Schnitzler, Arthur: Reigen. Wien, 1903. Das süße Mädel. Du, ist das wahr mit den Volkssängern? Der Dichter. Ja, aber frag' nicht weiter. Wenn du mich lieb hast, frag' überhaupt nichts. Sag', kannst du dich auf ein paar Wochen ganz frei machen? Das süße Mädel. Wieso ganz frei? Der Dichter. Nun, vom Hause weg? Das süße Mädel. Aber!! Wie kann ich das! Was möcht' die Mutter sagen? Und dann, ohne mich ging' ja alles schief zu Haus. Der Dichter. Ich hatte es mir schön vorgestellt, mit dir zusammen, allein mit dir, irgendwo in der Einsamkeit draußen, im Wald, in der Natur ein paar Wochen zu leben. Natur . . . . in der Natur. Und dann, eines Tages Adieu -- von einander gehen, ohne zu wissen, wohin. Das süße Mädel. Du, ist das wahr mit den Volkssängern? Der Dichter. Ja, aber frag’ nicht weiter. Wenn du mich lieb hast, frag’ überhaupt nichts. Sag’, kannst du dich auf ein paar Wochen ganz frei machen? Das süße Mädel. Wieso ganz frei? Der Dichter. Nun, vom Hause weg? Das süße Mädel. Aber!! Wie kann ich das! Was möcht’ die Mutter sagen? Und dann, ohne mich ging’ ja alles schief zu Haus. Der Dichter. Ich hatte es mir schön vorgestellt, mit dir zusammen, allein mit dir, irgendwo in der Einsamkeit draußen, im Wald, in der Natur ein paar Wochen zu leben. Natur . . . . in der Natur. Und dann, eines Tages Adieu — von einander gehen, ohne zu wissen, wohin. <TEI> <text> <body> <div n="2"> <pb facs="#f0177" n="169"/> <sp who="#MAEDEL"> <speaker> <hi rendition="#b">Das süße Mädel.</hi> </speaker><lb/> <p>Du, ist das wahr mit den Volkssängern?</p> </sp><lb/> <sp who="#DICHTER"> <speaker> <hi rendition="#b">Der Dichter.</hi> </speaker><lb/> <p>Ja, aber frag’ nicht weiter. Wenn du mich<lb/> lieb hast, frag’ überhaupt nichts. Sag’, kannst<lb/> du dich auf ein paar Wochen ganz frei machen?</p> </sp><lb/> <sp who="#MAEDEL"> <speaker> <hi rendition="#b">Das süße Mädel.</hi> </speaker><lb/> <p>Wieso ganz frei?</p> </sp><lb/> <sp who="#DICHTER"> <speaker> <hi rendition="#b">Der Dichter.</hi> </speaker><lb/> <p>Nun, vom Hause weg?</p> </sp><lb/> <sp who="#MAEDEL"> <speaker> <hi rendition="#b">Das süße Mädel.</hi> </speaker><lb/> <p>Aber!! Wie kann ich das! Was möcht’ die<lb/> Mutter sagen? Und dann, ohne mich ging’<lb/> ja alles schief zu Haus.</p> </sp><lb/> <sp who="#DICHTER"> <speaker> <hi rendition="#b">Der Dichter.</hi> </speaker><lb/> <p>Ich hatte es mir schön vorgestellt, mit dir<lb/> zusammen, allein mit dir, irgendwo in der<lb/> Einsamkeit draußen, im Wald, in der Natur<lb/> ein paar Wochen zu leben. Natur . . . . in der<lb/> Natur. Und dann, eines Tages Adieu — von<lb/> einander gehen, ohne zu wissen, wohin.</p> </sp><lb/> </div> </body> </text> </TEI> [169/0177]
Das süße Mädel.
Du, ist das wahr mit den Volkssängern?
Der Dichter.
Ja, aber frag’ nicht weiter. Wenn du mich
lieb hast, frag’ überhaupt nichts. Sag’, kannst
du dich auf ein paar Wochen ganz frei machen?
Das süße Mädel.
Wieso ganz frei?
Der Dichter.
Nun, vom Hause weg?
Das süße Mädel.
Aber!! Wie kann ich das! Was möcht’ die
Mutter sagen? Und dann, ohne mich ging’
ja alles schief zu Haus.
Der Dichter.
Ich hatte es mir schön vorgestellt, mit dir
zusammen, allein mit dir, irgendwo in der
Einsamkeit draußen, im Wald, in der Natur
ein paar Wochen zu leben. Natur . . . . in der
Natur. Und dann, eines Tages Adieu — von
einander gehen, ohne zu wissen, wohin.
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| Zitationshilfe: | Schnitzler, Arthur: Reigen. Wien, 1903, S. 169. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/schnitzler_reigen_1903/177>, abgerufen am 11.09.2024. |


