Der Taback ist ein Monopol, mithin schlecht und sehr theuer.
Jch darf nicht vergessen, den Preis man- cher Dinge in Warschau anzugeben, damit die Leser vergleichen können. Zuerst die unentbehr- lichen. Ein Mittagsessen an einer Wirths- tafel der geringern Klasse, das aus Suppe, Gemüse, Braten und Zugabe besteht, kostete, im Winter 1792, drey polnische Gulden; der bessern Klasse, mit zwey Schüsseln mehr, vier bis fünf solcher Gulden; der besten, mit sechs bis acht Schüsseln und Nachtisch, sechs bis zehn Gulden. Jetzt, da der Reichstag zer- streuet ist, sind diese Tische nur um einen hal- ben oder ganzen Gulden wohlfeiler geworden. Der gemeinste Mann, der in Speisehäusern ißt, kann es nicht unter einem bis anderthalb Gulden.
Ein gewöhnlicher rother Tischwein, Medoc oder Taveller, kostete drey bis vier; der Bur- gunder, geringerer Gattung, sieben; der Rhein- wein, von mittler Güte, acht; der ungarische
Der Taback iſt ein Monopol, mithin ſchlecht und ſehr theuer.
Jch darf nicht vergeſſen, den Preis man- cher Dinge in Warſchau anzugeben, damit die Leſer vergleichen koͤnnen. Zuerſt die unentbehr- lichen. Ein Mittagseſſen an einer Wirths- tafel der geringern Klaſſe, das aus Suppe, Gemuͤſe, Braten und Zugabe beſteht, koſtete, im Winter 1792, drey polniſche Gulden; der beſſern Klaſſe, mit zwey Schuͤſſeln mehr, vier bis fuͤnf ſolcher Gulden; der beſten, mit ſechs bis acht Schuͤſſeln und Nachtiſch, ſechs bis zehn Gulden. Jetzt, da der Reichstag zer- ſtreuet iſt, ſind dieſe Tiſche nur um einen hal- ben oder ganzen Gulden wohlfeiler geworden. Der gemeinſte Mann, der in Speiſehaͤuſern ißt, kann es nicht unter einem bis anderthalb Gulden.
Ein gewoͤhnlicher rother Tiſchwein, Medoc oder Taveller, koſtete drey bis vier; der Bur- gunder, geringerer Gattung, ſieben; der Rhein- wein, von mittler Guͤte, acht; der ungariſche
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Der Taback iſt ein Monopol, mithin
ſchlecht und ſehr theuer.
Jch darf nicht vergeſſen, den Preis man-
cher Dinge in Warſchau anzugeben, damit die
Leſer vergleichen koͤnnen. Zuerſt die unentbehr-
lichen. Ein Mittagseſſen an einer Wirths-
tafel der geringern Klaſſe, das aus Suppe,
Gemuͤſe, Braten und Zugabe beſteht, koſtete,
im Winter 1792, drey polniſche Gulden; der
beſſern Klaſſe, mit zwey Schuͤſſeln mehr, vier
bis fuͤnf ſolcher Gulden; der beſten, mit ſechs
bis acht Schuͤſſeln und Nachtiſch, ſechs bis
zehn Gulden. Jetzt, da der Reichstag zer-
ſtreuet iſt, ſind dieſe Tiſche nur um einen hal-
ben oder ganzen Gulden wohlfeiler geworden.
Der gemeinſte Mann, der in Speiſehaͤuſern
ißt, kann es nicht unter einem bis anderthalb
Gulden.
Ein gewoͤhnlicher rother Tiſchwein, Medoc
oder Taveller, koſtete drey bis vier; der Bur-
gunder, geringerer Gattung, ſieben; der Rhein-
wein, von mittler Guͤte, acht; der ungariſche
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Schulz, Friedrich: Reise eines Liefländers. Bd. 1, [H. 1]. Berlin, 1795, S. 144. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/schulz_reise0101_1795/162>, abgerufen am 15.09.2024.
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