Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Sattler, Basilius: Auslegung der Histori von der Erklerung Christi. Helmstedt, 1582.

Bild:
<< vorherige Seite

Nach dem nun Christus widerumb vom Berg herab gehet / verbeut er seinen Jüngern / das sie es nicht als bald nachsagen vnd außbreiten. Denn sie selbst verstunden noch nicht / was es mit dem Reich Christi für eine gelegenheit hette / meinten es were nicht ein Geistlich / sonder ein leiblich Reich / viel weniger wüsten es andere / ob schon etliche gleubten / daß er der versprochene Messias vnd Heiland were / wie daraus leichtlich abzunemen / daß da er mit fünff Brot vnd zween Fischen Joh. 6. 5000. Man speiset / das Volck kompt / vnd wil in haschen / vnd zu einem König machen. Damit nun verhütet werd allerley vnrath vnd empörung / so aus dieser falschen meinung entstehen könte / wenn sie höreten / das Christus also were verkleret worden / so wil Christus nicht haben / helt es auch für vnzeitig / das solches für seiner Aufferstehung ausgebreitet werde.

Der Ander Theil.

Das sey also kürtzlich von der Histori gesagt / Nun müssen wir auch erwegen / was Gott vns damit hab lehren wöllen / worumb dieses alles geschehen / geredt vnd auffgezeichnet sey / vnd vns noch jetzund fürgehalten werde. Denn dieweil die geringste Wort vnd werck Christi vns zur lehr / trost vnd besserung dienen / so ist kein zweiffel / denn daß diese herrliche vnd fürneme Geschicht / sonderlich reiche lehr / trost vnd erinnerung vns geben werde / Darumb sie denn Christus nach seinem Todt heissen außbreiten.

ZWar wenn wir alle lehr / so daraus können genomen werden / handlen wolten / würde es sich außweisen / das fast alle fürnembste Heuptartickel vnser gantzen Christlichen lehr /

Nach dem nun Christus widerumb vom Berg herab gehet / verbeut er seinen Jüngern / das sie es nicht als bald nachsagen vnd außbreiten. Denn sie selbst verstunden noch nicht / was es mit dem Reich Christi für eine gelegenheit hette / meinten es were nicht ein Geistlich / sonder ein leiblich Reich / viel weniger wüsten es andere / ob schon etliche gleubten / daß er der versprochene Messias vnd Heiland were / wie daraus leichtlich abzunemen / daß da er mit fünff Brot vnd zween Fischen Joh. 6. 5000. Man speiset / das Volck kompt / vnd wil in haschen / vnd zu einem König machen. Damit nun verhütet werd allerley vnrath vnd empörung / so aus dieser falschen meinung entstehen könte / wenn sie höreten / das Christus also were verkleret worden / so wil Christus nicht haben / helt es auch für vnzeitig / das solches für seiner Aufferstehung ausgebreitet werde.

Der Ander Theil.

Das sey also kürtzlich von der Histori gesagt / Nun müssẽ wir auch erwegen / was Gott vns damit hab lehren wöllen / worumb dieses alles geschehen / geredt vnd auffgezeichnet sey / vnd vns noch jetzund fürgehalten werde. Denn dieweil die geringste Wort vnd werck Christi vns zur lehr / trost vnd besserung dienen / so ist kein zweiffel / denn daß diese herrliche vnd fürneme Geschicht / sonderlich reiche lehr / trost vnd erinnerung vns geben werde / Darumb sie denn Christus nach seinem Todt heissen außbreiten.

ZWar wenn wir alle lehr / so daraus können genomen werden / handlen wolten / würde es sich außweisen / das fast alle fürnembste Heuptartickel vnser gantzen Christlichen lehr /

