größtentheils aus Waffen und Kriegsbedarf -- aus den Wigwams herbeigetragen und auf einen Haufen gelegt worden.
-- "Meine Freunde," nahm Arnold das Wort, als er die rührende Bereitwilligkeit der Wilden sah, der Zuneigung zu ihm so große Opfer zu bringen, "meine Freunde, ich gelobe Euch, sofern der große Geist mir das Leben fristen sollte, daß Euch das, was Jhr mir und meinen Freunden bei dieser Gele- genheit opfert, nicht nur reichlich ersetzt werden, son- dern daß Jhr mehr erhalten sollt, als man Euch gab."
-- "Willst Du uns kränken oder beleidigen, bleicher Bruder?" nahm White-hawk mit fast zorni- gem Tone das Wort. "Weißt Du, der so lange schon mit uns verkehrte und unsre Gesinnungen und Handlungsweise kennen sollte, weißt Du noch nicht, daß man seinen Freunden ohne Eigennutz dient und sich schämt, für ihnen geleistete Hülfe Geschenke an- zunehmen? Behalte, was Du uns zugedacht hast und kränke uns nicht mit Anerbietungen, die wir ohne Erröthen nicht annehmen könnten. Als Du mir dien- test, da hast Du auch nicht gefragt: was wirst Du mir dafür geben? und jetzt dienen wir Dir eben so. Will das Glück uns wohl, so werden wir überdies gute Beute an Scalps und Waffen machen, und wer
größtentheils aus Waffen und Kriegsbedarf — aus den Wigwams herbeigetragen und auf einen Haufen gelegt worden.
— „Meine Freunde,“ nahm Arnold das Wort, als er die rührende Bereitwilligkeit der Wilden ſah, der Zuneigung zu ihm ſo große Opfer zu bringen, „meine Freunde, ich gelobe Euch, ſofern der große Geiſt mir das Leben friſten ſollte, daß Euch das, was Jhr mir und meinen Freunden bei dieſer Gele- genheit opfert, nicht nur reichlich erſetzt werden, ſon- dern daß Jhr mehr erhalten ſollt, als man Euch gab.“
— „Willſt Du uns kränken oder beleidigen, bleicher Bruder?“ nahm White-hawk mit faſt zorni- gem Tone das Wort. „Weißt Du, der ſo lange ſchon mit uns verkehrte und unſre Geſinnungen und Handlungsweiſe kennen ſollte, weißt Du noch nicht, daß man ſeinen Freunden ohne Eigennutz dient und ſich ſchämt, für ihnen geleiſtete Hülfe Geſchenke an- zunehmen? Behalte, was Du uns zugedacht haſt und kränke uns nicht mit Anerbietungen, die wir ohne Erröthen nicht annehmen könnten. Als Du mir dien- teſt, da haſt Du auch nicht gefragt: was wirſt Du mir dafür geben? und jetzt dienen wir Dir eben ſo. Will das Glück uns wohl, ſo werden wir überdies gute Beute an Scalps und Waffen machen, und wer
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größtentheils aus Waffen und Kriegsbedarf — aus
den Wigwams herbeigetragen und auf einen Haufen
gelegt worden.
— „Meine Freunde,“ nahm Arnold das Wort,
als er die rührende Bereitwilligkeit der Wilden ſah,
der Zuneigung zu ihm ſo große Opfer zu bringen,
„meine Freunde, ich gelobe Euch, ſofern der große
Geiſt mir das Leben friſten ſollte, daß Euch das,
was Jhr mir und meinen Freunden bei dieſer Gele-
genheit opfert, nicht nur reichlich erſetzt werden, ſon-
dern daß Jhr mehr erhalten ſollt, als man Euch
gab.“
— „Willſt Du uns kränken oder beleidigen,
bleicher Bruder?“ nahm White-hawk mit faſt zorni-
gem Tone das Wort. „Weißt Du, der ſo lange
ſchon mit uns verkehrte und unſre Geſinnungen und
Handlungsweiſe kennen ſollte, weißt Du noch nicht,
daß man ſeinen Freunden ohne Eigennutz dient und
ſich ſchämt, für ihnen geleiſtete Hülfe Geſchenke an-
zunehmen? Behalte, was Du uns zugedacht haſt und
kränke uns nicht mit Anerbietungen, die wir ohne
Erröthen nicht annehmen könnten. Als Du mir dien-
teſt, da haſt Du auch nicht gefragt: was wirſt Du
mir dafür geben? und jetzt dienen wir Dir eben ſo.
Will das Glück uns wohl, ſo werden wir überdies
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Schoppe, Amalie: Der Prophet. Bd. 3. Jena, 1846, S. 106. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/schoppe_prophet03_1846/112>, abgerufen am 10.08.2024.
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