aber selten/ wegen unsäglicher Stärke und Veste/ in einer denkwürdigen Größe oder Quantität überkommen. 3. Stein Cippollaccio: Der dritte Stein wird Cippollaccio genennet: Ist etwas zärter/ als vorgemeldte/ und an unterschiedlichen Orten zu finden; Seine Farb ist grün und blau/ mit viereckichten schwarzen und weißen Striemen. Dieser tauget/ wie der vorige/ zu großen und kleinen Säulen/ Portalen und Gesimsen/ nicht aber zu Statuen und Bildnußen: als Gibt keine Statuen. zu sehen an einem kunstreichen Brunnen in Rom/ in Beluedere genannt. Er ist nicht minder tauglich und bequem zu Auspflasterung der Paläste und Säle/ weil er/ mit Zusatz vor-ermeldter Steine/ eine liebliche Schattirung auswirket. Er wird/ wie vorige Steine/ gearbeitet/ und ist dessen Mänge/ unter denen alten Romanischen Grundrißigen Gebäuen/ Stuckweis gefunden worden. 4. Stein Mischio: Nach diesem bietet sich ein anderer an/ so von den Italianen/ wegen seiner artigen Misculanz, indem er aus vielfarbig- vermängten Steinlein/ durch die Länge der Zeit und Zufluß des Gewässers/ zusammen gewachsen und gehärtet/ Mischio genennet wird. Dieser wird häuffig in dem Veroneser-Gebirge erörtert/ und hat Hoch-Ernennter Durchleuchtigster Groß-Herzog Cosmus, alle seine Portale/ Zimmer und Caminen damit aufs künstlichste auszuzieren/ wie auch bereits geschehen/ anbefohlen. Es sind auch/ in dem Pitianischen Lust-Garten/ dergleichen zierliche Säulen Seine Grösse./ in namhafter Größe/ nämlich von sieben und mehr Werkschuhen/ aufgeführet anzutreffen. Es ist zwar/ über dieses Steines liebliche Schattirung und Vielfärbigkeit/ sich sehr/ aber noch mehr über Der bäste ist der Griechische und Egyptische. seine Veste und Stärke zu verwundern. Er wird gleichfalls in Egypten- und Griechenland/ und zwar bäßer/ angetroffen/ maßen man diese/ wegen Stärke und Härtigkeit/ denen Italiänischen weit vorziehet. Dieses Steines hat sich Roma Vetus[Spaltenumbruch] mächtig/ und fast in allen Dingen/ als Fontanen/ Portalen/ Fenster-Stöcken und Pflastern/ auch zu denen Wasser-Becken und Schalen/ bedienet: wie vorweiset der angeregte Pitianische Garten/ allwo eine so genennte schöne Wasser-Schale/ gleich wie auch zwey Säulen an dem Portal zu S.Peter/anzutreffen/ und noch täglich zu sehen sind. 5. Stein Granito: Zu diesem kommet noch ein anderer weit härterer und raucherer Stein/ Granito genannt/weisser/ Größe desselben. schwarzer und rohter Farbe/ fast großer und bedenklicher Höhe/ zu den Obeliscen/ Pyramidibus und Sieg-Säulen gebräuchig/ wie auch zu den Werke davon zu Rom Bädern/ als bey S. Pietro, S. Salvador und Marco, in Rom zu sehen ist: welche biß dato alle Stürme des Feuers und Ungewitters/ ohne Veränderung ihrer Farben/ glücklich überwunden. Dahero die Egyptier solche zu den Grabmählern angewendet und gebrauchet/ als in welchen sie/ das Leben/ Tugend und Heldenmäßige Thaten der Verstorbnen/ zu immer-währender Gedächtnus aller Nachwelt/ mit einem eisenen Griffel verewigt hinterlassen. Es kommen auch mehrere eben dergleichen Steine/ doch anderer Natur/ aus Egypten/ schwarz und weiß getupfet und gesprenget: Eine andere und härtere Gattung deßen. welche/ ob sie zwar sehr hart und stark/ jedoch durch Gebrauch der Sägen/ Hämmer und Eisen/ zum Gehorsam getrieben/ und nicht minder zart und subtil/ als der Porfyr/ ausgearbeitet worden. Dieser Steine leidet Wälschland ganz keinen Mangel/ doch werden die bäste und härteste in der Insul Elba, wo Rom allezeit brechen und hauen lassen/ gefunden. Es sind auch aus solchen aufgerichtet/ die Majestätische Säulen bey der Romanischen Ritonda, die einer absonderlichen Größ- und Höhe: wie dann auch/ in obangezognem Garten/ so eine Waßer-Muschel/ zwölf Schuh weit und breit/ und von gleicher Länge eine Speiß-Tafel/ zu finden gewesen. 