von Allem, was in Nauvoo vorgeht, unterrichtet, muß aus dem Schlafe aufgerüttelt werden, und zu dem Ende ersuche ich Sie, Sir, die von uns bereits über das Treiben der Mormons und ihres Prophe- ten an den Congreß gesandte Note copiren zu wollen, damit ich sie durch einen sichern Mann an Mr. Car- lin senden kann."
-- "Es soll geschehen," war Arnolds Antwort; "nach dem aber, was ich seither von diesem Gouver- neur gesehen, was ich aus dem Munde Joe Smiths und anderer Mormons über ihn gehört habe, dürfen wir kein energisches Auftreten von ihm erwarten, auch hat der Prophet so sehr sein Ohr, daß er alle meine Angaben für bloße Verläumdungen halten wird."
-- "Sie haben Recht, aber ich werde ihn trotz dem doch zu einiger Vorsicht aufzustacheln wissen, wenigstens ihn dahin vermögen, daß er die Augen öffnet und nicht blindlings in die ihm von dem Ehr- geizigen gelegte Falle geht."
Ein Klopfen an die Thür unterbrach das Ge- spräch.
-- "Das wird der Bote des Propheten seyn," sagte Mr. Boggs; "ich habe ihn herbeschieden lassen, um ihm meine Antwort auf den Brief seines Herrn und Meisters zuzustellen. Sie ist kurz und bündig, und nie ist wohl, glaube ich, eine Kriegserklärung
von Allem, was in Nauvoo vorgeht, unterrichtet, muß aus dem Schlafe aufgerüttelt werden, und zu dem Ende erſuche ich Sie, Sir, die von uns bereits über das Treiben der Mormons und ihres Prophe- ten an den Congreß geſandte Note copiren zu wollen, damit ich ſie durch einen ſichern Mann an Mr. Car- lin ſenden kann.“
— „Es ſoll geſchehen,“ war Arnolds Antwort; „nach dem aber, was ich ſeither von dieſem Gouver- neur geſehen, was ich aus dem Munde Joe Smiths und anderer Mormons über ihn gehört habe, dürfen wir kein energiſches Auftreten von ihm erwarten, auch hat der Prophet ſo ſehr ſein Ohr, daß er alle meine Angaben für bloße Verläumdungen halten wird.“
— „Sie haben Recht, aber ich werde ihn trotz dem doch zu einiger Vorſicht aufzuſtacheln wiſſen, wenigſtens ihn dahin vermögen, daß er die Augen öffnet und nicht blindlings in die ihm von dem Ehr- geizigen gelegte Falle geht.“
Ein Klopfen an die Thür unterbrach das Ge- ſpräch.
— „Das wird der Bote des Propheten ſeyn,“ ſagte Mr. Boggs; „ich habe ihn herbeſchieden laſſen, um ihm meine Antwort auf den Brief ſeines Herrn und Meiſters zuzuſtellen. Sie iſt kurz und bündig, und nie iſt wohl, glaube ich, eine Kriegserklärung
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von Allem, was in Nauvoo vorgeht, unterrichtet,
muß aus dem Schlafe aufgerüttelt werden, und zu
dem Ende erſuche ich Sie, Sir, die von uns bereits
über das Treiben der Mormons und ihres Prophe-
ten an den Congreß geſandte Note copiren zu wollen,
damit ich ſie durch einen ſichern Mann an Mr. Car-
lin ſenden kann.“
— „Es ſoll geſchehen,“ war Arnolds Antwort;
„nach dem aber, was ich ſeither von dieſem Gouver-
neur geſehen, was ich aus dem Munde Joe Smiths
und anderer Mormons über ihn gehört habe, dürfen
wir kein energiſches Auftreten von ihm erwarten, auch
hat der Prophet ſo ſehr ſein Ohr, daß er alle meine
Angaben für bloße Verläumdungen halten wird.“
— „Sie haben Recht, aber ich werde ihn trotz
dem doch zu einiger Vorſicht aufzuſtacheln wiſſen,
wenigſtens ihn dahin vermögen, daß er die Augen
öffnet und nicht blindlings in die ihm von dem Ehr-
geizigen gelegte Falle geht.“
Ein Klopfen an die Thür unterbrach das Ge-
ſpräch.
— „Das wird der Bote des Propheten ſeyn,“
ſagte Mr. Boggs; „ich habe ihn herbeſchieden laſſen,
um ihm meine Antwort auf den Brief ſeines Herrn
und Meiſters zuzuſtellen. Sie iſt kurz und bündig,
und nie iſt wohl, glaube ich, eine Kriegserklärung
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Schoppe, Amalie: Der Prophet. Bd. 3. Jena, 1846, S. 34. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/schoppe_prophet03_1846/40>, abgerufen am 10.08.2024.
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