Genueser, die Venetianer, die Bologneser, die Florentiner, die Römer, die Neapolita- taner, Kalabrier und Sicilier sammt und sonders begreifen, und die sie als arm, roh, diebisch, betrügerisch, faul, abergläu- bisch, meuchelmörderisch, unnatürlich-wollü- stig, schmutzig und feig schildern.
Was endlich das Alterthum und die Kunst betrift, so scheinen diese Gegenstän- de, auf den ersten Blick, wirklich erschöpft zu seyn; denn über sie ist das meiste -- ge- sammlet und verhandelt worden. Allein, wenn man die Schriften weniger philoso- phischen Alterthums- und Kunstforscher ausnimmt, die uns mit neuen Resul- taten beschenkt haben: so ist alles übrige, in diesen Fächern geleistete, fast nichts, als Namenverzeichniß, als nüchterne oder dichterische Beschreibung, als sogenann-
Genueſer, die Venetianer, die Bologneſer, die Florentiner, die Roͤmer, die Neapolita- taner, Kalabrier und Sicilier ſammt und ſonders begreifen, und die ſie als arm, roh, diebiſch, betruͤgeriſch, faul, aberglaͤu- biſch, meuchelmoͤrderiſch, unnatuͤrlich-wolluͤ- ſtig, ſchmutzig und feig ſchildern.
Was endlich das Alterthum und die Kunſt betrift, ſo ſcheinen dieſe Gegenſtaͤn- de, auf den erſten Blick, wirklich erſchoͤpft zu ſeyn; denn uͤber ſie iſt das meiſte — ge- ſammlet und verhandelt worden. Allein, wenn man die Schriften weniger philoſo- phiſchen Alterthums- und Kunſtforſcher ausnimmt, die uns mit neuen Reſul- taten beſchenkt haben: ſo iſt alles uͤbrige, in dieſen Faͤchern geleiſtete, faſt nichts, als Namenverzeichniß, als nuͤchterne oder dichteriſche Beſchreibung, als ſogenann-
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Genueſer, die Venetianer, die Bologneſer,
die Florentiner, die Roͤmer, die Neapolita-
taner, Kalabrier und Sicilier ſammt und
ſonders begreifen, und die ſie als arm,
roh, diebiſch, betruͤgeriſch, faul, aberglaͤu-
biſch, meuchelmoͤrderiſch, unnatuͤrlich-wolluͤ-
ſtig, ſchmutzig und feig ſchildern.
Was endlich das Alterthum und die
Kunſt betrift, ſo ſcheinen dieſe Gegenſtaͤn-
de, auf den erſten Blick, wirklich erſchoͤpft
zu ſeyn; denn uͤber ſie iſt das meiſte — ge-
ſammlet und verhandelt worden. Allein,
wenn man die Schriften weniger philoſo-
phiſchen Alterthums- und Kunſtforſcher
ausnimmt, die uns mit neuen Reſul-
taten beſchenkt haben: ſo iſt alles uͤbrige,
in dieſen Faͤchern geleiſtete, faſt nichts,
als Namenverzeichniß, als nuͤchterne oder
dichteriſche Beſchreibung, als ſogenann-
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Die "Neue Reise durch Italien" ist auch erschiene… [mehr]
Die "Neue Reise durch Italien" ist auch erschienen als 7. Heft der "Reise eines Livländers von Riga nach Warschau, durch Südpreußen, über Breslau [...] nach Bozen in Tyrol".
Schulz, Friedrich: Neue Reise durch Italien. Bd. 1, H. 1. Berlin, 1797, S. 12. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/schulz_italien_1797/20>, abgerufen am 15.09.2024.
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