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Sattler, Basilius: Ein Predigt/ Gethan bey der Begrebnis Bodo von Veltheimb/ [...]. Wolfenbüttel, 1604.

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sein Pein verkürtzet / vnd es in das ewige Leben auffgenommen hat.

Darumb were jhm leid / das er sich lenger quelen solte / sonder tröstet sich / vnd das beweiset er mit der That. Denn wie er sich zuuor nicht wolte zu frieden sprechen vnd auffrichten lassen / Also stehet er jetz von sich selber auff von den Erden / da er zuuor sich nicht waschen noch salben oder recht anziehen möchte / waschet er sich jetzundt / vnd salbet sich mit dem freuden Ole des Balsams / vnd zeugt seine gewönliche Kleider an / da er zuuor immer in seinem Gemach bliebe / gehet er jetzundt auß dem Tempel vnd betet / vnd dancket ohn zweifel GOtt / das er seinen willen geschaffet / vnd dem Kind sein Pein gekürtzet. Auß dem Tempel gehet er nach Hauß / lest auffdecken vnd helt Tafel / das in etzlichen tagen nicht geschehen war. Da nuhn seine Diener jhn wunders halben fragen / warumb er zuuor trawrig gewesen / da das Kind gelebet vnd nuhr Kranck gewesen / jetz aber nuhn es gar Todt / sich gar wol zufrieden gebe. Da gibt er jhnen die antwort / darumb sey er trawrig gewesen / vnd habe gefastet vnd GOtt für das Kind so inniglich gebeten / das er jmmer gehoffet / es möchte vieleicht GOtt noch das Kindt fristen. Dieweil aber GOtt nuhn seinen willen geschaffet / vnd auff einen weg / der jhm wolgefallen / sein Gebet erhöret / so gebe er sich billich nuhn zufrieden. Denn wenn er sich schon lange gemeiet / richte er damit nichts auß / sonder erzürnete nuhr GOtt / weil er mit jhm nicht zufrieden wehre / vnd sich gleich wieder jhn aufflegte. Das Kind

sein Pein verkürtzet / vnd es in das ewige Leben auffgenommen hat.

Darumb were jhm leid / das er sich lenger quelen solte / sonder tröstet sich / vnd das beweiset er mit der That. Denn wie er sich zuuor nicht wolte zu frieden sprechen vnd auffrichten lassen / Also stehet er jetz von sich selber auff von den Erden / da er zuuor sich nicht waschen noch salben oder recht anziehen möchte / waschet er sich jetzundt / vnd salbet sich mit dem freuden Ole des Balsams / vnd zeugt seine gewönliche Kleider an / da er zuuor immer in seinem Gemach bliebe / gehet er jetzundt auß dem Tempel vnd betet / vnd dancket ohn zweifel GOtt / das er seinen willen geschaffet / vnd dem Kind sein Pein gekürtzet. Auß dem Tempel gehet er nach Hauß / lest auffdecken vnd helt Tafel / das in etzlichen tagen nicht geschehen war. Da nuhn seine Diener jhn wunders halben fragen / warumb er zuuor trawrig gewesen / da das Kind gelebet vnd nuhr Kranck gewesen / jetz aber nuhn es gar Todt / sich gar wol zufrieden gebe. Da gibt er jhnen die antwort / darumb sey er trawrig gewesen / vnd habe gefastet vnd GOtt für das Kind so inniglich gebeten / das er jm̃er gehoffet / es möchte vieleicht GOtt noch das Kindt fristen. Dieweil aber GOtt nuhn seinen willen geschaffet / vnd auff einen weg / der jhm wolgefallen / sein Gebet erhöret / so gebe er sich billich nuhn zufrieden. Denn weñ er sich schon lange gemeiet / richte er damit nichts auß / sonder erzürnete nuhr GOtt / weil er mit jhm nicht zufrieden wehre / vnd sich gleich wieder jhn aufflegte. Das Kind

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           salbet sich mit dem freuden Ole des Balsams / vnd zeugt seine gewönliche Kleider an / da
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           gekürtzet. Auß dem Tempel gehet er nach Hauß / lest auffdecken vnd helt Tafel / das in
           etzlichen tagen nicht geschehen war. Da nuhn seine Diener jhn wunders halben fragen /
           warumb er zuuor trawrig gewesen / da das Kind gelebet vnd nuhr Kranck gewesen / jetz aber
           nuhn es gar Todt / sich gar wol zufrieden gebe. Da gibt er jhnen die antwort / darumb sey
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[0021] sein Pein verkürtzet / vnd es in das ewige Leben auffgenommen hat. Darumb were jhm leid / das er sich lenger quelen solte / sonder tröstet sich / vnd das beweiset er mit der That. Denn wie er sich zuuor nicht wolte zu frieden sprechen vnd auffrichten lassen / Also stehet er jetz von sich selber auff von den Erden / da er zuuor sich nicht waschen noch salben oder recht anziehen möchte / waschet er sich jetzundt / vnd salbet sich mit dem freuden Ole des Balsams / vnd zeugt seine gewönliche Kleider an / da er zuuor immer in seinem Gemach bliebe / gehet er jetzundt auß dem Tempel vnd betet / vnd dancket ohn zweifel GOtt / das er seinen willen geschaffet / vnd dem Kind sein Pein gekürtzet. Auß dem Tempel gehet er nach Hauß / lest auffdecken vnd helt Tafel / das in etzlichen tagen nicht geschehen war. Da nuhn seine Diener jhn wunders halben fragen / warumb er zuuor trawrig gewesen / da das Kind gelebet vnd nuhr Kranck gewesen / jetz aber nuhn es gar Todt / sich gar wol zufrieden gebe. Da gibt er jhnen die antwort / darumb sey er trawrig gewesen / vnd habe gefastet vnd GOtt für das Kind so inniglich gebeten / das er jm̃er gehoffet / es möchte vieleicht GOtt noch das Kindt fristen. Dieweil aber GOtt nuhn seinen willen geschaffet / vnd auff einen weg / der jhm wolgefallen / sein Gebet erhöret / so gebe er sich billich nuhn zufrieden. Denn weñ er sich schon lange gemeiet / richte er damit nichts auß / sonder erzürnete nuhr GOtt / weil er mit jhm nicht zufrieden wehre / vnd sich gleich wieder jhn aufflegte. Das Kind

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Zitationshilfe: Sattler, Basilius: Ein Predigt/ Gethan bey der Begrebnis Bodo von Veltheimb/ [...]. Wolfenbüttel, 1604, S. . In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/sattler_predigt_1604/21>, abgerufen am 28.04.2024.