derselben amphitheatralisch erheben und auf der einen Seite das ganze Thal dergestalt verriegeln, daß es scheint, als ob man nur zu Wasser auf der andern Seite weiter kommen könnte.
Das Jnnere der Stadt nimmt sich nicht ganz so alt aus, als das Aeußere. Die Straßen sind zwar nicht gerade, aber meist geräumig. Um den unregelmäßigen Markt her, ist fast Gewölbe an Gewölbe, die von außen und innen mit einem Ueberfluß von Waaren aller Art versehen sind; so wie der Markt selbst reichlich mit schönem Obst und andern Lebensmitteln besetzt ist. Die Bauart hat Aehnliches von der Botzener. Die Häuser sind sehr gründlich von röthlichem Marmor aufgeführt, zwischen zwey und drey Stock hoch, und mit Lauben, mit Balkons, und Altanen versehen. Auch sind viele durch Säulen gestützt, die zum Theil hölzerne Ga- lerien tragen, welche die Stadt in der That nicht zieren. Einzeln steht manches neuere
Bür-
derſelben amphitheatraliſch erheben und auf der einen Seite das ganze Thal dergeſtalt verriegeln, daß es ſcheint, als ob man nur zu Waſſer auf der andern Seite weiter kommen koͤnnte.
Das Jnnere der Stadt nimmt ſich nicht ganz ſo alt aus, als das Aeußere. Die Straßen ſind zwar nicht gerade, aber meiſt geraͤumig. Um den unregelmaͤßigen Markt her, iſt faſt Gewoͤlbe an Gewoͤlbe, die von außen und innen mit einem Ueberfluß von Waaren aller Art verſehen ſind; ſo wie der Markt ſelbſt reichlich mit ſchoͤnem Obſt und andern Lebensmitteln beſetzt iſt. Die Bauart hat Aehnliches von der Botzener. Die Haͤuſer ſind ſehr gruͤndlich von roͤthlichem Marmor aufgefuͤhrt, zwiſchen zwey und drey Stock hoch, und mit Lauben, mit Balkons, und Altanen verſehen. Auch ſind viele durch Saͤulen geſtuͤtzt, die zum Theil hoͤlzerne Ga- lerien tragen, welche die Stadt in der That nicht zieren. Einzeln ſteht manches neuere
Buͤr-
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[32/0040]
derſelben amphitheatraliſch erheben und auf
der einen Seite das ganze Thal dergeſtalt
verriegeln, daß es ſcheint, als ob man nur zu
Waſſer auf der andern Seite weiter kommen
koͤnnte.
Das Jnnere der Stadt nimmt ſich nicht
ganz ſo alt aus, als das Aeußere. Die
Straßen ſind zwar nicht gerade, aber meiſt
geraͤumig. Um den unregelmaͤßigen Markt
her, iſt faſt Gewoͤlbe an Gewoͤlbe, die
von außen und innen mit einem Ueberfluß
von Waaren aller Art verſehen ſind; ſo wie
der Markt ſelbſt reichlich mit ſchoͤnem Obſt
und andern Lebensmitteln beſetzt iſt. Die
Bauart hat Aehnliches von der Botzener. Die
Haͤuſer ſind ſehr gruͤndlich von roͤthlichem
Marmor aufgefuͤhrt, zwiſchen zwey und drey
Stock hoch, und mit Lauben, mit Balkons,
und Altanen verſehen. Auch ſind viele durch
Saͤulen geſtuͤtzt, die zum Theil hoͤlzerne Ga-
lerien tragen, welche die Stadt in der That
nicht zieren. Einzeln ſteht manches neuere
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Die "Neue Reise durch Italien" ist auch erschiene… [mehr]
Die "Neue Reise durch Italien" ist auch erschienen als 7. Heft der "Reise eines Livländers von Riga nach Warschau, durch Südpreußen, über Breslau [...] nach Bozen in Tyrol".
Schulz, Friedrich: Neue Reise durch Italien. Bd. 1, H. 1. Berlin, 1797, S. 32. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/schulz_italien_1797/40>, abgerufen am 15.09.2024.
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