6. Goldstein aus Egypten/ Es bringet auch Egypten einen schwarzen Stein/ welchen die Gelehrten Heracleum, wir Teutsche aber Gold-Stein benahmen; weil man auf solchem das Gold probiret/ streichet/ und erkennet. Dessen aber ist sonst noch eine Sorte/ so hoch-blaue und annehmliche Striche in sich führet/ aus welchen die Romanische Künstler unterschiedliche Thiere gestaltet: wie dann allda noch zu finden ist/ die Statua eines Hermaphroditi oder auch in Italien. Weibmanns/ ingleichen eine andere Bildnus unsäglicher Größe . Diesen Stein findet man in der Hetruscer Gebirge/ zehen Meilen von Florenz/ wie auch in den Bergen bey Carrara, die häuffig zu den Grab-Steinen auch Todten-Särgen angewendet werden. Besihe die große Florentinische Wie er zu arbeiten. Capelle / bey dem Grabmahl Petri Soderini, so wirst du finden einen Fürhang von diesem Stein/ so lebendig und künstlich/ spielend ausgehauen/ als ob es vielmehr ein reicher Sammet und Atlas/ als ein gearbeiteter Stein/ wäre. 7. Stein Paragone. Noch findet man in Egypten und in Griechenland schwarze Steine/ welche Paragone darum genannt/ weil man das Gold darauf streichet/ um dessen Farbe zu erkennen. 8. Glänzender weißer Marmor. Neben deme/ führet man/ aus Griechenland und fast allen andern Orten des Orients oder Aufgangs/ [Spaltenumbruch] wird/ er sein natürliches Leben/ Gestalt und Farbe mächtig verliere/ und die Streiche des Porfyr will keine Hitze leiden. Hammers nicht sonders erdulten möge/ sondern sich leichtlich schele/ spalte und zerspringe. 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Er schelet/ zertheilet/ und spaltet Wo er zu finden. sich leichtlich/ und wird meist in Egypten und Graecia ausgehauen und gebrochen/ aber selten/ wegen unsäglicher Stärke und Veste/ in einer denkwürdigen Größe oder Quantität überkommen. 3. Stein Cippollaccio: Der dritte Stein wird Cippollaccio genennet: Ist etwas zärter/ als vorgemeldte/ und an unterschiedlichen Orten zu finden; Seine Farb ist grün und blau/ mit viereckichten schwarzen und weißen Striemen. Dieser tauget/ wie der vorige/ zu großen und kleinen Säulen/ Portalen und Gesimsen/ nicht aber zu Statuen und Bildnußen: als Gibt keine Statuen. zu sehen an einem kunstreichen Brunnen in Rom/ in Beluedere genannt. Er ist nicht minder tauglich und bequem zu Auspflasterung der Paläste und Säle/ weil er/ mit Zusatz vor-ermeldter Steine/ eine liebliche Schattirung auswirket. Er wird/ wie vorige Steine/ gearbeitet/ und ist dessen Mänge/ unter denen alten Romanischen Grundrißigen Gebäuen/ Stuckweis gefunden worden. 4. Stein Mischio: Nach diesem bietet sich ein anderer an/ so von den Italianen/ wegen seiner artigen Misculanz, indem er aus vielfarbig- vermängten Steinlein/ durch die Länge der Zeit und Zufluß des Gewässers/ zusammen gewachsen und gehärtet/ Mischio genennet wird. Dieser wird häuffig in dem Veroneser-Gebirge erörtert/ und hat Hoch-Ernennter Durchleuchtigster Groß-Herzog Cosmus, alle seine Portale/ Zimmer und Caminen damit aufs künstlichste auszuzieren/ wie auch bereits geschehen/ anbefohlen. Es sind auch/ in dem Pitianischen Lust-Garten/ dergleichen zierliche Säulen Seine Grösse./ in namhafter Größe/ nämlich von sieben und mehr Werkschuhen/ aufgeführet anzutreffen. Es ist zwar/ über dieses Steines liebliche Schattirung und Vielfärbigkeit/ sich sehr/ aber noch mehr über Der bäste ist der Griechische und Egyptische. seine Veste und Stärke zu