Schiller, Friedrich: Dom Karlos, Infant von Spanien. Leipzig, 1787.Vierter Akt. ich so unwürdig mich verging. Laß michjetzt gelten machen, was ich Dir gewesen, was Deines Herzens Träume mir gegeben -- Noch Einmal -- nur noch Einmal stelle mich, so wie ich damals war, vor Deine Seele und diesem Schatten opfre, was Du mir, mir ewig nie mehr opfern kannst. Eboli. O Karl! Wie grausam spielen Sie mit mir! Karlos. Sei größer als Dein Geschlecht. Vergiß Beleidigungen. Thu, was vor Dir kein Weib gethan -- nach Dir kein Weib mehr thun wird. Etwas unerhörtes fodr' ich von Dir -- Laß mich -- auf mei- nen Knien beschwör' ich Dich -- Laß mich, zwei Worte laß mich mit meiner Mutter sprechen. Er wirft sich vor ihr nieder. Vierter Akt. ich ſo unwürdig mich verging. Laß michjetzt gelten machen, was ich Dir geweſen, was Deines Herzens Träume mir gegeben — Noch Einmal — nur noch Einmal ſtelle mich, ſo wie ich damals war, vor Deine Seele und dieſem Schatten opfre, was Du mir, mir ewig nie mehr opfern kannſt. Eboli. O Karl! Wie grauſam ſpielen Sie mit mir! Karlos. Sei größer als Dein Geſchlecht. Vergiß Beleidigungen. Thu, was vor Dir kein Weib gethan — nach Dir kein Weib mehr thun wird. Etwas unerhörtes fodr’ ich von Dir — Laß mich — auf mei- nen Knien beſchwör’ ich Dich — Laß mich, zwei Worte laß mich mit meiner Mutter ſprechen. Er wirft ſich vor ihr nieder. <TEI> <text> <body> <div n="1"> <div n="2"> <div n="3"> <sp who="#KAR"> <p><pb facs="#f0379" n="367"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#g">Vierter Akt</hi>.</fw><lb/> ich ſo unwürdig mich verging. Laß mich<lb/> jetzt gelten machen, was ich Dir geweſen,<lb/> was Deines Herzens Träume mir gegeben —<lb/> Noch Einmal — nur noch Einmal ſtelle mich,<lb/> ſo wie ich damals war, vor Deine Seele<lb/> und dieſem Schatten opfre, was Du mir,<lb/> mir ewig nie mehr opfern kannſt.</p> </sp><lb/> <sp who="#EBO"> <speaker><hi rendition="#g">Eboli</hi>.</speaker><lb/> <p><hi rendition="#et">O Karl!</hi><lb/> Wie grauſam ſpielen Sie mit mir!</p> </sp><lb/> <sp who="#KAR"> <speaker><hi rendition="#g">Karlos</hi>.</speaker><lb/> <p><hi rendition="#et">Sei größer</hi><lb/> als Dein Geſchlecht. Vergiß Beleidigungen.<lb/> Thu, was vor Dir kein Weib gethan — nach<lb/> Dir<lb/> kein Weib mehr thun wird. Etwas unerhörtes<lb/> fodr’ ich von Dir — Laß mich — auf mei-<lb/> nen Knien<lb/> beſchwör’ ich Dich — Laß mich, zwei Worte<lb/> laß mich<lb/> mit meiner Mutter ſprechen.</p><lb/> <stage>Er wirft ſich vor ihr nieder.</stage> </sp> </div><lb/> <milestone rendition="#hr" unit="section"/> </div> </div> </body> </text> </TEI> [367/0379]
Vierter Akt.
ich ſo unwürdig mich verging. Laß mich
jetzt gelten machen, was ich Dir geweſen,
was Deines Herzens Träume mir gegeben —
Noch Einmal — nur noch Einmal ſtelle mich,
ſo wie ich damals war, vor Deine Seele
und dieſem Schatten opfre, was Du mir,
mir ewig nie mehr opfern kannſt.
Eboli.
O Karl!
Wie grauſam ſpielen Sie mit mir!
Karlos.
Sei größer
als Dein Geſchlecht. Vergiß Beleidigungen.
Thu, was vor Dir kein Weib gethan — nach
Dir
kein Weib mehr thun wird. Etwas unerhörtes
fodr’ ich von Dir — Laß mich — auf mei-
nen Knien
beſchwör’ ich Dich — Laß mich, zwei Worte
laß mich
mit meiner Mutter ſprechen.
Er wirft ſich vor ihr nieder.
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| Zitationshilfe: | Schiller, Friedrich: Dom Karlos, Infant von Spanien. Leipzig, 1787, S. 367. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/schiller_domkarlos_1787/379>, abgerufen am 26.09.2024. |


