Schnitzler, Arthur: Reigen. Wien, 1903. Das süße Mädel. Aber geh', ich weiß gar nicht, was du von mir willst. Ich kenn' ja gar kein' Biebitz. Der Dichter. Was ist der Ruhm! Nein, vergiß, was ich gesagt habe, vergiß sogar den Namen, den ich dir gesagt hab'. Robert bin ich und will ich für dich bleiben. Ich hab' auch nur gescherzt. (Leicht.) Ich bin ja nicht Schrift- steller, ich bin Commis und am Abend spiel' ich bei Volkssängern Klavier. Das süße Mädel. Ja, jetzt kenn' ich mich aber nicht mehr aus . . . . . . nein, und wie du einen nur an- schaust. Ja, was ist denn, ja was hast denn? Der Dichter. Es ist sehr sonderbar -- was mir beinah' noch nie passiert ist, mein Schatz, mir sind die Tränen nah. Du ergreifst mich tief. Wir wollen zusammen bleiben, ja? Wir werden einander sehr lieb haben. Das süße Mädel. Aber geh’, ich weiß gar nicht, was du von mir willst. Ich kenn’ ja gar kein’ Biebitz. Der Dichter. Was ist der Ruhm! Nein, vergiß, was ich gesagt habe, vergiß sogar den Namen, den ich dir gesagt hab’. Robert bin ich und will ich für dich bleiben. Ich hab’ auch nur gescherzt. (Leicht.) Ich bin ja nicht Schrift- steller, ich bin Commis und am Abend spiel’ ich bei Volkssängern Klavier. Das süße Mädel. Ja, jetzt kenn’ ich mich aber nicht mehr aus . . . . . . nein, und wie du einen nur an- schaust. Ja, was ist denn, ja was hast denn? Der Dichter. Es ist sehr sonderbar — was mir beinah’ noch nie passiert ist, mein Schatz, mir sind die Tränen nah. Du ergreifst mich tief. Wir wollen zusammen bleiben, ja? Wir werden einander sehr lieb haben. <TEI> <text> <body> <div n="2"> <pb facs="#f0176" n="168"/> <sp who="#MAEDEL"> <speaker> <hi rendition="#b">Das süße Mädel.</hi> </speaker><lb/> <p>Aber geh’, ich weiß gar nicht, was du von<lb/> mir willst. Ich kenn’ ja gar kein’ Biebitz.</p> </sp><lb/> <sp who="#DICHTER"> <speaker> <hi rendition="#b">Der Dichter.</hi> </speaker><lb/> <p>Was ist der Ruhm! Nein, vergiß, was ich<lb/> gesagt habe, vergiß sogar den Namen, den<lb/> ich dir gesagt hab’. Robert bin ich und<lb/> will ich für dich bleiben. Ich hab’ auch nur<lb/> gescherzt. <stage>(Leicht.)</stage> Ich bin ja nicht Schrift-<lb/> steller, ich bin Commis und am Abend spiel’<lb/> ich bei Volkssängern Klavier.</p> </sp><lb/> <sp who="#MAEDEL"> <speaker> <hi rendition="#b">Das süße Mädel.</hi> </speaker><lb/> <p>Ja, jetzt kenn’ ich mich aber nicht mehr<lb/> aus . . . . . . nein, und wie du einen nur an-<lb/> schaust. Ja, was ist denn, ja was hast<lb/> denn?</p> </sp><lb/> <sp who="#DICHTER"> <speaker> <hi rendition="#b">Der Dichter.</hi> </speaker><lb/> <p>Es ist sehr sonderbar — was mir beinah’<lb/> noch nie passiert ist, mein Schatz, mir sind<lb/> die Tränen nah. Du ergreifst mich tief. Wir<lb/> wollen zusammen bleiben, ja? Wir werden<lb/> einander sehr lieb haben.</p> </sp><lb/> </div> </body> </text> </TEI> [168/0176]
Das süße Mädel.
Aber geh’, ich weiß gar nicht, was du von
mir willst. Ich kenn’ ja gar kein’ Biebitz.
Der Dichter.
Was ist der Ruhm! Nein, vergiß, was ich
gesagt habe, vergiß sogar den Namen, den
ich dir gesagt hab’. Robert bin ich und
will ich für dich bleiben. Ich hab’ auch nur
gescherzt. (Leicht.) Ich bin ja nicht Schrift-
steller, ich bin Commis und am Abend spiel’
ich bei Volkssängern Klavier.
Das süße Mädel.
Ja, jetzt kenn’ ich mich aber nicht mehr
aus . . . . . . nein, und wie du einen nur an-
schaust. Ja, was ist denn, ja was hast
denn?
Der Dichter.
Es ist sehr sonderbar — was mir beinah’
noch nie passiert ist, mein Schatz, mir sind
die Tränen nah. Du ergreifst mich tief. Wir
wollen zusammen bleiben, ja? Wir werden
einander sehr lieb haben.
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| Zitationshilfe: | Schnitzler, Arthur: Reigen. Wien, 1903, S. 168. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/schnitzler_reigen_1903/176>, abgerufen am 11.09.2024. |