verwundern. Er wird gleichfalls in Egypten- und Griechenland/ und zwar bäßer/ angetroffen/ maßen man diese/ wegen Stärke und Härtigkeit/ denen Italiänischen weit vorziehet. Dieses Steines hat sich Roma Vetus[Spaltenumbruch] mächtig/ und fast in allen Dingen/ als Fontanen/ Portalen/ Fenster-Stöcken und Pflastern/ auch zu denen Wasser-Becken und Schalen/ bedienet: wie vorweiset der angeregte Pitianische Garten/ allwo eine so genennte schöne Wasser-Schale/ gleich wie auch zwey Säulen an dem Portal zu S.Peter/anzutreffen/ und noch täglich zu sehen sind. 5. Stein Granito: Zu diesem kommet noch ein anderer weit härterer und raucherer Stein/ Granito genannt/weisser/ Größe desselben. schwarzer und rohter Farbe/ fast großer und bedenklicher Höhe/ zu den Obeliscen/ Pyramidibus und Sieg-Säulen gebräuchig/ wie auch zu den Werke davon zu Rom Bädern/ als bey S. Pietro, S. Salvador und Marco, in Rom zu sehen ist: welche biß dato alle Stürme des Feuers und Ungewitters/ ohne Veränderung ihrer Farben/ glücklich überwunden. Dahero die Egyptier solche zu den Grabmählern angewendet und gebrauchet/ als in welchen sie/ das Leben/ Tugend und Heldenmäßige Thaten der Verstorbnen/ zu immer-währender Gedächtnus aller Nachwelt/ mit einem eisenen Griffel verewigt hinterlassen. Es kommen auch mehrere eben dergleichen Steine/ doch anderer Natur/ aus Egypten/ schwarz und weiß getupfet und gesprenget: Eine andere und härtere Gattung deßen. welche/ ob sie zwar sehr hart und stark/ jedoch durch Gebrauch der Sägen/ Hämmer und Eisen/ zum Gehorsam getrieben/ und nicht minder zart und subtil/ als der Porfyr/ ausgearbeitet worden. Dieser Steine leidet Wälschland ganz keinen Mangel/ doch werden die bäste und härteste in der Insul Elba, wo Rom allezeit brechen und hauen lassen/ gefunden. Es sind auch aus solchen aufgerichtet/ die Majestätische Säulen bey der Romanischen Ritonda, die einer absonderlichen Größ- und Höhe: wie dann auch/ in obangezognem Garten/ so eine Waßer-Muschel/ zwölf Schuh weit und breit/ und von gleicher Länge eine Speiß-Tafel/ zu finden gewesen. 6. Goldstein aus Egypten/ Es bringet auch Egypten einen schwarzen Stein/ welchen die Gelehrten Heracleum, wir Teutsche aber Gold-Stein benahmen; weil man auf solchem das Gold probiret/ streichet/ und erkennet. Dessen aber ist sonst noch eine Sorte/ so hoch-blaue und annehmliche Striche in sich führet/ aus welchen die Romanische Künstler unterschiedliche Thiere gestaltet: wie dann allda noch zu finden ist/ die Statua eines Hermaphroditi oder auch in Italien. Weibmanns/ ingleichen eine andere Bildnus unsäglicher Größe . Diesen Stein findet man in der Hetruscer Gebirge/ zehen Meilen von Florenz/ wie auch in den Bergen bey Carrara, die häuffig zu den Grab-Steinen auch Todten-Särgen angewendet werden. Besihe die große Florentinische Wie er zu arbeiten. Capelle / bey dem Grabmahl Petri Soderini, so wirst du finden einen Fürhang von diesem Stein/ so lebendig und künstlich/ spielend ausgehauen/ als ob es vielmehr ein reicher Sammet und Atlas/ als ein gearbeiteter Stein/ wäre. 7. Stein Paragone. Noch findet man in Egypten und in Griechenland schwarze Steine/ welche Paragone darum genannt/ weil man das Gold darauf streichet/ um dessen Farbe zu erkennen. 8. Glänzender weißer Marmor. Neben deme/ führet man/ aus Griechenland und fast allen andern Orten des Orients oder Aufgangs/ <TEI> <text xml:id="ta1675"> <body> <div n="1"> <div n="2"> <p><pb facs="#f0108" xml:id="pb-58" n="[I, Buch 1 (Architektur), S. 9]"/><cb/> wird/ er sein natürliches Leben/ Gestalt und Farbe mächtig verliere/ und die Streiche des <note place="right">Porfyr will keine Hitze leiden.