Schnitzler, Arthur: Reigen. Wien, 1903. Der Dichter (sich leicht von ihr entfernend). Göttlich, diese Dummheit! (Nimmt ein Notizbuch und schreibt ein paar Worte hinein.) Das süße Mädel. Was machst denn? (Sich nach ihm umwendend.) Was schreibst dir denn auf? Der Dichter (leise). Sonne, Bad, Dämmerung, Mantel . . . . so . . . . (steckt das Notizbuch ein. Laut). Nichts . . . . Jetzt sag' einmal, mein Schatz, möchtest du nicht etwas essen oder trinken? Das süße Mädel. Durst hab' ich eigentlich keinen. Aber Appetit. Der Dichter. Hm . . . . mir wär' lieber, du hättest Durst. Cognac hab' ich nämlich zu Haus, aber Essen müßte ich erst holen. Das süße Mädel. Kannst nichts holen lassen? Der Dichter (sich leicht von ihr entfernend). Göttlich, diese Dummheit! (Nimmt ein Notizbuch und schreibt ein paar Worte hinein.) Das süße Mädel. Was machst denn? (Sich nach ihm umwendend.) Was schreibst dir denn auf? Der Dichter (leise). Sonne, Bad, Dämmerung, Mantel . . . . so . . . . (steckt das Notizbuch ein. Laut). Nichts . . . . Jetzt sag’ einmal, mein Schatz, möchtest du nicht etwas essen oder trinken? Das süße Mädel. Durst hab’ ich eigentlich keinen. Aber Appetit. Der Dichter. Hm . . . . mir wär’ lieber, du hättest Durst. Cognac hab’ ich nämlich zu Haus, aber Essen müßte ich erst holen. Das süße Mädel. Kannst nichts holen lassen? <TEI> <text> <body> <div n="2"> <pb facs="#f0163" n="155"/> <sp who="#DICHTER"> <speaker> <hi rendition="#b">Der Dichter</hi> </speaker> <stage>(sich leicht von ihr entfernend).</stage><lb/> <p>Göttlich, diese Dummheit! <stage>(Nimmt ein Notizbuch<lb/> und schreibt ein paar Worte hinein.)</stage></p> </sp><lb/> <sp who="#MAEDEL"> <speaker> <hi rendition="#b">Das süße Mädel.</hi> </speaker><lb/> <p>Was machst denn? <stage>(Sich nach ihm umwendend.)</stage><lb/> Was schreibst dir denn auf?</p> </sp><lb/> <sp who="#DICHTER"> <speaker> <hi rendition="#b">Der Dichter</hi> </speaker> <stage>(leise).</stage><lb/> <p>Sonne, Bad, Dämmerung, Mantel . . . . so . . . .</p><lb/> <stage>(steckt das Notizbuch ein. Laut).</stage> <p>Nichts . . . . Jetzt<lb/> sag’ einmal, mein Schatz, möchtest du nicht<lb/> etwas essen oder trinken?</p> </sp><lb/> <sp who="#MAEDEL"> <speaker> <hi rendition="#b">Das süße Mädel.</hi> </speaker><lb/> <p>Durst hab’ ich eigentlich keinen. Aber<lb/> Appetit.</p> </sp><lb/> <sp who="#DICHTER"> <speaker> <hi rendition="#b">Der Dichter.</hi> </speaker><lb/> <p>Hm . . . . mir wär’ lieber, du hättest Durst.<lb/> Cognac hab’ ich nämlich zu Haus, aber<lb/> Essen müßte ich erst holen.</p> </sp><lb/> <sp who="#MAEDEL"> <speaker> <hi rendition="#b">Das süße Mädel.</hi> </speaker><lb/> <p>Kannst nichts holen lassen?</p> </sp><lb/> </div> </body> </text> </TEI> [155/0163]
Der Dichter (sich leicht von ihr entfernend).
Göttlich, diese Dummheit! (Nimmt ein Notizbuch
und schreibt ein paar Worte hinein.)
Das süße Mädel.
Was machst denn? (Sich nach ihm umwendend.)
Was schreibst dir denn auf?
Der Dichter (leise).
Sonne, Bad, Dämmerung, Mantel . . . . so . . . .
(steckt das Notizbuch ein. Laut). Nichts . . . . Jetzt
sag’ einmal, mein Schatz, möchtest du nicht
etwas essen oder trinken?
Das süße Mädel.
Durst hab’ ich eigentlich keinen. Aber
Appetit.
Der Dichter.
Hm . . . . mir wär’ lieber, du hättest Durst.
Cognac hab’ ich nämlich zu Haus, aber
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| Zitationshilfe: | Schnitzler, Arthur: Reigen. Wien, 1903, S. 155. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/schnitzler_reigen_1903/163>, abgerufen am 11.09.2024. |


