keit seines Vorgesetzten, macht ihm reiche Geschenke, erhält die Ordnung in der ihm anvertrauten Graf- schaft aufrecht, so daß Mr. Carlin von dorther durch Nichts belästigt wird, und kann so schalten und wal- ten, wie er will."
Der Gouverneur versank nach diesen Worten in tiefes Nachdenken. Ganz so wie Arnold, sah er den Character des Gouverneurs von Jllinois an, der ein zwar guter und redlicher, aber zugleich auch so schwa- cher Mann war, daß ihn Jeder, dem darum zu thun war, hinter's Licht führen und beherrschen konnte.
-- "Sie haben mir da so außerordentliche Dinge gesagt, so wichtige Mittheilungen gemacht, Sir," nahm der Gouverneur nach einem ziemlich langen Schweigen wieder das Wort, "daß ich nicht werde umhin können, Mr. Carlin auf die ihn zunächst be- drohende Gefahr aufmerksam zu machen, und hoffe, Sie werden nichts dagegen einzuwenden haben, daß ich einen solchen Gebrauch von Jhrem Vertrauen mache."
-- "Ganz im Gegentheil," antwortete ihm Ar- nold, "und zugleich richte ich die Bitte an Sie, Sir, und ersuche Sie, diese auch an Mr. Carlin gelangen zu lassen, den Stand der Dinge in Nauvoo durch völlig Unparteiische zu untersuchen und, bis dies ge- schehen seyn wird, weder meinen Behauptungen Glau-
keit ſeines Vorgeſetzten, macht ihm reiche Geſchenke, erhält die Ordnung in der ihm anvertrauten Graf- ſchaft aufrecht, ſo daß Mr. Carlin von dorther durch Nichts beläſtigt wird, und kann ſo ſchalten und wal- ten, wie er will.“
Der Gouverneur verſank nach dieſen Worten in tiefes Nachdenken. Ganz ſo wie Arnold, ſah er den Character des Gouverneurs von Jllinois an, der ein zwar guter und redlicher, aber zugleich auch ſo ſchwa- cher Mann war, daß ihn Jeder, dem darum zu thun war, hinter’s Licht führen und beherrſchen konnte.
— „Sie haben mir da ſo außerordentliche Dinge geſagt, ſo wichtige Mittheilungen gemacht, Sir,“ nahm der Gouverneur nach einem ziemlich langen Schweigen wieder das Wort, „daß ich nicht werde umhin können, Mr. Carlin auf die ihn zunächſt be- drohende Gefahr aufmerkſam zu machen, und hoffe, Sie werden nichts dagegen einzuwenden haben, daß ich einen ſolchen Gebrauch von Jhrem Vertrauen mache.“
— „Ganz im Gegentheil,“ antwortete ihm Ar- nold, „und zugleich richte ich die Bitte an Sie, Sir, und erſuche Sie, dieſe auch an Mr. Carlin gelangen zu laſſen, den Stand der Dinge in Nauvoo durch völlig Unparteiiſche zu unterſuchen und, bis dies ge- ſchehen ſeyn wird, weder meinen Behauptungen Glau-
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[5/0011]
keit ſeines Vorgeſetzten, macht ihm reiche Geſchenke,
erhält die Ordnung in der ihm anvertrauten Graf-
ſchaft aufrecht, ſo daß Mr. Carlin von dorther durch
Nichts beläſtigt wird, und kann ſo ſchalten und wal-
ten, wie er will.“
Der Gouverneur verſank nach dieſen Worten in
tiefes Nachdenken. Ganz ſo wie Arnold, ſah er den
Character des Gouverneurs von Jllinois an, der ein
zwar guter und redlicher, aber zugleich auch ſo ſchwa-
cher Mann war, daß ihn Jeder, dem darum zu thun
war, hinter’s Licht führen und beherrſchen konnte.
— „Sie haben mir da ſo außerordentliche Dinge
geſagt, ſo wichtige Mittheilungen gemacht, Sir,“
nahm der Gouverneur nach einem ziemlich langen
Schweigen wieder das Wort, „daß ich nicht werde
umhin können, Mr. Carlin auf die ihn zunächſt be-
drohende Gefahr aufmerkſam zu machen, und hoffe,
Sie werden nichts dagegen einzuwenden haben, daß
ich einen ſolchen Gebrauch von Jhrem Vertrauen
mache.“
— „Ganz im Gegentheil,“ antwortete ihm Ar-
nold, „und zugleich richte ich die Bitte an Sie, Sir,
und erſuche Sie, dieſe auch an Mr. Carlin gelangen
zu laſſen, den Stand der Dinge in Nauvoo durch
völlig Unparteiiſche zu unterſuchen und, bis dies ge-
ſchehen ſeyn wird, weder meinen Behauptungen Glau-
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Schoppe, Amalie: Der Prophet. Bd. 3. Jena, 1846, S. 5. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/schoppe_prophet03_1846/11>, abgerufen am 10.08.2024.
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