</note> Hammers nicht sonders erdulten möge/ sondern sich leichtlich schele/ spalte und zerspringe. 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wird/ er sein natürliches Leben/ Gestalt und Farbe mächtig verliere/ und die Streiche des Hammers nicht sonders erdulten möge/ sondern sich leichtlich schele/ spalte und zerspringe. Dieses bezeugen zwo Seulen/ welche die Inwohnere der Stadt Pisa den Florentinern/ nach Eroberung der Insul Majorica, verehret/ und noch heutiges Tags an der Haupt-Porten des Tempels à Santo Giouani, zu sehen sind/ als welche beyde nicht satsam ausgearbeitet und poliret/ auch alle natürliche Farben und alles Leben verlohren und abgestanden/ weil sie/ vermittelst der Flammen oder Feuers/ gearbeitet und bezwungen worden: wie solches Johannes Villanus in seinen Geschichten zu genügen beglaubiget.
Porfyr will keine Hitze leiden. Diesem folget der Schlangen-Stein/ in Latein Ophites benamet/ dessen völlige Farbe dunkelgrün/ mit vielfältigen blauen Creutzlein durch und durch untermänget/ so ebenmäßig zu den flachen Säulen und Pflaster-Werken gedeylich/ nicht aber zu Statuen und Bildnußen/ ob er wol zu Postementen/ Fuß-Gesimsen und Gestellen mag angewendet werden. Er schelet/ zertheilet/ und spaltet sich leichtlich/ und wird meist in Egypten und Graecia ausgehauen und gebrochen/ aber selten/ wegen unsäglicher Stärke und Veste/ in einer denkwürdigen Größe oder Quantität überkommen.
2. Der Serpentin-Stein:
dienet nicht zu Bildern.
Wo er zu finden. Der dritte Stein wird Cippollaccio genennet: Ist etwas zärter/ als vorgemeldte/ und an unterschiedlichen Orten zu finden; Seine Farb ist grün und blau/ mit viereckichten schwarzen und weißen Striemen. Dieser tauget/ wie der vorige/ zu großen und kleinen Säulen/ Portalen und Gesimsen/ nicht aber zu Statuen und Bildnußen: als zu sehen an einem kunstreichen Brunnen in Rom/ in Beluedere genannt. Er ist nicht minder tauglich und bequem zu Auspflasterung der Paläste und Säle/ weil er/ mit Zusatz vor-ermeldter Steine/ eine liebliche Schattirung auswirket. Er wird/ wie vorige Steine/ gearbeitet/ und ist dessen Mänge/ unter denen alten Romanischen Grundrißigen Gebäuen/ Stuckweis gefunden worden.
3. Stein Cippollaccio:
Gibt keine Statuen. Nach diesem bietet sich ein anderer an/ so von den Italianen/ wegen seiner artigen Misculanz, indem er aus vielfarbig- vermängten Steinlein/ durch die Länge der Zeit und Zufluß des Gewässers/ zusammen gewachsen und gehärtet/ Mischio genennet wird. Dieser wird häuffig in dem Veroneser-Gebirge erörtert/ und hat Hoch-Ernennter Durchleuchtigster Groß-Herzog Cosmus, alle seine Portale/ Zimmer und Caminen damit aufs künstlichste auszuzieren/ wie auch bereits geschehen/ anbefohlen. Es sind auch/ in dem Pitianischen Lust-Garten/ dergleichen zierliche Säulen / in namhafter Größe/ nämlich von sieben und mehr Werkschuhen/ aufgeführet anzutreffen. Es ist zwar/ über dieses Steines liebliche Schattirung und Vielfärbigkeit/ sich sehr/ aber noch mehr über seine Veste und Stärke zu verwundern. Er wird gleichfalls in Egypten- und Griechenland/ und zwar bäßer/ angetroffen/ maßen man diese/ wegen Stärke und Härtigkeit/ denen Italiänischen weit vorziehet. Dieses Steines hat sich Roma Vetus
mächtig/ und fast in allen Dingen/ als Fontanen/ Portalen/ Fenster-Stöcken und Pflastern/ auch zu denen Wasser-Becken und Schalen/ bedienet: wie vorweiset der angeregte Pitianische Garten/ allwo eine so genennte schöne Wasser-Schale/ gleich wie auch zwey Säulen an dem Portal zu S.Peter/anzutreffen/ und noch täglich zu sehen sind.
