König des Marquis Hand fassend, in heftiger Bewegung. Marquis! Ich sehe mich in fürchterlichen Händen! Dieß Weib -- Ich will es nur gestehen -- Marquis, dieß Weib erbrach der Königinn Schatulle, die erste Warnung kam von ihr -- Wer weiß, wie viel der Mönch drum wissen mag -- Ich bin durch ein verruchtes Bubenstück betrogen.
Marquis. Dann wär' es ja noch glücklich --
König. Marquis! Marquis! Ich fange an zu fürchten, daß ich meiner Gemahlinn doch zu viel gethan --
Marquis. Wenn zwischen dem Prinzen und der Königinn geheime Verständnisse gewesen sind, so waren sie sicherlich von weit -- weit anderm Inhalt, als dessen man sie angeklagt. Ich habe gewisse Nachricht, daß des Prinzen Wunsch, nach Flandern abzureisen, in dem Kopfe der Königinn entsprang.
Vierter Akt.
König des Marquis Hand faſſend, in heftiger Bewegung. Marquis! Ich ſehe mich in fürchterlichen Händen! Dieß Weib — Ich will es nur geſtehen — Marquis, dieß Weib erbrach der Königinn Schatulle, die erſte Warnung kam von ihr — Wer weiß, wie viel der Mönch drum wiſſen mag — Ich bin durch ein verruchtes Bubenſtück betrogen.
Marquis. Dann wär’ es ja noch glücklich —
König. Marquis! Marquis! Ich fange an zu fürchten, daß ich meiner Gemahlinn doch zu viel gethan —
Marquis. Wenn zwiſchen dem Prinzen und der Königinn geheime Verſtändniſſe geweſen ſind, ſo waren ſie ſicherlich von weit — weit anderm Inhalt, als deſſen man ſie angeklagt. Ich habe gewiſſe Nachricht, daß des Prinzen Wunſch, nach Flandern abzureiſen, in dem Kopfe der Königinn entſprang.
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Vierter Akt.
König
des Marquis Hand faſſend, in heftiger Bewegung.
Marquis!
Ich ſehe mich in fürchterlichen Händen!
Dieß Weib — Ich will es nur geſtehen —
Marquis,
dieß Weib erbrach der Königinn Schatulle,
die erſte Warnung kam von ihr — Wer weiß,
wie viel der Mönch drum wiſſen mag — Ich bin
durch ein verruchtes Bubenſtück betrogen.
Marquis.
Dann wär’ es ja noch glücklich —
König.
Marquis! Marquis!
Ich fange an zu fürchten, daß ich meiner
Gemahlinn doch zu viel gethan —
Marquis.
Wenn zwiſchen
dem Prinzen und der Königinn geheime
Verſtändniſſe geweſen ſind, ſo waren
ſie ſicherlich von weit — weit anderm Inhalt,
als deſſen man ſie angeklagt. Ich habe
gewiſſe Nachricht, daß des Prinzen Wunſch,
nach Flandern abzureiſen, in dem Kopfe
der Königinn entſprang.
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Schiller, Friedrich: Dom Karlos, Infant von Spanien. Leipzig, 1787, S. 347. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/schiller_domkarlos_1787/359>, abgerufen am 26.09.2024.
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