Schlözer, August Ludwig von: August Ludwig Schlözers [...] Vorstellung seiner Universal-Historie. Bd. 2. Göttingen u. a., 1773.selbst durch kleine Spielwerke zu beschleichen: auch ein altes Gedächtniß nimmt es nicht ü- bel, wenn man es manchmal kindisch trac- tirt, um ihm wesentliche Erleichterungen zu verschaffen. Nur hüte man sich, nicht bloß, nicht zu offt, zu spielen: der gesundeste An- schlag, wenn er übertrieben wird, kan lä- cherlich und schädlich werden. Nur verstehe man es nicht so, daß man dergleichen Za- len Schockweise auf einmal der jungen oder alten Seele bieten dürfe: sonst vernichtet freilich die Verwirrung, die Tochter der Menge, alles Gute wieder, was sonst die Leichtigkeit und Einförmigkeit unausbleib- lich stiftet. 6. Gar keine Zalen behalten zu dür- Mit andren Worten (Vorstell. S. 52): Aegyptens
ſelbſt durch kleine Spielwerke zu beſchleichen: auch ein altes Gedaͤchtniß nimmt es nicht uͤ- bel, wenn man es manchmal kindiſch trac- tirt, um ihm weſentliche Erleichterungen zu verſchaffen. Nur huͤte man ſich, nicht bloß, nicht zu offt, zu ſpielen: der geſundeſte An- ſchlag, wenn er uͤbertrieben wird, kan laͤ- cherlich und ſchaͤdlich werden. Nur verſtehe man es nicht ſo, daß man dergleichen Za- len Schockweiſe auf einmal der jungen oder alten Seele bieten duͤrfe: ſonſt vernichtet freilich die Verwirrung, die Tochter der Menge, alles Gute wieder, was ſonſt die Leichtigkeit und Einfoͤrmigkeit unausbleib- lich ſtiftet. 6. Gar keine Zalen behalten zu duͤr- Mit andren Worten (Vorſtell. S. 52): Aegyptens
<TEI> <text> <body> <div n="1"> <div n="2"> <p><pb facs="#f0090" n="294[70]"/><fw place="top" type="header"><milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/></fw> man ſich nicht, das Gedaͤchtniß mit unter<lb/> ſelbſt durch kleine Spielwerke zu beſchleichen:<lb/> auch ein altes Gedaͤchtniß nimmt es nicht uͤ-<lb/> bel, wenn man es manchmal kindiſch trac-<lb/> tirt, um ihm weſentliche Erleichterungen<lb/> zu verſchaffen. Nur huͤte man ſich, nicht bloß,<lb/> nicht zu offt, zu ſpielen: der geſundeſte An-<lb/> ſchlag, wenn er uͤbertrieben wird, kan laͤ-<lb/> cherlich und ſchaͤdlich werden. Nur verſtehe<lb/> man es nicht ſo, daß man dergleichen Za-<lb/> len Schockweiſe auf <hi rendition="#fr">einmal</hi> der jungen oder<lb/> alten Seele bieten duͤrfe: ſonſt vernichtet<lb/> freilich die Verwirrung, die Tochter der<lb/> Menge, alles Gute wieder, was ſonſt die<lb/> Leichtigkeit und Einfoͤrmigkeit unausbleib-<lb/> lich ſtiftet.</p><lb/> <p> <hi rendition="#et">6. <hi rendition="#fr">Gar keine</hi> Zalen behalten zu duͤr-<lb/> fen, iſt leichter, als <hi rendition="#fr">Zalen</hi> merken zu<lb/> muͤſſen.</hi> </p><lb/> <p>Mit andren Worten (Vorſtell. S. 52):<lb/> “man laſſe Zalen gaͤnzlich weg, wenn man<lb/> ſeine Abſicht (die Einſicht in den Synchro-<lb/> nismus) ohne ſie erreichen kan„, naͤmlich<lb/> durch den <hi rendition="#fr">Realzuſammenhang</hi> S. 54 —<lb/> 57. Wer die Reihe der Perſiſchen Kai-<lb/> ſer in Ordnung weiß, und nun hoͤrt, daß<lb/> Pythagoras, bei Gelegenheit der Eroberung<lb/> <fw place="bottom" type="catch">Aegyptens</fw><lb/></p> </div> </div> </body> </text> </TEI> [294[70]/0090]
man ſich nicht, das Gedaͤchtniß mit unter
ſelbſt durch kleine Spielwerke zu beſchleichen:
auch ein altes Gedaͤchtniß nimmt es nicht uͤ-
bel, wenn man es manchmal kindiſch trac-
tirt, um ihm weſentliche Erleichterungen
zu verſchaffen. Nur huͤte man ſich, nicht bloß,
nicht zu offt, zu ſpielen: der geſundeſte An-
ſchlag, wenn er uͤbertrieben wird, kan laͤ-
cherlich und ſchaͤdlich werden. Nur verſtehe
man es nicht ſo, daß man dergleichen Za-
len Schockweiſe auf einmal der jungen oder
alten Seele bieten duͤrfe: ſonſt vernichtet
freilich die Verwirrung, die Tochter der
Menge, alles Gute wieder, was ſonſt die
Leichtigkeit und Einfoͤrmigkeit unausbleib-
lich ſtiftet.
6. Gar keine Zalen behalten zu duͤr-
fen, iſt leichter, als Zalen merken zu
muͤſſen.
Mit andren Worten (Vorſtell. S. 52):
“man laſſe Zalen gaͤnzlich weg, wenn man
ſeine Abſicht (die Einſicht in den Synchro-
nismus) ohne ſie erreichen kan„, naͤmlich
durch den Realzuſammenhang S. 54 —
57. Wer die Reihe der Perſiſchen Kai-
ſer in Ordnung weiß, und nun hoͤrt, daß
Pythagoras, bei Gelegenheit der Eroberung
Aegyptens
Suche im WerkInformationen zum Werk
Download dieses Werks
XML (TEI P5) ·
HTML ·
Text Metadaten zum WerkTEI-Header · CMDI · Dublin Core Ansichten dieser Seite
Voyant Tools
|
| URL zu diesem Werk: | https://www.deutschestextarchiv.de/schloezer_universalhistorie02_1773 |
| URL zu dieser Seite: | https://www.deutschestextarchiv.de/schloezer_universalhistorie02_1773/90 |
| Zitationshilfe: | Schlözer, August Ludwig von: August Ludwig Schlözers [...] Vorstellung seiner Universal-Historie. Bd. 2. Göttingen u. a., 1773, S. 294[70]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/schloezer_universalhistorie02_1773/90>, abgerufen am 11.09.2024. |