4. Stein Mischio:
Seine Grösse.
Der bäste ist der Griechische und Egyptische. Zu diesem kommet noch ein anderer weit härterer und raucherer Stein/ Granito genannt/weisser/ schwarzer und rohter Farbe/ fast großer und bedenklicher Höhe/ zu den Obeliscen/ Pyramidibus und Sieg-Säulen gebräuchig/ wie auch zu den Bädern/ als bey S. Pietro, S. Salvador und Marco, in Rom zu sehen ist: welche biß dato alle Stürme des Feuers und Ungewitters/ ohne Veränderung ihrer Farben/ glücklich überwunden. Dahero die Egyptier solche zu den Grabmählern angewendet und gebrauchet/ als in welchen sie/ das Leben/ Tugend und Heldenmäßige Thaten der Verstorbnen/ zu immer-währender Gedächtnus aller Nachwelt/ mit einem eisenen Griffel verewigt hinterlassen. Es kommen auch mehrere eben dergleichen Steine/ doch anderer Natur/ aus Egypten/ schwarz und weiß getupfet und gesprenget: welche/ ob sie zwar sehr hart und stark/ jedoch durch Gebrauch der Sägen/ Hämmer und Eisen/ zum Gehorsam getrieben/ und nicht minder zart und subtil/ als der Porfyr/ ausgearbeitet worden. Dieser Steine leidet Wälschland ganz keinen Mangel/ doch werden die bäste und härteste in der Insul Elba, wo Rom allezeit brechen und hauen lassen/ gefunden. Es sind auch aus solchen aufgerichtet/ die Majestätische Säulen bey der Romanischen Ritonda, die einer absonderlichen Größ- und Höhe: wie dann auch/ in obangezognem Garten/ so eine Waßer-Muschel/ zwölf Schuh weit und breit/ und von gleicher Länge eine Speiß-Tafel/ zu finden gewesen.
5. Stein Granito:
Größe desselben.
Werke davon zu Rom
Eine andere und härtere Gattung deßen. Es bringet auch Egypten einen schwarzen Stein/ welchen die Gelehrten Heracleum, wir Teutsche aber Gold-Stein benahmen; weil man auf solchem das Gold probiret/ streichet/ und erkennet. Dessen aber ist sonst noch eine Sorte/ so hoch-blaue und annehmliche Striche in sich führet/ aus welchen die Romanische Künstler unterschiedliche Thiere gestaltet: wie dann allda noch zu finden ist/ die Statua eines Hermaphroditi oder Weibmanns/ ingleichen eine andere Bildnus unsäglicher Größe . Diesen Stein findet man in der Hetruscer Gebirge/ zehen Meilen von Florenz/ wie auch in den Bergen bey Carrara, die häuffig zu den Grab-Steinen auch Todten-Särgen angewendet werden. Besihe die große Florentinische Capelle / bey dem Grabmahl Petri Soderini, so wirst du finden einen Fürhang von diesem Stein/ so lebendig und künstlich/ spielend ausgehauen/ als ob es vielmehr ein reicher Sammet und Atlas/ als ein gearbeiteter Stein/ wäre.
6. Goldstein aus Egypten/
auch in Italien. Noch findet man in Egypten und in Griechenland schwarze Steine/ welche Paragone darum genannt/ weil man das Gold darauf streichet/ um dessen Farbe zu erkennen.
7. Stein Paragone. Neben deme/ führet man/ aus Griechenland und fast allen andern Orten des Orients oder Aufgangs/
8. Glänzender weißer Marmor.
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| Zitationshilfe: | Sandrart, Joachim von: L’Academia Todesca. della Architectura, Scultura & Pittura: Oder Teutsche Academie der Edlen Bau- Bild- und Mahlerey-Künste. Bd. 1,1. Nürnberg, 1675, S. [I, Buch 1 (Architektur), S. 9]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/sandrart_academie0101_1675/108>, abgerufen am 05.08.2024. |