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div>
        <pb facs="#f0029"/>
        <p>Nach dem nun Christus widerumb vom Berg herab gehet / verbeut er seinen Jüngern / das sie es nicht als bald nachsagen vnd außbreiten. Denn sie selbst verstunden noch nicht / was es mit dem Reich Christi für eine gelegenheit hette / meinten es were nicht ein Geistlich / sonder ein leiblich Reich / viel weniger wüsten es andere / ob schon etliche gleubten / daß er der versprochene Messias vnd Heiland were / wie daraus leichtlich abzunemen / daß da er mit fünff Brot vnd zween Fischen Joh. 6. 5000. Man speiset / das Volck kompt / vnd wil in haschen / vnd zu einem König machen. Damit nun verhütet werd allerley vnrath vnd empörung / so aus dieser falschen meinung entstehen könte / wenn sie höreten / das Christus also were verkleret worden / so wil Christus nicht haben / helt es auch für vnzeitig / das solches für seiner Aufferstehung ausgebreitet werde.</p>
      </div>
      <div>
        <head>Der Ander Theil.<lb/></head>
        <p>Das sey also kürtzlich von der Histori gesagt / Nun müsse&#x0303; wir auch erwegen / was Gott vns damit hab lehren wöllen / worumb dieses alles geschehen / geredt vnd auffgezeichnet sey / vnd vns noch jetzund fürgehalten werde. Denn dieweil die geringste Wort vnd werck Christi vns zur lehr / trost vnd besserung dienen / so ist kein zweiffel / denn daß diese herrliche vnd fürneme Geschicht / sonderlich reiche lehr / trost vnd erinnerung vns geben werde / Darumb sie denn Christus nach seinem Todt heissen außbreiten.</p>
        <p>ZWar wenn wir alle lehr / so daraus können genomen werden / handlen wolten / würde es sich außweisen / das fast alle fürnembste Heuptartickel vnser gantzen Christlichen lehr /
</p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[0029] Nach dem nun Christus widerumb vom Berg herab gehet / verbeut er seinen Jüngern / das sie es nicht als bald nachsagen vnd außbreiten. Denn sie selbst verstunden noch nicht / was es mit dem Reich Christi für eine gelegenheit hette / meinten es were nicht ein Geistlich / sonder ein leiblich Reich / viel weniger wüsten es andere / ob schon etliche gleubten / daß er der versprochene Messias vnd Heiland were / wie daraus leichtlich abzunemen / daß da er mit fünff Brot vnd zween Fischen Joh. 6. 5000. Man speiset / das Volck kompt / vnd wil in haschen / vnd zu einem König machen. Damit nun verhütet werd allerley vnrath vnd empörung / so aus dieser falschen meinung entstehen könte / wenn sie höreten / das Christus also were verkleret worden / so wil Christus nicht haben / helt es auch für vnzeitig / das solches für seiner Aufferstehung ausgebreitet werde. Der Ander Theil. Das sey also kürtzlich von der Histori gesagt / Nun müssẽ wir auch erwegen / was Gott vns damit hab lehren wöllen / worumb dieses alles geschehen / geredt vnd auffgezeichnet sey / vnd vns noch jetzund fürgehalten werde. Denn dieweil die geringste Wort vnd werck Christi vns zur lehr / trost vnd besserung dienen / so ist kein zweiffel / denn daß diese herrliche vnd fürneme Geschicht / sonderlich reiche lehr / trost vnd erinnerung vns geben werde / Darumb sie denn Christus nach seinem Todt heissen außbreiten. ZWar wenn wir alle lehr / so daraus können genomen werden / handlen wolten / würde es sich außweisen / das fast alle fürnembste Heuptartickel vnser gantzen Christlichen lehr /

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Obrigkeitskritik und Fürstenberatung: Die Oberhofprediger in Braunschweig-Wolfenbüttel 1568-1714: Bereitstellung der Texttranskription und Auszeichnung in XML/TEI. (2013-02-15T13:54:31Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme entsprechen muss.
Wolfenbütteler Digitale Bibliothek: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-02-15T13:54:31Z)
Marcus Baumgarten, Frederike Neuber, Frank Wiegand: Konvertierung nach XML gemäß DTA-Basisformat, Tagging der Titelblätter, Korrekturen der Transkription. (2013-02-15T13:54:31Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Langes s (ſ) wird als rundes s (s) wiedergegeben.
  • Rundes r (ꝛ) wird als normales r (r) wiedergegeben bzw. in der Kombination ꝛc. als et (etc.) aufgelöst.
  • Die Majuskel J im Frakturdruck wird in der Transkription je nach Lautwert als I bzw. J wiedergegeben.
  • Übergeschriebenes „e“ über „a“, „o“ und „u“ wird als „ä“, „ö“, „ü“ transkribiert.
  • Ligaturen werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Zeilengrenzen hinweg werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Seitengrenzen hinweg werden beibehalten.
  • Kolumnentitel, Bogensignaturen und Kustoden werden nicht erfasst.
  • Griechische Schrift wird nicht transkribiert, sondern im XML mit <foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign> vermerkt.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/sattler_auslegung_1582
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/sattler_auslegung_1582/29
Zitationshilfe: Sattler, Basilius: Auslegung der Histori von der Erklerung Christi. Helmstedt, 1582, S. . In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/sattler_auslegung_1582/29>, abgerufen am 26.06.2022.